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Für Rücksendung ungewünschter Manuskripte wird nicht garantiert.

zunehmen haben; es kündet in bündiger Kürze, aber er⸗

17 zu nennen: Markus 12, 17:Gebet dem Kaiser,

trus 2, 1314, 17:Seid untertan aller menschlichen

der Frommen. Tut Ehre jedermann. Habt die Brüder

kommt vielleicht daher, daß Jesus zunächst einmal die Menschen mit aller Energie von ihren weltlichen Inter⸗

drgan der Evangelischen Volksgemeinscha

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Erscheint zunächst wöchentlich am Samstag. Bezugspreis: 50 Pfg. monatlich frei ins Haus.

Schriftleitung: Edwin Hamburger in Staden(Oberh.)

Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Ge walt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit ohne von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott verordnet. Dies Wort des Apostels Paulus im Römerbrief gibt grundsätzlich die Stellung an, die christliche Staatsbürger der Obrigkeit, der jeweiligen Regierung gegenüber ein

schöpfender Vollständigkeit die allererste Pflicht des Christen gegenüber dem Staat, der staatlichen Obrigkeit. Als weitere neutestamentliche Schriftstellen, in denen Jesus und die Apostel ausdrücklich zur Pflichtleistung gegen die Obrigkeit auffordern, sind außer Römer 13,

was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist; 1. Pe⸗

Ordnung um des Herrn willen, es sei dem Könige als dem Obersten oder den Hauptleuten, als die von ihm ge⸗ sandt sind zur Rache über die Uebeltäter und zum Lobe

lieb. Fürchtet Gott. Ehret den König; Titus 3, 1: Erinnere sie, daß sie den Fürsten und der Obrigkeit untertan und gehorsam seien. ö

Das Wort Jesu enthält den für alle Christen aller Zeiten gültigen Grundsatz der Staatstreue. Jesus ver⸗ langt die Staatstreue, die Pflicht des Gehorsams gegen die Obrigkeit, obwohl es sich damals um eine nicht christ⸗ liche Obriakeit handelte, obwohl er von dem römischen Kaiser kaum etwas gewußt hat. Außer diesem Wort, das Jesu Stellung zur Obrigkeit klar kennzeichnet, ist uns hierher Gehörendes von ihm nicht überliefert. Das

essen weg auf das weit höhere Interesse für das Reich Gottes hinlenken wollte. Jesus selbst wollte wohl um seines speziell der grundlegenden Verkündigung des Reiches Gottes gewidmeten Berufes willen alle Fra⸗ gen der Politik und der Rechtsprechung möglichst unbe⸗ rührt lassen. Aber sicher fordern durchaus in seinem Geist und Sinn die Apostel in den eben angeführten Stellen und Luther in der Erklärung des vierten Ge⸗ botes Gehorsam gegenüber der staatlichen Gesetzgebung.

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Druck und Verlag: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher 1362. Postscheckkonto 8437 Frankfurt⸗M.

Sonnabend,

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Der Christ im Slant.

Von Ernst Weidner.

Beachten wir gerade die Erklärung des vierten Ge botes. Luther ist der Meinung, daß wie in der Familie, dem kleinsten Staatsgebilde, auch im Staat Gehorsam herrschen muß. Er fordert, daß wir dieHerren, d. i. die Obrigkeit, nicht verachten, sondern sie in Ehren hal⸗ ten, ihnen dienen, gehorchen, sie lieb und wert haben Bei den Forderungen Luthers ist die Gehorsamsleistung sicherlich nicht das Wichtigste; sie ist doch wohl das min⸗ deste, was man von Christen erwarten kann u. muß. Die Staatsform darf hierbei für den rechten Christen keine Rolle spielen. Rechte christliche Gesinnung verbindet sich nicht mit einer besonderen Staatsform. Wie jede Staatsform auch außerhalb des Christentums möglich ist, so ist auch das Christentum möglich innerhalb jeder Staatssoem. Mag der christliche Staatsbürger über Republik und Monarchie sonst denken wie er will, unter allen Umständen hat er sich unter, niemals gegen die gesetzmäßige Obrigkeit zu stellen.Wer sich wider die Obrigkeit setzet, der widerstrebet Gottes Ordnung; die aber widerstreben, werden über sich ein Urteil emp⸗ fangen. Demgemäß haben es sich die Christen auch in den schlimmsten Verfolgungszeiten nicht verdrießen lassen, für die Obrigkeit zu beten(1. Tim. 2, 13). Also ist und bleibt der Gehorsam gegen die Obrigkeit die erste, eigentlich selbstverständliche Pflichtleistung für den rechten Thristen. Wahre Christen dürfen nicht anti⸗ staatlich sein und handeln.

Doch die Pflichtleistungen des Christen im Staat müssen positiver Art sein. Diese positive Pflichterfül⸗ lung liegt imDienen. Für den Christen hat das Staatsleben ebenso wie das Familienleben die Bedeu⸗ tung einer reichen Gelegenheit, sich in uneigen⸗ nütziger, liebevoll dienender Gesinnung zu betätigen und zu üben. Das Bestreben, sich die politischen Interessen und Sorgen möglichst fernzuhalten und sich dem Staat gegenüber auf die Erfüllung der so notwendigsten Pflich⸗ ten zu beschränken, kann von großer sittlicher Trägheit eingegeben sein, die das Christentum sicher nicht will. Der Staat ist nun einmal eine natürlich notwendige und geschichtlich gegebene Ordnung, und aus beiden Gründen eine Gottesordnung, an der mitzuarbeiten Recht und

26. Juni

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Pflicht ist. Da wir Staatsbürger sind, haben wir uns auch als Staatsbürger zu bewähren, sonst erfüllen wir einfach die Pflicht nicht, die uns durch unsere Lebens⸗ stellung zugewiesen ist. Hinzu kommt auch noch der praktische Gesichtspunkt, daß es nicht wohlgetan wäre, durch allgemeines Fernbleiben der christlich Gesinnten den Staat den Anti-Christen förmlich auszuliefern. Das Gedeihen des Staates hängt im letzten Grunde davon ab, ob und in welchem Grade seine Angehörigen mit⸗ arbeiten, von einem Gemeinsinn erfüllt sind, den sie eventuell auch unter persönlichen Opfern und unter Hintanstellung persönlicher Anschauungen betätigen. In diesem Gemeinsinn besteht die rechte Vaterlandsliebe. Dieser Gemeinsinn hat seine tiefsten Wurzeln in dem christlichen Pflichtbewußtsein, welches das Dienen, die dienende, opferbereite Liebe als Grundpflicht empfindet. Diese Grundpflicht des Dienens leiten wir her aus Jesu Wort:Des Menschen Sohn ist nicht gekommen, daß er sich dienen lasse, sondern, daß er diene und gebe sein Le ben zu einer Erlösung für viele. Dieses Wort macht allen denen, die Jesu wahre Jünger sein wollen, das Dienen für viele, d. i. für unsere Volksgenossen, den Staat, zur Pflicht. Ohne diesen Opfer- und Gemein⸗ sinn, ohne die Einordnung, ohne die Mitarbeit des Ein⸗ zelnen, kann die Gemeinschaft, der Staat, nicht bestehen, können wir nicht leben. Denn die Gemeinschaft, der Staat, das sind ja wir selbst. Vorbei ist die Zeit, in der die Massen der Untertanen glaubten, sie brauchten sich nicht um das Wohl des Staates und der Gesamtheit zu mühen, dazu seien andere da, die dafür bezahlt würden. Der Volksstaat der Gegenwart ist das, was der Fleiß, die Treue, der Opferwille aller seiner Glieder aus ihm zu machen wissen. Der Volksstaat steigt oder sinkt, je nachdem Fleiß, Treue und Opferwille in jedem von uns wirksam sind oder nicht. Wir tragen also selbst die Ver⸗ antwortung für Gedeih und Verderb unseres Staates. Diese Verantwortung bedeutet für wahre Christen eine große und heilige Aufgabe; sie bedeutet und bedingt hin⸗ gebungsvolle Arbeit aller. Christen müssen das gilt besonders den evangelischen Volksgenossen weit mehr als früher dem Staat aktiv dienen; sie dürfen

Glaube, Hoffnung, Liebe.

1. Korinther 13,13:Nun aber bleibet Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die Größeste unter ihnen.

Fast zwei Jahrtausende sind vergangen, da Paulus, der größte und verständigste Schüler unseres Herrn und Meisters, diese Worte an seine Freunde und Anhänger in Korinth richtete. Und doch: Sind das nicht Worte, die durch kleine Zeit begrenzt sind, Worte, die Gültigkeit haben werden, so lange Menschen auf Erden wandeln, Worte, die uns in unserem tiefsten Innern er⸗ beben machen, so oft wir sie hören? Und ist es uns nicht, als ob diese Worte, diese Mahnungen mit einer ganz besonderen Be⸗ deutung und Kraft gleichsam wie aus einer anderen, über⸗ irdischen Welt hinein klängen in die Tage unserer heutigen Zeit? Ist da nicht alles liebelos und liebeleer schreit es nicht auf allen Gassen: ich, ich steht nicht die Selbstsucht als höchstes Leitmotiv über allen unseren Handlungen hören wir nicht die satten Egoisten laut bekennen: Mein Wohl und Wohlergehen allein liegt mir am Herzen, wenn auch mein Nächster drüber zu Grunde geht, was kümmert's mich; wenn ich nur lebe. So tönt es uns überall entgegen; mehr denn je droht uns die Gefahr, daß wir zurückverfallen in einen Zustand, wo uns nur materielle Güter als das Höchste und Erstrebenswerteste erscheinen, in jenen Zustand, in dem sich die jüdische Welt vor dem Kommen Jesu befand. War nicht auch da für die breite Masse des Volkes der Materialismus die höchste Lebens- und Weltanschauung? Auch jene Menschen glaubten das wahre Glück, die innere Zufrieden⸗ heit, durch die Anhäufung möglichst vieler irdischer Güter zu er⸗ langen und merkten dabei nicht, daß Zufriedenheit nur zu er⸗ reichen ist dadurch, daß ich andere glücklich mache, daß ich ihnen helfe und beistehe in allen Nöten und Gefahren des täglichen Lebens; statt dessen suchten sie nur den Nächsten zu betrügen warteten nur des Augenblicks, wo sie ihn schädigen konnten, freuten sich darüber, wenn es ihm schlecht erging. Wohl stand die Nächstenliebe als eine der höchsten und heiligsten Forderun- gen der Religion geschrieben im Gesetz, wohl standen die Gebote Gottes fest aber alle Forderungen der Religion, die mehr verlangten, als eine reine äußerliche Betätigung, alle Forderun⸗ gen, die den inneren Menschen angingen, die den ganzen Men⸗ schen verlangten mit all seiner Liebe und all seinem Glauben, die lehnte man ab und glaubte, mit äußerlicher Frömmigkeit Gott zu gefallen Gott aber sieht das Herz an, d. h. Gott will

Wirken,

sehen, ob Glaube, Liebe und Hoffnung in unserem tiefsten Innern von uns Besitz ergriffen haben; was nützt alle Frömmig⸗ keit, die sich nicht den Mitmenschen gegenüber in Taten zeigt, was frommt aller Glaube, der nicht Werke schafft, der nicht die Liebe zum Nächsten hat, die ihn zwingt, dem Bedrängten zu helfen, anstatt seine Lage zum eigenen Vorteil auszunützen. Materielle Interessen beherrschten alles, sie machten nicht Halt vor dem geheiligten Raume Gottes, selbst im Tempel pries man seine Dienste und Geschäfte an, selbst da, vor dem Angesichte Gottes schämte man sich nicht der Gottlosigkeit und sogar Christus, der ihnen angekündigt ist, als Lehrer und Meister, als Gottes Sohn, als der, den die Liebe Gottes herabsendet zur Er⸗ rettung und Erlösung der sündigen Menschheit, selbst ihn, stellen sie hinein in den Kreis ihrer Gedanken und machen ihn zu einem König, der mit irdischen Mitteln und Mächten die Feinde Israels besiegen wird und das Volk Gottes, das doch so weit von Gott und seinen Wegen entfernt war, über alle anderen Völker wird herrschen machen ihnen erscheint es unmöglich, daß hier auf Erden einer lebt und wandelt, der nichts zu tun haben will, mit Dingen dieses Lebens und der schon hier auf Erden seinen Blick richtet auf jenes andere Leben, das ganz mit Gott ist und ganz in Gott aufgeht, das sein ganzes Handeln und Wirken ein⸗ richtet nach den Gesetzen und Geboten seines Gottes und Va⸗ ters und den Gefahren und Nöten und Versuchungen des täg⸗ lichen Lebens nicht mit irdischer Macht zu begegnen sucht, sondern der eine starke Hoffnung, einen starken Glauben und eine durch den Blick auf Gott gefestigte und gesicherte Liebe entgegensetzt, Verständnislos stehen sie der Gestalt Jesu gegenüber; unerkannt und unverstanden, so schreitet der lang ersehnte und erwartete Messias durch die Lande, nur einige wenige von denen, die des Heilands Worte hörten und seine Taten in nächster Nähe schauen durften, werden ergriffen von seinem Wesen. Sie verstehen die Wahrheit, die er bringt, erkennen ihren Irrtum, da sie glaubten, der Messias werde kommen wie ein Erdenkönig in Pracht und Herrlichkeit, sie bekennen sich zu seiner Lehre, die Masse des Volkes aber rast und wütet gegen ihn, sie fordert seinen Tod, verspottet und verhöhnt, so scheidet Jesus aus dem Leben. Und heute? Unzählige wenden sich ab von ihrem Gott, von ihrem Glauben, von ihrer Kirche; in Staub und Schmutz wird Jesu Vorbild gezogen, verächtlich sprechen viele von seinem seine Lehren erklären Manche für überlebt und überwunden; wie kann man in einer Zeit, in der der Kampf um das nackte Leben so schwer ist, noch Rücksicht nehmen auf an⸗ dere wie kann man anderen helfen, wo man nur mit größter

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Mühe für sich selbst sorgen kann wie kann man Liebe erzeigen, wo einem doch nur Undank zu Teil wird, wie kann man ver⸗ trauen, wo man doch nur Neid und Mißtrauen begegnet, was nützen alle Ideale, wenn man im Elend verderben soll, hier auf Erden will man leben und genießen; wer weiß, was nach dem Tode sein wird. Eure Reden von einem Leben jenseits können trügen, also wollen wir jetztuns allen Freuden hingeben. Solche und noch viele andere unchristliche und eines Christen unwürdige Worte klingen durch die Zeit; und doch: Ist es uns nicht manch⸗ mal, als ob die, die so sprechen, recht behalten sollten gibt es nicht auch für manchen unter uns Stunden, wo eine Stimme in ihm spricht: Willst du ewig dich sorgen, willst du dich zu Tode martern und doch nur ein erbärmlich Dasein führen; sieh doch die andern an, wie sie leben sie kümmern sich um keinen Gott und um keinen Nächsten, sie tun, was ihnen gefällt, fragen nach keinen Geboten, kennen kein Gewissen und ihnen geht es doch weit besser als dir. Verlockend sind diese Stimmen, aber gefähr⸗ lich können sie dem, der in Gott lebt, niemals werden. Denn mag auch unsere Seele gar manches Mal sich aufbäumen gegen die Lasten, die sie zu tragen hat, mag sie aufschreien in Ver⸗ zweiflung und höchster Not: Ihr kommt einmal in einer Stunde der Ekenntnis die Gewißheit: Gott verläßt uns nicht; wenn auch die Erde wankt, wenn auch größte Gefahren uns bedrohen u. uns fast alles genommen ist: Etwas hat der Vater uns gelassen, das macht uns stark, alles zu ertragen, gibt uns die Kraft, mutig in die Zukunft zu blicken: Uns bleibt Glaube, Hoffnung und Liebe. Wie drei Sterne, die in dunkler Nacht am weiten Himmelszelt vereinzelt stehen und mit ihrem Licht dem auf einsamer Straße dahineilenden Wanderer Weg und Ziel zeigen, so leuchten diese drei Worte hinein in die tiefsten Finsternisse unseres Lebens. Glaube Hoffnung Liebe.

Wir sind drei Geschwister gar innig verwandt,

Wie legen ums Leben das feste Band.

Wir tragen ohn' Zagen in trautem Verein

Die Seele ohn' Fehler zum Himmel hinein.

Drum hat einst der Heiland in Dienst uns gestellt

Zu retten aus Ketten die sündhafte Welt.

Wir sind drei Geschwister gar innig verwandt,

Wir wollen euch reichen die helfende Hand.

Wo immer uns offen des Herzens Tür

Da treten wir drei geschwinde herfür

Und bringen hernieder ins irdische Leid

Einen Hauch von der himmlischen Herrlichkeit. Amen.

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