Ausgabe 
27.10.1901
 
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Nr. 43.

Mitteldeutsche Sonntags⸗ Zeitung.

Seite 3.

Natur seien, so ist das eine infame und gemeine Verleumdung des Bundes, seiner ehrenwerten Leitung durch denRat der 23 und meiner Person! Wenn dann ohne vom Vorsitzenden zur Ordnung gerufen zu werden ein Teilnehmer des Parteitages ruft, daß ich reif für den Staatsanwalt sei, so ist das eine so perfide elende Verleumdung, daß dieser Lum p wohl die Verachtung jedes anständigen Antisemiten aller Richtungen verdient.

Das ist ja eine herzerfrischende Deutlichkeit und Höflichkeit! Und diese Gesellschaft will über den Ton auf dem sozialdemokratischen Partei⸗ tage reden!

Die Reichstagsersatzwahl in Wiesbaden

für den verstorbenen Abg. Wintermeyer findet am 30. November statt. Als Kandidat der Freisinnigen wird der Anwalt des deutschen Genossenschafts⸗Verbandes Dr. Crüger be⸗ zeichnet. Konservative und Zentrum wollten erst den Wiesbadener Polizei⸗Prästdenten Prinzen b. Ratibor aufstellen, das Zentrum hat jedoch den Theologen Wedewer als seinen Kandi⸗ daten bezeichnet. Für unsere Partei kandidiert wiederum, wie schon bekannt ist, Genosse Dr. Quarck⸗Frankfurt.

Bergarbeiterbewegung in Frankreich.

Seit einiger Zeit wird die öffentliche Auf⸗ merksamkeit in Frankreich durch die große Bergarbeiter⸗Bewegung rege erhalten, welche sogar die politische Lage merklich beein⸗ flußt. Die Bergleute stellten voriges Jahr die Forderungen f 1. gesetzliche Festlegung eines Lohnmintmums; 2. Einführung einer Rente von 2 Franks täglich bei 25 jähriger Grubenthätigkeit; 3. Einführung des Achtstundentages. Die Regierung sagte durch den Ministerpräsidenten am 8. März dieses Jahres Prüfung dieser Forderungen zu, ohne daß bisher etwas in dieser Richtung gethan worden wäre, was ja schließlich in so kurzer Zeit auch nicht möglich ist. Nun haben die Bergleute den Generalstreik bei Nichtbe⸗ willigung ihrer Forderungen angedroht und angesichts dessen, sowie des Umstandes, daß Gewehre unter den Bergleuten verteilt wurden von wem das ausgeht, weiß man nicht recht hat die Regierung ihre Ruhe verloren, läßt sich von der nationalistischen Presse scharfmachen in dem Bergrevier von Saint-Etienne und Montceau les Mines zusam⸗ men. Die Nationalisten und Reaktionäre geben sich den Anschein, als ob sie glaubten, die Berg⸗ leute von Montceau les Mines beabsichtigten die gewaltsame Revolution. Demgegenüber ist b daß während der ganzen Dauer es Streiks im vorigen Winter von seiten der streirfenden Bergleute keinerlei Gewaltthaten unternommen worden sind, wohingegen in zwei Fällen Streikende der Mordwaffe eines Streik⸗ brechers erlegen sind. Der Präfekt von den Loire⸗Departements hat provisorischer Weise das Tragen und den Verkauf von Schießge⸗ wehren untersagt. Nenere Nachrichten besagen, daß der Ausschuß der Bergarbeiter den General⸗ streik abgelehnt habe. Sicher wissen auch die französischen Bergarbeiter, daß sie mit Put⸗ schen ihrer Sache nur schaden können und sie lassen die Provokationen der Gegner unbeachtet assen.

Antimilitärische Demonstration in elgien.

Eine neue Militärvorlage hat die belgische Regierung eingebracht. Dagegen demonstrierte am Sonntag in Brüssel ein Straßenumzug, der sich zu einer imposanten antimilitärischen Kundgebung gestaltete. Mehrere Tausend Per⸗ sonen nahmen daran teil. An der Spitze des

uges, der sich durch die Hauptstraßen der tadt bewegte, befanden sich die bekanntesten sozialistischen Führer. Mehrere Musikkapellen spielten revolutionäre Lieder: Aufrufe gegen das Ersatzsystem und gegen die allgemeine Wehr⸗ pflicht wurden dem Zuge vorangekragen. Zwi⸗ schenfälle kamen nicht vor.

Militärische Revolte.

Kürzlich verweigerten auf dem Uebungs⸗ platze der Warschauer Garnison die Soldaten

eines ganzen 1 1 den Gehorsam, weil sie zu schlecht beköstigt würden. Der Oberst, bei dem Beschwerde erhoben worden war, schob alle Schuld den Unteroffizieren zu, die sich an der Menagelieferung bereicherten, doch scheint es, daß der Kommandeur seinerseits sich auch unrechtmäßige Vorteile verschaffte und nur einen Teil des Bedarfs liefern ließ. Die Offiziere gingen gegen die meuternden Soldaten vor, Mußten sich aber zurückziehen, da sie be⸗ schossen wurden. Ein schwer verletzter Offi⸗ zier ist bereits gestorben. Es verlautet nichts davon, daß die Beschwerden der Soldaten ab⸗ gestellt worden wären, wohl aber sollen 300 bor ein Kriegsgericht gestellt werden. Wie scheußlich müssen die Leute gequält worden sein, wenn sogar ihnen die sprüchwörtliche russische Hunde⸗Demut zu Ende ging!

Hunnisches.

Von einer von den Kreuzzüglern heimge⸗ brachten China⸗Trophäe eigener Art konnte man kürzlich in den Zeitungen lesen. Da wurde berichtet, daß der Kopf des chinesischen Unteroffiziers En⸗Hai, des Mörders des Gesandten Ketteler mit als Siegestrophäe nach Deutschland gebracht worden sei. Von halb⸗ amtlicher Seite wurde dagegen erklärt, daß von dieser Angelegenheit an den amtlichen Stellen nichts bekannt und auch kein Auftrag in dieser Richtung erteilt worden sei. Höchstens könne ein Arzt den Schädel zu wissenschaftlichen

wecken mitgeführt haben. Daß also der

opf überhaupt mitgebracht wurde, scheint da⸗ nach festzustehen; das Verschleppen der Körper⸗ teile des Gerichteten ist aber alles andere eher, denn eine Kulturthat. Arbeitslose Huunen hielten in Nürnberg eine Versammlung ab, in der etwa 40 Mann Teilnehmer am heiligen Rachezug erschienen waren. Sie beklagten ihre mißliche Lage, erinnerten an die großen, vor der Expedition gemachten Versprechungen und beschlossen, sich wegen Unterstützung an die Regierung zu wenden. Zu guter Letzt wurde noch einegesellige Vereinigung gegründet. Nürnberg hat also jetzt auch seinen Verein ehe⸗ maligerChineser. Letzteres zeigt, daß die Leute auch durch Schaden noch nicht klug ge⸗ worden sind.

Krieg in Südafrika.

Botha ist wieder glücklich entkommen, obwohl er nach englischen Berichten vollständig umzingelt war. Er hat dies dadurch bewerk⸗ stelligt, daß er sein Kommando in kleine Abteilungen auflöste, die dann so gut sie können zu entkommen trachten. Botha befand sich in der gebirgigen und bewaldeten Gegend am Pongola(im Südosten Transvaals), von wo aus er durch eine Lücke in den englischen Linien bei Pietretief sich den Weg nach Norden ge bahut hat. a

Greuelszenen schildert ein Privatbrief aus Südafrika. Darin heißt es:Ein Irländer, der mit General Bindon-Blood das Hochfeld zwischen Amsterdam, Bethel und Middelburg gesäubert hatte, erzählte mir:Der ganze Landstrich ist verwüstet. Zwischen Klippen fanden wir vor Hunger und Kälte sterbende Frauen und Kinder. Eine Frau war durch eine Kugel

etötet. Ein geladenes Gewehr lag neben ihr. ei Middelburg waren wir von den Buren eingeschlossen. Unser Zustand war gefährlich. Da kamen unsere Offiziere auf die Idee, Frauen und Kinder zwischen uns und neben die Kanonen zu stellen. Das Geschrei der Armen war, um wahnsinnig zu werden. Sie kreischten wie Irrsinnige, als eine Granate eine von ihnen tötete und zwei verwundete. Gott sei Dank erkannten die Buren bald die Sachlage und stellten das Schießen ein. Unsere Offiziere gaben Befehl, zu retirieren, und wir kamen mit heiler Haut davon. Doch ließen wir 57 Tote liegen. Davon hört man zu Hause für gewöhnlich nicht viel, denn es werden nur die Namen der Gefallenen ausfesten Truppen⸗ verbänden aufgezeichnet. Auch sind viele

Kaffern als Rekruten eingestellt worden. Diese Banditen bekommen denselben Sold wie Euro⸗ päer und dann noch Extraprämien; für einen gefangenen Buren 3 Fstrl., für einen toten 5 Lstrl. Die Schufte liefern begreiflicherweise keinen gefangenen Buren ein.

Ein anderer Privatbrief beschreibt das Elend im Frauenlager zu Johannes burg. Nah⸗ rungsmittel wären beinahe aufgebraucht, das Fleisch ungenießbar. Krankheit dort zunehmend; in einer Woche(21. August) 26 Tote. Kinder leiden an krebs ähnlicher Mundkrankheit, Lippen, Gaumen und Kinnbacken werden weggefressen. Krank⸗ heit entstanden durch Fleisch von milz⸗ brandkranken Schafen. Vom 20. Juli bis mit 20. August 78 Frauen und Kinder gestorben. Die Not unter den armen Frauen in der Stadt entsetzlich.

General Buller, der neuernannte Kom⸗ mandeur des ersten Armeekorps, dem noch weitereEhrungen zugedacht waren, ist nach neuester Meldung seines Postens enthoben und zur Disposition gestellt worden. Er hat auf die Angriffe der Presse hin zuge 5 1 daß er seinerzeit dem Befehlshaber in zadysmith Ratschläge zur Uebergabe gab. Zu seinem Nachfolger wurde General French ernannt.

Erfolge der Buren. In Swaziland (Südost⸗Transvaal) haben die Buren verschiedene englische Posten überrumpelt und einige hundert Kriegsgefangene dabei ge⸗ macht,

Von Nah und Lern.

Hessisches.

Aus dem Landtag. Um der drohenden Arbeitslosigkeit zu begegnen, haben unsere Parteigenossen in der zweiten Kammer folgenden Antrag eingebracht: Die Kammer wolle beschließen, die großherzogliche Regierung zu ersuchen, behufs Milderung der überall sich fühlbar machenden Arbeitslosigkeit alle irgendwie in Frage kommenden Staatsarbeiten in beschleunigter Weise in Angriff nehmen zu lassen und eventuell der Kammer eine Vorlage über Notstandsarbeiten zugehen zu lassen. Der Abg. Köhler-Langs dorf hat eine Anfrage eingereicht des Inhalts, ob die Regierung den Ortsgerichtsdienern eine Vergütung für ihre Mühewaltung gewähren wolle. Diese erhielten jetzt für ihre Dienstleistungen keinerlei Entschädigung. Ferner ist eine Petition für Einführung staatlicher Hagel versicherung eingelaufen. Die Wagen wärter bei der Main⸗Neckar-⸗Bahn sind vorstellig geworden behufs Verbesserung ihrer Einkommens⸗ verhältnisse. Der Verband deutscher Musikwerke⸗ und Automaten⸗Händler und⸗Fabrikanten in Leipzig ist vorstellig geworden zwecks Revision des Gesetzes vom 12. August 1899 über den Urkundenstempel und Aufhebung der Besteuerung der mechanischen Musikwerke. Auch sollen Vorkehrungen getroffen werden, daß die Spiel⸗ zeit für dieselben einheitlich geregelt und nur insoweit beschränkt wird, als es mit den Vor⸗ schriften über Schonung der Sonntagsruhe in Einklang zu bringen ist.

K. Unabhängigkeit der Richter. Eine wohlverdiente Niederlage hat die hessische Re⸗ gierung in ihrem Kampfe gegen die Unabhängig⸗ keit der Richter erlitten. Der Amtsrichter Eckstein war auf Grund der hessischen Landes⸗ bestimmungen als Hilfs⸗Gerichtsschreiber nach Darmstadt versetzt worden. Dem steht das Gerichtsverfassungsgesetz(Reichsgesetz), nach welchem die Anstellung der Richter auf Lebens⸗ zeit erfolgt, entgegen. Herr E. verklagte die Regierung auf die Differenz zwischen seinem jetzigen und früheren Gehalt von monatlich Mk. 148.50. Land⸗ und Oberlandes⸗ gericht wiesen seine Klage ab. Das Reichs⸗ gericht entschied jedoch zu Gunsten Ecksteins.

Es ist im höchsten Grade erfreulich, daß die partikularen Bestimmungen Hessens und Badens, welche eine Gefahr für die Unab⸗ hängigkeit der Richter bedeuten, aus der Welt geschafft werden.