liefen ergebnißlos.
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Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung.
Nr. 21.
nötigen Gelder aufzubringen. Neunzehn neue Zahlstellen wurden im Jahre 1900 ge⸗ gründet; eingegangen sind acht.
T Der Schneider verband hatte Ende des vorigen Jahres 15,320 Mitglieder. An Einnahmen des Verbandes im ganzen Jahre waren zu verzeichnen 210,222„24 Mk.(ein⸗ gerechnet 71,912,91 Mk. Saldovortrag aus dem Jahre 1899), die Ausgaben betrugen 118,976,69 Mk., sodaß ein Kassenbestand übrig blieb von 87,456 Ml. in der Hauptkasse und von 3789,45 Mk. in den Filialen. Unter den Ausgaben befinden sich 5 Hauptposten: Fachzeitung 16,853 Mk., Ret eunterstützung 6550 Mk., Krankenunterstützung 7755 Mk., Streik⸗ unterstützung 40,153 Mk., Prozente(an die Filialen) 29,369 Mk., Verbandstage und Kon⸗ gresse 4/07 Mk., Gehälter de. 4240 Mk. dc.
Die Schneider in Bremen, die sich seit mehreren Wochen in Streik befanden, nahmen die Arbeit wieder auf. Sie erreichten eine Lohnerhöhung von 10 Prozent.
Tabakarbeiterstreik in Nord⸗ hausen. Um das Koalltionsrecht in Nordhausen kämpfen seit voriger Woche über 1000 Kau⸗ tabakarbeiter und Arbeiterinnen in Nordhausen. Sämtlichen Arbeitern wurde ein Revers vor⸗ gelegt, laut welchem die Tabakarbeiter aus dem Deutschen Tabakarbeiterverband austreten und an die Arbeiter Berlin u. Ko. keine Streikunter⸗ stützung zahlen sollen. Die Unterschrift wurde fast ausnahmslos verweigert. Eine stark besuchte Versammlung nahm folgende Resolution an: „1. das an die Tabakarbeiter gerichtete Ver⸗ langen, auf das gesetzlich gewährleistete Koali⸗ tionsrecht Verzicht zu leisten, wird mit aller Entschiedenheit verurteilt. 2. spricht die Ver⸗ sammlung das Gelübde aus, dem Deutschen Tabakarbeiterverbande in unerschütterlicher Treue auch fernerhin angehören zu wollen. 3. ist an der Regelung des Lehrlingswesens auf Grund der gemachten Vorschläge und an der Errich⸗ tung eines Arbeitsnachweises festzuhalten.“—
Streik in der Waggonfabrik in Kelsterbach. Seit voriger Woche befinden stch etwa 150 Holzarbeiter, 90 Schmiede und 25 Lackierer der Kelsterbacher Waggonfabrik im Ausstande. Die bisherigen Verhandlungen ver⸗ Auf Vorschlag der Direk⸗ tion, dem die Ausstäudigen zustimmten, soll der Kreisrat die Vermittelung übernehmen.
Von Kah und Fern.
Mitteilungen aus unserem Zeserkreise find uns jederzeit will⸗
kommen. Die Shre unserer Sache gebietet natürlich strengste
Gewissenhaftigkett dei Uebermittelung von Nachrichten.— tr
bitten, alle zum Druck bestimmten Einsendungen nur auf einer Seite zu beschreiben.
Gießener Angelegenheiten. Zum Monatswechsel
bitten wir unsere Leser, sosort das Abonne⸗ ment zu erneuern. Ferner ersuchen wir unsere Genossen, fortgesetzt neue Abonnenten anzuwerben.
— Packeteinsammlung. Das Postamt schreibt: Im Publikum ist noch immer wenig bekannt, daß die Post auf Bestellung, wie jeder Spediteur, Packete aus den Wohnungen abholen läßt. Man braucht nur ein offenes Schreiben, eine Karte oder einen Zettel mit den Worten: „Bitte Paket abholen bei(Name und Wohnung)“ unfrankirt in den nächsten Briefkasten zu werfen oder einem Briefträger mitzugeben, und die Sendung wird bei der nächsten Bestellfahrt gegen eine geringe Gebühr vom Hause abgeholt. Das Verfahren ist also einfach und bequem. Man kann dabei die sehr viel größere Ausgabe für einen Gepäckträger ersparen. Alleiunstehenden Personen ist es deshalb besonders zu empfehlen.
— Das Bureau der Gewerbe⸗In⸗ spektion befindet sich vorläufig Frankfurter⸗ straße 31.
. Bäckerversammlung. Mittwoch 15. Mai tagte im Wiener Hof eine gut besuchte ackerversammlung, in der Koll. Hegemann Bericht über den Verbandstag in Mainz er⸗ tate. Hierbei beschäftigte sich der Referent ciaghend mit den sog. Bäckerschutzbestimmungen, ein Axe Durchführung er tadelte. Er forderte
die Versammelten zum Beitritt in die Orga⸗ nisation auf, weil nur durch festen Zusammen⸗ schluß die vielen Mißstände, unter denen die Bäckergesellen zu leiden haben, beseitigt werden können. Eine in diesem Sinne gehaltene Re⸗ solution fand einstimmige Annahme. Der Ver⸗ band zählt gegenwärtig 28 Mitglieder.
— Als eine feige Auskneiferei charakterisiert sich die Art, wie die„unparteii⸗ schen„Gießener Neueste Nachrichten“ ihre von uns in der letzten Nummer gekennzeichnete scharfmacherische Hetznotiz zu„rechtfertigen“ suchen. Sie verkriechen sich hinter die Frankfurter Zeitung, der sie den unhöf⸗ lichen Satz aus dem Briefe der Kupferschmiede an ihre Arbeitgeber entnommen hatten und die den darin von den Arbeitern angeschlagenen Ton ebenso getadelt hätte. Das ist eine ganz dreiste Flunkerei. Die Frkftr. Ztg. ent⸗ schuldigte sogar die Schreibweise der Kupfer⸗ schmiede mit der mangelnden Schreibgewandheit der Arbeiter; es ist ihr aber nicht eingefallen, die Fassung jenes Schreibens auf„gewerbs⸗ mäßige Hetzer“ zurückzuführen. Solcher gemeinen Verdächtigungen der Arbeiterbewegung hat sich die„Frkf. Ztg.“ noch immer enthalten.
Die G. N. N. ja früher auch, als das große
Licht aus Aae Gießen noch nicht mit seiner Anwesenheit beglückte und das Blatt vorwiegend mit dem Inhalte der Berliner Volkszeitung gefüllt wurde, die sich nie derartige Schweinburgiaden leistete.] So lange die G. N. N. nicht den Beweis erbringen für das, was sie behaupteten, nämlich, daß die Arbeiterorgani⸗ sationen und in diesem Falle die Hamburger Kupferschmiede von„gewerbsmäßigen Hetzern“ in ren Entschließungen beeinflußt wurden, so lange erklären wir ihre Notiz für eine in⸗ fame Lüge. Das wäre allerdings nicht die erste und nicht die einzige. Ganz albern und sehr durchsichtig zugleich ist das Manöver des in allen Wassern gewaschenen„Unparteiischen“, für unsere letzte Notiz den Genossen Kru m m verantwortlich zu machen. Man höre:
„Wir sind erbötig, dem Herrn Großkaufmann Krumm, der sich nicht schämt, in dieser Weise einen politischen Gegner zu verdächtigen, unter vier Augen zu beweisen, daß der Redakteur unserer Zeitung für die Arbeitersache mehr Mark geopfert hat, als er Nickel und daß Redakteur H. dor nicht langer Zeit die schwersten Ver⸗ luste zu ertragen hatte, weil er nicht für die Zucht⸗ hausvorlage schreiben wollte.“
Zunächst ist an dem Erguß interessant, daß Herr H. von Krumm als politischen Gegner spricht. Also hat ein Unparteiischer auch Gegner?! Das sollte er doch nach unserer unmaßgeblichen Meinung nicht. Herr H. ge⸗ steht also damit selbst zu, daß sein Gerede von „absoluter Unparteilichkeit“ purer Schwindel ist. Mit den Opfern für die Arbeitersache wirds wohl ähnlich aussehen. Wir wüßten nicht, wie ein nationalliberaler Redakteur dazu kommen sollte, etwas für die Arbeitersache zu opfern. Brüstet er sich damit, nicht für die Zuchthaus⸗ vorlage geschrieben zu haben— Hundert andere bürgerliche Redakteure von der Zentrums⸗ und nationalliberalen Partei thaten es auch nicht— und zählt uns das an den Fingern als Verdienst vor, so können wir ihm deswegen für seine jetzigen Verdächtigungen der Arbeiter und seine Scharfmachereien keine Absolution erteilen. Jedenfalls sind seine bisherigen Leistungen in den G. N. N. durchaus im Stile Schseinburgs und der Zuchthausvorlage ge⸗ halten. Schließlich ruft Herr Hoppstädter aus: „Niemals hat eine Heligtonssekte soviel Glauben verlangt, wie die Sozialdemokratie. ... Ihre Apostel leben vom Glauben, die andern sind dafür gestorben.“ Wenn das wahr wäre, würden Leute vom Schlage des Herrn Hoppstädter sich auch der Sozialdemo⸗ kratie zur Verfügung stellen. Sie halten es aber einstweilen noch für einträglicher, die Sozialdemokratie mit Schmutz zu bewerfen. Bei diesem unreinlichen Geschäft springt allerdings mehr heraus; wenigstens so lange die Arbeiter so dumm sind, auf Blätter, wie die G. N. N., zu abonnieren.— Genosse Krumm, dem wir das Hoppstädter'sche Machwerk zuschickten,
schreibt uns:„Für die Uebersendung der Nr. 116
der G. N. N. danke ich verbindlichst. Obgleich ich, wie Sie ja wissen, an Ihrem Artikel in Nr. 20 ganz unschuldig bin, erkläre ich mich mit ihm durchaus einverstanden. Ich würde vielleicht auf die Schimpfereien dieses Schmierblättchens noch drastischer geantwortet haben. Auf die mich persönlich betreffenden, ebenso thörichten als gehässigen Angriffe einzugehen, habe ich keine Veranlassung. Glaube kaum, daß mir der Anwurf bei meinen Mitbürgern schadet! Nur ein paar Worte gestatten Sie mir: Ich bin nicht neugierig, die Opferfreudig⸗ keit des Herrn H. kennen zu lernen; ist sie so groß wie sein„Taktgefühl“, sich selbst zu beweihräuchern, dann steckt nicht viel dahinter; ich lehne es ab, für meine Person über ge⸗ brachte Opfer auch nur ein Wort zu verlieren. Daß ich„Oel ins Feuer gieße“ beim wirt⸗ schaftlichen Kampfe ist eine Erfindung des Gießener Schweinburg; ich kann es jedem ruhig überlassen, zu beurteilen, ob meine Thätigkeit auch nur halb so„verhetzend“ ist, wie die geflissentlichen Verbrehungen, Verdächtig⸗ ungen, Aufbauschungen und die sonstigen mannigfaltigen Schwein burgereien des Herrn H. Zum Schluß bemerke noch: Ich habe für meine Person dem kleinen Schwein⸗ burg auch nicht die geringste Veranlassung gegeben zu seiner Schimpferei, aber ich will offen gestehen, daß mir sein Schimpfen immer noch besser gefällt, als seine Lobhudeleien. Ohne dringenden Grund werde ich Herru Schweinburg nicht mehr antworten. Bei Angriffen von fager Seite tröste ich mich mit dem Heine'schen Verse:
„Ja, das Schrecklichste auf Erden
Ist der Kampf mit Ungeziefer,
Dem Gestank als Waffe dient,
Das Duell mit einer Wanze.“
Aus Friedberg.
-d. Unentgeltliche Totenbestattung ist eine von uns schon immer vertretene Forde⸗ rung. Wie notwendig ihre Verwirklichung wäre, bewetst ein Vorkommnis vom vorigen Sonntag hier in Friedberg. Eine arme Frau von aus⸗ wästs, die zu Besuch bei eier Arbeiterfamilie weilie, verstarb plötzlich. Da der betr. Arbeiter die Kosten für den Leichenwagen nicht aufbringen konnte, nahm er kurz entschlossen ein Hand⸗ wägelchen und fuhr zamit selbst den Sarg zum Friedhof. Dieses Vorgehen erregte allgemein Aergernis; man kann aber schließlich dem armen Teufel, der durch seine Verhältnisse dazu gezwungen war, keine Vorwürfe machen. Wir wissen allerdings nicht, ob der Betreffende alle Schritte gethan hatte, um die Ueberführung der Leiche durch die Behörden zu veranlassen.
d. Einem interessanten Gespräch zuzuhören, hatte Einsender dieses Gelegenheit und die„Mitteldeutsche“ würde sicher vielen ihren hiestgen Lesern und wohl auch andern ein Vergnügen machen, wenn sie es veröffent- lichte. Mehrere Arbeiter saßen zusammen in der Wirtschaft und unterhielten sich.„No, Ferduand“ begann einer, indem er die Zeitung weglegte,„gihste aach bis Sonntoag 25 Ver⸗ gal 22“„Hei woas für e Vergnüge?“„Bein Katholische Männer⸗ un Arweiter⸗Verein.“„Bei dät mit dem Helligescheih um die Köpp, do gih eich nätt hih.“ Da mischt sich ein anderer, der bis dahin zugehört hatte, in das Gespräch. „Waßte Jakob, däi Ar weiter, möcht ich äwer⸗ haupt e mol seh, däi do hih gih. Dai blamirn ich jo schon vorne e weck.“„Woarim 2“ meint
erdinand.„Weil in dem Verein en Unnerschied gemoacht werd zwische Nänner un Arweiter; demnoach sein de Parrer un die Lehrer un des Schäfche un de M—— el un de D Peter un däi Kerle die Männer, un däi annern die Arweiter.“„Bei dene fehlt nur noch de Bindewald.“„Ich möcht nur wisse, woarim se in die Zeitung gerückt howwe: Um Zahreiche Besuch werd dringend gebete. Däi hunns doch sonst net so dringend; wohrscheinlich will de Thedor emol met de Weiwer von seine Arweiter danze“.„No ich glawwe, wann kan anner met em danzt, bleibt er de ganze Owend sezze un wann se noch so dringend enloare.“
„No wäist ihr, däi sein schlau“, fängt wieder au Nen g l 1
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wieder zu die Luft. , nun schlafen,
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