siish. und die Jugend nicht vorher zu nötigen, durch den
0,% Wahlzettel sich parteimäßig festzulegen.“
och un——
05 Sonntagsgedank
i hei onntagsgebanken.
lte he Maiensonntag!— Der Mai ist gekommen, die Bäume schla—
Staa, gen aus, da bleibe, wer Lust hat, mit Sorgen zu Haus. Der
„Ber Himmel öffnet sein Sonnenhaus, und ein Jubelchor gefiederter
erhanz Sänger stimmt an die Frühlingshymne am ersten Maiensonntag.
Rel Wacht auf, ihr Menschen, und höret das Klingen und Singen,
et i, das Lied des neuerwachenden Lebens! Macht Türen und Fen⸗
shisch ster auf, der Frühling ist da, auf sonnenhellen Wegen zieht er durchs Land, streut Blumen und Blüten über die Erde und eine
Lerche über dem Feld singt uns den Maiensegen.
Dahin sind die rauhen Tage, Stürme und Frost, Maienzeit
1 ist wieder, der Frühling ist erwacht. Wer könnte mit grämigem daß WN Gesicht das Wunder schauen, das uns der Mai gebracht? Wo ien ist die Seele, die in dieser Zeit nicht auch ein Sehnen fühlt, ein Parte Heimweh nach einem Wunderland, nach nie endendem Frühling, ahr h. nach unendlichem Leben? Die Blumen im Hag, der Flieder am . Nen Strauch, die Vöglein im Walde, der blühende Mai sie alle ig. 8 fingen heute das Lied vom ewigen Leben, vom ewigen Sieg,
Stell“ vom ewigen Triumph. Der Sieg des Lebens über den Tod (Oö! vollendet sich erst im Maien. gen, Und ihr Menschen, die ihr heute am ersten Maiensonntag Hera den herrlichen Frühling, das neue Leben rings um euch seht,
llernet vom Frühling und vom Erwachen des Lebens. Dann wegun wird das Alte und Welke, das dürre Laubwert von selber faulen, nolwe so wie draußen am Busch die toten Blätter fielen, als neues die g. Leben in die Zweige drang. lle Vu Laßt Frühlingssonne herein in eure Herzen, damit das id zue Leben erwache! Wecket das Gute, laßt Maien werden und alles Juge! Schöne erblühen, dann werdet ihr einst des Herbstes mit seinen „ü o i üßig 1 1 Alls unjerer Bewegung. onen e In Mainz versammelten sich am 19. März ds. Is. zu ein nachmittags um 3 Uhr, viele Freunde unserer E. V. aus fasta Nassau, Starkenburg und besonders aus Rheinhessen. Juge⸗ Wie ganz anders sah es diesmal aus als vor einem bens Jahr, wo zu einer ähnlichen Versammlung nur wenige ätigt““ erschienen waren. Studienrat Pröscher⸗Mainz er⸗ U öffnete und begrüßte die Erschienenen. Alsdann sprach für Pfarrer Weller Bretzenheim und zuletzt der Reichs⸗ orm geschäftsführer Weidner. Abends fand eine öffent⸗ Bild liche Versammlung im evangelischen Vereinshause statt.
7447% 3 2 eee, 1. Eingang des Dorfes. Der Hinterhalt durfte nicht zu früh los⸗ f elt brechen; darin war den Burschen nicht zu trauen, denn sie sahen Aste das bevorstehende Gefecht nicht anders an, denn eine Kirmes⸗ ben, schlägerei. b f 8 5
Merkwürdig war die Bewaffnung,— Stöcke, Säbel, Dresch⸗ ien flegel, Mistgabeln; auch zwei Flinten hatte man. Die eine da⸗ neun. von war eine Donnerbüchse und so schwer, daß man nur aufge⸗
Es ui legt schießen konnte. Man mußte dann dem Feinde erst zu⸗ 5 fill rufen:„Bleib mal einen Augenblick stehen, ich will dich tot—
g schießen!“ Diese Büchse kam in den Hinterhalt und sollte das gelsbeh Zeichen zum Los brechen geben. 5
Erwartungsvolle Stille.— Schon hat das Glöcklein vom er melt Turm neun Uhr geläutet, nichts ist zu hören und zu sehen. i 1„Na, Hans, was sagt ihr dazu?“ fragte Meister Vogels nein berger. b werde„Ich will einmal nach Rodheim zu spekulieren“, antwortete 5 der Geselle. hen M Da erscholl vom Obertor ein Schuß, dann wildes Rufen und schen y Schreien. Richtig, da zog die Zigeunerhorde daher. Fast alle ger,. Männer waren mit Flinten oder Faustrohren oder Säbeln be⸗ 2 1 waffnet. Mit wüstem Gebrüll und tollen Gebärden suchten sie a ich den Mut zu stärken. seine u Und richtig— sie zogen auf den Hof von Peter Kitz los. 1 0 0 Da krachte von dort aus ein Schuß, und aus dem Tor stürzten ahher fünf Männer, allen voran der lange, hagere Bauer selbst, und . du von drüben aus dem Hause Vogelsberger gesellten sich andere abe 1 fünf dazu. Die Zigeuner stutzten einen kurzen Augenblick. Man ein⸗ chien sie ja erwartet zu haben! Doch der Hauptmann feuerte luherle e an, da rückten sie vor, indem sie schrien:„Waffen weg, Waffen
Au veg, sonst schießen wir euch alle tot!“
a del Plötzlich aber erscholl in ihrem Rücken ein gewaltiger er in 9 Donnerschlag und ein wildes Kampfgeschrei! Da entsank dem
% Haufen aller Mut; etliche schossen ihre Gewehre aufs Gerade— b rönise vohl los, nur ein Schuß traf. Hans Vogelsberger erhielt eine
Wunde am rechten Arm, daß ihm der Säbel entfiel. denen!“(Jortsetzung folgt.) en fe l. 10 7 7 0 Neues aus dem japanisthen Leben en 685 n 0, und der Japan⸗Mifsion. r f Von Missionsdirettor O. Or. Witte. was% 8. Fortsetzung.
1 Aus all diesen Tatsachen geht hervor, daß die Mission in heulte, Japan keineswegs eine unbedeutende Winkelsache ist, sondern uf wude ine umfassende und tiefgreifende Geistesbewegung, die sehr vaht 11 sroße Erfolge hat. Zu diesen Erfolgen hat auch unsere Mission den 10 en gut Teil beigetragen. Auch wir haben, wie alle Missionen, die 1 nu zweierlei Richtung wirkt: Wir haben in der großen Oessent⸗
Sonnabend, den 1. Mai 1926.
(F „&
vangelische Warte“
stehenden Studenten, die nicht einmal bis zum Examen kamen oder an seinen Klippen scheiterten, ist eine recht erhebliche.“
„Es ist selbstverständlich, daß eine Heraufsetzung des Wahlalters diesen Uebelstand nicht allein beseitigen kann, aber es ist klar, daß der Anreiz zu parteimäßiger Beeinflussung der Jugendlichen sehr erheblich gemindert wird, wenn mit ihren Stimmen erst nach Jahren zu rech— nen ist. Nun hat man gesagt, daß gerade vom Standpunkt der Demokratie aus politische Bildung der Jugend ein unbedingtes Bedürfnis sei. Das ist gewiß richtig, aber gerade im Interesse der politischen Bildung der Jugend ist unbedingt nötig, ihr Zeit zu geben, sie zu erwerben,
Am Schlusse dieser Abendversammlung wurde eine Ortsgruppe gegründet, zu welcher sich sogleich 30 An— wesende als Mitglieder der E. V. bei Studienrat Prö— scher anmeldeten. Auch Freunde aus Laubenheim, Kost⸗ heim und Hechtsheim erklärten sich zur Gründung von Ortsgruppen bereit. In beiden Versammlungen wurde der Wunsch nach weiteren Versammlungen in Rhein- hessen laut.„Man warte auf die E. V.“, so wurde aus—
geführt. Allerlei.
Die Not der Junglehrer.
Eine in Berlin abgehaltene und aus ganz Preußen stark besuchte Kundgebung des Preußischen Lehrerver— eins stellte fest, daß 30 000 preußische Junglehrer seit langem einen Elendsweg gingen, der unaufhaltsam ins Verderben führe. Die Berufsentfremdung greife immer weiter um sich. Der Staat müsse um seiner selbst willen die Junglehrerschaft vor dem völligen Zusammenbruch retten, dann werde auch diese sich zu ihm bekennen und mitarbeiten am deutschen Volksstaat.
Im Verlauf der Kundgebung wurde eine Ent— schließung einstimmig angenommen, in der schärfster Ein— spruch gegen die vom Preußischen Staat mit vollständig unzulänglichen Mitteln betriebene Lösung der Jung— lehrerfrage eingelegt wird.
Die Junglehrernot werde allmählich zu einer Kul— turschande.
Abhilfe schaffen könne nur ein Gesetz, durch das die Klassenfrequenz so weit herabgesetzt werde, daß sämt— liche Stellungslose Beschäftigung erhalten. Ein— stimmige Annahme fand ferner ein Antrag, der besagt, daß der Kultusminister Becker nicht das Vertrauen der preußischen Junglehrerschaft besitze. Die Forderungen der Junglehrerschaft sollen durch die Vertreter des Preußischen Lehrervereins dem Landtag und der Re— gierung vorgetragen werden.
Deutschlands Verarmung. Während im Jahre 1913 die vierte Klasse von 45 Prozent aller Reisenden und die dritte Klasse von 45 benutzt wurde, ergibt sich jetzt folgendes Bild: vierte
Klasse 75 Prozent, dritte Klasse 22 Prozent. Darmstadt. Der Mittelrheinische Verband evan⸗
gelischer Arbeitervereine hält seine diesjährige Ver— bandstagung am Samstag, den 19. und Sonntag, den 20. Juni ds. Is. in Darmstadt ab. Namhafte Führer der evangelischen Arbeitervereine haben bereits ihre Teilnahme zugesagt, sodaß diese Tagung, über welche demnächst weitere Mitteilungen folgen werden, eine recht bedeutsame zu werden. verspricht.
* Aufkäufer von Altertümern. In jedem Dorf und in sehr vielen Familien gibt es irgend eine Erinnerung an vergangene Zeiten, die sorgsam gehütet wird. Gegenwärtig besteht die Ge— fahr, daß die Zahl solcher Altertümer zurückgeht. Es ziehen nämlich Sammler von Dorf zu Dorf, die die Geldknappheit aus— nützen und alles, was ihnen unter die Finger kommt, aufzu⸗ lichkeit die Geisteskräfte Jesu wirksam machen geholfen, und wir haben einzelne Menschen gewonnen, die zu Gemeinden gesam— melt werden. Von diesen Erfahrungen mit einzelnen Menschen sollen einige Beispiele folgen.
6. Erfahrungen mit einzelnen Menschen in Japan.
1. Fräulein K. F. lebte in Tokyo im Hause einer verheira— teten Tante. Ueber diese Familie kam schweres Leid dadurch, daß alle vier Kinder dieser Tante kurz hintereinander starben. Unter dem Eindruck dieses erschütternden Ereignisses kam Fräu⸗ lein K. F. in Fühlung mit unserer Mission und wurde von Pfarrer Akaschi getauft. Zwei Jahre später erkrankte Fräulein K. F. selbst schwer an Typhus und wurde, als sie genesen war, noch ernster in ihrem Glauben. Sie war Zahnärztin in einem Krankenhause in Tokyo. Ein junger Botaniker, Herr J. in Fukuoka, ein entfernter Verwandter von ihr, wollte sie heiraten. Er wandte sich in dieser Sache an Pfarrer Akaschi. Dieser suchte nach japanischer Sitte einen Mittelsmann aus, der mit Fräulein K. Fis Familie und mit ihr selbst verhandelte. Die Eltern des Fräuleins K. F. waren keine Christen, der Bräutigam und seine ganze Verwandtschaft auch nicht. Fräulein K. F. stimmte ihrer⸗ seits der Ehe zu, unter der Bedingung, daß ihre Ehe schristlich ge— traut werde. Pfarrer Akaschi hat das Paar im Beisein der Brautmutter und vieler nichtchristlicher Verwandter christlich ge— traut, und die junge Frau hängt auch heute treu an ihrem Glauben. Es ist dies heute bei der Tyrannei, die die Familie ausübt, noch selten, daß eine junge Japanerin die christliche Trauung durchsetzt. In dem umgekehrten Fall, wenn der Bräu— tigam Christ ist, die Braut aber nicht, ist es erheblich leichter. Als in Kyoto einmal eine junge Christin unserer Kirche in gleicher Weise wie Fräulein K. F. die christliche Trauung für die ihr von den nichtchristlichen Eltern aufgezwungene Ehe mit einem nichtchristlichen Japaner forderte, war die Familie des Bräutigams so entsetzt, daß sie von dem Heiratsplan zurücktrat. Die junge Christin blieb ganz still und fest, obwohl ihre Eltern ihr das Leben sehr sauer machten. Schließlich gaben die Eltern nach. Es kam eine Ehe zustande mit einem anderen jungen Japaner, der selbst und dessen Familie mit dem Christsein der jungen Frau und mit der christlichen Trauung des Paares ein— verstanden war.
2. Nicht immer zeigen die jungen Japanerinnen solche Willensfestigkeit. Sie bekommen sie eigentlich immer erst dann, wenn ihnen wirklich der christliche Glaube zur persönlichen Heilsge— wißheit geworden ist. Ein früher reicher Kaufmann in Tokyo machte Bankrott und kam in große Not. Er hatte zwei Töchter. Die zweite Tochter wurde von einer sehr wohlhabenden Familie für den ältesten Sohn zur Frau begehrt. Nun ist es in Japan feste Sitte, daß die zweite Tochter erst dann heiraten darf, wenn die älteste schon verheiratet worden ist. Der Vater hoffte von der Heirat der zweiten Tochter mit dem wohlhabenden jungen
Nr. 18.
kaufen suchen: Bilder, Schnitzereien, Zinngerät, Möbel, Wirts- hausschilder, Gläser, Urkunden, Bücher, Handschriften usw. Na⸗ türlich entsprechen die Kaufsummen, die geboten werden, nicht im entferntesten dem tatsächlichen Wert der Gegenstände. Die Auf— käufer bringen das aufgekaufte Material in die Stadt und ver— kaufen es dort mit hohem Gewinn weiter an Museen und Sammlungen und Antiquare. Unsere Dörfer werden unter— dessen immer noch ärmer an den wenigen kostbaren Erinne— rungen, die sie aus der Vergangenheit noch aufzuweisen haben. Es sei deshalb gewarnt vor wilden Aufkäufern und Sammlern. Wo ein Verkauf unbedingt vorgenommen werden soll, wende man sich mit der Bitte um Rat an sachverständige Stellen, die dann wenigstens entsprechende Preise bezahlen.
Obernhof a. d. Lahn. Das bekannte Schloß Langenau bei Obernhof a. d. Lahn, eine der schönstgelegenen Burgen des Lahntals, die vor dem Krieg von dem Burgenkenner Bodo Eb— hardt erneuert wurde, ist vom Grafen Kanitz an einen gemein— nützigen Verein unter Leitung des Schriftstellers Emil Engel— hardt verpachtet worden. Am 1. Mai soll dort ein Erholungs- heim eröffnet werden. Es ist sehr zu begrüßen, daß solche Herren— sitze breitesten Kreisen zu leiblicher Erholung, geistiger und künstlerischer Anregung und froher Feriengeselligkeit zur Ver— fügung gestellt werden.
* Bauernreime.
Wie die Tat, so die Saat; die Ernte liegt in Gottes Rat.— Was viel Hände erbau'n, kann ein Eismann verhau'n.— Warmer Regen und Sonnenschein sollen im Mai die Gespielen sein. Was schadet ein leerer Keller, hat man noch Taler und Heller.— Halt rein den Stall und rein das Haus, die Krankheit zieht von selber aus. Zieh, Schimmel, zieh; der Arbeit gibt's noch mieh(mehr).— Wer jetzt im Wirtshaus Phrasen drischt, sagt dreschend später„Wieder nischt!“
Noelle Blther.
Die Religion in Geschichte und Gegenwart. Seit mehreren Jahren ist das bekannte und geschätzte Hand— wörterbuch(Verlag J. C. B. Mohr, Paul Siebeck in Tübingen) vergriffen. Der Verlag hat eine Neu-Auf— lage für Ende dieses Jahres in Aussicht gestellt. Diese wird von den Professoren Gunkel-Halle, Zscharnack⸗ Königsberg, Bertholet-Göttingen, Faber-Tübingen und Stephan-Halle herausgegeben. Etwa 500 Gelehrte und führende Praktiker des In- und Auslandes haben ihre Mitarbeit an dem Unternehmen zugesagt. Die 2. Auf— lage wird als eine völlige Neubearbeitung der 1. be⸗ zeichnet. Der Aufbau des ganzen Werkes, die Anord— nung des weitverzweigten Stoffes ist wesentlich straffer als bei der 1. Auflage. Der Hauptunterschied dieser gegenüber liegt jedoch in der inneren Umstellung. Der wissenschaftlich gebildete Leser findet in dem Werk einen Querschnitt durch die Theologie unserer Tage, einen Abriß der gesamten Religionswissenschaft; der religiös interessierte Gebildete kann sich über die Auswirkungen des Religiösen alter Zeiten und Völker ebenso gut unterrichten wie über die wogenden christlichen Strö— mungen der unmittelbaren Gegenwart und ihre Ver— quickung mit sozialen, politischen, ästhetischen, welt— anschaulichen Lebensbewegungen.
Mann auch für seine wirtschaftliche Existenz viel Gutes und wollte der ältesten Tochter eine Ehe aufdrängen mit einem älteren, liederlichen Mann, der sie zur Frau begehrte. Die Tochter, schon von den westlichen Ideen der Frauenrechte erfüllt, weigerte sich, einfach so, um aus dem Wege geschafft zu werden, diesen liederlichen Mann ader einen anderen, unbekannten, be— liebigen Japaner zu heiraten. Der Vater aber drängte sie sehr hart. In dieser inneren Not kam sie zu Pfarrer Akaschis Ver⸗ sammlungen, mit dem sie durch Freunde bekannt geworden war. Sie kam sehr fleißig und war sehr ernst im Suchen des Heils. Nach einiger Zeit erfuhr der Vater es, daß seine Tochter die christlichen Versammlungen besuchte und glaubte, dies sei der Grund ihrer Weigerung. Nun verbot er der Tochter, weiter zu uns zu kommen. Die Tochter kam jedoch trotzdem noch eine ziem⸗ liche Zeit. Schließlich aber erlahmte ihr Widerstand, sie heiratete den liederlichen Mann und kam niemals wieder.
3. Der Student der Chemie T. U., Sohn eines Bankiers im Tschiba-Bezirk, nahe bei Tokyo, kam sehr eifrig in Pfarrer Akaschis Gottesdienste. Plötzlich merkte man ihm eine große Veränderung an, er war sehr gedrückt und verstört. Fragen darf man in solchem Falle in Japan nach dem Grunde nicht. Pfarrer Akaschi konnte ihm nur sagen, wenn er Kummer habe, solle er fleißig zur Predigt kommen. Das tat der junge Mann auch. Nach einem halben Jahre erst erfuhr Pfarrer Akaschi den Grund. Der Vater hatte sein Geld verloren, blieb aber Direktor der Bank, die ihm früher gehört hatte. Nun spekulierte er mit frem⸗ dem Geld, verlor wieder, fing, entlassen, ein schlechtes Leben an und endete im Irrenhaus. Das war des Sohnes Gram. Kurz vor des Vaters Tode hatte er sich taufen lassen und wurde ein sehr entschiedener, ernster Christ. Sein Bruder wurde etwa zu gleicher Zeit in Sapporo Christ und kam dann auch zum Studium nach Tokyo. Hier kam er bei dem furchtbaren Erdbeben am 1. September 1923 ums Leben. Nun gab es einen harten Kampf um das Begräbnis mit den buddhistischen Verwandten. Die hatten schon vorher beiden Brüdern Not gemacht wegen ihres christlichen Glaubens. Jetzt wollten sie durchaus die Leiche des Verunglückten mit buddhistischen Ehren bestatten, der Bruder aber forderte ein christliches Begräbnis, da der Verstorbene mit Freuden ein Christ gewesen sei. Da man sich durchaus nicht einigen konnte, wurde die Leiche ohne religiöse Feier beigesetzt, und die Familie stiftete 200 Goldmark für ein Liebeswerk. Jetzt ist der junge Chemiker in einer Fabrik in Tokyo angestellt. Er ist ein treues Glied unserer Gemeinde. Jeden Sonntag fährt er in seine ganz streng buddhistische Heimatstadt und hält dort eine christliche Sonntagsschule ab. Und viele Kinder kommen und hören das Evangelium. Das macht natürlich besonderen Eindruck, wenn nicht nur unsere Pfarrer, sondern auch andere Christen so eifrig die Jesus-Botschaft verkündigen.
(Fortsetzung folgt.)


