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Ni. 17.
Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung.
Seite 5.
die Sozialdemokratie herunterreißenden schwindel⸗ haften Waschzettel Schweinburgs bereitwilligst Aufnahme!
— u. Bei der neulichen Kontroll⸗ versammlung hielt Herr Oberstleutnant Retz⸗ laff eine kleine Rede, in der er bemerkte, daß er nunmehr in den Ruhestand trete. Er sei schon Soldat gewesen zu der Zeit, als die Kontrollpflichtigen noch im„Froschteich ge⸗ schwommen“ hätten. Mit einem gewissen Be⸗ dauern meinte er weiter, es sei ein Wunder, daß in dieser langen Zeit noch kein Krieg aus⸗ gebrochen sei.— Manche Offtzierskreise empfinden bekanntlich die lange Friedenszeit unangenehm; Langeweile greift Platz, Beförderungen lassen
auf sich warten, Pensionierungen treten zahl⸗
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reicher ein, jeden Monat erhalten Dutzende von Offizieren den„blauen Brief“ und die Offiziers⸗ Peusionen machen einen ganz leidlichen Bruch⸗ teil der Riesensummen aus, die das Volk für den Militarismus aufbringen muß. Aber trotz⸗ dem wird kein verständiger Mensch Krieg herbei⸗ wünschen. Lieber mögen ein paar Offiziere bon tötlicher Langeweile geplagt sein oder aus Plaisier sich über den Haufen schießen! Hoffent⸗
lich hält der Friede so lange an, daß jeder
Mensch von der Ueberflüssigkeit des Militarismus
Überzeugt wird. Darum: Es lebe der Weltfriede! * Die Hebung ihres Handwerks
wollen die Schmiede im Kreise Wetzlar ver⸗ mittels einer Zwangsinnung bewerkstelligen. Diese tritt laut amtlicher Bekanntmachung am 1. August dieses Jahres in Kraft. Von diesem Zeitpunkte an gehört jeder, der in diesem Be⸗
zirke das Schmiedehandwerk betreibt, zur Zwangsinnuug. Ob's ihm etwas nützt, das sst nach den bisherigen Erfahrungen höchst
zweifelhaft. Furchtbare Explosion in Gries⸗ heim am Main.
Von einer eutsetzlichen atastrophe wurde der Ort Griesheim bei Fraukfurt heimgesucht. Ein Fraulfurter Extrablatt meldet: In der Chemischen⸗Elektroufabrik platzte um 3 Uhr nachmittags ein Kessel mit Nitroglycerin; dem 5 Miunten später ein zweiter Kessel mit Benzin folgte. Der Druck der Exploston war so stark, daß hier au der Zalluswarte noch die Feuster spraugen. Auf der Mainzer Landstraße wankten die Häuser.— Die beiden Explosionen wurden bis in die Mitte unserer Stadt gehört.
Die Explosion erfolgte in dem Raume, in dem Pikrin zur Füllung der Granaten hergestellt wird. Dort war vorher Feuer ausgebrochen, das sich mit rasender Eile verbreitete. Kaum war die Fabrikfeuer⸗ wehr und die Grlesheimer Feuerwehr zur Rettung her⸗ beigeeilt, als die Sprengstoffe explodierten. Eine Wolke von schwarzem Rauch, aufgewirbelter Erde, Steine, Holz flogen in der Luft herum. Die Zahl der Ge⸗ töteten, die vorher auf 40 50 angegeben wurde, soll nicht mehr als 15 betragen; man zählt jedoch 150 200 teils sehr schwer Verletzte. Der Brand ergriff das ganze Werk sowie die Dittlersche Fabrik. Durch den scharfen Ostwind wurde das Feuer auf das über dem Main gelegene Schwanheim übertragen. Die Frankfurter Feuerwehr war bald zur Stelle, ebenso Aerzte und Sanitätskolonnen, die jedoch wegen der sich entwickelnden scharsen Dämpfe der giftigen Säuren nur schwer an die Unglücksstätte heraukonnten. Ganz Griesheim wurde geräumt; die Bewohner flüchteten teils nach Frankfurt, teils wurden sie auf dem nahen Exerzierplatze untergebracht, da man die Explosion großer Benzinkessel fürchtete, doch konnte die Gefahr von denselben abgewandt werden.
Zum Leipziger Aerzte⸗Streik.
Am Mittwoch haben Verhandlungen zwischen den Vetretern der Aerzte und der Ortskasse stattgefunden, in denen eine Einigung auf Grund der Vergleichsvorschläge der Kreishaupt⸗ maunschaft erzielt wurde. Die Aerzte nehmen chre Thätigkeit an der Kasse wieder auf. Eine Hur aus Kassenärzten bestehende Vertrauens⸗ kommission tritt an Stelle der seitherigen. Ferner wird ein aus drei Aerzten, drei Vor⸗ standsmitgliedern und drei Vertretern der Be⸗ 12 80 bestehendes Schiedsgericht eingesetzt, das
er Differenzen zu eutscheiden hat. Die An⸗
KAahme der Bedingungen sind von beiden Seiten mit Sicherheit zu erwarten.
(Weiteres über Konflikt siehe Pol. Rundschau.)
A.
den
Kleine Mitteilungen.
* Plötzlicher Tod. Der 74jährige Polizeidiener Wick aus Freienfels bei Weilburg wurde tot im Walde aufgefunden. Man vermutete, daß er erschlagen worden sei, doch stellte sich bei der Untersuchung heraus, daß er einem Herzschlage erlegen ist. Unerhört ist, daß ein Mann in diesem hohen Alter noch Dienst thun muß.
** Bootsunglück. Auf dem Rhein bei Mannheim in der Nähe der Neckarspitze schlug am Montag früh ein Boot mit 9 Insassen um. Vier Personen ertranken.
** Wieder Einer. Direktor Thoeren von der Gewerbebank in Kempen(Rheinland) wurde wegen Unterschlagung verhaftet. Die von ihm geleitete Gewerbebank ist verkracht; viele kleine Leute haben dadurch ihr gesamtes Vermögen, sauer ersparte Einlagen, verloren. Der verhaftete Direktor genoß allseitiges Ver⸗ trauen; er spielte im Stadtrate und in den größeren Vereinen eine führende Rolle; auch fehlte er nie bet kirchlichen Feierlichkeiten. Als Sozialistenfresser ersten Ranges sorgte er dafür, daß unsere dortigen Genossen kein Lokal zu Versammlungen erhielten.
* Gegen den Dreschgrafen Pückler erließ die Strafkammer in Dresden einen Haftbefehl. Der Herr Graf hatte seinerzeit auch dort eine seiner verrückten Reden losge⸗ lassen und war wegen Aufreizung angeklagt worden. Er erschien aber nicht zum Termin, darum orduete das Gericht seine Vorführung an.
» Schlimmer Jugenderzieher. In Meißen(Sachsen) wurde der Oberlehrer Herberger verhaftet, weil er sich an 7 bis 9jährigen Mädchen sittlich vergangen hat.
Aus dem Wahlkreise Marburg ⸗ Kirchhain. St. Marburg, 25. April 1901.
— Fahnenweihe. Vergangenen Sonntag Abends fand im Restaurant Schloßgarten da⸗ hier das 10 jährige Stiftungsfest, verbunden mit Fahnenweihe der hiesigen Filiale des deut⸗ schen Holzarbeiter⸗Verbandes statt. Lei⸗ der hatte das Fest wohl des prächtigen Früh⸗ jahrswetters wegen, nur einen mäßigen Besuch aufzuweisen; trotzdem hätten aber wenigstens diejenigen, die es zunächst anging, nämlich die organisierten Holzarbeiter, zur Stelle sein müssen, es fehlte aber mindestens die Hälfte von ihnen. Dahingegen waren die Mitglieder des A.⸗G.⸗V. „Eintracht“ fast vollzählig erschienen und trugen neben den vorzüglichen Musikvorträgen der Kapelle Pauli, durch den Vortrag einer Anzahl sorgfältig einstudierter und recht gut zu Gehör gebrachter Lieder unter Leitung des Dirigenten, Herrn Pauli jr., nicht wenig dazu bei, das Fest zu verschönern. Die Festrede hielt Redakteur Vetters⸗Gießen. Was die Fahne selbst betrifft, so ist diese von einem hiesigen Tischlergehilfen aus Hobelspähnen recht kunst⸗ voll geflochten. Auf der Vorderseite trägt sie die Aufschrift„Deutscher Holzarbeiter-Ver band, Filiale Marburg“ und ist mit den Emblemen des Tischlerhandwerks versehen, umrahmt von einem Lorbeerkranze. Auf der Rückseite befindet sich die Aufschrift„Elnigkeit macht stark.“ Möchten die Holzarbeiter und alle anderen dieses schönen Spruches stets eingedenk sein.
— Gewerkschaftliches. Um der in letzter Zeit sehr unangenehm bemerkbar ge⸗ wordenen Bummelei der Mitglieder der Ge⸗ werkschaftskommission zu steuern, hat dieselbe den Beschluß gefaßt, daß diejenigen Mitglieder, welche ohne genügende Entschuldigung in drei Sitzungen nacheinander fehlen, von der Kommis⸗ sion ausgeschlossen sind und hat alsdann die betr. Gewerkschaft einen nenen Delegierten zu wählen.— Das Sommerfest der hiesigen Gewerkschaften findet Ende Jult oder Anfang August statt.
— Richtigstellung. Da vielerseits an⸗ genon men wird, der Vericht über die Fahnen⸗ weihe der Holzarbeiter in der Dienstag⸗Nummer der„Hess. Landesztg.“ rühre von mir her, so erkläre ich hiermit, daß ich denselben nicht geschrieben habe und ihm gänzlich fernstehe.
H. Stumpf.
— Böckel⸗Versammlung. Unser Reichs⸗ tagsabgeordneter Böckel hielt am Sonntag unter Assisteuz seines treuen Freundes Hirschel in Allendorf(M.⸗W.⸗B.) eine Versammlung ab, welche recht schwach besucht war. Er sprach über„seine Thätigkeit im Reichstag.“ Zu⸗ nächst behandelte er die Frage der Zollerhöhüng für Getreide, welche er als sehr notwendig be⸗ zeichnete. Dann sprach er in agrarischem Sinne über das deutsche Fleischbeschaugesetz. Sodann lobte sich Böckel, daß er im Reichstag gegen den Kohlenwucher gesprochen habe.„Uns“ (den Antisemiten?) sei es auch gelungen, die für die Flotte erforderlichen neuen Steuern der Börse und dem Großhandel aufzuhalsen ꝛc. Dann hielt Herr Hirschel uoch eine lange Pauke. Schließlich verteidigte sich Herr Böckel gegen den Vorwurf, daß er für jüdische Journalisten Berichte liefere, damit, daß er arbeiten und verdienen müsse; er könne nicht danach fragen, wer seine Arbeiten kaufe, eben⸗ so wie ein Wirt sein Bier an jedermann ver⸗ kaufe. Demnach betrachtet Herr Böckel die Politik als Geschäft.
Arbeiterbewegung.
— Die Maler und Weißbinder in Frankfurt erzielten eine kleine Lohnauf⸗ besserung. Die Mehrzahl der Firmen bewilligte die Forderungen; nur in einzelnen unbedeutenden Geschäften kam es zum Ausstand.
F In Butzbach brach vorige Woche ein Maurerstreik aus, der durch Bewilligung der geforderten Verkürzung der Arbeits zeit um eine Stunde bei dem bisherigen Lohn wieder beigelegt wurde.
k— Versammlungs⸗Kalender.
Samstag, den 27. April.
Gießen. Sozialdem. Wahlverein. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig. Vortrag über die Handelspolitik.
Sonntag, den 28. April.
Gießen. Versammlung der Konsumvereins⸗ Interessenten. Morgens 10 Uhr bei Arnold im Schipkapaß.
Wieseck. Maifeier⸗Versammlung.“
Montag, den 29. April.
Gießen. Schneiderverband. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig. Vortrag von Vetters. — Tapezierer. Abends ½9 Uhr Versammlung bei Löb(Wiener Hof).
Samstag, den 4. Mai.
Marburg. Metallarbeiter. Oeffentliche Ver⸗ sammlung.(Siehe Inserat.)
— Aus dem Gießener Standesamtsregister. Aufgebotene.
17. April: August Paasch, Ziegelmeister auf Guts⸗ bezirk Ramsin mit Rosa Klara Koppelt in Schwepnitz. 19. Hugo Steffens, Klempnermeister in Burscheid mit Hulda Hannes in Barmen. 21. Karl Henkel, Bahn⸗ arbeiter in Großen⸗Buseck mit Luise Weber dahier. 23. Albert Stoll, Kaufmann hierselbst mit Johanna Noll dahier. Emil Heppert, Fabrikarbeiter hterselbst mit Marie Diemer in Nieder⸗Florstadt. 24. Karl Leschhorn, Fuhrmann hierselbst mit Marie Keßler in Rödgen. Jakob Stecker, Fabrikarbeiter hierselbst mit Elisabethe Leismann dahier.
Gheschließungen.
20. April: Bernhard Heußler, Rechtsanwalt in Pirmasens mit Paula Müller dahier. Adam Dürr, Lackirer hierselbst mit Luise Kluge dahier. Theodor Hartmann, Lokomotiphilfsheizer hierselbst mit Christiane Döll dahier. Kaspar Volland, Schneider hierselbst mit Elisabethe Schäfer dahier. 25. Leonhard Ludäscher, Bildhauer hierselbst mit Marie Frick dahier.
Geborene
14. April: Dem Schachtmeister Heinrich Weimer ein Sohn. 15. Dem Fuhrmann Friedrich Weber eine Tochter. 16. Dem Milchkutscher Kaspar Vogel ein Sohn. 19. Dem prakt. Arzt Dr. Albert Vogler eine Tochter. 20. Dem Hilfstelegraphisten Paul Kretschmann ein Sohn. 21. Dem Gärtner Viktor Pechtold eine Tochter. Dem Fnhrmann Heinrich Balßer eine Tochter.
Gestorbene.
18. April: Jakob Rühl, 50 Jahre alt, Taglöhner dahier. 19. Wilhelm Wildhack, 4 Monate alt. Antonie Leo, 4 Jahre alt. Wernhard Dietz, 75 Jahre alt, Reutner dahier. Lina Laub, 3 Jahre alt. 24. Marie Holtmann, 9 Monate alt. Hermann Valentin, 7 Mo⸗ nate alt. 25. Adolf Roth, 16 Jahre alt, Tapezier da⸗ hier. Marie Müller, 19 Jahre alt, dahier.


