Ausgabe 
26.5.1901
 
Einzelbild herunterladen

nlassung aber ic n immer eltien

Hertn 1. Be nich nt

1

attung ie Fordt⸗ ig wit, Sonnig on aus- rsamilt Arbeitet bringen 1 Hand arg zun illgemel ic del chäͤltuist michel, treffealt führ anlassel. espräh legentel r bielel ande fe

0 Amen 4

UO, 4

eine Poltzeistrafe von 6 Mk.

eingelegte Berufung gelangte die

tragsleistung aufgefordert hade. Urteil legte der Staatsanwalt Rep ision ein, die am Montag(20. Mai) vom Kammer⸗ gericht in Berlin verworfen wurde.

Faumergeriezt hält an seiner neueren Judikatur

1

7

41,

3 1

Nr. 21.

Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung.

einer an,däi glawwe wer de letzt kimmt, dem werd om merschte geglaabt un wann er noch so en große Kohl verzappt, un weil mir so e schih Maiftier hatte, so mane se, kennte se uns e poar obnehme.Woas wäre däi sich en Hals schneire, meint wieder Ferdinand.No vielleiht bezohlt aach emol ganer von dene e Fässt, deß könne se aach selwer saufe. Wann se aach weiter nichs mehr wisse, doh sein se blamirt. Mir wärrn sen schon weise, woas mer von en se hale hot un woas se für Kerle seih. De Alphons de Ligouri gebt jo schihne Beispiele. Nach diesen Worten holte ich mir den Oberhessischen Anzeiger und richtig! da stand eine Einladung zum Vergnügen des Kath. Männer⸗ und Arbeiter⸗Vereins und unten fett gedruckt: Um zahlreichen Besuch wird drisgend gebeten! Demuach ist es bei ihnen doch nicht so rosig, wie sie es der Welt glauben machen möchten.

l. Vor dem Umsturz bewahrt. In einer großen Gefahr, ohne daß sie es wußten, schwebten die guten Bürger des friedlichen Friedberg, besonders aber die Anwohner unserer im Umbau begriffenen Stadtkirche. Glück⸗ licherweise wurde durch das rechtzeitige Ein⸗ greifen bewährter Ordnungs wächter die Gefahr noch rechtzeitig abgewendet. Die Gefahr des allgemeinen Aufruhrs und des selbstverständ⸗ lich darauf folgenden totalen Umsturzes, der sicher eingetreten wäre, wenn man nicht recht⸗ zeitig Vorkehrungen getroffen hätte. Bei den Renovirungsarbeiten der Stadtkirche wurden alle äußeren Holz und Eisenteile rot ange⸗ strichen, was der Kirche ein recht geschmack⸗ volles Aeußere verleiht. Jedermann lobte diese Wahl. Eines Tages sah man einige von denen, die da glaubten etwas mitreden zu dürfen, mit bestürzten Gesichtern hin und her laufen. Jeder schaute nach dem Turmz irgend etwas war also da oben nicht in Ordnung; was war es aber? Endlich hatten wir es auch erfahren. Die Wetterfahne war auch rot angestrichen. Die Umsturzfarbe auf dem Kirchturme! Das ging nicht an, beim Anblick der roteu Wetterfahne mußten sich ja jedem treuen, ordnungsliebenden Bürger die Haare sträuben! Schnell wurden noch einmal die Dachdecker gerufen. Noch einmal wagten sie ihr Leben und stiegen hinauf auf den Turm, ausgerüstet mit Farbtopf und Pinsel. Die Fahne wurde umgelegt und dann war längere Zeit nichts von den Beiden zu sehen. Derweil standen unten eine Anzahl allzu Be⸗ sorgter und schauten klopfenden Herzens nach der Spitze. Wird das Werk gelingen? Diese Frage konnte man aus allen Zügen lesen. Plötzlich waren die Beiden Beherzten oben wieder zu sehen. Ein Frendenschrei durchzitterte die Luft. Die Wetterfahne war schwarz. So, nun konnte Friedberg wieder ruhig schlafen, Dank der Wachsamkeit der beiden Gutgesinnten, die hoffentlich bei der Einweih⸗ ung gebührende Anerkennung finden und wenig⸗ stens mit einem Orden belohnt werden.

Wetzlar.

* Tellersammlungen in Versamm; lungen sind erlaubt! Wegen Vornahme einer Tellersammlung in einer im September vorigen Jahres in Gleiberg stattgefundenen

öffentlichen Versammlung erhielt Genosse Vetters,

der den Vorsitz in jener Versammlung führte, Anf den dagegen erhobenen Einspruch bestätigte das Schöffen⸗ gericht Wetzlar das Strafmandat unter Hin- weis auf die Regierungsverordnung vom 11. Nai 1866. Auf die vom 1

zetzlarer Strafkammer zur Freisprechung, besonders deshalb, weil B. mit keinem Worte zur Bei⸗ Gegen dieses

Das

fest und erfordert zum Begriff der Kollekte

das unmittelbare Angehen von Person

zu Persor; es debnziert dieses Erfordernis

aus dem Allg. Landrecht, auf das in den be⸗ züglichen Instruktionen an die Oberprästdenten Bezug genommen ist und das die Haus⸗ kollekte im Sinne hat. Tellersammlungen in Bersammlungen sind, wie ausdrücklich publi⸗ ziert wurde, stets gestattet! f

Wir teilen das Urteil ausführlich mit, sobald es uns zugegangen ist. Die Verteidigung lag in den Händen der Herren Rechtsanwälte Th. und Dr. K. Liebknecht.

Die Kaserneuseuche.

Der Typhus greift in der letzten Zeit in bedenklicher Weise um sich. Nach der Augs⸗ burger Abendzeitung sind in den letzten Mo⸗ naten im 8. Infanterieregiment in Metz 26 Todesfälle zu verzeichnen, während sich am 30. April noch 291 Kranke in ärztlicher Be⸗ handlung befanden. Auch die Garnison Neu⸗ ulm verlor erst vor Kurzem 4 Mann durch den Typhus und jetzt einen durch Genick⸗ starre. Auch in Ehrenbreitenstein herrscht eine Typhusepidemie, was die Bürger- schaft in große Erregung versetzt hat, da be⸗ reits mehrere Fälle tötlich verlaufen sind. Unter der militärischen Besatzung wurden dieser Tage dreißig Erkrankungen gezählt. Auch da find Toded fälle vorgekommen. Es wird vermutet, daß die Epidemie auf die vorjährige Kasernenepidemie zurückzuführen ist. Die wie⸗ derholte Untersuchung des Trinkwassers soll nichts Nachteiliges ergeben haben. Das Wasser wird auch weniger daran schuld sein, sonst müßten die übrigen Einwohner ebenfalls von der Krankheit ergriffen sein. Wir geben vielmehr der schlechten gesundheitlichen Fürsorge 55 115 Unreinlichkeit in den Kasernen die

Verworsene Revisionen.

Das Reichsgericht verwarf die Revision Sternbergs. Ebenso wurde die Revision des zu 4 Jahren Zuchthaus verurteilten Moritz Lewy aus Konitz verworfen.

Ans dem Wahlkreise Marburg⸗ Kirchhain.

St. Marburg, 23. Mai 1901.

Genosse Bader, der früher als Verleger derHess. Landeszeitung hier in Marburg ansässig war, später Chef.⸗Redakteur der Magde⸗ burgerVolksstimme wird demnächst seinen Wohnsitz nach München verlegen, um dort als freier Schriftsteller für die Sache des Vol⸗ kes zu wirken.

Städtische Arbeiterfürsorge. Im vergangenen Herbst wurde seitens der Stadt eine größere Menge Holz gelagert, um während der Wintermonate die städtischen Arbeiter mit der Zerkleinerung desselben zu beschäftigen, wie biesen mitgeteilt worden war. Als jedoch der Winter eintrat, und man die Arbeiter zum größten Teile nicht mehr brauchte, wurden die⸗ selben meistens entlassen. Das Holz blieb je⸗ doch ruhig liegen und wird nunmehr durch Sefangene zerkleinert. Die städt. Arbeiter beziehen ja auch einen so horrenden Lohn, (2,20 Mk. pro Tag), daß fie sich im Sommer so viel erübrigen können, um während des Winters gemütlich hinterm warmen Ofen zu

sitzen.

Eintracht. Unser Gesangverein unternahm am Himmelfahrtsmorgen unter starker Beteiligung eine Frühtour über die Kirchspitze, Teufelsgraben, Sellhof nach Dreyers Quelle; an letzteren beiden Orten murden mehrere Lieder gesungen und nach eingenommener Stärkung der Rückmarsch nach der Stadt an⸗ getreten, woselbst im Veretuslokal noch ein ge⸗ meinsamer Frühschoppen getruaken wurde. Von jetzt ab finden die Gesangsstanden wieder regelmäßig jeden Donnerstag, abends ½9 Uhr, im Vereinslokal, D. Jesberg, statt und werden die Mitglieder ersucht, sich möglichst präzis dort einzufinden.

Selbstmord. Am vergangenen Frei⸗ tag hat sich hier der Dozent an unserer Uni⸗ versität, Prof. Dr. Joseph, in einem Anfalle

Seite 5. von Geistesstörung in seiner Wohnung er⸗ chossen.

, Brand in Kirchhain. Dienstag

früh ging die große, im vorigen Jahre für die landwirtschaftliche Ausstellung benutzte Fest⸗ halle in Flammen auf. Das leicht aufge⸗ führte Gebäude lag in ganz kurzer Zeit in Asche, dem verheerenden Element konnte kein Einhalt gethan werden. Die Halle soll genü⸗

195 versichert sein. Brandstiftung soll vorlie⸗

Partei-Hachrichten.

Gießen. Sozfaldemokratischer Wahl⸗ verein und GesanavereinEintracht am 1. Pfingstfeiertage

Familien⸗Ausflug nach Hausen. Abmarsch 2 Uhr nachmittags vom Ludwigsplatz aus.

Lauterbach. Sozialdemokratischer Wahlverein. Am 2. Pfingstfeiertage

Ausflug.

Zusammenkunft morgens ½ 5 Uhr an der Hainingstraße.

Arbeiter⸗Sän ger!

Wir werden um Aufnahme des Folgenden ersucht:

An die Arbeitergesangvereine im Kreise Gießen und den angrenzenden Bezirken!

Vom GesangvereinGermania in Alten⸗ Buseck wurden vor einiger Zeit befreundete Ver⸗ eine aufgefordert, an einer Besprechung teilzu⸗ nehmen, die die Gründung eines Arbeiter- Sängerbunndes für oben genannten Be⸗ zirk zum Zwecke haben sollte. Eine Anzahl Vereine stimmte dem Vorschlage zu. Wir be⸗ rufen deshalb hier mit eine Delegirten⸗Ver⸗ sammlung auf Sonntag, den 2. Juni nach Alten⸗Buseck ein. Dieselbe beginnt nachmittags 1 Uhr im Lokale von Gastwirt Becker. Alle Arbeitergesangvereine der Um⸗ gebung werden freundlichst ersucht, sich durch je 23 Delegirte beteiligen zu wollen. Mit Sängergruß! Der Vorstand des Arbeiterge⸗ sangvereinsGermania in Altenbuseck.

Versammlungskalegder.

Samstag, den 25. Mai.

Gießen. Sozialdem. Wahlverein. Abends 9 Uhr

Versammlung bei Orbig. Mittwoch, den 29. Mai.

Gießen. Gewerkschaftskartell. Abends 9 Uhr Sitzung bei Orbig mit den Vertretern der Hand⸗ werkerkammer.

Aus dem Gießener Standesamts register.

Aufgebotene. 14. Mai: Balthaser Becker, Schmiedgefelle ku Kesselbach mit Katharine Conrad in Londorf. 17. Karl Reiber, Schlosser hierselbst mit Margarethe Waguer dahier, 20. Heinrich Merzweiler, Kaufmann in Basel mit Sophi⸗ Willmanu in Erbach. 21. Albert Wallenfels, Kaufm aun hierselbst mit Marie Berg dahier.

Eheschließungen. 18. Mai: Carl Herr, Schneider und Appreteur hierselbst mit Katharine Vell⸗ mete dahier. 22. Otto Wagner, Kaufmann hierselbst mit Mathilde Bergen dahtier. Heinrich Wölfing, Sattler und Tapezier hierselbst mit Katharine Wildner dahter. 23. Ludwig Arnold, Bäcker hierselbtt mit Elisabeth Michel dahier. Bruno Traugott von Bursztini, Haupt⸗ mann und Kompagniechef hierselbst mit Amalie Haller dahier.

Geborene. 12. Mai: Dem Schlosser Joseph Pöllenhofer eine Tochter. 13. Dem Fuhrmann Heinrich Luh eine Tochter, 14. Dem Wagenmeister Heinrich Keil eine Tochter. 16. Dem Sattler Peter Borschbach ein Sohn. 17. Dem Lokomotivpheizer Wilhelm Weimar eine Tochter. 18. Deu Friseur Maximilian Wißner ein Sohn. Dem Bäcker Ludwig Müller eine Tochter. Dem Weißbinder Karl Käs ein Sohn. 19. Dem Telegraphenarbeiter Adolf Bender eine Tochter. 20. Dem Bierbrauer Andreas Weber ein Sohn. 21. Dem Buch⸗ bindermeister Paul Richter ein Sohn.

Gestorbene. 16. Mai: Karl Hillgärtner, 9 Mo uate alt. Friedrich Diehlmann, 22 Jahre alt, Musketie 20. Heinrich Thöt, 16 Jahre ale, Handlungslehrlin. 22. Pgilippine Förster, geb. Schmidt, 55 Jahre a. Privatin. Erna Hartmann, 6 Monate alt. ft