Fonnabend, den 27. März 1926.
„Times“ schreibt zu diesem Abkommen: „Man nimmt an, daß die Unterzeichnung des ge— planten Abkommens zwischen Italien und Südslawien olange aufgeschoben wird, bis sich Frankreich über einen Standpunkt zu diesem Abkommen geäußert und den Umfang, in welchem es an dem Abkommen teil— Hund zunehmen bereit ist, festgelegt hat. Auch Spanien ist 0 15 gewissem Maße an der Angelegenheit interessiert, 10 ne zeigt, daß Mussolini die Führung bei der neuen 0 1 HGruppierung der europäischen Mächte übernimmt.“
5 5 Das andere Land ist Frankreich, das öffentlich del schöne Worte der Versöhnung spricht, aber seine Jugend l im Haß gegen Deutschland erzieht. An anderer Stelle 0 0 der heutigen Nummer findet der Leser aus der neuen chen Sondernummer der„Süddeutschen Monatshefte“ den ingen Beweis.
t den In Moskau hatte Tschitscherin am 9. März eine Ent längere Unterredung mit dem polnischen Gesandten. . Tschitscherin erklärte, die Sowjetregierung müsse gegen iben. die Errichtung eines polnischen Militärpostens in Dan⸗ Bis. ig auf das schärfste protestieren, da sie darin eine feind— i da siche Handlung gegen Rußland sehe.
1 J0 Im Reichstag hat der Reichsinnenminister Dr.
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s bi Külz seine Programmrede gehalten. Uns interessieren besonders seine Ausführungen über die Wahlreform: un u Mach der Verfassung geht die Staatsgewalt vom Volke
gelo. aus und nicht von den Parteien, deshalb muß jede Par⸗ carno lei zu jeder Zeit sich nicht nur der Verantwortung vor ng i ihren eigenen Angehörigen, sondern vor dem Volke be— e M. wußt bleiben. Die notwendige enge Fühlung zwischen e nah Abgeordneten und Wählerschaft ist bei der gegenwärti⸗ liche, gen Listenwahl und bei der Größe der jetzigen Wahl⸗
sreise nicht genügend gewährleistet. Die Regierung sehab wird bestrebt sein, dem Hohen Hause brauchbare gesetz⸗ r Fl, geberische Vorschlüäge zur Abstellung offensichtlicher Mängel zugehen zu lassen. Ich glaube, das deutsche Volk hat das Gefühl, daß der Bedarf an Regierungs⸗
ses de risen im allgemeinen gedeckt ist.“
üäch n Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir fehlt der eu, Glaube. Wir wissen, daß die Herrschaft gerade der Töne großen Parteien festgelegt werden soll, indem man
er Be seue Parteibildungen zu verhindern bestrebt ist. Dem⸗
e nah gach soll die Staatsgewalt nicht vom Volke, sondern Gren den bestehenden großen Parteien ausgehen, die weite er ein. Kreise des Volkes müde sind. es ge In der Frage der Auseinandersetzung mit den erbul Fürstenhäusern scheint die Demokratische Partei, wie al la so oft, nicht recht zu wissen, was sie machen soll. In se Oi, Berlin stimmt man dem von den Parteien geschaffenen nel e. Kompromiß zu. In Frankfurt a. M, aber geht man städtes mit den Kommunisten, was folgende Entschließung be— ner ge. seätigt: en uf„Die öffentliche Versammlung der Demokrati— ilmeie, schen Partei Groß⸗Frankfurts nimmt Kenntnis von dem Bericht des Reichstagsabgeordneten Prof. len i Schücking über die Verhandlungen der deutsch⸗demo⸗ grund kratischen Reichstagsfraktion mit den anderen Re⸗ d Sid gierungsparteien und dankt ihr für den zähen gehe. Kampf, den sie geführt hat, um die Forderungen der Fürsten zurückzuweisen. Das erreichte Kompro⸗ tube miß bedeutet zweifellos einen großen Fortschritt; aber u, trotzdem ist die Volksbewegung des Volksbegehrens inigun zu unterstützen, um weiteres zu erreichen. Deshalb mild empfiehlt die Versammlung die Unterstützung des N 10 Volksbegehrens.“ der A Daß auch Pfarrer Korell⸗Ingelheim, der in gewis⸗ 7 ei sen Stunden behauptet, er sei Monarchist, laut„Oberh.
. Anzeiger“ Nr. 61 vom 13. März 1926 in einer Versamm⸗ die u lung in Friedberg für die kommunistische Fürsten⸗
zerziell beraubung eingetreten ist, wird man ihm wohl in Hes⸗ sen so schnell nicht vergessen. Auch dies wird er, wie
— kein Eintreten für Dr. Marx, mit seinem evangelischen
eibende Standpunkt zu vereinbaren wissen. Es gibt leider
ihn h, eine Demagogie, die alles rund bringt.
von den——
nlich un 4
n Neues aus dem japanijthen Leben
1 und der Japan⸗Mission.
ging. Von Missionsdirektor D. Dr. Witte.
0 el g 3. Fortsetzung.
ie eu 5. Nicht die Mission zerstört die alte Religion, sondern die
60% 985 3555 5 5 5 Heth vestliche Zivilisation und Kultur, das neue Leben erschüttert sie.
Hür dies neue Leben passen die alten Religionen nicht. Der indem de, Schintoismus mit seinem naiven Polytheismus ist auf die Dauer
1 Mul unhaltbar. Der Buddhismus aber mit seiner müden Lebensver⸗ fung gal, geinung und Weltabkehr ist, so sagte mir ein hochgestellter
Japaner, Vicomte Inouye, mit Recht, doch eigentlich nur eine gen Eh, Religion für den Tod und die Toten Das neue Japan muß vor⸗
wärts, muß dies Leben ausgestalten, muß um bessere Daseins⸗ e nit des bedingungen kämpfen. Und für diesen Lebenskampf hat der
5 lange Buddhismus faktisch kein Verständnis. Den Menschen zu sagen,
alles Leben ist Trug und nur Leiden, das hilft den Menschen Guitar hichts, die doch nun einmal in diesem Leben drinstehen und ihm 10 wiede! die besten Seiten abgewinnen wollen und nach Freude und nach 1 Glück auch in diesem Leben suchen. In dieser Zeit der UAmge— las, faltung aller Dinge braucht Japan doppelt stark den sittlichen
ru 2 Halt und die Kraft einer Religion, die für dies neue Leben paßt,
h ihm in dies neue Leben durch die Krisis hindurchhilft. Vicomte 7 0 FInouye sagte mir:„Das Wichtigste für Japan ist heute die Reli—
11 sch sorgfältig um die religiösen Fragen. Nun ist ja fraglos die bega!
e eib Christentums aufgebaut. Das Christentum ist ihr Leben, ihre Seele. Ganz richtig äußerte Utschimurg zu mir im Mai 1924: Ohne das Christentum ist die westliche Zivilisation u. Kultur ein reer Schade und eine größere Gefahr für die Menschen als ngendeine andere Lebensform.“ Darum ist die Frage für Japan s brennend und wichtig, daß sein Leben in der Gefahr steht, urch die westliche Zivilisation und Kultur innerlich aufgelöst Ai werden, ohne eine neue, bessere und zu der neuen Daseinsform
den Ale
fbion.“ Das sieht auch die japanische Regierung ein und bemüht Heiligtümern. vestliche Zivilisation und Kultur auf den Seelenkräften des
Futami-Bamada, Tsinha, und wie sie alle heißen. Es ist ergrei⸗
„Evangelische Warte“
Wus jeder Evangelische wissen muß.
Was in Oberschlesien möglich ist.
Das„Evangelische Kirchenblatt für Schlesien“ vom 28. Februar 1926 berichtet aus Oppeln folgende Ge— schichte. Ein evangelischer Konfirmand, der als Zei⸗ tungsausträger bei einer Zentrumszeitung beschäftigt ist und Ostern die Schule verläßt, bittet den Verleger um Einstellung als Setzerlehrling. Der Verleger sagt zu. Erst im Laufe der Unterredung aber merkt er, daß der Junge evangelisch ist. Peinlich. Der Verleger aber weiß sich zu helfen und schließt das Gespräch mit dem vom Geiste, der in Oberschlesien herrscht, recht— zeitig eingegebenen Satz:„Junge, wenn du bis Ostern katholisch wirst, bist du zum 1. April bei mir Setzer— lehrling!“ N
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Wir fragen an Unter dieser Ueberschrift lesen wir in Nr. 10, 1926, des in Berlin erscheinenden„Evangelisch-kirchlichen Anzeigers“: Gegen die„Unduldsamkeit und Taktlosigkeit“ eines katholischen Geistlichen anläßlich der Bestattung des
Gymnasialprofessors Dr. Kirmis⸗Neumünster erhebt das„Hamburger Fremdenblatt“ in einem Artikel „Rednerische Entgleisung eines Geistlichen“ scharfen
Protest. Der Heimgegangene, dessen Gattin katholisch ist, war kurze Zeit vor seinem Tode zur katholischen Kirche übergetreten. Bei der Trauerfeier, bei der fast nur evangelische Christen zugegen waren, darunter ge— schlossen die evangelische Schülerschaft der höheren Knabenschulen, verglich der Geistliche den Verstorbenen mit dem jüdischen Märtyrer Eleaser(2. Makkabäer 6), der auch ehrlich hätte sterben wollen und das Schweine— fleisch, das man ihm in den Mund steckte, wieder aus— gespien habe. Diese Männer, die in ihrem Alter nicht hätten töricht erscheinen wollen, seien ein Vorbild für die Jugend, dem sie nacheifern müsse.
Wir fragen an, so schließt der erwähnte Artikel: „Was würde einem evangelischen Geistlichen wohl ge— schehen, wenn er in einer rein katholischen Gegend vor einer rein katholischen Trauergemeinde, noch dazu Schü— lern, solche Schmähungen gegen die katholische Kirche ausstieße?“
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Ein Dissident prüft in evangelischer Religion.
Im„Reichsboten“ vom 13. 3. 1926 lesen wir:
Mit einem befremdlichen Vorfall am Leibniz⸗ Gymnasium(Marianenplatz) beschäftigte sich gestern abend eine kirchliche Wählerversammlung der St.⸗ Thomasgemeinde. Am 8. März fand an diesem Gym— nasium das Abiturientenexamen statt. Zu Beginn des Examens bittet der evangelische Religionslehrer, ein einleitendes Gebet sprechen zu dürfen. Der dissiden⸗ tische Oberstudiendirektor Schuhmann, derselbe, der seinerzeit das Schulgebet überhaupt verboten hatte, lehnt die Bitte in schroffer Form ab. Im Abiturium selbst übernahm nunmehr der dissidentische, kirchen⸗ feindliche Oberstudiendirektor als stellvertretender staat⸗ licher Kommissar selbst die Prüfung zweier Abiturien⸗ ten in der evangelischen Religionslehre; der zuständige Religionslehrer hat keine einzige Frage an die Prüf⸗ linge gerichtet. Die kirchliche Wählerschaft der Thomas⸗ gemeinde nahm mit lebhafter Entrüstung von diesen Vorgängen Kenntnis. Sie bezeichnete es insbesondere als untragbar, daß ihre evangelischen Söhne von einem Dissidenten in Religion geprüft werden, und beauf⸗ tragte den Gemeindekirchenrat, weitere Schritte in der Angelegenheit zu unternehmen.
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Nr. 13.
Aus Politik und Marlament.
Aus dem Haushaltausschuß des Reichstags.
Der Haushaltsausschuß des Reichstages bewilligte unverändert die zur Bekämpfung des Alkoholismus ausgeworfene Summe von 1800 000.— Eine Be— sprechung über das Gemeindebestimmungsrecht wurde entsprechend den früher gefaßten Beschlüssen, keine Aus sprache über Gesetzesvorlagen zuzulassen, damit der Reichshaushalt rechtzeitig verabschiedet werden könne, abgelehnt, aber durch Antrag Strathmann erreicht, daß diese Aussprache noch im Laufe des März stattfinden muß, eine Verzögerung also vermieden wird. Nur durch diese Festlegung der Aussprache auf Mitte März wurde eine unwürdige Ueberhastung, bei der jedem Redner nur 5 Minuten Redezeit gewährt worden wäre, verhütet.
— Auch Baden.
Der Haushaltsausschuß des Badischen Landtags hat mit den Stimmen des Zentrums und der Sozial⸗ demokraten(man beachte die Zusammenstellung) das Lehrerbildungsgesetz angenommen, in dem die Konfes⸗ sionalisierung der Lehrerbildungsanstalten vorgesehen ist. Das badische Schulwesen ist bekanntlich simultan.
„Die Hände ineinander.“
Starkes Aufsehen erregt in den Kreisen der christ⸗ lichen Arbeiterbewegung ein Aufsatz der(katholischen) „Westdeutschen Arbeiterzeitung“, der zunächst als Dro⸗ hung verstanden sein will, zugleich aber auf gewisse Unterströmungen im katholischen Arbeiterlager ein be⸗ zeichnendes Licht wirft. Nach Worten von starker Bit⸗ terkeit gegen die Arbeitgeberschaft wird in diesem dem Wirthschen Flügel nahestehenden Blatt(1926, 9) aus⸗ geführt:
„Nicht wir, sondern die rohe Rücksichtslosigkeit, die gegen die Arbeiter aufgestanden ist, und die Verständ⸗ nislosigkeit, die ein sogenanntes„christliches Bürger⸗ tum“ ihnen entgegenbringt, wird ein Einigungswerk vollbringen, das alle Arbeiter umfaßt. den Kampf der Arbeiter gegen Arbeiter noch unsäglich viel Zeit und Kraft verbraucht. Eines Tages aber werden die Massen erkennen— zu einem großen Teil haben sie es jetzt schon erkannt— daß es eine Sünde wider das eigene Leben ist, die bestehende Zwiespäl⸗ tigkeit und Selbstzerfleischung fortzusetzen, daß wir deut⸗ schen Arbeiter vielmehr in gegenseitiger Achtung und in der Achtung jedweder aufrechten weltanschaulichen und politischen Ueberzeugung und Gesinnung alle Kräfte restlos und in engster Verbindung miteinander für un⸗ seren wirtschaftlichen Lebenskampf einzusetzen haben. Der Kommunist wird seine Tollheiten und Ueberspannt⸗ heiten abstreifen, womit er jetzt die Arbeiterschaft ver⸗ wirrt, der sozialdemokratische Arbeiter wird einsehen, daß ex die religiöse Ueberzeugung der christlichen und katholischen Arbeiter achten muß, daß er die Kirche nicht verspotten und die Geistlichkeit nicht verhöhnen darf, und der christliche Arbeiter wird erkennen, daß er vom Kampf gegen die sozialdemokratischen Kollegen nicht leben kann. Und sie werden die Hände ineinander legen... Wir sind auf diesem Wege schon ein Stück vorangeschritten im Vergleich zur Vorkriegszeit. Ueber den ersten Anfang sind wir schon hinweg. Und so sehr es auch zu begrüßen ist, daß man sich neuerdings wie⸗ der um das Zustandekommen einer neuen„Arbeits⸗ gemeinschaft“ zwischen Arbeitgebern und Arbeitneh⸗ mern bemüht, so auffällig muß es doch jedem sein, wie unpopulär dieser Gedanke mittlerweile in der gesamten Arbeiterschaft geworden ist, daß dagegen aber die ge⸗ wecktesten Köpfe der Arbeiterschaft in Fabrik und Werk⸗ statt über eine feste Arbeitsgemeinschaft aller gewerk⸗ schaftlichen Organisationen nachsinnen.“
passende religibs-sittliche Grundlage zu finden. Diese neue religiös⸗sittliche Grundlage kann nur das Christentum sein. Darin liegt die hohe, verantwortungsvolle und wichtige Aufgabe der Missionsarbeit, die das Ehristentum in Japan bekannt macht und den Japanern anbietet. Auch wenn Japan gar nicht mit dem Westen in Berührung gekommen wäre, also heute noch ganz nach alter Art lebte, würde es das Christentum nötig haben. Wir verachten und unterschätzen die anderen Religionen gar nicht. Aber es ist eben so in der ganzen Welt, wie Utschimura von der christlichen Religion schreibt:„Sie ist das, wonach das Heidentum mit Tränen gesucht und getastet hat. Sie zeigt uns nicht nur das Gute, sondern sie macht uns gut, denn sie führt uns gleich zu dem ewigen Guten selbst. Sie gibt uns nicht nur den Weg, sondern auch das Leben, nicht nur die Schienen, sondern auch die Lokomotive. Die Religionsvergleichung hat mir noch keine andere Religion gezeigt, die das leistet.“
Aber heute, wo alles Alte in Japan wankt, in dieser un⸗ geheuren, folgenschweren Revolutionierung des Lebens, braucht Japan das Christentum doppelt dringend, es braucht das Evangelium schnell. Es eilt, damit es nicht ein morscher Neu⸗ bau wird, sondern ein fester Bau auf ewigem Grund.
4. Das Leben in den alten Religionen.
Die Japaner sind nach den Indern wohl das frommste Volk der Welt. Ihr ganzes Leben steht auf Schritt und Tritt unter dem Einfluß ihrer Religionen. Ihre Tempel sind voll Beter von früh bis spät, jeden Tag. In den großen Wallfahrtszeiten im Frühling und Herbst strömen ungezählte Tausende zu den Extrazüge bringen die großen Massen weithin
als die meisten Christen es in ihrem christlichen Leben tun. Das Traurige und Erschütternde ist eben das, daß die Religionen, die sie kennen, ihnen das nicht geben können, was sie befriedigt, tröstet, stärkt und innerlich froh und reich macht. An drei Punkten sei das hier dargetan:
1. Sie sind fromm, aber sie kommen inneren Frieden. Die gebildeten Kreise, auch die Priester, glauben vielfach nicht wirklich an die vielen Götter, sondern deuten die Welt pantheistisch. Sie glauben an ein Geistiges, Gött⸗ liches als an den letzten Urgrund und das wahre Wesen des
nicht zum frohen,
Seins. Aber dies Göttliche ist nach dem Pantheismus wie ein seiner selbst unbewußtes, flutendes, ruhendes Meer, keine Gott⸗
heit, die zum Menschen„Du“ sagt und zu der wir„Du“ sagen könnten. So bleibt da der Mensch auf sich allein gestellt, ohne einen Halt, ohne eine Zuflucht zu haben, seinen Lebenskämpfen, Sorgen und Nöten gegenüber faktisch ohne einen Erbarmer und Vater. Die Seelenstimmung, die sich da ergibt, ist trotz aller Verhüllung dieses in Wahrheit hilflosen Zustandes durch mystische Versentung die des Verzichts, nicht die des frohen Friedens und der Gottesgemeinschaft die so jubelnd aus dem Neuen Testament herausklingt und aus so vielen Zeugnissen christlicher Frommer. (Fortsetzung folgt.) *
Der höfliche Deutsche. In Paris trifft man seit geraumer Zeit in den verkehrs⸗ reichsten Straßen und auf den großen Plätzen Schutzleute(Gar⸗ diers), die eine Armbinde tragen, auf der zu lesen ist„Spricht
deutsch.“
durch das Land zu den berühmten Tempeln in Kyoto und Nara, ö
fend, das mit anzusehen, mit welcher hingebenden Andacht sie da auf ihren Knien liegen und Sorge und Sehnsucht vor den Göt⸗ tern und Buddhas ausschütten, an die sie glauben als an ihre
lebendigen Helfer und Erlöser. Noch hängt ja die große Volks⸗
menge fest an den alten Religionen. Sie gehen viel öfter in ihre Heiligtümer, beten viel mehr und inbrünstiger und bringen viel größere Geldopfer für ihre Religionen,
Ein deutschsprechender Franzose wollte sich dieser Tage einen Scherz erlauben und trat an den öffentlichen Dolmetscher heran, worauf folgender Dialog vonstatten ging:
Der Herr:„Wo ist hier die Große Oper?“
Der Schutzmann:„Das wissen Sie ebenso gut wie ich. Sie sind kein Deutscher.“
Der Herr:„Woran sehen Sie das?“
Der Schutzmann:„Die Deutschen nehmen den Hut ab, wenn
Sie von mir was wissen wollen.“
Jetzt wird auf,


