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Sonnabend, den 31. Juli 1926.

Sonntagsgeoͤanken.

Für manchen ist das Leben furchtbar schwer. Er kann es nicht meistern, läßt sein Schifflein von den Wogen hin und her werfen und seine Hand ist oftmals zu schwach, um das Steuer richtig zu lenken.

Auch das Leben erfordert Künstler. Man spricht von Le benskunst. Was ist sie? Nicht alle, die malen, sind Künstler, nicht alle, die leben, sind Lebenskünstler. Für viele ist das Leben nur ein Traum, eine Reihe von Tagen, ein Hin und Her, nichts Festes, nichts Ganzes, nur immer Halbes.

Und was soll es sein?

Ein Festes, ein Ganzes, ein Hohes trotz aller Stürme, ein Weg hinauf zur Sonne, ein Durchkämpfen durch das Dunkle, ein Emporringen aus dem Niederen zum Hohen, eine Vorbe reitung, eine Probe für das Ewige. Lebenskunde wird von keinem Katheder aus gelehrt. So vieles haben die Menschen von heute zu lernen, schon als Kinder in den Schulen bis hinauf ins Alter. Wie notwendig wäre doch für sie gerade die Lehre vom Leben, damit sie erzogen würden gleich dem Steuermann, der sein Schiff nicht nur durch ruhige, sondern auch durch wilde See zu lenken hat, der vorsichtig die Klippen umsteuern muß, die seinem Schiff Gefahren bringen könnten.

Auf Handwerk und Kunst, auf Technik und Wissenschaft wird geprüft, wenn der junge Mann die Schule verläßt; aber auf das Leben als solches hat man doch zu wenig Vorbereitung. Wir hätten in unserem Volke weniger Schiffbruch, weniger Unter gang, wenn man jeden Menschen zum Steuermann seines Le bensschiffleins erziehen würde; wir hätten mehr Freude und Glück, mehr Geschlossenheit und Menschentum.

Die Schule für Lebenskunst muß im Hause der Eltern sein. Das Glück dort wirst seine Strahlen hinaus auf die Wege der Kinder. Vater und Mutter müssen die Lehrmeister sein, die den Kindern die Kunst des Lebens lehren sollen. Glück im Heim ist gelebte Lebenskunst.

Wer seinen Kindern diesen Schatz mit auf den Weg gibt, dem wird das Licht aus deren Leben einmal in sein stilles Altersheim fallen und sein müdes Herz froh machen. Waldfried.

Kleine Nachrichten.

Neuer Staatssekretär der Reichskanzlei.

Der Reichspräsident hat den Staatssekretär in der Reichskanzlei, Dr. Kempner, auf seinen Antrag unter Gewährung des gesetzlichen Wartegeldes in den einstweiligen Ruhestand versetzt und an seiner Stelle den Ministerialdirektor in der Reichskanzlei, Dr. Pünm der, zum Staatssekretär in der Reichskanzlei ernannt.

Mit dem Rücktritt des Staatssekretärs Kempner war nach den Andeutungen, die in letzter Zeit in die Oeffentlichkeit gedrungen sind, zu rechnen. Es war auch zu erwarten, daß der Nachfolger Kempners nicht aus Parlamentskreisen genommen wurde, sondern aus der Beamtenschaft der Reichskanzlei. Der neu ernannte Staatssekretär Dr. Pünder ist katholischer Konfession, aber kein ausgesprochener Parteimann. Man rechnet damit, daß Staatssekretär Kempner Verwendung im diplomatischen Außendienst findet.

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Bloß leine Annäherungen der Konfessionen.

Nach derMärkischen Volkszeitung vom 9. Juli 1926 veröffentlichen die katholischen Organisationen der Diözese Mainz eine dringende Warnung an die katholi⸗ schen Bauern im Rheingau, um sie von dem Eintritt in

die sogenannteFreie Bauernschaft zurückzuhalten, wegen ihrer Einstellung für einelonfessionelle Gleichmacherei. Zugleich wird angekündigt, daß für

die Diözese eine Vereinigung katholischer Bauern, die auf der latholischen Grundlage fußt, ins Leben gerufen wird.

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Die Niederlassungen des Jesuitenordens in Deutschland.

Nach demDeutschen Volksblatt vom 9. Juni 1926 verfügt der Jesuitenorden gegenwärtig in Deutschland über folgende Niederlassungen: Aachen, Bonn, Berlin, Breslau, Charlottenburg, Dortmund, Düsseldorf, Duls⸗ burg, Essen, Frankfurt, Godesberg, Hamburg, Koblenz, Köln, Münster, Oppeln, Trier, Zoptau, Aschaffenburg, Hocheneichen, Karlsruhe, München, Nürnberg, Ravens burg, Nottmannshöhe und Stuttgart.

Evangelische Warte

Ein neues Exerzitienhaus.

Wie dieMärkische Volkszeitung vom 6. Juli 1926 mitteilt, entsteht zurzeit ein neues Diözesanexer zitienhaus bei dem ebenfalls neuen Kloster der Fran ziskaner in Ohrbeck bei Osnabrück. In dem Hause wer den 70 Einzelzimmer, ein Vortragssaal und eine Ka pelle eingerichtet. Das Exerzitienhaus soll im Septem ber mit einem Kursus für Geistliche eingeweiht werden.

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Verwahrlosung der Jugend.

Zahlen der Kriminalität der Jugendlichen zeigen, wie dasBerliner Wohlfahrtsblatt mitteilt auch im Gerichtsjahr 1925 einen Rückgang gegen das Vorjahr. 1924 betrug die Gesamtzahl 5278, 1925 nur 2902. Die Anzahl der Straftaten gegen das Eigentum ist wieder zurückgegangen, während die Taten gegen die Personen(Körperverletzung, Unsittlichkeit) ge stiegen sind.

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Alls Hesson.

Wie helsen wir unseren Mädchen?

So einfach bisweilen eine Frage klingt, sie zu be antworten, dazu gehört viel. Und wie oft werden die einfachsten Fragen nicht gestellt, weil ihre Antwort eine Aufgabe ist, die mit ihrer Wucht den Frager zu er drücken droht. Nur der Mutige stellt sie deshalb. Und nur er horcht gewissenhaft in das brandende Leben hinaus.

Da sind in den Städten die heranwachsenden jungen Mädchen in den Fabriken, in den Nähstuben, in den Schreibstuben und großen Kaufhäusern. Der Kampf usn das tägliche Brot zerreibt ihre Nerven. Die Zeit ist traurig und häßlich ist der Kampf. Was dann, wenn diesen jungen Menschen die Familie keinen Halt gibt? Was dann, wenn diese Halberwachsenen noch ungefestigte Charaktere, von den Kreisen, die sie stützen sollten, nie dergezogen werden? Man braucht nicht an das Schlimmste zu denken: aber ist es nicht schlimm genug, wenn diese Mädchen, die einst deutsche Mütter sein sol len, im Sumpf der Oberflächlichkeit versfnken? In seichtem Vergnügen ersticken? Niemals hat es Deutsch land nötiger gehabt, daß ihm aus der Jungmädchen welt Mütter heranwachsen mit sittlichem Ernst und wirt schaftlicher Tüchtigkeit. Darum ist zu rüsten. Die christlichen Jugendvereine wollen an ihrem Teil mit helfen, der Jugend auch nach Schulentlassung innere Förderung und Ausgestaltung des Wissens zu geben.

Der evangelische Verband für die weibliche Jugend in Deutschland hat seit nun 33 Jahren an der Samm lung und Förderung der weiblichen Jugend gearbeitet. Er hat mehr als 6000 Vereine gesammelt; die Zahl der unter seinem Einfluß stehenden Mädchen beträgt mehr als eine Viertel Million. Der Verband arbeitet durch aus gemeindemäßig. Er möchte nichts lieber, als den jungen Mädchen für die Gemeinden zu erziehen. In dem Verbande hat sich eine Summe von Erfahrungen gesammelt. Es sind freiwillige und berufliche Kräfte für die weibliche Jugendpflege gewonnen, ausgerüstet und geschult worden. Es wird die Gemeinschaft der Ar beit gepflegt und durch die Gemeinschaft wird die Ju gendarbeit im einzelnen weiterverbreitet, belebt und vertieft. Vor allem die Gemeinschaft während der Er holung fördert die Jugendarbeit. Freizeit nennt man diese wenigen Tage Ruhe und Erholung vom eigenen Ich, die den Zweck haben, die Mädchen in ihren Feier stunden und Ferientagen nicht dem geistlosen Sichver gnügen um jeden Preis anheimfallen zu lassen, sondern ihnen, neben dem Bestreben, sie mit geistigem und wirt schaftlichem Rüstzeug zu versehen und ihren Körper zu stählen, in ihren seelischen Nöten zu helsen. Dies ge schieht hauptsächlich in den Erholungsheimen. Die hes sischen Mädchen durften ein solches Heim dieses Jahr in Zwingenberg a. d. B. beziehen.

Der Verband der evangelischen weiblichen Jugend in Hessen besteht nun 10 Jahre. Er umfaßt jetzt 147 Vereine mit rund 5000 Mitgliedern. So arbeitet der Verband, dessen Losung istDienet einander, daran mit, daß ein neues, christliches, deutsches Volk erstehe.

Da die Mutter Vogelsberger nichts von der Rückkehr ihres Gesellen wußte, antwortete sie:Er ist heute früh gegen zehn Uhr weggegangen, nachher hat er sich entschuldigen lassen, er käme nicht zum Essen, aber gen Abend wollte er wieder da sein.

Nach diesem Bescheid ging die alte Frau in ihre Kammer, um ihre Werktagsgewandung anzuziehen; denn es galt, die Kühe zu füttern und zu melken.

Sybille aber begab sich in die Wohnstube und setzte sich an den Tisch. Den Kopf in die Hände gestützt, grübelte sie weiter Das erschien ihr als ein böses Zeichen, daß Hans nach der Messe nicht heimgekommen war.Er schämte sich vor den Leuten, drum geht er ihnen aus dem Wege. Wiederum hielt sie das für ein gutes Zeichen,es ist doch noch Scheu in ihm.

Jetzt ging die Türe auf, und Hans kam herein. plötzliches Erscheinen verwirrte Sybille, und als er mit ernstem Angesicht auf sie zuschritt und ihr die Hand gab, da sprang es ihr unvermittelt über die Lippen:Ach, Hans, warum willst du so etwas Schreckliches tun?

Hans war, in der Meinung, sie wisse, daß er Holzhausen verlassen wolle, erwiderte:Ja, Sybille, was bleibt mir denn sonst übrig?

Sybille natürlich konnte bei dieser Antwort nur an den Uebertritt denken und rief heftig aus:Und das willst du tun ohne vorher mit mir zu sprechen?

Ach, mein Schatz, das hättest du noch früh genug erfahren, saͤgte Hans schwermütig.

Und du meinst, ich würde dich nehmen, wenn du katholisch wirst?

Noch schärfer als vorher klang diese Frage.

Sein

e Da ging es wie Sonnenschein über das Antlitz des jungen Mannes, denn er erkannte nicht nur, daß sie aneinander vor übergeredet und jedes etwas anderes gemeint hatten, sondern dies vielmehr war seine Freude, daß für Sybille es selbstver ständlich war, er dürfe um ihretwillen nicht übertreten, und daß sie den Gedanken gar nicht dachte, es sei vielleicht ein Mangel an Liebe, wenn er fest in seinem Glauben bleibe Er trat also auf Sybille zu, legte den Arm um die sich Sträubende und sagte:Also, du redest vom Katholischwerden, ich aber rede vom Fortgehen aus Holzhausen! Denn ich bleibe

meinem Glauben treu, dann kann ich aber nicht in Holzhausen bleiben.

Da schlang Sybille die Arme um seinen Hals und küßte ihn unter heißen Tränen:Gott sei Dank, daß du treu bleibst, ach Fott, und nun gehst du mir fort!

ach einer Weile aber fragte sie;Ja, aber Hans, warum bist du denn in die Messe gegangen?

Und nun begannen sie einander zu erzählen, und Hans schloß

lit den Worten:Bist du mir böse, daß es mir nicht leicht ge worden ist, dich aufzugeben? Denn nun wird dein Vater erst recht wider mich sein und unsrer Vereinigung in den Weg treten. Fortsetzung folgt. Sommerabend in der Stadt.

Spät kommt die Dämmerung des Abends in der Sommer höhe der Jahreszeit. Später fast, als die rgsamkeit der Be treuer der öffentlichen Beleuchtung, als geschäftliche Werbebe

triebsamkeit, die tausend künstliche Lichtquellen aufleuchten

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Nr. 31)

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Kloster Arnsburg. Am vergangenen Sonntag fand hier unter Leitung seines Vorsitzenden, Pfarrer Beyrich-Münzenberg. ein Jugendtressen des Kreisverbandes Oberhessen der evangeli

schen weiblichen Jugend statt, zu dem auf Einladung auch junge

Mädchen solcher Gemeinden gekommen waren, in denen noch kein Jugendverein besteht. Landessugendpfarrer Lic. v. d. Au hielt den Gottesdienst und sprach in dem darauffolgenden Vortrag über die Frage:Warum schließen wir uns zu Vereinen zu sammen? Der Nachmittag wurde mit Besichtigung der Kloster ruine, einer Aussprache über den Vortrag und mit Gesang und fröhlichem Spiel ausgefüllt. Der beste Beweis für das Gelingen des Tages war, daß man beschloß, im nächsten Jahre an gleicher Stelle wieder zusammenzukommen.

Büdingen. Das Fest des 325jährigen Bestehens des Wolf gang-Ernst⸗Gymnasiums zu Büdingen wird am 31. Juli und 1. August ds. Is, gefeiert. Aus diesem Anlaß läd der Verein

ehemal. Schüler

und Lehrer des genannten Gymnasiums alle alten Büdinger Pennäler u. ihre einstigen Lehrer nach Büdin gen

ein. Die diesjährige Jubelfeier erhält dadurch ein beson Gepräge, daß mit ihr die Einweihung eines Ehrenmales für die gefallenen Büdinger Gymnasiasten verbunden ist. Für die beiden Festtage ist folgende Festfolge vorgesehen: Samstag, 31. Juli, Abholung der Festgäste an den Nachmittagszügen und Empfang imStern. Einweihung der Gedenktafel im Gymna sium um 4% Uhr. Abends 8 Uhr Kommers im Rathaussaal. Sonntag, 1. August, 9 Uhr Festgottesdienst. Daran anschlie ßend Festzug vom Schloßplatz aus durch die Stadt. 2 Uhr Fest essen imStern, nachmittags Zusammenkunft mit Damen auf dem Schützenfestplatz amHammer, Da Büdingen wohl bei allen alten Gymnasiasten in bester Erinnerung steht, ist mit sehr reger Beteiligung bei der Jubelseier zu rechnen. pA

Allerlei.

Staatsanwalt und Prügelkaplan.

Zu Anfang dieses Jahres erregte in Osnabrück ein Vorfall peinlichstes Aussehen. In sonderbarer Auf fassung seiner Seelsorgepflichten hatte daselbst ein Kap lan Vincke ein 26jähriges Mädchen in seiner Privat- wohnung mit dem Gummiknüppel derartig verdroschen, daß es wundenbedeckt sich ins Krankenhaus begeben mußte, wo es schwer daniederlag. Das Verhalten von Bischof und Staatsanwalt, die mit dem faustgewaltigen Priester gar linde verführen, öffentliche Anklage wurde nicht erhoben, der Mißhandelten keine Gelegenheit ge geben als Nebenklägerin aufzutreten, wurde nirgends verstanden. Die Angelegenheit sollte noch Weiterungen haben. Seitdem ist es ganz still geworden. Auf eine Anfrage in Osnabrück wird soeben mitgeteilt: Herr Vincke ist aus Osnabrück verschwunden. Wohin er ver⸗ schickt worden ist, darüber gehen nur unbestimmte Ge rüchte. Der Staatsanwalt hat keine öffentliche An klage gegen ihn erhoben. Auf Grund eines besonderen Paragraphen des Strafgesetzbuches, der es zulassen soll, ist er so heißt es auf Antrag des Staatsanwaltes vom zuständigen Richter im stillen Verfahren zu 300. Strafe verurteilt worden, dazu hat er freiwillig die Zahlung aller ärztlichen Unkosten übernommen. Man schüttelt natürlich zu dem unerhört glimpflichen Ver fahren die Köpfe, aber man ist ja gegen eine solche Vorzugsbehandlung machtlos! Gibt es wirklich heute in der Rechtspflege eine Vorzugsbehandlung? Gibt es zweierlei Recht, ein mildes für Priester, die in sonder barer Gefühlsperfassung auf ihrer Bude ein Mädchen zuschanden hauen, und ein strenges für gewöhnliche Sterbliche, die man im gleichen Falle unweigerlich ins Gefängnis steckt?

*. Liebe zur Kirche.

Die 5½½ Tausend Seelen umfassende evangelisch⸗ lutherische Kirchengemeinde Ellefeld im Vogtland bat für den Neubau einer Kirche, der gegenwärtig fast vol lendet ist, allein von Juni 1925 bis Juni 1926 an frei⸗ willigen Spenden 36729 aufgebracht. Einnahmen aus Kirchensteuern und Gebühren fallen nicht darunter, es sind lediglich Spenden: 18939/ Garantiezeich nungen, die von Helferinnen wöchentlich eingesammelt wurden; 10 000 f für Glocken; 1450 flfür die Kqn 05 2700/ Orgelspenden; 2590/ Kollekten und 10% Spenden; 750 für drei Altarbekleidungen und 300.

lassen, die dem Dunkel in der Stadt wehren. Der Straßenver kehr duldet es nicht, daß dem Auge Erholung von der Hellig⸗ leit des Tages gegönnt wird. Doch aber verlangsamt der sin⸗ lende Sommerabend den Geschwindschritt des städtischen Lebens. Es ist wie ein besinnliches Aufatmen, wenn die ersten Lichter aufleuchten und eher noch, als die Nacht es tut, an den vol⸗ lendeten Umschwung Tages mahnen. In wohlige Wärme, in erfrischende Lauheit mildert sich die Hitze des Tages im abendlichen Lufthauch. Der Pflichten entspannt, wird das Gemüt empfindsam und aufnahmefähig für die entlastende Abendstimmung. Ueberall, wo die Straßen, die Plätze mit dicht blätterigem Baumschmuck geziert sind, mildert das dunkle Grün den grellen Glanz des künstlichen Lichtes und ver⸗ seine wehtuende Aufdringlichkeit in schattenreichen, freundlichen Schimmer, durch den die ganze Stadt wie in den Zauber Wunderlandes gebettet erscheint, Genußreich wandelt sichs in dieser dämmernden Abendwelt. Zu geruhsamem Verweilen lädt sie ein mit den grünumhegten Bänken der An

eines

des Laubes

wandelt

eines

lagen. Perwehte Klänge singen durch die Abendstille. Sie tönen herüber aus den Konzertcafes, vor denen die Jugend sich ergötzt, Sie machen den Feierabend der Stadt den Gästen in ihren weit

geöffneten Hallen, in ihren in Dämmerung gebetteten Gärten u einer bedachtsam-genießerischen Feierstunde. Kaum je sonst gönnt die Getriebes bunten Lebens einen wohltuenderen Genuß als den eines lichtdurchschimmerten Sommerabendbummels unter dem straßensäumenden Laubdach. wie sie stadtferne Natur nicht hat, Stimmungen, die freilich nur von einer Stadt⸗ menschen-Seele ganz erfaßt und gewürdigt werden können.

Stadt inmitten des

ihres

Da walten Stimmungen, die unberührte,