Sonnabend, den 21. August 1926.
„Evangelische Warte“
nicht von der ökonomischen Macht zertreten werde. Er darf nie für eine solche Gestaltung der äußeren Dinge eintreten, wo der Mensch mißbraucht wird als Mittel zum Zweck. And er darf sich nicht beruhigen angesichts der heutigen Anarchie, die das Wirtschaftsleben ver⸗ zerrt und den Menschen unberechenbaren Willkürlich⸗ keiten ausliefert. So viele haben nicht gewußt, daß sie einer Klasse angehören, bis sie sich auf einmal verachtet und mißbraucht fühlten. Und das gab ihnen jene kalte Energie, die im Kampf der Klassen noch gefährlicher ist als auflodernde Leidenschaft. Wer die Klassen versöh⸗ nen will, der muß jedes Wort und jeden Gedanken hüten, um den anderen nicht zu beleidigen, ihn in seiner Würde nicht zu kränken. Am Mittagstisch und in der Kinderstube sind die meisten Urteile über die Klasse der anderen entstanden. Und was da eingestempelt wurde in die werdende Seele, das ist auch durch wohlgemeinte Bücher und Reden später nicht mehr auszurotten. Wir dürfen keine Brücke abbrechen, die zu den anderen führt, keine Flächen verlassen, auf denen wir uns mit Ange⸗ hörigen einer anderen Klasse zusammenfinden können. Auch wer ohne jede Sentimentalität, nur mit reinem Tatsachensinn ausgerüstet, sich Mühe gibt, die anderen kennen zu lernen, ihre Leistungen aufzusuchen, über den kann mit Offenbarungsgewalt die Erkenntnis kommen, wie viel Treue, wie viel Können in unserem Volke vor⸗ handen ist. Den packt aber auch der heiße Jammer an, daß so viel Wertvolles sich aneinander zerreibt.
Ob solchem reinen Versöhnungswillen der äußere Erfolg und Sieg gehört, wir wissen's alle nicht. Wir können vielleicht nicht verhindern, daß etwas un⸗ versönlich Mächtiges über die Menschen hinweggeht und über ihren Köpfen zusammenprallt, aber wir können vielleicht doch verhindern, daß die Herzen zu⸗ sammenprallen und daß die äußeren Gegensätze die inne⸗ ren Beziehungen vergiften. And ob der äußere Erfolg unser sein wird oder nicht, was ficht's uns an? Wir wissen, was wir sollen, das ist genug. Alle Klassen schreiten in eine Zukunft hinein, die verhängt ist. Manchmal ist es uns wohl, als hörten wir Geräusche in der Nacht, als ob irgendwo in fernen östlichen Grenzen die apokalyptischen Reiter ihre Rosse satteln, aber noch einmal: was geht's uns an? Wir wollen hoffen und ringen, bis der Mensch zum Menschen kommt. Wir wol⸗ len nicht aufhören, uns zu sehnen und zu trachten nach dem klassenlosen Reich Gottes, auf daß uns die Versöh⸗ nung der Klassen zufalle.
Kobu.
Das Werk Fritz von der Heydt's:„Die Mischehe. Praktisches Handbuch für evangelische Misch⸗ ehenarbeit.“ Berlin 1926. Verlag des Evangelischen Bundes, erwähnt auf Seite 107 den Katholiken⸗Ehe⸗ bund, der in vielen katholischen Zeitungen und Zeit⸗ schriften Anzeigen erscheinen läßt, in denen katholische Damen und Herren aller Kreise und Berufe aufgefor⸗ dert werden, dem Kebu beizutreten, bezw. sich seiner zu bedienen. Der Katholiken-Ehebund bietet vornehme, unbedingt diskrete Möglichkeit zur Wahl eines passen⸗ den Ehegatten. Er ist gegründet worden aus dem guten Willen, Mischehen soweit wie möglich zu verhindern und ist damit eine Tat, der man die Anerkennung nicht ver⸗ sagen kann. Wir wissen ja von den ungezählten Bei⸗ spielen, welche Gefahr eine Mischehe für die Seele und das Seelenheil des einzelnen Beteiligten und der ganzen Mischehenfamilie ist, welche Not die Mischehen über⸗ haupt den Kirchen und dem Vaterlande bringen. Der Kebu als kirchliche Heiratsvermittlung erscheint als eine Geschmacksache. Indes so, wie er arbeitet, wie er den Charakter des Suchenden, die Persönlichkeit als solche bei der Vermittlung sich auswirken läßt, entspricht er durchaus seinem Zweck. Die„Allgemeine Rund—
Von Erwin Gros. (Schluß.)
In den folgenden Zeiten schlich er um seine Frau herum; er hätte gern etwas von der Hochzeitsfeier gehört, er hätte gern etwas vernommen, wie es der jungen Frau ging; die Mutter besuchte ja oft genug die Tochter, doch nach Sybille zu fragen, hätte der Schultheiß nicht über sich gewonnen, eher hätte er sich die Zunge abgebissen
Frau Margarete aber dachte:„Von mir erfährst du nichts, schmore du in deinem Fett, bis du von selber mürbe wirst!“
Und Peter Michel schmorte. Neun Monde nach der Hoch— zeit ging Frau Margarete nach Homburg und kam erst nach vierzehn Tagen wieder. f
„Gottes Segen zum Enkelsohn“, sagte Meister Vogelsberger zum Schultheißen und schüttelte ihm die Hand. Wortlos nickte Peter Michel, ging nach Hause und lief in der Stube auf und ab, wie ein Löwe im Käfig.
Wie ein bettelndes Hündlein schaute der Schultheiß zu seiner Frau auf, die von der Taufe des kleinen Peter heimge⸗ kehrt war. Doch sie merkte nichts davon, und der alte Peter schmorte weiter.
Oefters saß Peter Michel jetzt in einem Homburger Gast⸗ haus, das schräg der Hofschuhmacherei gegenüber lag und schaute verstohlen durchs Fenster. Wenn aber eine junge Frau mit einem strammen Jungen im Arm zum Hofgarten hinwan⸗ delte, dann wich er in die Tiefe der Stube, und seine Augen wurden groß und sein Herz wurde schwer.
Fast drei Jahre waren vergangen,— da spielte der kleine Peter Heeger in der Dorotheenstraße; einen kleinen Wagen schleifte er hinter sich her, eine Peitsche hatte er in der dicken Faust. Da gesellte sich ein alter Mann zu ihm, der hatte ein hölzernes Pferd, und dieser alte Mann behauptete, er wäre der Großvater.
„So,“ sagte der kleine Peter,„dann bist du der Großvater von Holzhausen,“—(natürlich sagte er„Opa“ und sprach nicht
schau“ 1926⸗25 bringt einen Aufsatz über den Kebu aus
folgenden Abschnitt:
„Im Jahre 1920 kam ein junger Akademiker, ein früherer Schüler des bekannten Trierer Prälaten An⸗ heier, auf den glücklichen Gedanken, den„Katholiken⸗
Kebu) ins Leben zu rufen. Der Bund ist eine Ver⸗ einigung von ernsthaft die Ehe anstrebenden Katholi— ken, aber keine der verbreiteten gewerbsmäßigen Hei⸗ ratsvermittlungen. Das Anknüpfen der Beziehungen ist den Mitgliedern selbst überlassen; die Bundesleitung will es durch Einrichtungen des Bundes nur erleichtern.
Dazu dient zuerst die Bundeszeitschrift. In der⸗ selben werden die Gesuche der Mitglieder veröffentlicht. Für diese Gesuche wird nur eine geringe Gebühr er⸗ hoben, um so schon durch die ausführliche Abfassung des Gesuches einigermaßen ein Bild der Persönlichkeit und ihrer Wünsche und Ideale zu geben. Dies Gesuch wird nur mit der Korrespondenznummer des Mitgliedes unterzeichnet, welche beim Eintritt von der Bundes— leitung zugeteilt wurde und nur der Leitung und dem Mitglied selbst bekannt ist. Fühlt nun ein Bundesmit⸗ glied sich von einem Gesuch eines anderen Mitgliedes angesprochen, so kann es mit diesem Mitglied durch die Bundesleitung in Briefwechsel treten oder sich sogar ein Bild des anderen durch die Bundesleitung besorgen lassen, ohne daß der andere das Geheimnis der Person kennt. Die Briefe werden beiderseits nur mit der Korrespondenznummer unterzeichnet und verschlossen von der Leitung an den andern Teil weitergesandt. Erst wenn beide nach längerem Briefwechsel den Ein— druck gewonnen haben, daß sie für einander geeignet sind, teilen sie sich gegenseitig ihre Anschrift mit und können dann natürlich der Vermittelung des Kebu entraten. Selbstverständlich wird auch keine Provision verlangt, wenn nun wirklich eine Ehe zustandekommt; wohl aber bittet die Bundesleitung um Mitteilung des Eheabschlusses.“
Kummerbrot.
Das Elend der Heimindustrie ist dem Kundigen bekannt. Neuerdings hat nun der Deutsche Textilarbeiterverband durch die Ufa⸗Gesellschaft einen Film aufnehmen lassen:„Bei den Textilheimarbeitern“, der in Düsseldorf in der„Gesolei, gezeigt wird. Angeschminkt tritt die ganze rauhe Wirklichkeit der Arbeitsbedingungen dieser armen Menschen zutage, die noch an Webstühlen arbeiten, wie man sie vor 100 Jahren hatte Ar⸗ heitsraum, Eßraum, Schlafraum vielfach derselbe; Männer und Weiber, Großeltern, Eltern und Kinder, die von der Schule nicht schnell genug zur Arbeit nach Hause laufen können, arbei⸗ ten zusammen, um das tägliche kärgliche Brot zu erwerben. And keine Aussicht auf Hilfe: muß nicht selbst diese kärgliche Arbeitsmöglichkeit noch als Wohltat empfunden werden, wie es ursprünglich bei Einführung der Heimarbeit auch der Fall war, da der Boden ja zum Verhungern verdammen würde?
Der Deutsche Landarbeiter-Verband hat eine bisher un⸗ widersprochene Lohnstatistik veröffentlicht, wonach der er⸗ wachsene männliche Landarbeiter in der Stunde 30 bis 35 Pfg. insgesamt verdient.
Vom Konkordal.
Kein Konkordat mit Sachsen.
Die sächsische Regierung legte dem sächsischen Land— tag einen Gesetzentwurf vor, der das Verhältnis des Volksstaates Sachsen zu den Religionsgemeinschaften im Sinne der Weimarer Verfassung(Artikel 137 Ab⸗ satz 3, Satz 1) regeln soll. Der Entwurf zählt zunächst die in Betracht kommenden Religionsgesellschaften auf: Die evangelisch⸗lutherische Landeskirche und die im Bis⸗ tum Meißen zusammengefaßte römisch⸗katholische Kirche,
so fließend, wie es hier steht.).—„Bist du bös oder bist du gut?“ fragte die junge Majestät weiter, worauf der Großvater sich beeilte, seine Gutheit zu erklären und durch das Geschenk des Pferdes zu beweisen.
Diese Gabe wurde huldvoll, nein, jauchzend entgegenge— nommen. Vereint spannten Großvater und Enkelsohn das wun⸗ dervolle Tier an den Wagen.
„Du bist ein feiner Großvater, ich habe dich lieb“, sprach der liebe, kleine Schelm, worauf ihn der Großvater auf den Arm nahm und ihn leise fragte:„Wie heißt du denn?“—
„Ei, ich heiße doch wie du, ich bin doch der Peter.“
Da begann der Schultheiß von Holzhausen zu flennen, worauf der Junge sagte:„Warum weinst du denn? Mutter weint auch, wenn sie von dir spricht!“
Da ließ der alte Mann Wagen und Pferd auf der Straße stehen und ging trotz des Widerspruches des kleinen Kerls zu dem Hause, an dem das Schild angebracht war:„Hans Heeger, Hofschuhmachermeister.“—
Und es wurde Friede.—
Darnach, als der alte Meister Schubert und seine Frau ihre Aushaltstube im ersten Stock mit der letzten Ruhe jedes Sterb⸗ lichen vertauscht hatten, zogen der Schultheiß von Holzhausen und seine Frau hinein.
Da begann für Frau Margarete eine zweite Frühlingszeit. In den Enkelkindern liebte sie die Tochter Sybille wieder; und von ihrem Mann fiel all das listige, unwahre, berechnende Wesen ab; ein Kind ward er unter seinen Enkelkindern. Das Gold der Tiefe kam zum Vorschein, über das sich soviel Geröll der Welt gelegt hatte.—
Hans und Sybille Heeger erlebten noch, daß die Ingel⸗ heimsche Herrlichkeit in Holzhausen zusammenbrach. Als die Linie Hanau Münzenberg ausstarb und ihr Erbe an Hessen— Kassel zurückfiel, machte der Landgraf Wilhelm der Achte seine „nieverjährten Rechte“ auf Holzhausen geltend.
„Zwei Drittel“, ließ er erklären,„gehören mir vom Dorf zu Recht und ein Drittel gehört euch, Herr Freiherr, zu Un⸗ recht.“
O, welche Druckerschwärze und Tinte und Juristenlist wur⸗
Ehebund“(das ist der volle Name für die Abkürzung
der Feder des Kaplans Niebecker. Ihm entnehmen wir
lichen Rechts verleiht.
7 eine Reihe von Sekten, die israelitischen Religionsg meinden u. die Religionsgesellschaften, denen das Gesamt⸗ ministerium die Rechte der Körperschaften des öffent⸗ Nach den„Leipziger Neuesten Nachrichten! 1926/181 hat der Gesetzentwurf folgenden Inhalt:„Die zur Ausübung behördlicher Befugnisse berufenen Organe der Religionsgesellschaften und ihrer Anterverbände sind öffentliche Behörden, die Aemter öffentliche Aemter. Die Behörden der Religionsgesellschaften sind berechtigt, innerhalb ihrer Zuständigkeit ihre Verfügungen mit Nachdrutk durchzuführen, und zu diesem Zwecke auch Gel d⸗ strafen anzudrohen. Diese hat der Staat auf Ersuchen der Religionsgesellschaften zu vollstrecken 3 Außer den Steuerzuschlägen dürfen Religionsgesellschaf⸗ ten von ihren Mitgliedern für bestimmte Leistungen oder Einrichtungen Gebühren fordern, sofern nicht ge⸗ setzliche Bestimmungen entgegenstehen... Mit der Aus führung dieses Gesetzes wird das Volksbildungsministe⸗ rium beauftragt.“ Das bischöfliche Ordinariat Bautzen glaubte hierdurch eine Gelegenheit gefunden zu haben, Verhandlungen des Volksstaates Sachsen mit der Kurie über das Verhältnis von Staat und Kirche im Sinne
eines Konkordates in die Wege leiten zu können, indem 0 es die Regierung ersuchte, das Gesetz nicht ohne Kennt*
nis und Mitwirkung des Apostolischen Stuhles zu er lassen. Das hat die Regierung jedoch glatt abgelehnt,
da es sich nicht um Vereinbarungen mit der römischen
Kirche, sondern um die Ausführung der Vorschriften der Reichs- und sächsischen Verfassung handele. f
Der Konkordatskonflikt in Bayern. 1
Die„Bayerische Volkspartei-Korrespondenz“ und die ihr nahestehenden deutschen katholischen Blätter ver suchen den Konflikt in Abrede zu stellen, indem sie der Tatsache ein anderes Gesicht aufsetzen. Am was es sich handelt. darüber gibt ein ruhiger, sachlicher Artikel in der„München-Augsburger Abendzeitung“ Aufschluß, dem wir folgendes entnehmen:„Die Berufungsange⸗ legenheit des Universitäts-Professors Buch mer auf die erledigte Weltanschauungs-Professorenstelle in Würz⸗ burg hat in der Presse Veranlassung zu Betrachtungen gegeben, bei denen besonders parteipolitische Begleit⸗ erscheinungen und Erwägungen eine Rolle spielen. Gegenüber dem eigentlichen Kern der Sache, um die es sich handelt, sind jedoch diese Nebenumstände von untergeordneter Bedeutung. Die Oeffentlichkeit hat je⸗ doch ein Interesse daran, daß der eigentliche Streit⸗ punkt nicht verschoben wird: Es handelt sich lediglich um die feststehende Tatsache, daß das Kultusministerium aus der Vorschlagsliste der Würzburger Fakultät den Aniversitäts⸗Professor Buchner vorgezogen hat; fest steht weiter, daß der Bischof von Würzburg aus welt⸗ anschaulichen Gründen gegen den Vorschlag Bedenken erhoben hat.
Der Austrag dieses Gegensatzes und nichts anderes ist es, auf was es heute ankommt.
7 Auf der Warte.
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Zwischen dem deutschen Botschafter v. Hoesch und Mini⸗ sterialdirektor Posse einerseits und dem französischen Außen⸗
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minister Briand und Handelsminister Boka no w ski an⸗
dererseits sind im französischen Außenministerium zwei Verträge unterzeichnet worden. Der eine dieser Verträge ist ein auf die
Dauer von sechs Monaten abgeschlossenes vorläufiges Handels⸗
abkommen, der andere eine Teilvereinbarung über den Waren⸗ austausch zwischen Deutschland und dem Saargebiet.
Durch den ersten Vertrag wird der Warenverkehr zwischen
Deutschland und Frankreich für eine bestimmte Anzahl bei der Ausfuhr beider Länder in Betracht kommenden Waren geregelt.
den damals vertan! Der Landgraf aber besetzte einfach Holz⸗ hausen,— und er war der stärkere Mann! Zwar ging das Advokatengezerre noch von 1741 bis 1764, aber das Ergebnis war,— der Freiherr wurde mit Geld abgefunden, der Landgraf behielt das Dorf.—
— Somit könnte ich jetzt meine Geschichte schließen, aber
dann würde ich ein Kapitel unterschlagen, das Gott selbst nach
hundert Jahren noch anfüge.———
Mit Mitteln weltlicher Gewalt und List war in Holzhausen die katholische Gemeinde errichtet worden. und Pfarrhaus wurden erbaut und bestellt, trotz des Wider⸗ scandes des Landgrafen von Hessen⸗Homburg.—
Das Wort Gottes aber wirkte hundert Jahre später die nemesis divina, die göttliche Vergeltung.
In den dreißiger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts lebte in Holzhausen ein junger katholischer Kaplan, Josef Helferich. Er hielt biblische Predigten, er legte die Briefe des Apostels Paulus aus, und es entstand eine weite Bewegung
der Geister, der auch die Protestanten der Gegend sich nicht ent⸗ ziehen konnten.
Da wurde im März 1835 der junge Stürmer nach Mainz zu seinem Erzbischof befohlen. And man prüfte ihn dort auf Herz und Nieren!
And er, der glaubte, untadelig zu sein, wurde des Ver⸗ brechens überführt, keine Mariäpredigten gehalten, ja sogar die lutherische Bibel gebraucht zu haben.
Man setzte ihn ab.—
Siehe, da erklärte sich eine große Anzahl seiner dankbaren Anhänger für ihn, und am 24. Mai 1835 traten 48 Glieder der katholischen Gemeinde Holzhausens mit ihrem Pfarrer zum evangelischen Glauben über.—
Acht evangelische, zwei katholische Geistliche nahmen damals f an der Feier teil, die von fünftausend Christen der Gegend be⸗ sucht war.
„Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht
wandeln in Finsternis, sondern das Licht des Lebens haben.“ Darüber wurde damals die Festpredigt gehalten.—
Und deren Kirche


