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vangelische

Organ der Evangelischen Volksgemeinschaft

Des Menschen Sohn ist nicht gekommen, daß er sich dienen lasse, sondern er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele.

art

Matthäus 20, 28.

auptschriftleiter: Edwin Hamburger in Staden(Oberhessen).

ferantwortlich für Politik und Wirtschaft:

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en Reichsbank.

n Ersparnisse und die nachfolgenden sogen.Aufwer⸗ ang widerfahren ist.

Edwin Hamburger, i den Unterhaltungsteil: W. Greb in Weisenau bei Mainz.

ERüclendung 3 1 5 15

Jahrgang. g

W as wir sind.

Erscheint Sonnabends. Bezugspreis 50 Pfennig 5 Abonnements⸗ und Anzeigen⸗Annahmestelle

Druck und Verlag Albin Klein, Gießen, Südanlage 21 n Nr. 1145 und 1362 3

Sonnabend, den 4. Juni 1527.

Die Evangelische Volksgemeinsthaft ijt die Sammlung aller bewußt evangelischer Frauen und Männer, welthe die Bedeutung und die Rechte unserer evangellsthen

Bevölkerung auch in den

Parlamenten des Reithes,

der Lünder und der Lunnmunen gewahrt bwissen wollen.

Dr. Hjalmar Schacht ist der Präsident der deut Sein Name ist in den letzten Jahren el genannt. Mehr als einmal hat er Beleidigungs⸗ ozesse anstrengen müssen gegen solche, die gewiß gutem Glauben ihm die Hauptschuld beimaßen der Not und dem Unrecht, welches ungezählten utschen durch die Inflationsentwertung ihrer gan

In diesen Prozessen hat Dr.

ghacht obgesiegt, aber seine Siege waren mehr forma

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I als sachlicher Art. Denn in der Form. 5 seine it überschritten 115 mußten deshalb, achstaben des Gesetzes Genüge geschähe, verurteilt rden. In der Sache aber, um die es in diesen Pro ssen ging, vertreten heute noch auch solche, die nicht den Geschädigten gehören, und die deshalb als un Arteiisch und objektiv urteilend angesehen werden nen, die Meinung, daß eine höhere Aufwertung 5 die geschehene nicht bloß der Gerechtigkeit entspro en, sondern auch durchaus in dem Bereich volkswirt aftlicher Möglichkeiten gelegen hätte. Herr Dr. acht zwar bestreitet das, er wird aber zugeben müs i daß sich unter den Vertretern der gegenteiligen Jeinung Leute befinden, die es an Sachkenntnis auf At Gebiete des Finanzwesens wohl mit ihm aufneh⸗ den können(von vielen sei hier nur Dr. Best genannt). zeilich wird das, soviel wir sehen, wenig helfen. Es It so viel Mühe gekostet, die Schliebensche Aufwer⸗ Angsgesetzgebung unter Dach und Fach zu bringen, N keine Partei mi Ernst daran denkt, diese kompli⸗ Atte Frage noch einmal aufzurollen. Wo sich die eine

der andere Partei dennoch den Anschein gibt, als habe

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das vor, werden wir ihr Gebahren nur auf das

Komm heiliger Geist!

1. Korinther 12, 7. In einem jeglichen erzeigen sich die Gaben des Geistes zum ge meinen Nutzen.

Heute bitten wir um den heiligen Geist. Wie ist diese

Ale in unserer Zeit so nötig. Denn die Zeit ist geistlos. Was

denn bei uns anders als das Geld? Wo Geld ist, fehlt

t der Geist. Wonach strebt man heute? Nach guten Pöst⸗ und Stellungen. Früher hat man wenigstens nach großem en sich bemüht. Aber heute spielt das nicht viel mit. Man kunt ja anders in die Höhe. b je. Es macht keiner ein Hehl daraus, daß er auf diesem eren Weg nach oben gelangt ist. Ich habe mich einmal ge

dert, wie ein Mann sich so hineingefunden hat, in die einem Husten gerade nicht als gerecht erscheinenden Verhältnisse bei

Da hörte ich später, daß derselbe nicht anders reden dürfe,.

Mer noch höher hinauf wolle. O geistlose Pöstchenjagd, wie du uns so charakterlos gemacht!

Geistlos ist die moderne Erziehung unserer Jugend, d. h. sie Fron allen guten Geistern verlassen, wenn das wahr ist, was in diesen Tagen hörte, daß ein Pädagoge mit den Schülern * mittleren Klasse eines Gymnasiums Schmollis gemacht

Diese gerade im Flegelalter stehenden Jungen und Mäd⸗ agen zu ihrem LehrerDu. Da hört doch alles auf.

Geistlos sind die Vergnügungen. Hinter den Vergnügungen

In nämlich ganz kalt rechnende Geschäftsleute, die nicht an

inügen, sondern an den Verdienst denken. Bei den Ver⸗

Hungen ist deshalb nicht weiter darangedacht, ob sie eine lung bieten, sondern daß es den Einzelnen recht viel Geld fl.

Geistlos ist der Geschmack unserer Zeit. e Ihen Kreisblättchen, wie ein Konzert einem größeren 1 horte so erbärmlich schlecht besucht war. Wären fade Pos⸗ gißer dagewesen, wäre sicher jedes Haus vertreten gewesen. aa Kunst und wertvolle Musik steht schlecht im Kurse.

Ich las in einem in

auf daß dem

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Die Vetternstraße ist belebter

Geben Sie acht, Herr Dr. Schacht:

setzen müssen. Und den neu entstandenen Aufwertungs parteien wird schwerlich ein Erfolg beschieden sein, ein mal, weil sie unter sich uneins sind, und sodann, weil ihnen wirklich große Gesichtspunkte und begeisternde Losungen fehlen. Das erhabene WortGerechtigkeit verliert seinen Glanz, wenn hinter ihm nichts als der Wunsch seiner Bannerträger nach Wiedererstattung verlorenen Geldes steht.(Das gleiche gilt, in Klam mern bemerkt, von der jungenWirtschaftspartei, deren Erfolge nur ein Beweis dafür sind, wie tief noch viele von uns im Materialismus stecken und wie der Idee der Volksgemeinschaft sich der Egoismus bestimm⸗ ter Interessengruppen in den Weg stellt!)

Unsere Evangelische Volksgemeinschaft wird für eine Revision der Aufwertungsgesetzgebung, sofern an einer solchen mitzuarbeiten ihr überhaupt Gelegenheit gegeben wird, nur in der Richtung zu haben sein, daß die Revisionsforderungen sich in den Grenzen des Mög lichen halten, d. h. daß nicht durch die Ansprüche einer Minderheit das Gemeinwohl Schaden leidet. Sie wird einmal den Geschädigten gegenüber den Gedanken des Opfers betonen und von ihnen die Bereitwilligkeit des Verzichtes auch auf berechtigte Ansprüche um des Gan zen willen fordern müssen, andererseits mit unerbitt⸗ lichem Ernste darauf dringen, daß diejenigen, die ge wonnen haben, während andere verloren, mit ihrem Gewinn zu weitestgehender Wiedergutmachung des In flationsunrechtes herangezogen werden.(Denn daß sie sich von selber dazu bereit finden, darauf besteht nach den bisherigen Erfahrungen leider nur wenig Hoffnung.) Wir freuen uns, in dieser Sache die evan ʃgelische Kirche auf unserer Seite zu haben, die mit dem selben Freimut, mit dem sie ein Ausnahmegesetz zu

Gunsten der e bekämpfte, durch Dr. den Präsidenten des Deutschen Evangelischen

Geistlos ist das 55 Wo nämli ch Geist ist, da ist Leben. milienleben. Zu einem schönen Familienleben gehört Fami⸗ liensinn, Familiensitte, Familiengemeinschaft. Wo sind diese heute noch vorhanden? Beim einen wird gearbeitet, bis man sich zu Bette legt, beim anderen geht der Vater in den Verein oder zum Stammtisch. Die Kinder beider verbringen den Wend ebenfalls im Verein, auf der Straße oder im Gasthaus. Nach Hause kommt man dann erst, wenn man zu Bette gehen will. Was ist die Frau heute in der Familie? Diejenige, die recht⸗ zeitig für Essen zu sorgen hat. Bei unseren altdeutschen Vor⸗ fahren galt sie mehr. Diese aber waren Heiden.

Geistlos ist die Arbeit. Der Bauer hat früher seine Arbeit mit Gedanken an den Schöpfergott verbunden. Ihm war der Abend eine Stunde des Dankens. Heute denkt er nur daran, daß er recht viel verdienen will mit dem, was ihm Gott wach⸗ sen läßt. Der Handwerker hat früher mit seinen Gesellen tiefe Gedanken besprochen. fließt die Arbeit munter fort, sagt Schiller.

In den Fabriken steht Tage hundertmal

fordert, dann hinaus aus dem Hause. der Arbeiter gar da und macht geistlos am denselben Handgriff. Komm heiliger Geist, so bitten wir heute. In all das Geistlose soll Geist kommen. Heiliger Geist möge uns erlösen von dem geistlosen Treiben des Alltags. Er ist es, der die Familie zusammenführt zu täglichen Feierstunden, der die Ar⸗ beit adelt, da er sie zum Bruderdienst werden läßt, der den Geschmack durch Edles edel werden läßt, der unsere Erholungs⸗ stunden zu wirklicher Labung unserer Seele und zur Ruhe für

ten Ausgleich von Strenge und Milde geschehen läßt.

Wo heiliger Geist ist, da ist heiliges Tun. den ist bei manchen Menschen Heuchelei. Jesus hat Wert ge⸗ legt auf die Tat der christlichen Bruderliebe. Denn das ist heiligen Geistes Art, sich mitzuteilen. Dann treibt er an zum

Was in den meisten Häusern tot ist, das ist Fa

ö Dienste an unseren Brüdern und e

Zeit sucht nach dem

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Kirchenausschusses, das Nin der erfolgten Aufwertung dem Reiche gegenüber betont hat.(Ver⸗ mißt haben wir freilich bei dem Kampfe um die Für⸗ stenenteignung eine eindrucksvolle, allseitige Bereit⸗ schaft der Fürsten, auch ihrerseits um des Volkes wil⸗ len sich mit der Sicherstellung eines ihrem Stande an gemessenen Existenzminimums zufrieden zu geben!) Doch, wenn wir über diese Zeilen schrieben:Ge⸗ ben Sie acht, Herr Dr. Schacht!, so wollten wir damit die Aufmerksamkeit unseres Reichsgeldmarschalls nicht nur auf die Tatsache lenken, daß seine These von der Unmöglichkeit einer höheren, als der zurzeit festgelegten Aufwertung niemals ein allgemein und unumstößlich anerkannter Glaubensartikel des deutschen Volkes wer⸗ den wird, sondern mehr noch auf die bedenklichen Wet⸗ terzeichen, die wir am wirtschaftspolitischen Himmel aufzucken sehen! Herr Dr. Schacht hat, ebenfalls mehr als einmal, die Stabilität unserer deutschen Währung proklamiert. Das war uns bei der begreiflichen Un⸗ sicherheit, in der wir die erste Zeit nach der Inflations⸗ trübsal durchlebten, jedesmal eine große Beruhigung. Aber heute hält diese Beruhigung nicht mehr an. Denn was nützt uns alleStabilität der Mark, wenn die⸗ selbe zusehends an Kaufkraft verliert? Haben diejeni⸗ gen wirklich unrecht, die da meinen, daß wir bereits wieder in einer wenn auch noch verschleierten In⸗ flation drinstehen? Die Festbesoldeten, die seit mehr als zwei Jahren auf dieselben Löhne und Gehälter angewiesen sind, die Rentenbezieher, die mit kärglicher Rente ihren Lebensbedarf bestreiten sollen, kurz alle, die auf ein festes Einkommen angewiesen sind und nicht die Möglichkeit haben, es den steigenden Preisen ent⸗ sprechend zu erhöhen sie alle merken, wie ihr Geld mit jedem Monat weniger zureicht, weil seine Kauf⸗ kraft von Monat zu Monat geringer wird! Fing es so nicht auch einstens an? Angeblich hatte unsere Mark noch ihren vollen Wert, aber jeder Gang zum Geschäfts⸗ mann zeigte, daß ihre angebliche Stabilität nur in der Theorie und auf dem Papier stand. Und wer heute einmal sein Ausgabenbuch für das Jahr 1924 zur Hand nimmt und die damaligen Preise mit den heutigen ver gleicht, der wird sich der Tatsache einer zunehmenden Teuerung das heißt aber: einer zunehmenden Geld- entwertung nicht verschließen können. Wenn ich die 200 Mark, die ich vor 2 Jahren auf der Sparkasse angelegt habe, heute abhebe und in Waren umsetze, so erhalte ich dafür erheblich weniger, als wenn ich mir gleich damals etwas dafür gekauft hätte. Die Preis senkungsaktion, die eine frühere Reichsregierung durch⸗ führen wollte, hat nicht nur nichts erreicht, sondern sich in ihr Gegenteil verkehrt. Oder welcher Konsument kann feststellen, daß die Herabsetzung der Amsatzsteuer

Was Jesus an an Geistesgaben hatte, das hat er im Dienste der ganzen Mensch⸗ heit hingegeben. Was ein Paulus an solchen Gaben besaß, damit hat er seinen Gemeinden zuerst, dann aber auch der nach⸗ kommenden Christenheit gedient. So meint er es auch, wenn er seiner Gemeinde in Korint schreibt:In einem jeglichen er zeigen sich die Gaben des Geistes zum gemeinsamen Nutzen. Aus den Gaben heraus muß ein Nutzen für die Allgemeinheit fließen.

Komm heiliger Geist, so bitten wir heute Taten schaffenden heiligen Geist.

Auch unsere Leben

brauchen wir überall da, wo Christen sind. Brüder und Schwe⸗

gespeist, macht furchtlos auch den Machthabern gegenüber.

Wenn gute Reden sie begleiten, dann Heute will man mit Lehrjungen nur soviel zu tun haben, als der Lehrvertrag

stern suchen auch deine Tat, lieber Leser. Hilf ihnen mit uns, daß die Not der Klagenden verringert wird, daß die Hungernden die Unterdrückten ihr Recht erhalten. Heiliger Geist Ein Dr. Martin Luther war des heiligen Geistes voll, als er sich nicht vor Rom und nicht vor dem Kaiser fürchtete. Er war des Bru⸗ dergeistes voll, als er dafür eintrat, daß den leibeigenen Bauern ihr Menschenrecht gegeben werden solle. Es ist be jammernswert, wie heute sehr viele nur vor denen keine Furcht mehr haben, die ihnen nicht schaden können. Nehmen

wir all unsere Gaben, unsern Verstand, unsere Erfahrung, un⸗

unseren Körper gestaltet, der auch die Jugenderziehung im rech-

Frommes Re-

sere Menschenkenntnis, unsere Tatkraft und stellen sie in den Dienst heiliger Bruder: und Nächstenliebe! a

Dem Nächsten stets mit Liebestreu

Du süßer Himmelstau. Gib dich

In unsere Herzen kräftiglich

Und schenk uns deine Liebe,

Daß unser Sinn verbunden sei

Dem nächsten stets mit Liebestreu

Und sich darinnen übe.

Kein Neid, kein Streit dich betrübe,

umschweben Und 9185 1 unser Leben! Amen.