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f Organ der Epangelischen Volksgemeinschaft
baupischriftleiter: Edwin Hamburger in Staden(Oberhessen).
Verantwortlich für Politik und Wirtschaft: Edwin Hamburger, ür den Unterhaltungsteil: W. Greb in Weisenau bei Mainz.
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Connabend, den 6. Auguft 1927.
Nummer 32
ist der
bengensche Voiksgemeinschait politische Zusammenschlufß
der Evangelischen Deutschlands zur Wahrung der evangelischen Interessen im deutschen Reichstag und in den Parlamenten der Länder und der Kommunen.
Wärtburg-deist dem deutschen Folk. 18H unsere Losung!
Evangelische jeden Standes in den Reihen der EV ist Euer Platz!
Lest u. fördert die„Evang. Warte“, das Organ der Eu.
Die vom Kabinett verabschiedete Schulvorlage ührt den Namen Entwurf eines Gesetzes zur Ausfüh⸗ zung der Artikel 146 Abs. 2 und 149 der Reichsverfas⸗ ung und hat folgenden Wortlaut:
„Abschnitt. Aufgaben, Formen und Kennzeichen der deutschen Volksschule.
§ 1. Aufgabe und Ziel der deutschen Volksschule.
Alle deutschen Volksschulen haben die gemeinsame lsgb, die schulpflichtige Jugend durch Unterricht auf ger Grundlage-des deutschen Kulturguts zu körperlicher ind geistiger Tüchtigkeit heranzubilden und sie in Un⸗ ürstützung, Ergänzung und Fortführung der elterlichen erziehung zu sittlich wertvollen Menschen und zu staatsbürgern zu erziehen, die fähig und bereit sind, er deutschen Volksgemeinschaft zu dienen.
Die besonderen Aufgaben, die einzelne Schulformen § 2) nach den Bestimmungen dieses Gesetze erfüllen, leiben hierdurch unberührt.
In allen Volksschulen ist darauf Bedacht zu neh⸗ gen,, daß die Empfindungen Andersdenkender nicht gerletzt werden(Artikel 148 Abs. 2 RV.)
§ 2. Die Formen der deutschen Volksschule.
Es gibt folgende Formen der deutschen Volksschule:
a) die nach Bekenntnissen nicht getrennte Volks⸗
schule(Gemeinschaftsschule),
b) die Bekenntnisschule,
c) die bekenntnisfreie Schule(weltliche oder Welt⸗
anschauungsschule).
Diesen Schulformen ist— unbeschadet des Artikels 46 Abs. 1 RV.— im Rahmen der Bestimmungen die⸗ s Gesetzes freie. zu geben.
§ 3. Die nach Belenntnissen nicht getrennte Volksschule (Gemeinschaftsschule).
Die Gemeinschaftsschule steht grundsätzlich allen volksschulpflichtigen Kindern offen.
Sie erfüllt die Unterrichts- und Erziehungsauf⸗ gaben der deutschen Volksschule auf religiös⸗sittlicher Grundlage ohne Rücksicht auf die Besonderheiten ein⸗ zelner Bekenntnisse und Weltanschauungen. Die aus dem Christentum erwachsenen Werte der deutschen Volkskultur sind im Unterricht und in der Erziehung lebendig zu machen.
Der Religionsunterricht ist für alle Klassen ordent⸗ liches Lehrfach. Er wird nach Bekenntnissen getrennt erteilt.
Bei der Anstellung der Lehrer ist die Gliederung der Schüler nach Bekenntnis und Weltanschauung tun⸗ lichst zu berücksichtigen.
S 4. Die Bekenntnisschule.
Voraussetzung für die Einrichtung einer Volks⸗ schule bestimmten Bekenntnisses(Bekenntnisschule) ist, daß für die gemeinschaftliche Pflege dieses Bekenntnisses eine Religionsgesellschaft besteht, welche die Rechte einer Körperschaft des öffentlichen Rechts besitzt(Art. 137 Abs. 5 R.).
Die Bekenntnisschule dient zur Aufnahme von Kindern eines bestimmten Bekenntnisses, sowie von Kindern eines verwandten Bekenntnisses(Abs. 8); doch können aus besonderen Gründen auch andere Kinder eingeschult werden. Durch die Aufnahme solcher Kin⸗ der verliert die Schule nicht den Charakter als Bekennt⸗
Eine ernste Warnung.
1. Korinther 10,12. Wer sich läßt dünken, er stehe,
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Azeisterung ist ja so mancher stark. In schreckt der Starke zurück. Darum warnt der Apostel Pau⸗
mag wohl zusehen, daß er nicht falle.
Der Apostel Paulus beschäftigt sich mit seiner Gemeinde in Vorinth. Es sind dort allerlei Dinge geschehen, die ihn nicht Ein besonderer Streit war darüber entstanden, ob Gristen die Einladungen zu Opferfesten von heidnischen Freun⸗ un annehmen dürfen. Manche, die sich für sehr fest in ihrem Ichristentum hielten, waren jedoch bei solchen Gelegenheiten ge— tguchelt. Deshalb warnt hier der Apostel seine Gemeindeglieder.
er hat selbst nichts dagegen, daß starke und ihres Glaubens ge—
usse Persönlichkeiten an solchen heidnischen Opfermahlzeiten tälnehmen. Aber wer sich nicht ganz sicher ist, der soll wegbleiben. ae mancher hält sich für starl und erliegt gar schnell.
Die Märtyrerzeit war wieder eine solche Probezeit für in⸗ nien Halt und Treue. Auch damals sind viele untreu geworden. 8 waren häufig Leute, wie Petrus. Vorher war er so stark und „Und wenn ich mit dir sterben müßte, so will siß mich doch nicht an dir ärgern!“ Wie war dieser Felsenjünger
schwach, als er merkte, daß es nun ernst geworden sei. In der Kommt die Ueberlegung,
lis vor einer Selbsttäuschung. Wir sollen wissen, daß wir f ache Menschen sind. Hochmut kommt vor dem Fall. Deswegen fil n wir demütig sein und nie mit unserer Kraft prahlen. Als Napoleon 1. auf der Höhe seiner Macht stand und nur 0 Rußland zu besiegen hatte, um Herrscher über ganz Europa i zu können, da ließ er sich in seinem Uebermut zu dem frevel⸗ haften Ausspruch verleiten:„Mit meinen 600 000 Bajonetten Idedde ich die Gebete der Russen zu Schanden machen!“ Wie ist damals zu Schanden geworden. Das war der Anfang seines
nisschule. Die Bekenntnisschule wird nach dem Bekenntnis e n— ee„75 Untergangs.„Wer sich läßt dünken, er stehe, mag wohl zusehen,
daß er nicht falle.“
Als der große Weltkrieg ausbrach, hörte ich junge Leute, die den anderen Tag in ihre Garnison abrücken mußten, auf der Straße sagen:„In vierzehn Tagen spielen wir in Paris Karten!“ Wie stark fühlten sich unsere Soldaten in der ersten Begeisterung. Wie unbesiegbar kamen sie sich vor.„Wer sich läßt dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle.“ Wie sind wir in diesem schrecklichen Kriege gefallen. Keiner dieser Prahler ist nach Paris gekommen. Statt schnellem Sieg, kam Revolution und Zusammenbruch. Anstelle der anfänglichen Begeisterung folgte eine ängstliche Drückebergerei. Wir sollten auch uns war⸗ nen lassen!
Auch im Einzelleben gibt es oft raschen Fall. Wie haben wir diesen oder jenen für einen starken Charakter gehalten. Da auf einmal erliegt er in einer schweren Sünde. Im Geist hat es angefangen, im Fleisch hat es aufgehört. Das ist ein schreck⸗ liches Erwachen, wenn man unaufhörlich gesunken ist bis in den Sumpf hinein. Dann merkt man erst, wie schwach wir Menschen sind. Wie ein von hohem Felsen abstürzender Bergsteiger nicht die Kraft hat, sich beim Sturze noch an einem Felsen festzu⸗ halten, sondern in die Tiefe hinabstürzt, so gibt es auch für einen moralisch ins Rutschen Gekommenen kein Halten mehr. Er muß hinab in die Tiefe. Darum heißt es, rechtzeitig den Abgrund meiden, sich nicht auf die eigene Kraft verlassen. Nicht großtun mit der eignen Stärke.
Wenn jemand eine schwierige Wanderung im Gebirge vor hat, so nimmt er sich gewöhnlich einen Führer mit. Diese Füh⸗ rer wissen genau Bescheid auf den Wegen, kennen jeden Vorteil, eine schwierige Stelle zu überwinden, helfen über gefährliche Stiege. Wer einen guten Führer hat, der braucht eine schwierige Gebirgswanderung nicht zu fürchten.
Der Entwurf des Reichsschulgesetzes.
näher bezeichnet als evangelische, katholische, jüdische Volksschule. Sie erfüllt die Unterrichts- und Erziehungs⸗ aufgaben der deutschen Volksschule gemäß dem Glauben, in dem die Kinder erzogen werden. Lehrpläne, Lehr⸗ und Lernbücher sind der Eigenart der Schule anzupas⸗ sen. Im Leben der Schule sind, unbeschadet der Be⸗ stimmungen der Artikel 136 Abs. 4 und 149 Abs. 2 der Reichsverfassung, die dem Bekenntnis eigenen religiösen Uebungen und Gebräuche zu pflegen und die dem Be⸗ kenntnis eigenen Feier- und Gedenktage zu berüchsich⸗ tigen.
Der Religionsunterricht ist für alle Klassen ordent⸗ liches Lehrfach.
An der Bekenntnisschule dürfen(abgesehen von den Ausnahmen der Absätze 6 und 7) nur solche Lehrkräfte hauptamtlich angestellt werden, die dem Bekenntnis der Kinder, für welche die Schule bestimmt ist, oder einem verwandten Bekenntnis angehören. Vorübergehende 10 anderer Lehrkräfte ist aus besonderen
Zur Erteilung von gesondertem Religionsunter⸗ richt an Kinder eines Minderheitsbekenntnisses(8 14 Abs. 2) kann eine dem Minderheitsbekenntnis ange⸗ hörige Lehrkraft angestellt werden, wenn die Beschaf⸗ fung dieses Unterrichts auf andere Weise nicht möglich ist. Diese Lehrkraft kann auch mit anderem Unterricht betraut werden.
Die Vorschrift des Absatzes 5 Satz 1 bezieht sich nicht auf diejenigen Lehrkräfte, die zur Erteilung des technischen Unterrichts verwendet werden.
Bekenntnisse sind verwandt, wenn die obersten Stellen der zuständigen Religionsgesellschaften dies — anerkennen.
Das Leben ist auch eine e schwierige und oft gefährliche Wan⸗ derung. Eine Menge Menschen will das Leben ohne jeden Führer zurücklegen. Dabei stürzen sie über jeden Stein, der auf dem Wege liegt, treten sie in jede Pfütze, an der sie vorbei kom⸗ men, sind ratlos bei jeder Windung, die sie nicht voraussahen. Deshalb gilt auch im Leben das Wort des Paulus:„Wer sich läßt dünken, er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle“. Ohne Führer können wir nicht sicher dahin leben. Es ist jetzt nur noch die Frage, wer wohl der beste Führer durch das Le— ben ist? Wir kennen keinen besseren las unseren Herrn Jesus. Der Heiland ist der beste Führer. Er reicht auch dir, lieber Le⸗ ser, die Hand, er will auch dein Führer sein. Vertraue dich ihm nur an. Er weiß in allen Sachen Rat. Gehe mit ihm durch die frohen und die traurigen Tage. Fürchte dich an seiner Hand vor keinem schweren Gange. Er weiß, wie schwer oft das Leben ist. Sein Erdenleben war ja auch kein Gang über Teppichen. Wer den Leidenskelch getrunken hat, der weiß, wie das Leiden schmeckt. Er kennt aber auch die Linderungs- und Hilfsmittel, die uns das Schwere leicht machen. Sein Joch ist ja sanft, das er uns reicht, damit wir die Last des Lebens und des Schicksals tragen können. An Jesu Hand erkennen wir die Wahrheit des Psalmwortes— Psalm 68,20—„Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch.“
Ich stehe täglich in Gefahr
das Kleinod zu verlieren;
der Feind versucht mich immerdar und will mich dir entführen. Jesu, nimm dich meiner an,
erhalt mich auf der Lebensbahn;
Amen. Hr.
Herr
nur du wollst mich regieren.
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