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Evangelische Warte

a0 Aber es wäre völlig verfehlt, wenn wir diese äußeren Erfolge 0 5 die Tatkraft katholischer Männer im öffentlichen Leben er⸗ 0 tungen, zum Anlaß nehmen wollten, eine allgemeine Befriedi⸗ Ah gung über die Lage des deutschen Katholizismus zum Ausdruck

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Exil der Vorkriegszeit zu sprechen. So weit sind wir noch lange U nicht! Einmal ist das, was wir im öffentlichen Leben errungen 0 haben, noch lange nicht befestigt und für die Zukunft gesichert, che und leider haben wir diesen unsern Gegnern nicht mehr eine so einige und einheitliche Phalanx der Katholiken entgegenzustellen, als dies früher der Fall war.

Was also muß da noch kommen, bis die katholischen Volls⸗ genossen den Eindruck haben, daß ihre Gefangenschaft ein Ende hat?

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schon am 1. September übernehmen. Vermutlich wird mit den Schwestern zugleich ein katholischer Priester in dem bisher rein evangelischen Apenrade seinen Wohn⸗ sitz nehmen.

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Der Geist von Potsdam und der Geist von Köln.

An der staatlichen Handels- und Gewerbeschule für Mädchen in Potsdam wird am 1. Oktober die Stelle einer Vorsteherin frei. Als Nachfolgerin ist eine katho⸗ lische Leiterin gewählt worden. Die Wahl einer evan gelischen Vorsteherin an einer entsprechenden Schule in Köln ist soeben durch Einspruch der katholischen Kirche rückgängig gemacht worden.

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% Aus Polikik und Parlament.

Jan Das neue Strafgesetzbuch.

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85 Der Entwurf des neuen Strafgesetzbuches wird nach einer fh Mitteilung des Regierungsvertreters auf dem Bonner Krimi⸗ aug nalistentag am 8. Oktober im Reichsrat zur Beratung kommen fon und soll nach Möglichkeit beschleunigt werden. Ob allerdings Jude noch der gegenwärtige Reichstag in der Lage sein wird, das große stratz durch Jahrzehnte vorbereitete Reformwerk zu vollenden, darf suhe, man bezweifeln.

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In der Parteimühle.

Es wird demnächst nichts mehr in Deutschland geben, was nicht durch die Mühle der Parteien gemahlen wird. So ist nun auch der Kampf um das Jugendschutzgesetz, wie es scheint endgültig, ins Parteifahrwasser einge⸗ mündet. Im ehemaligen Preußischen Herrenhaus hat eine Pro⸗ sestversammlung der Vereinigung linksgerichteter Verleger unter Massenaufgebot nach den schon bekannten Deduktionen beschlossen:

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00Die mit der heutigen deutschen Justiz gemachten Erfahrungen Bel lassen keinen Zweifel, daß ein solches Gesetz ausschließlich zur e den Bekämpfung der linkspolitischen und linkskulturellen Literatur

0 1 mißbraucht wird. Die Versammelten betrachten den angeblich be⸗ 0 6 absichtigtenSchutz der Jugend nur als einen heuchlerischen niche Vorwand zur Unterdrückung aller freiheitlichen Schriften. Ger⸗ N 90 2 Hauptmann, Albert Einstein, Thomas Mann, Alfons

Paquet und andere standen mit schriftlichen Aeußerungen Pate.

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0 Aus unserer Bewegung.

Wieisenau b. Mainz. Die nächste Versammlung der au Ortsgruppe der Evangelischen Volksgemeinschaft findet e im Saale desSchwarzen Bären am Dienstag, den de 19. Oktober, abends 8 ½ Uhr statt. Tagesordnung: 1 Bericht über die Reichstagung in Frankfurt a. M.

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11 Gensingen, 6. Oktober. Gestern abend sprach im fle 1 großen Saal des Gastwirts May Pfarrer Weidner 1100 überDie Aufgaben der Evangelischen Volksgemein⸗

schaft, insbesondere über das Thema:Warum brau⸗

1. en wir im Hess. Landtag eine Evangelische Partei? 11 Er verstand es, in frischer, bis zuletzt packender Weise, 1 vn die Zuhörer für die neue Partei zu begeistern. Das be⸗

1 wies die Tatsache, daß von den Anwesenden meist d Landwirte sich 67 als Mitglieder der Evangelischen 1 Volksgemeinschaft meldeten. Die recht gut besuchte Ver⸗

sammkung, die von dem Ortsgeistlichen, Pfarrer Traut. mann, geleitet wurde, war ein neuer Beweis dafür, daß die Evangelische Volksgemeinschaft allgemein als das Gebot der Stunde erkannt wird, wenn das evangelische g Volk über ihr Wesen und ihre Ziele Aufklärung erhält.

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5* Kleine Nuthrichten.

Verklösterung auch in der geraubten Nordmark.

Dr. Jansen, früher Leiter des Kreiskrankenhauses und Inhaber einer Privatklinik in Apenrade, hat diese an einen Breslauer katholischen Orden um 85 000 dä⸗ gische Kronen verkauft. Die Schwestern sollten die Klinit, die noch erweitert und umgebaut werden soll,

der reichen Besitzer und Direktoren in Brand gesteckt, die Gärten jertreten würden, so würden sie schon klein werden. Bismarck

erhob Einwendungen gegen diese Ansicht, indem er darauf hin⸗ wies, daß auch die Bergwerksbefitzer Untertanen des Kaisers seien. Am 14. Mai fand dann die bekannte Audienz der Berg⸗ arbeiterdeputation unter Führung des Bergarbeiters Schröder statt. Der Sprecher der Abordnung sagte:Wir fordern, was wir von unseren Vätern ererbt haben, nämlich die achtstündige Schicht. Auf die Lohnerhöhung legen wir nicht den Wert. Die Arbeitgeber müßten mit uns in Verhandlungen treten. Wir sind nicht starrköpfig, sprechen Ew. Majestät nur ein Wort, so würde es sich gleich ändern, und manche Träne würde getrocknet sein. Es scheint, als ob sich Kaiser Wilhelm von den Einwendungen des Reichskanzlers habe beeinflussen lassen, denn in seiner Er⸗ widerung stellte er wohl eine gewissenhafte Prüfung in Aussicht, aber er tadelte doch mit scharfen Worten das Verhalten der Berg⸗ arbeiter, die sich ins Unrecht gesetzt hätten. Veo diesem Streike aus datiert offensicht ich der immer stär⸗ ter werdende Gegensatz zwischen Kaiser nad Kanzler auf sozial⸗ politischem Gebiete, der in voller Schärje im März 1890 zum

Ausbruch kam und zum Sturze des Reichskanzlers führte.

Fürst Bismarck wo: ein entschiedener Gegner der Februar⸗ erlasse und ein ebenso entschiedener Gegner der vom Kaiser ge⸗

so würde er seine Truppen zurückziehen. Wenn dann die Villen

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Allerlei.

Das 50jährige Jubiläum der Mission in Breklum.

DasGoldene Jubiläum unserer Mission hatte Tausende von Gästen nach Breklum gezogen; unser Dorf hatte eine solche Menschenmenge auf seinen Missions⸗ festen noch nicht gesehen. Zwischen 500 und 600 Gäste waren in Breklum und Umgegend bis nach Husum hin einquartiert. Ein reger Autoverkehr hielt die Verbin⸗ dung aufrecht. Große Personenkraftwagen führten die Teilnehmer aus Kiel, Eckernförde, Flensburg, Nord⸗ schleswig und vom Mittelrücken herbei, so daß sich vor dem Martineum ein ganzer Wagenpark auftaute. Der Auftakt erfolgte am Sonnabendnachmittag in der fest⸗ lich geschmückten Kirche, wo der alte Missionar Gloyer, der jetzt noch wieder hinauszieht, den ersten Gottes⸗ dienst hielt und im Anschluß an Psalm 37, 5:Befiehl dem Herrn deine Wege, die neuen Aufgaben unserer Mission schilderte und auf ihre göttliche Beglaubigung hinwies. Der Abend wurde durch eine Zusammen⸗ kunft im großen Missionssaal ausgefüllt, welche den Charakter einer Begrüßung trug. Es sprachen u. a. die Pastoren Friedrichsen⸗Töstrup, Grönning⸗Hollingstedt, Meyer⸗Hermannsburg, Matthiesen-Flensburg, ferner Propst Nissen⸗Leck, unsere beiden Bischöfe und Professor Rendtorf⸗Kiel. Im Namen der Landeskirchenregierung überreichte Bischof D. Mordhorst eine Festgabe in Höhe von 5000 Mark. Am nächsten Morgen war die Kirche bereits um 8 Uhr gefüllt, obwohl der Gottesdienst erst um 9 Uhr begann. An tausend Menschen füllten das alte Gotteshaus, an dem zwei Nachkommen Martin Luthers gewirkt haben. Bischof Dr. Mordhorst hielt die Festpredigt in Anlehnung an Matth. 11, 25, in der er die Triebkraft, die Erfahrung und die Zukunftsaufgaben unserer Misson behandelte. Dann bestieg der trotz seiner 71 Jahre noch immer jugendfrische Missionsinspektor Pastor Pohl dieselbe Kanzel, auf der er vor fast 50 Jahren als blutjunger Missionar bei seiner Abordnung gestanden hatte. Heute wurde seine Tochter Johanna als Missionarin nach China abgeordnet; es waren er⸗ greifende Worte, welche der alte, bewährte Missions⸗ mann an die Gemeinde richtete und seiner Tochter zum Abschied mitgab. Es folgte die Abordnung der Missio⸗ nare Gloyer, Hübner, Leuckfeld und Stäcker, der Diako⸗ nissen Otty Jessen und Mathilde Jespersen für Indien und der Missionarinnen Eva Wendt und Johanna Pohl für China. Ein Chorgesang verschönte die feierliche Stunde. Im großen Missionssaale fand gleichzeitig ein Parallelgottesdienst statt, in dem Reichswart Lic. Stange⸗Kassel predigte. Rund 800 Pexsonen waren hier erschienen. Im Anschluß an den Gottesdienst fand am Grabe Pastor Christian Jensens eine kurze Gedägst⸗ nisfeier statt, in der Pastor Höber⸗Boldixum⸗Föhr, der Schwiegersohn Pastor Jensens, in Anlehnung an das BibelwortGedenket an eure Lehrer dem Gründer der Mission warme Worte des Dankes widmete. In der Nachmittagsfeier auf der Festwiese sprachen noch eine ganze Reihe von Rednern, darunter Bischof Völkel, Lic. Stange, Propst Lucht⸗Meldorf, Pastor Fork⸗ Hamburg U. a. m. Am Abend fand noch ein zwangloses Beisam⸗ mensein statt, im Verlaufe dessen die Missionare von ihren Erlebnissen in Indien erzählten. Am nächsten

Morgen vereinte ein gemeinsames Abendmahl Mi nare und Missionsgemeinde noch einmal in der Kirche. Das Fest hatte damit sein Ende erreicht, die Mittags⸗ züge entführten die Teilnehmer wieder in die Heimat. Die ganzen Festtage waren vom schönsten Sonnenschein begleitet.

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Martin Luther als Zentrumsheiliger.

DieTägl. Rundschau berichtet folgendes ergötz⸗ liche Vorkommnis:

Vor einiger Zeit hat sich bei einer Versammlung der Zentrumspartei in dem südbadischen Orte S. ein drolliges Ereignis abgespielt. Ein braver Forstgehilfe aus dem Hotzenwald verbreitete sich in einer Rede über die deutsche Politik. Lastende Hitze brütete über der Zu⸗ hörerschaft, die Mühe hatte, den Ausführungen des Red⸗ ners zu folgen. Da plötzlich ging ein Ruck durch die ganze Versammlung welche Blasphemie kam aus dem Worte des Redners:Unser Dr. Martin Luther war der rechte Mann am rechten Ort. Der Vorsitzende, ein biederer Geistlicher, wurde blaß vor Schrecken und überlegte sich schon, wie er hier eingreifen sollte. Da fuhr der Redner zur Erleichterung all der gesinnungs⸗ tüchtigen Zuhörer so fort, daß es bald allen klar wurde, daß er keinen anderen als den Reichskanzler a. D. ge⸗ meint hatte, und so seufzte der Vorsitzende beglückt auf und die gutenMannen, die sich schon entsetzt gegen⸗ seitig angeschaut hatten, konnten sich wieder beruhigen, denn noch einmal war Rom gerettet.

Freidenkerische Umdichtungen christlicher Lieder.

Bekanntlich haben die Freidenker das Bedürfnis, für ihre Feiern bei Geburt eines Kindes, bei Jugend⸗ weihen, bei Bestattungen passende Lieder zu besitzen. Wiederholt aber lehnen sie sich dabei an christliche Lie⸗ der an und dichten sie in ihrem Sinne um. Das Buch von Theo MayerFeiern und Feierstunden freidenken⸗ der Menschen(Freidenker-Verlag Leipzig⸗Lindenau) bietet auch wieder zwei Proben. Auf Seite 36 findet sich folgendes Lied:.

Ich habe nun den Grund gefunden,

Der meinen Anker ewig hält,

In stillen, weihevollen Stunden

Erschuf ich mir tief innen meine eigne Welt.

Nicht fand ich ein willkürlich Schalten,

Wie eines Gottes dunkle Spur.

Doch fand ich dein gesetzlich Walten,

Du alles, alles schaffende Natur.

Bei diesem Grunde will ich bleiben,

Solange mich in sichrer Bahn die Erde stetig trägt,

Solange durch die Adern treiben

Des Blutes Wogen froh bewegt.

Will bauen an der Menschheit Werke

Mit frohem Mute, stündlich unerschlafft,

Ich glaub' an mich und meine Kraft!

Ich trau auf dich, du Allnatur.

Ich hoff auf dich, o Mensch.

Ich bau auf uns und unsre Stärke! Ganz abgesehen von dem recht dürftigen Gehalt dieses Liedes: Geht es denn wirklich nicht ohne Anlehnung an ein christliches Lied? Reichen die eigenen Gedanken nicht aus? Viel trauriger aber ist die zweite Umdich⸗ tung, die von dem Herausgeber des Buches selbst stammt. Er ist sehr empört, daß zu Weihnachten auch in vielen Arbeiterhäusern erschallt: O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! und erinnert an das Wort Bebels:Sozialismus und Christentum vertragen sich wie Feuer und Wasser, und empfiehlt als Lied der neuen Menschheit(Seite 20):

O du fröhliche, o du mahnende, lichtverkündende [Wintersonnenwendzeit,

Die Welt geht nicht verloren

Christ ward nie geboren,

Freue dich und kämpfe, o Menschenheit.

Was kann von solcher neuenMenschenheit Gutes her⸗ vorgebracht werden?

Handel und Gewerbe vom gleichen Tage heißt es:Neben dem weiteren Ausbau der Arbeiterversicherungsgesetzgebung sollten auch die Vorschriften der Gewerbeordnung über die Verhältnisse der Fabrikarbeiter einer Prüfung unterzogen werden, um den auf diesem Gebiete laut gewordenen Klagen und Wünschen, so⸗ weit sie begründet sind, gerecht zu werden. Der Erlaß fordert die Einrichtung von Formen,für die Pflege des Friedens zwi⸗ schen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, in denen die Arbeiter durch Vertreter, welche ihr Vertrauen befitzen, an der Regelung ge⸗ meinsamer Angelegenheiten sich beteiligen und zur Wahrung ihrer Interessen bei Verhandlungen mit den Arbeitgebern und den Organen der Regierung befähigt sind. Ferner wurde in dem Erlaß die internationale Arbeiterschutzkonferenz angeregt,um die Herbeiführung gleichmäßiger internationaler Regelungen der Grenzen für die Anforderungen anzustreben, welche an die Tätigkeit der Arbeiter gestellt werden dürften.

Es dürfte wohl kein Zweifel darüber bestehen, daß auch diese Exlasse einen dauernden Ehrenplatz in der sozialpolitischen Ge⸗ schichte unseres Volkes behalten werden. Schon am 27. Februar wurde das Programm der internationalen Schutzkonferenz be⸗ kanntgegeben und am 15. März wurde sie in Berlin eröffnet, auf der außer Deutschland, England, Frankreich, Italien, Bel⸗ gien, Schweden, Oesterreich, Norwegen, Dänemärk, Niederlande, Luxemburg und Portugal vertreten waren.

Bismarck hat sich über die Konferenz abfällig geäußert. Einem Pressevertreter gegenüber bemerkte er, sie sei eine einzige Phraseologie. Nicht eine Frage habe sie praktisch gelöst. Ueber⸗ haupt sei es eine Illusion, den Arbeiterschutz international zu machen. Darin hat sich der Fürst getäuscht; heute ist man schon längst bemüht, internationale Formen für den Arbeiterschutz zu finden und sogar die Arbeitszeit international zu regeln. Das internationale Arbeitsamt in Genf und das Washingtoner Ab⸗

sen internationalen Arbeiterschutzkonferenz. In dem Er⸗ bel an den Reichsanzler vom 4. Februar 1890 heißt es.Ich bin z euitschlossen, zur Verbesserung der Lage der deutschen Arbeiter 1. die Hand zu bieten, soweit die Grenzen es gestatten, welche 15 heiner Fürsorge durch die Notwendigkeit gezogen werden, 755 17 eutsche Industrie auf dem Weltmarkte konkurrenzfähig z hal⸗ 1een und dadurch ihre und der Arbeiter Existenz zu sichernl 11 In dem Erlasse an den Minister der öffentlichen Arbeit für

kommen sind Beweise für diese Bemühungen, die freilich auch heute noch nicht zu einer endgültigen Regelung geführt haben.

Im dritten Bande seinerGedanken und Erinnerungen ur⸗ teilt der Fürst auf Seite 70 über die internationale Konferenz in folgender Weise:Sie entsprach nicht meinen Erwartungen, ich hätte auf eine ehrliche Prüfung der deutschen Vorschläge, wenigstens von seiten der Engländer und Franzosen, gerechnet Ich setzte bei ihnen mehr Ehrlichkeit und Humanität voraus als vorhanden war. usw. Wie der Kaiser über diese Dinge, Bergarbeiterstreik, Fortführung der Sozialpolitik gedacht hat, das hat er in seinem BuchGestalten und Erinnerungen 1878 bis 1918 dargestellt. Auf Seite 30 heißt es:Auf Grund aller, im Laufe des Frühjahrs und Sommers einlaufenden Meldungen und Gerüchte, sammelte sich ein Material an, das liar erlennen ließ, daß nicht alles in Ordnung war. Mancher Wunsch der Ar⸗ beiter hatte seine Berechtigung, hätte zum mindesten wohlwol⸗ lender Prüfung unterzogen werden sollen, sowohl von seiten der Arbeitgeber wie der Behörden.

Die hochgespannten Erwartungen, die die sozialgesinnten Kreise an die Wirkung der kaiserlichen Erlasse geknüpft hatten, haben sich freilich in dem erhofften Umfange nicht erfüllt, aber dennoch muß man die Epoche von 1890 bis 1914 als eine Periode bezeichnen, die aufs ganze gesehen, doch einen bedeutenden Fort⸗ schritt darstellt.

* Zur Beachtung.

Der Verband Evangelischer Arbeiter- und Vollsvereine in Groß-Berlin, in dessen Verlag der Aufsatz von Paul RüfferDas soziale Zeitalter, den wir fortlaufend zum Abdruck bringen, in Heftform erschienen ist, bittet uns, darauf hinzuweisen, daß der Verband evangelischer Arbeiter⸗ und Volksvereine in Groß⸗

Berlin nach wie vor politisch neutral ist.

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