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enthält Bestimmungen, die dem bürgerlichen Rechte widersprechen und dem friedlichen Zusammenleben der Bekenntnisse nicht zuträglich sind, so z. B. in dem An⸗

spruch der Ueberordnung des Kirchenxechts über das Staatsrecht in den sogenannten Grenzfragen: im Ehe⸗ und Familienrecht, in der Schulfrage, in der Gerichts- barkeit über kirchliche Personen, in der Haltung gegen—

1 Katholik, ob Staatsmann oder Bürger, vor der Ge⸗

dem Münchener Katholikentag 1922 verkündete Satz:

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. zu sichern wußte, die die bayerischen Unterhändler leich⸗ Lell ten Herzens preisgaben, obgleich sie bisher der baye⸗ Jul,] rische Staat innehatte!

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1000 Auth ein Gedenken Posialozzis.

on,. Am 17. Februar ds. Is. wurde von den Pädagogen aun in ganz Deutschland der hundertjährige Todestag des

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Aufwand für die katholische Kirche jährlich 2,8 Millio⸗ nen beträgt, für die evangelische Kirche 300 000; der

Das Zahlenverhältnis der Katholischen und der Evan— gelischen in Bayern ist 52.

buch, der codex iuris canonici, in Bayern amtliche Gel—

Vollmacht berufende Kirchenrecht Anwendung finden.

großen Pädagogen Pestalozzi gefeiert. dern in den Schulen wurde von dem vorbildlichen Er⸗

unserer„Evangelischen Warte“

tichts an allen Schulen in die Hände der Kirche, sondern erkennt„dem Bischof und seinen Beauftragten das Recht zu, Mißstände im religiös⸗ittlichen Leben der katholischen Schüler wie auch ihre nachteiligen und un⸗ gehörigen Beeinflussungen in der Schule, insbesondere etwaige Verletzungen ihrer Glaubensüberzeugung oder religibsen Empfindungen im Anterricht bei der staat⸗ lichen Unterrichtsbehörde zu beanstanden, die für ent⸗ sprechende Abhilfe Sorge tragen wird“(Art. 8 8 1 und D. Ferner leistet der Staat in sehr freigiebigem Aus⸗ maße(im Gegensatz zu sorgfältig bemessener, kleinlicher Knauserei gegen die evangelische Kirche) geldliche Zu— wendungen an die katholische Kirche(Art. 10), deren Priester auch in Rom ausgebildet werden dürfen(Art. 13), und deren Bischöfe Rom ernennt lein paar nichts⸗ sagende Worte räumen dem Staat ein Minimum von Mitwirkungsrecht ein); von einem dem Staat abzu— legenden Bischofseid ist keine Rede mehr. Wieweit der bayerische Staat der katholischen Kirche entgegengekom⸗ men ist, geht u. a. daraus hervor, daß der staatliche

katholischen Kirche werden 140 kirchenbehördliche Wür⸗ denträger vom Staate besoldet, der evangelischen 18.

Was bedeutet Art. 1 S 2 dieses Konkordats?

Er bedeutet einen Blankowechsel, den der Staat ausschreibt und die Kirche beliebig ausfüllen und prä⸗ sentieren kann. Er bedeutet, daß das päpstliche Gesetz⸗

tung erlangt. Kein moderner Staat, zumal wenn er Paritätspflichten zu beachten hat, kann die uneinge— schränkte Geltung dieses Gesetzbuches zugestehen. Es

über andersgläubigen usw. Bei Konflikten steht der

wissensfrage: Staatsrecht oder Kirchenrecht? And da wird ohne Zweifel der von Kardinal von Faulhaber auf

Gottes recht bricht Staatsrecht! auf das sich auf göttliche

Sind das nicht Ansprüche, die die katholische Kirche überall erhebt?

Ja, aber keineswegs überall mit Erfolg! Seit Abschluß des bayerischen Konkodats haben das katho⸗ lische Lettland und das vom Payst so heiß geliebte streng katholische Polen Konkordate abgeschlossen, in denen der Staat sich weitgehende Rechte gegenüber der Kirche

Auch den Kin⸗

zieher in Schulfeiern erzählt. Die Oeffentlichkeit, dar⸗ unter auch die Presse, nahm von diesem Tag in kür⸗ zeren oder längeren Artikeln Notiz. Wir brachten in von zwei hessischen Pädagogen Aufsätze, und zwar in Nr. 8 von Herrn

Greb⸗Weisenau und in Nr. 9 von Herrn Strößin⸗ ger⸗Oberlais, die das Verdienst Pestalozzis um die Pädagogik hervorhoben. Nun fällt mir heute ein Ar⸗

ein Leben nach dem Tode denkbar? i in Lebe„hath de Betrachtung von F. Haupt⸗Gießen. 2. Fortsetzung. Ein Teilnehmer an den Sitzungen Dr. Geley berichtet über dieselben folgendes: Aus dem Munde des Mediums geht lang⸗ sam eine Schnur von weißer Substanz bis auf die Knie herab, etwa von der Breite zweier Finger. Dieses Band nimmt vor unseren Augen die verschiedensten Formen an: Bald breitet es sich in Form eines breiten membranös durchbrochenen Gewebes aus mit leeren Stellen und Aufbauchungen, bald rafft es sich zusammen und zieht sich ein, dann quillt es auf und streckt sich

aufs neue aus. Da und dort gehen von der Masse Verlängerun⸗ gen aus, eine Art Pseudopodien(Scheinfüßchen) und diese neh⸗ men mitunter sekundenlang die Form von Fingern an, die erste

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Anlage von Händen, und kehren wieder in die Masse zurück. Schließlich zieht sich die Schnur zusammen und verlängert sich auf den Knieen des Mediums. Dann erhebt sich ihr Ende, ent⸗ fernt sich vom Medium und kommt auf uns zu. Ich sehe nun, wie dieses Ende in Form eines Wulstes, in Form einer End⸗ knospe, sich verdichtet und sich zu einer vollkommen modellierten Hand entfaltet. Ich berühre diese Hand. Sie fühlt sich nor⸗ mal an. Ich fühle die Knochen der Finger mit Nägeln ver⸗ sehen. Darauf zieht sich die Hand zurück, wird kleiner und ver⸗ schwindet am Ende der Schnur. Diese macht noch einige Be⸗ wegungen, zieht sich zusammen und kehrt in den Mund des Mediums zurück.

1 Wohl modellierte Köpfe, ganze Gestalten erscheinen, werden von SchrenckNotzing photographiert. Die Photographien findet man in seinen Büchern. Also hat der Spiritismus doch Recht? Was hat er seit langem behauptet, war also doch die lautere Wahrheit? e Wenn man die Schriften SchrenckNotzings liest, könnte man fast zu solcher Ansicht kommen. Er selbst gibt aber auch Leine nichtspiritistische Erklärung für diese eigenartigen Erschei⸗ nungen. Es sind nicht Geister, die da erscheinen, wie die Spi⸗ vitisten behaupten, sondern es sind Schöpfungen der„vis sorma⸗ tiva“, d. h. der Formkraft der Menschenseele. Die Seele des

[Waldenburger Bevölkerung.

„Evangelische Warte“ tikel in die Hand, der auch über diesen Bahnbrecher der modernen Erziehungskunst handelt. Ich will ihn unseren Lesern und besonders der Lehrerschaft in un⸗ seren Reihen nicht vorenthalten. Er steht in der rö⸗ misch⸗katholischen Zeitschrift„Schönere Zukunft“, die in einer Auflage von 10 000 erscheint, vom 6. März 1927 und hat einen Dr. Georg Moenius zum Verfasser. Man staune, was da u. a. zu lesen ist:

„Wenn die Faschisten Charlie Chaplin zu ihrem Schutzpatron erhöben, wäre dies nicht halb so komisch und quer, als die endgültige Heiligsprechung ist, die Johann Heinrich Pestalozzi anläßlich des 17. Februar 1927 von der gesamten deutschen Pädagogenschaft zu— gedacht wird. Lehrer und Kinder werden zu ihm beten, zu ihm als dem Vater der öffentlichen Volks⸗ schule und dem Muster aller Schulmeister. Die Kin⸗ der, die von ihrer Schule nichts anderes wissen, als daß sie langweilig und gewalttätig ist, werden im Chore singen: Heilig ist uns diese Feierstunde, Dein Gedenken hebt uns himmelwärts... Drum fordert er, für alle Kinder Schulen zu errichten, daß alle soll— ten gut und glücklich sein Du wirktest nicht nur für die Zeit, Du wirktest für die Ewigkeit. Und die Lehrer werden geloben, ewig ihrem Vorbild nachzu⸗ streben, dem gütigen, fleißigen, pünktlichen Pesta⸗ lozzi. Sankt Charlie Pestalozzi! Häßliches kleines Männchen mit ungeschickten Bewegungen, rührend kindlicher Unbeholfenheit, hastig ohne jedes Gleich⸗ maß, mit ungekämmtem Haar, schmutzig, zerrissen, mit falsch geknöpfter Weste, hängenden Strümpfen, verlacht als Narr— sie haben richtig über dich ge— siegt. Sie haben dich gekämmt, gewaschen, dir einen Frack angezogen mit all den Ordensbändchen dran, damit du Figur machst vor den noblen Gaffern, die sich die Rettung der Bettelkinder aus Elend und Un⸗ gewissenheit begucken wollten. Gott, was haben die Kinder gelacht über die Maskerade in Iverdon(anno 1814). Es half nichts; es hilft nichts. Sein Lebtag hat er die Orthographie nicht erlernt, er konnte nicht rechnen und jahrzehntelang kein Buch lesen; er konnte nicht unterrichten, nicht einmal ordentlich deutsch reden, er konnte kein Haushaltungsbuch führen, kam immer zu spät oder zu früh, er küßte die Knaben so zärtlich und oft(daß er 1922 viele Jahre Zuchthaus gekriegt hätte), er bohrt mit Stricknadeln im Ohr (und als er davon krank zu Bette lag, schrieb er ein Heftchen: der kranke Pestalozzi an das gesunde Publi⸗ kum), auf Spaziergängen sammelte er Steine— nach dem Prinzip der Schönheit— schleppte sie heim, und da lagen sie, wer weiß wozu?— und vermehren ge— wiß nicht die Ordnung seiner wüsten Behausung. Was er unternahm, mißriet. Konspirierte er gegen die Behörden, kam die Polizei dahinter; kaufte er ein Landgut, war der Boden zu steinig, baute er eine Fabrik, machte er pleite, hatte er einen Verwalter, wurde er bestohlen, bekam er einen Orden vom Kai— ser von Rußland, war es der niedrigste, glaubte er an des Kaisers von Oesterreich Schulreformwillen, erhielt er ein Kistchen Tokaier; gründete er ein Ar⸗ menkinderhaus, war es sogleich von Adel und Bür⸗ gertum aller Grade beschickt; und hat er sein Lebtag die Schule beschimpft, bekämpft und ausgerottet, so dankt sie ihm, daß er sie gegründet. Armer kranker Heinrich Charlie Pestalutz— Du hast fürwahr ein sehr gesundes Publikum!“

So Herr Dr. Georg Moenius. Gemeinheit überboten werden?

Vom Wohnungselend in Industriegemeinden.

Eine neue Statistik über das Wohnungswesen in Preußen gibt erschütternde Einblick in die Not der

Kann wohl diese

Mediums denkt sich diese Erscheinungen, sie verkörpert ihre Ge⸗ danken. Darnach wäre also der Spiritismus nur der falsche Erklärungsversuch für tatsächlich mögliche Erscheinungen. Auch wir lehnen den Spiritismus ab. Es ist abgeschmackt, die tiefen Geheimnisse des Jenseits durch Tischrücken und ähnliches er⸗ gründen zu wollen. Mit Recht verbietet solches die heilige Schrift. Das aber zeigen die Schriften Schrenck-Notzings jeden⸗ falls, daß die Menschenseele ein ganz ungeheures Rätsel ist. Immer wieder wird man beim Lesen an den Satz erinnert: Es gibt noch viele Dinge zwischen Himmel und Erde, von denen sich unsere Schulweisheit nichts träumen läßt. Es ist nach dem Stande der heutigen Wissenschaft geradezu Vermessenheit, die Seele als Maschine erklären zu wollen. Auf eins möchte ich in diesem Zusammenhang noch aufmerksam machen. Es ist doch eine Tatsache, daß bei schweren Gehirnverletzungen oft andere Gehirnteile die Arbeit der zerstörten übernehmen. Weist das nicht auch hin auf einen obersten Leiter in unserem Körper, auf die Seele?

Wie ist nun aber das Verhältnis zwischen Körper und Seele zu denken? Ich denke, es ist dasselbe, wie zwischen Vio⸗ linspieler und Violine. Längst ehe der Violinspieler sein In—⸗ strument ergreift, hat er die Melodie in seinem Kopfe. Das Instrument ist ihm nur das Mittel, seine Gedanken anderen mitzuteilen. Bei diesem Vergleich ist also der Violinspieler die Seele, die Violine der Körper, bezw. das Gehirn. Ist das In⸗ strument: Gehirn beschädigt, so kann die Seele nur schlecht oder garnicht darauf spielen. Das ist der Fall bei den„Geistes⸗ kranken“, die man besser Gehirnkranke nennen würde. Mir wurde von einem solchen Geisteskranken erzählt, der einen schwe⸗ ren Sprachfehler hatte. Er konnte z. B. den Namen seiner Tochter nicht aussprechen. Diese Tochter hieß Eleonore. Er konnte sich anstrengen, soviel er wollte, er konnte einfach„Eleo— nore“ nicht sagen. Hier war eben gewissermaßen die Saite der Violine gerissen. Der Violinspieler, d. h. die Seele, aber wußte, was sie wollte. Der Begriff Eleonore war in der Seele vor⸗ handen. Der Kranke rief seine Tochter:„Fuhr ums Morgenrot“. Es heißt ja in dem bekannten Liede:„Eleonore fuhr ums Mor⸗

genrot“.

Der Landkreis Walden⸗ Unnau νναννν,,mQumuama AAA

Nr. 14. burg ist heute das dichtestgedrängte Wohnungsgebiet des gesamten Staates. Bis zu 60 Prozent der Bevöl⸗ kerung leben in den Industriedörfern in lediglich aus einem Raum bestehenden Wohnungen, in den Gemein⸗ den Ober⸗Dörnhaus und Fellhammer 50 Prozent, in Weißstein 40 Prozent! Ueber 1800 Wohnungen des Gebietes müßten wegen Baufälligkeit oder Feuchtigkeit unter normalen Verhältnissen als unbewohnbar gel⸗ ten. Um wenigstens den schlimmsten Notständen abzu⸗ helfen, will man in diesem Jahre für Wohnungsbau im Waldenburger Gebiete das Doppelte der Mittel des vergangenen Jahres zur Verfügung stellen.

Pestalozzi:„Nimm dem Vogel sein Nest, ver⸗ dirb es, und du hast sein Leben verdorben. Laß dem Volke seine Wohnstube im Verderben, so lässest du ihm sein Leben im Verderben. Ist eine Wohnstube im Ver⸗ derben, so ist es nicht mehr Volk, es ist Gesindel, unheil⸗ bares, unrettbares Gesindel.“(Nicht im Sinne des Schimpfes, sondern der Verwahrlosungsgefahr.) Stünde Pestalozzi jetzt aus dem Grabe auf, er würde erschrecken, mit welch furchtbarem Ernst sich das Wort erfüllt.

5 Aus unferer Bewegung.

Mainz, 1927. Über die erhebend verlaufene Ver⸗ sammlung am 21. 3. siehe den Bericht auf der ersten Seite der heutigen Nummer.

Nieder⸗Saulheim, 23. 3. 1927. Nach einem Referat des Herrn Stadtverordneten Kümper-Frankfurt über„Warum brau⸗ chen wir eine evangelische Partei?“ wurde hier eine Ortsgruppe der Evangelischen Volksgemeinschaft gegründet.

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Bücherecke.

Jakob Lauth, Pfarrer: Herrn Eberhards Fahndung. Ge⸗ schichtliches Schauspiel in drei Aufzügen, 52 Seiten, Berlin 1927. Verlag des Evangelischen Bundes. 1.—.— Eberhard, der Graf von Erbach, durchglüht von Eifer für die römische Kirche, zieht aus mit seinen Mannen, auf Luther, den Ketzer, zu fahn⸗ den, wird aber selbst ein Gefangener des deutschen Gottes— mannes. Wie Lauth diese psychologische Entwicklung mit ihren inneren Feinheiten dargestellt hat,— das ist meisterhaft. Die Mittel einfach, schlicht und doch zu Herzen gehend, überzeugend. Daher wird das Schauspiel von den Brettern aus seine Wir⸗ kung nicht verfehlen. Zur Aufführung auf Vereinsbühnen soll⸗ ten, obwohl die Schwierigkeiten nicht allzu groß sind, nur aus⸗ gesuchte, gute Laienspieler herangezogen werden. Die Dichtung verdient die beste Interpretierung. Wir können sie allen Ver⸗ einen, die auf wertvolle Bühnenliteratur Gewicht legen, warm empfehlen, nicht zuletzt auch der Berufsbühne.

22. 3.

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Mag alles richtig sein, wird mir aber nun mancher sagen, mag sein, daß dieses rätselhafte Etwas„Seele“ existiert, was aber gibt mir die Gewähr, daß es auch ohne Körper existieren kann? Muß denn nicht auch die Seele sterben, wenn der Leib in Staub zerfällt? Ich glaube, daß man auch diese Frage rein gedanklich beantworten kann. Es gibt nämlich beim lebenden menschlichen Körper Zustände, bei denen man von einer ge⸗ wissen Trennung des Seelischen vom Körper reden kann, von einer Existenz des Seelischen ohne Körper. Welche Zustände sind das? Es sind die Zustände des Schlafes in ihrer ver⸗ schiedenen Form.

Schlaf entsteht durch eine Vergiftung des Gehirns, sagt uns die Medizin. Wenn das Gehirn längere Zeit gearbeitet hat, dann entstehen Gehirngifte, die das Gehirn überschwem⸗ men und dadurch lähmen. Daß Schlaf Gehirnvergiftung sein muß, geht ja auch daraus hervor, daß man jederzeit Schlaf durch Gehirnvergiftung erzeugen kann. Was ist denn die Nar⸗ kose anderes als eine Gehirnvergiftung durch Aether oder Cloroform? Wenn nun die Seele nicht ohne Körper sein könnte, wenn also Seele— Gehirn wäre, dann müßte die Ge⸗ hirnlähmung auch eine Seelenlähmung zur Folge haben. Dies ist aber nicht der Fall. Wenn auch im Schlafe das Gehirn ge⸗ lähmt ist, die Seele ist nicht gelähmt, wir träumen ja. Wir träumen sogar in einem zu, die ganze Nacht. Mag das Ge⸗ hirn auch noch so sehr gelähmt sein, die Seele ist nicht gelähmt, sondern wach. Freilich mancher wird bestreiten, daß wir die ganze Nacht hindurch träumen, er meint, es gäbe auch traum— losen Schlaf. Dies ist aber nicht der Fall. Wir bilden uns nur ein, traumlos geschlafen zu haben, weil wir uns oft unserer Träume nicht entsinnen. Träume entschwinden uns immer dann, wenn wir allmählich aus dem Schlafzustand in den Wach⸗ zustand übergehn. Wenn man einen Schläfer plötzlich weckt, so merkt er, wie wir fortwährend träumen. Deshalb ließ sich ein Arzt, der sich viel mit der Welt der Träume beschäftigt hat, stets wecken, um seiner Träme bewußt zu bleiben. Es ist, also nicht so, wie es oft behauptet wird. Tod ist Schlaf, wir wissen nichts von uns. Wir wissen im Schlaf sehr wohl von

uns. Traum ist doch ein Wissen von uns. Fortsetzung folgt.

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