ue Ache die hie ene 8 che i lfu
1 N f ainish N e buli e le Che eing und N hahe 50 eb ich f gerung det fe unruhe oder de che ne teil,“ keit u, age zu Frieden auf, d. iche, d de rloren; 000 abe absprich ume nie gkeit un det! da oclenhei
„Evangelische Warte“
Was man billig hätte haben können, muß jetzt mit sehr fühlbaren Opfern erkauft werden. Denn unverrückbar bleibt: ohne Sozialpolitik und soziale Reform kein ge⸗ sundes Volks⸗ und Staatsleben. Diese Ausgaben sind keine Lasten, sondern im vollsten Sinne Werbungskosten der Wirtschaft. Denn nicht, daß der einzelne oder auch ein einzelner Wirtschaftszweig Geld verdient und blüht, sondern daß ein Volk als Ganzes tüchtig und gesund bleibt, ist das Ziel.
Praktisch gehe es um zwei große Aufgaben: die eine, mitzuarbeiten an der Kodifizierung, dem Aus— und Weiterbau der sozialen Gesetzgebung, vor allem des Arbeits⸗ und Versicherungsrechtes, wie sie jetzt im Gange ist. Die andere Aufgabe, heute noch schwieriger, ist die, nach Kräften dazu beizutragen, daß Arbeitgeber und Arbeitnehmer über ihren sich oft widerstreitenden Interessen das Bewußtsein der Volks- und Schicksals— gemeinschaft nicht verlieren, in der sie stehen. Gerade die ungeheure Wirtschaftsnot, die ungeheure Repara— tionslast, drängt dazu, jede unproduktive Ausgabe zu vermeiden, und Arbeitsstreitigkeiten sind für die Volks— wirtschaft als Ganzes unproduktiv, mögen sie auch der einen oder anderen Seite trotz zeitweiliger Verluste Vorteil bringen. Als letztes Mittel mögen Arbeits- kämpfe auf die Dauer nicht immer vermeidbar sein und haben zweifellos auch soziale Fortschritte bewirkt. Gegenwärtig, in unserer durch Blutverlust und Fieber geschwächten Volkswirtschaft, müssen sie verheerend wirken.
Die Gesellschaft für soziale Reform umfaßt seit 1916, wo auch die freien Gewerkschaften beitraten, die Arbeiter- und Angestelltenvereine aller drei großen Richtungen mit nicht weniger als 8 Millionen korpo— tativen Mitgliedern. Neuerdings hat nun auch die Ver— einigung der deutschen Arbeitgeberverbände aus eige⸗ nem Antrieb ihren Anschluß vollzogen; eine Tatsache, die zweifellos zur Vertiefung des Meinungsstreites innerhalb der Gesellschaft führen wird, dafür aber neue wertvolle Berührungsmöglichkeiten schafft.
*
Entwicklungen. Die Bevölkerung Preußens setzt sich bekanntlich zu
gwei Dritteln aus Evangelischen und zu einem Drittel
proleslg
hörden n, die und M n. d verde lein antischt jieses E genasst
ehen nie len. M. Bedalt duldsh Hot
h voß e
l.
tand Jetzgebl!
r deussch
del, Nuß
Ischwis form gi echten U
e ashi
auch ih ugs lil
empfand d 90
genen Aug!
ten Fi
aus Katholiken zusammen. In der Volksschulabteilung des Preußischen Unterrichtsministeriums sind aber unter alf Schulmännern sechs Katholiken und fünf Evange⸗ lische. Fünf von diesen Katholiken sind ausgesprochene Vertrauensleute der Zentrumspartei, der sechste ist ein hatholischer Priester. Den katholischen Schulmännern ist nicht bloß das Schulwesen der Provinzen mit über⸗ wiegend katholischer Bevölkerung(Rheinland, West⸗ falen und Oberschlesien) unterstellt, sondern auch das⸗ jenige der Grenzmark, Niederschlesiens und der fast rein evangelischen Provinz Sachsen. Für die demnächst frei⸗ werdende Stelle eines Ministerialdirigenten der Volks⸗ schulabteilung, die bisher mit einem evangelischen Ju⸗ nisten besetzt war, ist ein Katholik in Aussicht genommen. Dabei ist das Zentrum bereits durch den Staatssekretär — die wichtigste leitende Stelle des Ministeriums— vertreten.„And das alles“,— schreibt der keineswegs nechtsorientierte Zeitungsdienst des Deutschen Lehrer⸗ wereins—„geschieht in einer Linkskoalition. Es ist unverständlich, daß die mit dem Zentrum verbundenen Koalitionsparteien, Demokraten und Sozialdemokraten, diese ganze Entwicklung ruhig geschehen lassen.“ In der Tat Entwicklungen, die viel zu denken geben.
Von den Elternbeiratswahlen.
Die Elternbeiratswahlen dieses Jahres haben zum Teil schon stattgefunden, so im Freistaat Sachsen und in Hamburg. Die Freunde der weltlichen Schulen hatten eine lebhafte Agitation entfaltet, wobei Musik⸗ lapellen und Kinderumzüge nicht fehlten. Nach dem Bericht der„Deutschen Zeitung“ vom 17. Mai 1926 haben im Freistaat Sachsen die christ lichen Eltern⸗ haften im Ganzen Erfolge zu verbuchen. Es wur⸗ den an 30 Schulen gewählt 1945(im Jahre 1925: 1872) shristliche und 1385(1379) weltliche Elternbeiräte. Die shristliche Mehrheit beträgt 560(im Jahre 1925: 495).
Dresden hat 604(571) christliche und 422(426) weltliche Elternbeiräte. Die evangelische Mehrheit beträgt 182 145) Sitze. Dazu kommen noch etwa 5 katholische
dies, daß alle Mädchen und jungen Ehefrauen des Dorfes in enen Tagen ihren Vätern oder Männern klar machten, daß man o miserabel beschuht sei, daß man am Sonntag nicht mehr auf Die Straße gehen könne.
Wenn dann die Angegangenen
kein Verständnis für diese
Jüßeh“ ot aufbrachten und hartleibig und zähe blieben, wurden sie
90 iets in die Flucht geschlagen durch die Drohung, man werde n alletd Hann zum Schimpf und zur Schande solch unerhörten Geizes bar⸗ fen, 150 uß in die Kirche gehen. Und wenn diese und ähnliche Rede vom votlegele Morgen bis Abend wie ein Landregen niederging, so wurde auch
ver härteste Haustyrann butterweich.
Post 4 Das größte Ereignis für Holzhausen war am Samstag vor ecufftonl Sraudi. Der Einzug Seiner Exzellenz, des Freiherrn von und 0 Ingelheim. In einer von vier Füchsen gezogenen Prachtkutsche iget bels“ am er von Wetzlar mit seiner Gemahlin angefahren. Zwei c gebe Diener und zwei Kammerjungfern folgten in einem andern
in Huf
telt f
d 900 7 0 1
Wagen. Ein Jäger zu Pferde, umschwärmt von einer Meute Jagdhunde, fehlte nicht. Am Obertor wurden die hohen Herr— haften von dem Amtmann Stubenrauch, dem Schultheiß Peter Michel und den beiden katholischen Gerichtsschöffen Gerhard Feuerbach und Hans Michel Kunz erwartet und durch das Dorf geleitet. Natürlich liefen die Kinder hinter den Wagen orein; von Erwachsenen waren an der Krone nur etliche Leute zugegen und begrüßten Seine Exzellenz mit dünnem Heilruf. Der wvangelische Teil der Bevölkerung hielt sich geflissentlich fern.
liche Möglichkeit vorhanden ist, viel öfter berechtigt.
Elternbeiräte. Leipzig hat 344(360) christliche und 338(314) weltliche Elternbeiräte. Während in Dres— den die Wahlbeteiligung durchschntitlich 75 v. H. be— tragen haben soll, war sie anderswo geradezu himmel— schreiend. Den„Leipziger Neuesten Nachrichten“ vom 19. Mai 1926 zufolge wählten in Plauen durchschnittlich 25 bis 35 Prozent der Berechtigten, also kaum ein Vier— tel()), in Riesa hat fast die Hälfte der Wahlberechtig— ten nicht gewählt. In Lützen betrug die Wahlbeteili— gung 68 Prozent. In Hamburg war es nicht möglich, das Bürgertum aus der Wahlfaulheit aufzurütteln. Der Spießer machte Ausflüge, statt die evangelische Schule zu verteidigen. Die Wahlbeteiligung an den einzelnen Schulen betrug etwa 33½%, oft blieb sie darunter. Sozialdemokraten und Kommunisten waren auf dem Plan. Während der Evangelische Elternbund sich wohl gerade behauptet hat, haben die Kommunisten ihre Sitze mehr als verdoppelt. Am Nachmittage des 17. Mai verteilten sich die Sitze wie folgt: Sozialdemo— kraten etwa 1000, Evangelischer Elternbund 416, Eltern— bund e. V. 30, Demokraten 9, Kommunisten 100(früher 421), Gemeinschaftslisten 100. Darnach ist in der Eltern— kammer mit einer ausgesprochenen Linksmehrheit zu rechnen.— Der Deutsche wird nicht klug. Möchte die evangelische Wählerschaft dort, wo in den kommenden Wochen noch gecbählt wird, ihrer großen Verantwor— tung eingedenk sein. Der ärgste Feind der evangelischen Schule ist der wahlfaule, sonst aber christlich gesinnte Bürger. *
Ein Zeitbild aus dem Kampf um die Schule.
Unter der Ueberschrift:„Schullehrer und Kommu⸗ nisten Hand in Hand“ berichtet die„Allgemeine Evan— gelisch-Lutherische Kirchenzeitung“ vom 14. Mai 1926: „Der Zentralausschuß für die weltliche Schule in Dres— den hat nach vollzogener Einigung mit der Kommunisti— schen Partei zwecks gemeinsamer Durchführung der Elternratswahlen und Jugendweihen Richtlinien zur Elternratswahl veröffentlicht. Als Träger des Zentral— ausschusses werden benannt: Die Sozialdemokratische Partei, die Kommunistische Partei, der Allgemeine deutsche Gewerkschaftsbund, der Hauptelternrat für die weltliche Schule, die Zentrale für die freie Schule, der Dresdner Lehrerverein und die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer. Den Presseausschuß bilden: die Genossen Weckel, Schwarze, Wolf, Schröter, Reuter, Sachse. Die Genossen an den einzelnen Schulen haben sofort an die Aufstellung der Kandioatenlisten zu gehen. Die Parteigenossen und-genossinnen der Parteigruppen der beiden politischen Parteien werden aufgerufen,„die Elternräte in ihrem schweren Kampfe gegen die kirch— liche Reaktion tatkräftig zu unterstützen“. Die Vor⸗ aussetzungen für die Kandidaten sind: a) Zugehörigkeit zu einer der dem Zentralwahlausschuß angeschlossenen Organisationen; b) Abmeldung ihrer Kinder vom Reli⸗ gionsunterricht.
— 5
Allerlei.
Auch ein Stück sittlicher Wiederaufrichtung — und kein untergeordnetes— ist die Wiedereinsetzung des Pfennigs in seine alten Ehrenrechte. Ein unbe⸗ reinigter Rest aus der Taumelzeit des deutschen Wäh⸗ rungsverfalls. Nur an wenigen Stellen ist es, wie die maßgebenden Seiten mitteilen, bisher gelungen, gie Pfennigrechnung wieder einzuführen, beim Milch— handel, im Wochenmarktverkehr und beim Verkauf von Grünzeug in kleinen Geschäften. Indes strömen die bei Lohn- und Gehaltszahlungen in den Verkehr gebrachten 1= und 2⸗Pfennigstücke in letzter Zeit wieder in die Reichsbank zurück. Da durch die Abrundung nach oben alljährlich ein beträchtlicher Mehrverbrauch von Volks⸗ vermögen erfolgt, bemüht sich das Reichsfinanzministe⸗ rium erneut um Belebung des Pfennigverkehrs. So wird neben der Verwendung von Kupfergeld bei der Bezahlung von Angestellten und Arbeiter eine genaue Kalkulation auf den Pfennig empfohlen und der Groß— handel aufgefordert, seinerseits von Aufrundungen nach oben abzusehen. Auch soll jetzt versucht werden, auf die großen Waren- und Kaufhäuser einzuwirken, damit diese die vor dem Kriege geläufigen 48- oder 97-Pfennig⸗ Tage wieder einführen.— Uns scheint bei diesen Be⸗ mühungen, an denen sich auch die Kirchen und Schulen beteiligen sollten, weit mehr als ein wirtschaftliches
dem Wagen. Die Art, wie er mit huldvoller Verneigung des Hauptes und majestätischer Handbewegung sein Volk begrüßte, hätte einem Ludwig dem Vierzehnten auch wohl angestanden.
Am folgenden Tage, dem Sonntage vor Pfingsten, war feier⸗ liche Messe im Rathaus, wozu die ganze Gemeinde entboten wor— den war. Der katholische Schulmeister hatte von Haus zu Haus gehen und jeden Römischen laden müssen.
Nach dem Gottesdienste wurde dem aufhorchenden Gemeind— lein von dem Priester, der von Obererlenbach herübergekommen war, verkündet, daß seine Exzellenz, der Freiherr Franz Adolf Dietrich von Ingelheim, des heiligen Römischen Reiches Kam⸗ mergerich äsident, den Plan gefaßt habe, in Holzhausen eine katholische Kirche zu bauen und einen eigenen Priester zu be— stellen.
(Fortsetzung folgt.)
Der Esel, der zu Markte geführt wird.
Ein alter Mann und sein zehn- oder zwölfjähriger Knabe trieben einen Esel zum Verkauf im nächsten Städtchen ganz gelassen vor sich her.
Aber sagt mir nur, Alter!“ fragt von den Vorübergehenden einer„wie könnt Ihr doch so albern sein? Ihr und Euer Sohn zu Fuß? Und der unbeladene Esel geht gemächlich voran!“— Der alte fand, daß der Fremde Grund zum Spott habe, setzte
An der„Krone“ entstieg der Freiherr mit seiner Gemahlin
Interesse im Spiel zu sein. Nur vom kleinsten Punkte her baut und erneuert sich der ins Wanken geratene Sinn für Ehrlichkeit, Treue, Gewissenhaftigkeit. Siehe das Volkssprichwort.
Von den sogenannten„ernsten Bibelforschern“.
Durch die Presse läuft die bemerkenswerte Nach- richt, daß in Bern die Polizei die dortige Zentrale der ernsten Bibelforscher ausgehoben hat. Elf Personen wurden dabei verhaftet, von denen nach einem Verhör fünf in Haft behalten wurden. Was den Anlaß zu dem Vorgehen gab, ist zur Zeit noch dunkel, es verlautet nur, daß die Sache vor das Schwurgericht kommen soll. Er— freulich wäre ja, wenn die Oeffentlichkeit endlich ein— mal etwas über den Ursprung der großen Geldmittel erführe, mit denen diese„Forscher“ seit Jahren ar—
beiten. *
Oeffentlichkeit der Konkordatsverhandlungen.
Zur Konkordatsfrage hat sich dieser Tage D. Mirbt⸗ Göttingen, einer der ersten Sachkenner auf diesem Ge⸗ biet, in einem Hamburger Vortrag geäußert:„Der Staat befindet sich bei den Verhandlungen mit der katholischen Kirche in einer ungünstigen Lage, weil er das aus der Hand gegeben hat, was er in den Vorträgen konzedieren könnte, weil der Einheit der katholischen Kirche in der Hand eines absoluten Monarchen das förderative Gebilde des Deutschen Reiches, das parla⸗ mentarische System und die Herrschaft der politischen Parteien, die große diplomatische Erfahrung der Kurie und die Unkenntnis von der katholischen Kirche bei den weltlichen Diplomaten gegenübersteht. Der tiefste Grund liegt aber in dem grundsätzlichen Widerstreit zwischen der katholischen Kirche und dem modernen Staate... Zwar könnte die Neuregelung des Verhält⸗ nisses zwischen Kirche und dem Staate auch durch staat⸗ liche Gesetzgebung vorgenommen werden, wie das z. B. in Württemberg geschehen ist, aber die katholische Kirche zieht die Regelung auf dem Wege des Konkordats vor, weil ihr das eine gewisse Gleichwertigkeit mit dem welt⸗ lichen Staate gibt. Die Ziele dieser Konkordatsbestre⸗ bungen sind für jeden klar ersichtlich, wenn er sich den Syllabus des Papstes Pius X. vor Augen hält, der eine Generalabrechnung der römischen Kirche mit der ganzen modernen Kultur bedeutet.
Wir aber haben einmal keine Veranlassung, die Verhandlungen zu beschleunigen; im Gegenteil, wir wünschen, daß man sie wenigstens so lange hinaus⸗ schiebt, bis wir ein Reichsschulgesetz haben, und dann müssen wir, wenn sich Verhandlungen über Konkordats⸗ beschlüsse vermeiden lassen, erwarten, daß unter allen Umständen die Souveränität des Staates gewahrt bleibt, daß der konfessionelle Friede nicht gestört wird, daß nicht wieder die geistige Schulaufsicht in irgendeiner Form eingeführt wird und daß der Konkordatsentwurf, wie es dem demokratischen Staatswesen entspricht, ver⸗ öffentlicht und der öffentlichen Kritik preisgegeben wird.“
*
Evangelisch⸗Sozialer Kongreß.
Der zweite Verhandlungstag des Evangelisch-Sozialen Kon⸗ gresses in Saarbrücken brachte den Hauptvortrag von Krof. Dr. Zimmermann⸗Hamburg über: Die Lebens- und Arbeitsverhält⸗ nisse der in Industrie, Handwerk, Handel und Verkehrswesen be⸗ schäftigten Jugend“. Ein im letzten Jahr durch Fragebogen reichlich gesammeltes Material lag dem Vortrag zur Auswer⸗ tung zu Grunde, dessen Hauptforderungen eine bessere Regelung der Arbeitsverhältnisse für Jugendliche war und mit einem Appell an die Generation der Alten endete, den Geist, den man sich von der Jugend erwünsche, der Jugend selbst vorzulegen. Der durch die Kriegsjahre bedingte Ausfall an Jugendlichen in den kommenden Jahren dürfte den Jugendlichen zu einer be— gehrten Arbeitskraft werden lassen. Umso eher werden sich dann Forderungen des Jugendschutzes von selbst durchsetzen.— Frau Krukenberg⸗Conze⸗Kreuznach erstattete in einem Korrefe— rat Bericht über die Lage der weiblichen Jugend, eine Reihe anderer Redner gaben bemerkenswerte Ergänzungen über die Verhältnisse in den verschiedenen Gegenden Deutschlands.— Der Vorsitzende, Reichsgerichtspräsident Dr. Simons-Leipzig, schloß den Kongreß mit warmen Dankesworten an die Redner.
Am Nachmittag wurde eine Reihe industrieller Unterneh- mungen im Saargebiet besichtigt.
seinen Knaben auf den Esel und ging nebenher.
„O, über den Jungen!“ rief bald darauf ein zweiter, „Mußt du fauler Schlingel denn reiten und deinen armen alten Vater zu Fuß gehen lassen?— Der Alte nahm schweigend den Knaben herab und setzte sich selbst auf den Esel.
„So seht mir nur den alten faulen Dieb!“ schrie wenige Schritte weiter ein dritter. Sich selbst tut er gütlich auf dem Esel, und das kleine schwache Kind muß neben ihm herschleichen! Kaum daß es noch fort kann!“—„Auch dem ist noch abzuhelfen“, dachte der Alte und nahm den Sohn hinter sich auf das Tier.
„Ist der Esel Euer?“ fragte einen Büchsenschuß weiter aber⸗ mals ein Fremder.—„Jawohl!“—„Nun, das hätt' ich doch wahrlich nicht gedacht! Sein eigenes armes Vieh so zu über⸗ laden.“— Der Alte stieg herab und schüttelte den Kopf.
„Weiß ich doch fast nicht mehr“, sprach er bei sich selbst,„was ich tun soll! Wie ich auch immer es anstelle, gleichwohl erhalt! ich Vorwürfe. Wohlan, ich will das letzte versuchen!“— Sie banden dem Esel die Füße mit Strücken zusammen, steckten eine Stange durch und trugen ihn so auf ihren Schultern zu Markte.
Waren sie vorher von einzelnen ausgelacht worden, so ge⸗ schah es jetzt im allgemeinen. Ein jeder, der ihnen begegnete, spottete laut: bis endlich der alte Mann so aufgebracht war, daß er den Esel in den nächsten Fluß warf und ohne Taler und ohne Tier und ohne Geld, aber wohl voll Verdruß, nach Hause kehrte; denn er vergaß die alte weisliche Bemerkung, daß, wer es allen recht machen will, es gewöhnlich bei keinem trifft.


