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n%% Sauptschriftleiter: Edwin Hamburger in Staden(Oberhessen).] Erscheint Sonnabends. Bezugspreis 50 Pfennig monatlich.] Anzeigenpreise: die 30mm breite Kleinzeile auswärts 24 Pfg.,

Verantwortlich für Politik und Wirtschaft: Edwin Hamburger, für den Anterhaltungsteil: W. Greb in Weisenau bei Mainz. Für Rücksendung ungewünschter Manuskripte wird nicht garantiert.

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Fernspr.: Nr. 1145 u. 1362

Abonnements⸗ und Anzeigen⸗Annahmestelle Druck und Verlag Albin Klein, Gießen, Südanlage 21 Postscheckk.: Nr. 44 332 Frkft./ M.

am Ort 12 Pfg., die 90 mm breite Kleinzeile im Text 96 Pfg., Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholungen Vergünstigung.

3. Jahrgang.

Wir laden hiermit ein zur

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Dr. jur. Moegenburg⸗Frankfurt a. M.

Sonnabend, den 3. September 1927.

22. 24. Oklober

Mit evangelischem Gruß!

Pfarrer Mosel⸗Rohrberg.

Nummer 36

An unjere Mikglieder und Freunde!

8. Reichskngung der Evang. Volksgemeinschaft in Mainz

5 Diese Tagung muß eine gewaltige Kundgebung und starkes Bekenntnis zu unserer Bewegung werden. Es ist darum Ehrenpflicht für alle unsere Mitglieder und Freunde, an der Tagung teilzunehmen. Freiquartiere stehen in Mainz und Vororten zur Verfügung. Näheres später.

Für den engeren Vorstand der Evangelischen Volksgemeinschaft:

Reichsgeschäftsführer Weidner⸗Ober⸗Lais.

allertragischste an diesen Naturkatastrophen ist die Tat⸗

1 In sehr vielen Gegenden sind wiederum Aeber⸗ U schwemmungsschäden von ungeheurem Ausmaße einge⸗ alt treten, die besonders der landwirtschaftlichen Bevölke l rung unübersehbaren Schaden zugefügt haben. Das

sache, daß sie sich in fast regelmäßigen Zeitabschnitten in denselben Gegenden abspielen und so die Erhaltung der Betriebe aus eigenen Mitteln vollkommen ausschließen. Staat und Reich geben zur AUnterstützung für die Ge schädigten in den Ueberschwemmungsgebieten jährlich verschiedene Millionen Mark aus, die selbstverständlich auch nicht annähernd ausreichen, um den tatsächlich ent⸗ standenen Schaden zu decken. Durch den Steuerausfall dieser Gebiete gehen der Volkswirtschaft weitere, in die Millionen gehende Summen verloren. Diese Verluste an Volksvermögen und die Tatsache, daß die fast regel⸗ mäßig Geschädigten trotz aller Unterstützung, die ja zu sammengenommen, immer nur einen Bruchteil des ent standenen Schadens deckt, aus eigenen Mitteln ihre Existenz nicht erhalten können, wirft mit Recht die Frage auf:Besteht nicht die Möglichkeit, die Hoch⸗ wassergefahr auf ein Minimum zu beschränken?

Technisch scheint uns das durch den Bau von Tal⸗

sperren, Kanälen, Verlegung von Flußläufen, Verstär⸗ kung der Sommerdeiche und vor allem durch die Regu⸗ lierung und Ausbaggerung der großen Flußläufe, mög⸗ lich zu sein; wie ja überhaupt die Ueberschwemmungs⸗ schäden zu einem großen Teil nur durch Vernachläs⸗ sigung der Flußläufe in den letzten 10 Jahren möglich geworden sind. 5 Gewiß darf nicht verkannt werden, daß die In⸗ standhaltung der Deiche und die Regulierung der Fluß⸗ läufe, ebenso wie die Bauten von Kanälen und Tal⸗ sperren, aus finanziellen Gründen unterblieben sind. Der Krieg und die Nachkriegszeit, bis über die Infla⸗

Gegen die Unzufriedenheit.

Kolosser 1,12 und 13. Danksaget dem Vater, der uns tüchtig gemacht hat zu dem Erbteil der Heiligen im Licht; welcher uns errettet hat von der Obrig⸗ keit der Finsternis und hat uns versetzt in das Reich seines lieben Sohnes.

Die Anzufriedenheit ist eine große Plage der Menschheit. Sie ist es, die vieler Leben unfroh macht. Wo die Zufrieden⸗ heit sehlt, da fühlt man sich unglücklich. Wie gut ist der dran, der immer zufrieden ist.

Was macht wohl so viele unzufrieden? Manche stellen sich das Leben leichter vor, als es ist. Es sind die Bequemen, die nicht gerne Mühe und Arbeit auf sich nehmen. Nun stellt aber das Leben seine harten Anforderungen an jeden. Da werden die bequemen Menschen unzufrieden. Wenn ihnen doch alles in den Schoß gelegt würde! Andere sehen wohlhabendere Leute, die in ihren Autos vorüberfahren. Daß sie auch ihre Arbeit und Mühe haben, das sieht man ihnen ja nicht an. Nur die schein⸗ bar schöne Seite des Lebens tritt den Fernstehenden vor Augen Sogleich schlägt der Neid seine Wurzeln in dem Menschenherzen. Ach, wenn du doch auch den ganzen Tag nichts anderes zu schaf⸗ sen brauchtest, als mit dem Auto herumzufahren! Wieder andere ehen in schwerer körperlicher Arbeit. Sie sehen einen Geistes⸗

rbeiter spazieren gehen. Da ihnen dessen nervenanstrengende Arbeit unbekannt ist, ahnen sie gar nicht, wie nötig für ihn es sst, am Tage wenigstens einmal die frische Luft, den Sonnen⸗ schein auf seine Lunge und seinen Körper wirken zu lassen. Sie ehen nur, was derselbe da in den wenigen Minuten tut. Sie wissen nicht, wie glücklich sie selbst daran sind, den ganzen Tag in frischer Luft bei guter Gesundheit tätig zu sein. Wieder st man unzufrieden. Ach wenn du doch auch so spazierengehen lönntest! Genau so ist es, wenn man die Verschiedenheit der

der Warte und anderen Flüssen entstanden ist, zwingt

0 Besitzverhältnisse anschaut. Wie mancher hat sich schon gewünscht,

tionszeit hinaus, haben in dieser Hinsicht die Ausfüh⸗ rung notwendiger Pläne aus Mangel an Mitteln in vielen Fällen vereitelt.

Trotzdem oder gerade deswegen muß verlangt wer⸗ den, im Rahmen des Möglichen jetzt energisch Maß nahmen zu ergreifen, die der Regelmäßigkeit dieser Hochwasserkatastrophen ein Ende bereiten; denn der volkswirtschaftliche Schaden, der jährlich in den Ueber⸗ schwemmungsgebieten der Spree, der Elbe, der Oder,

seiner ungeheuren Höhe wegen zu schnell wirksamen Schutzmaßnahmen. Die Aufrechterhaltung der geschä digten Betriebe in diesen Gegenden von einem Jahr zum andern, ist ist nur mit öffentlicher Unterstützung möglich. Ein Zustand also, der dem Staat regelmäßig Ausgaben verursacht, dem Geschädigten aber in jeder Beziehung als abänderungsbedürftig erscheint.

Was nun die Kostenfrage für Neubauten anlangt, so muß berücksichtigt werden, daß Talsperren und Ka⸗ näle nicht nur als Hochwasserschutz, sondern zum Zweck der Kräfteausnutzung der Wasserläufe, zur Hebung der Binnenschiffahrt und vielleicht auch zur Regelung des Grundwasserstandes dienen können, und in so weit als werbendes Kapital anzusehen sind. Die vorhandenen Schwierigkeiten sind aber keineswegs einzig und allein finanzieller Natur, sondern sind zu einem wesentlichen Teil in der nicht einheitlichen Verwaltung der Wasser straßen zu suchen. Bis vor einiger Zeit wurden die Wasserstraßen fast ausschließlich von den Ländern ver⸗ waltet, so daß nicht selten an einem zu normalen Zei⸗ ten unbedeutenden Flußlaufe 4, 5 und mehr Staaten interessiert waren. Daß unter solchen Umständen eine gedeihliche Verwaltung der Wasserstraßen undenkbar ist, braucht nicht besonders betont zu werden. Aus diesem Grunde hat sich wohl das Reich gezwungen gesehen, den

reich zu sein. Daß Reichtum auch eine schwere Sorgenlast mit sich schleppt, daran denken sie mit ihrem kurzen Verstande nicht. Unzufriedenheit macht ihr Leben so unfroh!

ImLiede von der Glocke schildert Friedrich von Schiller einen Brand. Alles hat der Betroffene verloren. Seine Ernte, sein Haus, alles ist ein Opfer des furchtbaren Elementes gewor den. Nur ein süßer Trost ist ihm geblieben. Seine Familien⸗ angehörige sind alle gerettet. Froh greift er zum Wanderstabe. Mit seiner Frau und seinen Kindern sucht er sich eine neue Heim⸗ und Arbeitsstätte. Dieser Mann hat den Weg zur Zufriedenheit gefunden. Wir müssen ja alle manches, was uns an irdischem Gute wertvoll ist, aufgeben und entbehren. Blicken wir in sol⸗ chen Stunden der Entbehrung auf das, was wir noch haben, dann können wir noch genug Gott danken. Darin besteht dem nach des Rezept zur Zufriedenheit. Wir wollen uns immer fragen, wofür wir Gott zu danken haben. Dann finden wir so viel, daß wir ganz zufrieden sind.

Auch wenn wir alles verlieren sollten, dann haben wir noch unverlierbaren Besitz genug. Paulus fordert die Kolosser auf, Gott zu danken dafür, daß er sie tüchtig gemacht zum Erbteil der Heiligen im Licht. Uns hat Gott den Glauben gegeben. Wie viele Heiden müssen in Furcht vor allerlei heidnischen Dämonen und Geistern leben. Wir sind aufgewachsen in schristlichen Häu⸗ sern. Ans haben treue Mütter beten gelehrt zu einem Vater⸗ gott, der uns schützt, leitet und schließlich in sein Reich aufnimmt. Das kann uns keine Feuersnot, kein Krieg, kein Hungerelend wegnehmen. Wie sehr können wir dafür unserem Gott im Him⸗ mel danken! Es ist nicht unser Verdienst, es ist eine Gnadengabe unseres lieben Vaters im Himmel. Wie zufrieden dürfen wir sein, wenn wir dafür danken.

Schon hier auf Erden können wir zum Reiche seines lieben Sohnes gehören. Mögen wir oft Grund haben, die Erde als

ein Jammertal zu bezeichnen. Mögen wir Hunger, Elend, Ar⸗

1 Schutz gegen Hochwasserschaden tut not!

Staatsgerichtshof zur Klärung von Streitfragen anzu⸗ rufen, der in einer Sitzung vom 12. Dezember 1925 fol⸗ genden Beschluß gefaßt hat:

Das Reich ist berechtigt, aber nicht verpflichtet, die ihm durch Artikel 97 der Reichsverfassung über⸗ tragene Aufgabe der Reichswasserstraßenverwal⸗ tung durch selbst geschaffene Behörden durchzu führen.

Hoffentlich gelingt es dem Reich, in Durchführung dieses Beschlusses an Stelle von mehr als 50 den Län⸗ dern unterstehenden Mittelbehörden eine kleine Anzahl Reichsbehörden zu setzen und die Verwaltung der Was serstraßen damit zu vereinfachen. Aber auch schon vor Durchführung der Vereinfachung des Verwaltungs⸗ apparates müssen besonders seitens Preußens, das von 9400 Kilometern wichtigen Strömen und Kanälen 77 Prozent verwaltet, entsprechende Vorarbeiten unter⸗ nommen werden. Die Finanzierung derartiger groß⸗ zügiger Unternehmungen ist natürlich, wie schon ge⸗ sagt, an sich schwierig. Sie ist aber unmöglich, solange die Frage der Zuständigkeit noch immer Gegenstand lebhafter Auseinandersetzungen zwischen den einzelnen Regierungen ist.

Hinzu kommt die Tatsache, daß zux Zeit trotz des erfreulichen Rückganges des Arbeitslosenheeres, noch immer 674000 unterstützte Arbeitslose vorhanden sind, die zu einem nicht unwesentlichen Teil angesetzt werden könnten. Unter Berücksichtigung dieser, trotz der Besse⸗ rung des Arbeitsmarktes der letzten Zeit, immer noch überaus traurigen Arbeitsverhältnisse, erscheint uns die Frage der Beschaffung einer Arbeitsmöglichkeit für diese brachliegenden Arbeitskräfte mehr als berechtigt. Die Höhe der im letzten Jahr zur Unterstützung der Arbeitslosen verausgabten Gelder ist außerordentlich hoch. Einschließlich Steuerausfalles und anderer

mut, Krankheit, Leid um Vater, Mutter, Mann oder Frau oder ein liebes Kind haben, das alles kann uns nicht unser Bürger⸗ recht im Reiche des Heilandes rauben. Wir tappen nicht in der Finsternis herum, wir wandeln im Lichte unseres Herrn. Das ist doch das allergrößte Geschenk, das Gott uns gegeben hat. Paulus fordert seine Kolosser zur Danksagung auf. Diese Auf⸗ forderung gilt auch uns. Wie sehr müssen auch wir unserem Gott danken!

Nichts macht uns zufriedener als die Dankbarkeit! Wenn in einem Hause Unfrieden herrscht zwischen Mann und Frau, dann pflegen diese Ehegatten immer nur auf das zu sehen, was ihnen an einander mißfällt. Wie viel Gutes haben sie schon einander getan. Wie vieles hat jedes von ihnen, woran der an⸗ dere seine Freude haben könnte. Aber leider nörgeln die Men schen viel lieber an einander herum, suchen immer das auf, wo⸗ mit sie mit dem anderen unzufrieden sein können. Wundern wir uns da noch, daß diese Leute ein unfrohes Leben haben? Wie glücklicher wären sie doch mit einander, wenn jeder sich öfter fragte:Wofür muß ich meinem Mann oder meiner Frau danken? Wie würde ein solcher Dank anspornen zu neuen Liebestaten. Wie verderben sich die Menschen doch selbst ihr Leben!

Am meisten haben wir aber immer unserem Herrn zu danken. Er gibt uns die größten Liebesgaben Durch das Geschenk der christlichen Erziehung im Geiste des Evangeliums hat er uns der Gewalt des Bösen entzogen und uns unter den Einfluß der him⸗ melischen Mächte gestellt. Danksaget dem Vater!

Nicht wir haben dich erwählet,

Du selbst hast uns're Zahl gezählet

Nach deinem ew'gen Gnadenrat.

Uns're Kraft ist schwach und nichtig,

Und keiner ist zum Werke tüchtig,

Der nicht von dir die Stärke hat. Amen. Hr.

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