Ausgabe 
27.1.1901
 
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Nr. 4.

Mitteldeutsche Sonutags⸗Zeitung.

Seite 5. 5

verdammte Gesetzbuch! Der Kranke wurde in

die Heilanstalt Stephansfeld gebracht. Dem Manne kam bei aller Verrücktheit ein gar nicht so un vernünftiger Gedanke!

Die Konitzer Mordsache

ist leider trotz der massenhaften Haussuchungen die infolge der neuesten Funde stattgefunden haben, noch nicht aufgeklärt worden. Zwar wurden in der letzten Zeit Verhaftungen gemeldet, unter anderen sollte ein Lehrer Michel als des Mordes verdächtig festgenommen worden sein, doch bestätigten sich diese Nachrichten nicht. Man findet aber vielfach die Vermuthung aus⸗ gesprochen, daß die Eutdeckung des Mörders nahe bevor stehe.

Aus besseren Kreisen.

Ein Sternbergskandal bereitet sich gegenwärtig in Köln vor. Die Kriminal⸗ polizei verhaftete einen dortigen reichen Kauf⸗ mann, der gerade von einer Reise zurückgekehrt war, am Bahnhofe, als er sich nach Hause begeben wollte. Bereits 14 schulpflichtige Kinder sind in dieser Sache vernommen wor⸗ den. Weitere Verhaftungen stehen bevor. Der verhaftete Kaufmann hat sich nach seiner Ein lieferung im Gefängniß erhängt.

Kleine Mittheilungen.

* Masernepidemie in Wieseck. Unter den Kindern der untersten Schulklasse sind die Erkrankungen an Masern so zahlreich geworden, daß die Schule vorläufig geschlossen wurde. Mehr als die Hälfte der Kinder liegen an der Krankheit darnieder.

* Bad Nauheim. Die von hier aus gestellten Anträge, daß die neue Bahnlinie Friedberg⸗Homburg bis nach der Station Bad⸗Nauheim weiter geführt werde, damit die beiden Badeorte eine bessere Verbindung als seither erhalten, sind genehmigt worden. So⸗ gleich bei der Eröffnung der Bahn am 1. April werden an Wochentagen Nachmittags⸗ und Abendszüge und an den Sonntagen auch Vor⸗ mittagszüge direkt Bad⸗Nauheim⸗Homburg und zurück verkehren.

* Landtagswahl in Darmstadt. Bei der am Dienstag in Darmstadt für den ausGesundheitsrücksichten zurückgetretenen Abg. Schmeel vorgenommenen Landtags⸗Ersatz⸗ wahl wurde der Oberbürgermeister Morneweg natllib. von Darmstadt sast einstimmig gewählt. 74 Wahlmänner übten ihr Wahlrecht aus.

** Die Krise. Infolge schlechten Geschäfts⸗ ganges stellten die Geis weider Eisenwerke bei Siegen einen Hochofen ein.

Aus dem Wahlkreis Marburg⸗ Kirmhain.

W. Parteiversammlung. Eines ziem⸗ lich guten Besuches erfreute sich die am Sams⸗ tag bei Jes berg abgehaltene Parteiversamm⸗ lung. Genosse Härtling cröffnete dieselbe kurz nach 9 Uhr und ertheilte zum ersten Punkt der Tagesordnung:Kommunale Angelegen⸗ heiten dem Referenten Gen. Krum m⸗Gießen das Wort. Gestützt anf reiches Material wies derselbe die Nothwendigkeit für unsere Partei nach, sich auf diesem Gebiete zu bethätigen. Erst seit etwa 15 Jahren bemühten sich unsere Genossen in die Gemeindeverwaltungen in Stadt und Land einzudringen, überall, wo es gelang, hatte das arbeitende Volk Nutzen davon. Er bezog sich hierbei unter anderem auf Gießen, wo durch die Thätigkeit der soz. dem. Stadtverordneten mancher Fortschritt er⸗ reicht worden sei, obgleich man sich mit dem Erreichten durchaus nicht zufrieden geben könne, viel, sehr viel sei noch auf allen mög⸗ lichen Gebieten zur Förderung des Gemein wohls zu thun. Immerhin sind Einrichtungen wie Verabreichung warmen Frühstücks an Schul⸗ kinder, Anstellung eines Schularztes, Verpfle⸗

gung kranker und unbemittelter Schulkinder

auf Kosten der Stadt, ferner die städtische Lesehalle, Volksvorstellungen zu ermäßigten Preisen im Theater, das von der Stadt unter⸗ stürt werde, nicht zu verachtende Anfänge.

Mit dem Wunsche, daß sich auch in Marburg die Genossen an den Stadtverordnetenwahlen betheiligen und damit etwas für die Arbeiter erreichen möchten, schloß Redner seinen lehr⸗ reichen Vortrag. In der Diskussion erklärte ein Genosse, daß die Wahlbetheiligung wegen Mangels an geeigneten Kandidaten bisher unter⸗

blieben sei. Nach Erledigung einiger weniger

wichtigen Dinge schloß die Versammlung.

St. Handwerskammer. Am Mon⸗ tag traten in Cassel die auf Grund des neuen Handwerkergesetzes gewählten Vertreter des Hanswerks für den Reg.-Bez. Cassel und Wal⸗ deck im Kgl.⸗Regierungsgebäude zur gemeinsamen Berathung einer aus 26 Punkten bestehenden Tages⸗Ordnung zusammen. Geleitet wurden die Verhandlungen vom Vorsitzenden der Hand werkskammer, Hofmalermeister Hochapfel Cassel. N

Der vom Sekretär erstattete Bericht betont, daß im Bezirk vom Niedergang des Handwerks keine Rede sein könne, sondern der Zusammen⸗ schluß des Handwerkerstandes berechtige zu den schönsten Hoffnungen. Redner entwirft sodann ein Bild von der internen Thätigkeit des Vorstandes und beklagt die Theilnahmlosig⸗ keit der hiesigen Presse gegenüber den Hand⸗ werkerbestrebungen. Bei der Berathung der Geschäftsordnung macht die Erklärung des Vorsitzenden einen peinlichen Eindruck, daß hierbei der anwesende aus 7 Personen bestehende Gesellenausschuß weder berathende noch be⸗ schließende Stimme habe. Ueberhaupt macht sich eine ziemlich starke Mißstimmung in der Ver⸗ sammlung geltend, weil der Vorstand zu wenig vorgearbeitet habe.

Die vorgelegte Bezirkseintheilung für die Prüfungsausschüsse gelangt zur Annahme. Ueber das Lehrlingswesen eutspann sich eine heftige und langwierige Debatte, an der sich auch der Vorsitzende des Gesellenausschusses, Thöne betheiligte. Die Meister wollten eine längere Dauer der Lehrzeit festgesetzt wissen' Die Angelegenheit wurde schließlich vertagt. Nachdem verschiedene Angelegenheiten des Ge⸗ sellenprüfungswesens erledigt und Anträge auf höhere Diäten und Entschädigungssätze für die Mitglieder der Prüfungsausschüsse dem Vorstande zur Berücksichtigung und Erledigung überwiesen, erklärt der Vorsitzende den Gesellen⸗ ausschuß als entlassen. Die Mitglieder desselben entfernen sich wohl, mit bitteren Gefühlen im Junern stiefmütterliche Behandlung erfahren zu haben. Schuld daran ist wohl in erster Linie das Gesetz, doch trägt auch die Auslegung und Schärfe der Anwendung seitens der Leitung der Kammer das ihrige bei. Doch entschieden ver⸗ urtheilt muß es werden, daß die theils hohe Reisekosten zu verzeichnenden Vertreter ihre Ent⸗ schädigung und baaren Auslagen nicht erhalten konnten. Der Herr Vorsitzende erklärte, es wären hierhin keine Vorkehrungen getroffen und würden daher die Beträge per Post zugesendet werden. Boshafte Menschen werden hieraus wohl einen Vergleich zu zietzen bestrebt sein, zwischen der Finanzkraft der Handwerkerorgani⸗ sation und dem mit Leichtigkeit und Grazie 12000 Mk. opfernden Bund der Industriellen. Auf die weiteren Verhandlungen kommen wir noch zurück.

Arbeiterbewegung. Buchdrucker undLeipz. Volks⸗ zeitung. Eine Parteiversammlung in Leip⸗ zig⸗Stötteritz beschäftigte sich mit dem Streite in der Druckerei des dortigen Parteiorgans. In derselben erklärte Genosse Abg. Geyer: In der jetzigen Streitsache mit den Buchdruckern habe der Paxteivorstand die Leipziger Genossen durchaus nicht zwingen wollen, seinen Vorschlag anzunehmen, er könne aber heute erklären, daß zur Beilegung der Streitfrage berech⸗ tigte Aussicht vorhanden sei. Hoffentlich erfüllt sich diese Aussicht. Das liegt ebenso im Interesse der Leipziger Parteibewegung wie der allgemeinen Arbeiterbewegung überhaupt. Metallarbeiter. Der Ausstand auf den Pantherfahrradwerken in Magde⸗ burg dauert fort, die Ausständigen stehen fest, trotz des Abfalles einiger Arbeiter.

I Handschuhmacher. Die Ausgesperrten in Halberstadt hielten eine Versammlung ab, in der beschlossen wurde, an den Forderungen festzuhalten. Um Entgegenkommen zu beweisen, soll der Versuch gemacht werden, die Streitig⸗ keiten einem Einigungsamt zu unterbreiten. Eine diesbezügliche Resolution wurde ange⸗ nommen.

Partei Nachrichten.

Das Strafkonto der Arbeiterbe⸗ wegung ist nach den Zusammenstellungen des Parteivorstandes im Monat Dezember v. J. belastet worden mit insgesammt 1 Jahr, 9 Mo⸗ naten und 3 Wochen Gefängniß und M. 1205 Geldstrafe.

Unser Zentralorgan, derVorwärts hat im verflossenen Quartal eine Abonnenten⸗

Zunahme von 4000 zu verzeichnen. Seine Auflage beträgt jetzt 56500. Denkmal für Liebknecht. Die Ver⸗

trauensleute der Berliner Parteigenossen geben bekannt, daß geplant wird, dem unvergeßlichen Führer ein Zeichen der Liebe und Verehrung in Gestalt eines Monumentes zu errichten, das, von Künstlerhand ausgeführt, Kind und Kindes⸗ kindern Zeugniß davon ablegen soll, daß der Name Liebknecht in hohen Ehren steht. Ein Komitee niumt Beiträge entgegen und wird die weiteren Schritte einleiten.

Versammlungs⸗ Kalender. Samstag, den 26. Januar.

Gießen. Holzarbeiter. Abends 9 Uhr Versamm⸗ lung bei LöbWiener Hof. Gießen. Metallarbeiter.

Abends 9 Uhr Ver⸗ sammlung bei Orbig.

Sonntag, den 27. Januar.

Wieseck. Arbeiter-Bildungs⸗Verein. Ver⸗ sammlung Nachmittags 3 Uhr bei G. Schneider. Tages⸗Ordnung: Vorstandswahl; Regelung der Ge⸗ sangsstunde.

Friedberg. Nichtgewerbliche Arbeiter. Ver⸗ sammlung Nachmittags 4 Uhr in dor Stadt Ne w⸗ York. Tagesordnung: 1. Abrechnung; 2. Ver⸗ gnügen; 3. Aufnahme und Einzahlung. Alle Mit⸗ glieder haben pünktlich zu erscheinen.

Gießen. Nachmittags 4 Uhr bei Orbig. Be⸗ sprechung wegen Gründung eines Consum⸗Vereins. Hierzu ladet freundlichst ein

das Gewerkschaftskartell.

Lollar. Wahlverein. Versammlung Nachmittags

3 Uhr bei Wirth Schupp. Tagesordnung: Dele⸗

girtenwahl.

Mark: berichte.

Auf dem Wochenmarkte in Gießen kosteten am 24. Januar: Butter per Pfd. Mk. 0.80 0.90, Hühnereier per St. 8 9 Pfg., Enteneier 2 St. 00 16 Pfg. Gänseeier per St. 0000 Pfg., Käse 1 St. 58 Pfg., Käsematte 2 St. 58 Pfg., Erbsen per Liter 22 Pfg., Linsen per Liter 34 Pfg., Kartoffeln per 100 Kilo Mk. 5.00- 6.00, Zwiebeln per Ctr. Mk. 5.50 6.00, Milch per Liter 18 Pfg., Tauben per Paar Mk. 0.60 bis 0.90, Hühner per St. Mk. 0.90 1.30, Hahnen per Stück Mk. 0.65 1.00, Enten per St. Mk. 2.00 bis 2.20. Gänse per Pfd. Mk. 0.54 0.65.

Briefkasten.

th, Wtzlr. Frau Dr. David ist nicht die Ver⸗

fasserin des Romans in derN. W. Die Nach⸗

lieferung war vergessen worden. In der Strafsache ist nächsten Mittwoch Termin. Weiteres brieflich.

St. Mrbg. Raummangelshalber war Ihr Wunsch

unmöglich zu erfüllen.

f»Kaddttheat Giessener Kadttheater. Sonntag, den 27 Januar 1901. Der Maun im Monde.

Posse mit Gesang in 5 Bildern von Jakobson, Musil von Michael is.

Dienstag, den 29. Januar 1901, Volkstümliche Vorstellung zu kleinen Preisen! Im weißen Rößl.

Lustspiel in drei Akten.

Mittwoch, den 30. Januar 1901. Galeotto Freitag, deu J. Februar 1901. Flachsmann als Erzieher.