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Nr. 21.
Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung.
Seite 3.
7 schon der erlauchte Vater Alexanderchens, er ehrenwerte, vor noch nicht langer Zeit zu seinen Vätern versammelte dicke Milan, der sich bei Wiener und Karlsbader Geschäftsleuten dauerndes Andenken gesichert hat, genauer ge⸗ kannt haben. Der Herr Vater wollte in die Verbindung seiner ehemaligen Maitresse mit seinem Sohne nicht einwilligen, konnte sie aber nicht hindern. Vergeblich war auch der Einspruch der Mutter Alexanders; dieser heiratete seine Draga, weil er, wie er bekannt gab, aus Gründen dazu verpflichtet wäre, die ziemlich deutlich bezeichnet wurden und aus denen man schließen mußte, daß Alexander und Draga die Ehefreuden schon vor der Hochzeit genossen, wie das ja in Serbien und anderwärts zu⸗ weilen vorkommen soll.— Nun warteten die treuen Serben seit Monaten auf das ange— kündigte„freudige Ereignis“ in ihrem„ange⸗ stammten“ Herrscherhause. Aber Monat auf Monat verging, der sehnlichst erwartete Throu⸗ erbe will sich nicht einstellen. Geduldig warten die Serben und ihr König. Endlich ist die von der Wissenschaft und durch tausendjährige Erfahrung festgestellte Zeit um, da aber der Sprößling noch immer keine Anstalt zum Er⸗ scheinen macht, läßt der König berühmte Sach⸗ verständige kommen und nach dem Stande der Sache forschen. Und diese stellten fest, daß die Königin sich überhaupt nicht im Zustande der Schwangerschaft befinde! Darob allge- meine Verblüffung, Enttäuschung, Bestürzung. Alexander muß auf die erhofften Vaterfreuden verzichten, an ihm wird Busch's ewig wahres Sprüchlein„Vater werden ist nicht schwer“ zu Schanden.— Gerüchtweise verlautet, Draga Maschin hätte den jungen König durch das Vorgeben, daß sie sich Mutter fühle, unter das Joch der Ehe gezwungen. Nun war sie in nicht geringer Verlegenheit, als der Schwindel offenbar werden mußte. Man erzählt sich an⸗ eblich in eingeweihten Kreisen, Frau Draga fol beabsichtigt haben, das Kind ihrer Schwester, die in diesen Tagen ihrer Niederkunft entgegen⸗ sah, unterzuschieben. Infolge einer Totgeburt sei jedoch dieser Plan gescheitert. Was an diesen Geschichten Wahres ist, mag dahingestellt bleiben, nach ärztlichem Gutachten steht nur fest, daß die Königin nicht schwanger ist. Im Allgemeinen könnten uns ja die netten Ge⸗ schichten wenig kümmern. Sie erschüttern aber die Fabel vom Gottesgnadentum gründlich. Wie, wenn es Draga geglückt wäre, irgend ein Zigeunerkind zu unterschieben und als Kronprinz von Serbien auszugeben? Dann war eben besagtes Zigeunerkind durchlauchtigst und von Gottes Gnaden! Und wer weiß, wie oft ähnliches in den fürstlichen Familien im Laufe der Jahrhunderte passterte!
Die Wahlen in Spanien
haben diese Woche stattgefunden. Das genaue Ergebnis ist noch nicht bekannt; bisher werden 184 Liberale, 70 Konservative, 14 Republikaner und eine Anzahl Angehörige kleinerer Gruppen, sowie auch ein Sozialist als gewählt be⸗ zeichnet, Bestätigung bleibt indessen abzuwarten. Vielfache Ruhestörungen kamen während der Wahlen vor; die am Ruder befindlichen Liberalen suchten, wie das im„schönen Land des Weins und der Gesänge“ üblich ist, mit allen Mitteln der Fälschung und Vergewaltig⸗ und die Wahlen in ihrem Sinne zu beeiuflussen.
Krieg in Südafrika.
Kürzlich veröffentlichten englische Blätter Auszüge aus Privatbriefen, welche von eng⸗ lischen Offizieren aus Südafrika in die Heimat gesandt worden sind und aus denen hervorgeht, daß das gesamte Offizierkorps mehr och als die Truppen kriegsmüde ist. Während bei den Soldaten die Ueberanstrengungen und bie Entbehrungen jeglicher Art für ihren Ge⸗ nütszustand entscheidend waren, ist dies bei ven Offizieren durch allzu rücksichtslos betriebene Begünstigungen und durch die Anmaßung einer Anzahl aristokratischer Offiziere, welche gestützt auf ihre Londoner Beziehungen, „ie Kolonial-⸗Offiziere von oben herab an⸗
sehen, entscheidend gewesen. Es sind infolge dieses Zustandes schon öfter Reibereien entstanden und es ist sogar zu blutigen Kämpfen zwischen den regulären und Kolonial⸗Truppen gekommen, wobei es immer Tote gab. Die Nachrichten über diese Zwischenfälle wurden von der Zensur nicht durchgelassen. Die Offi⸗ ziere dringen auf eine möglichst schnelle Be⸗ endigung des Krieges hin, da sonst sehr wohl Komplikationen entstehen dürften, welche eine Fortsetzung der Krieges unmöglich machen dürften. Das ist für die Zustände im englischen Heere auch bezeichnend.
Größere Trupps Buren zeigen sich unterdeß wieder an verschiedenen Stellen des Landes und bedrängen die Engländer. Kit⸗ chen er habe erklärt, er werde das Kommando niederlegen, wenn die Regiernug nicht größere Verstärkungen schicke.
Krieg mit China.
Die Entschädigungsfrage bildet noch immer den Gegenstand der nicht endenwollenden diplomatischen Verhandlungen. In der letzten Zeit waren die Vertreter der Mächte mit der Beratung des englischen Vorschlags den Zahlungsmodus betreffend, beschäftigt. Der englische Gesandte Satow erkennt in einem Rund⸗ schreiben an, daß diese Forderung über⸗ trieben sei und ihre sofortige Zahlung seitens Chinas mittels einer Anleihe dieses zum Bankrott treiben würde. England sei bereit, sich einer Herabsetzung der Entschädigung anzuschließen. Betreffs Zahlung der festgesetzten Summe von 450 Millionen Taels schlägt Satow vor, China zu erlauben, Schuldscheine auszugeben und mit diesen jede der Mächte auszuzahlen. Die Tilgung der Schuldschein müßte in 5—6 Jahren erfolgen. Was nun bet der Verhandlung herausgekommen, ist noch nicht bekannt geworden.
Festivitäten. Zu Ehren des französischen Gesandten Pichou fand am 12. Mai anläßlich seiner Abreise ein glanzvolles Festmahl statt. Wie berichtet wird, waren alle Diplomaten und hohen Militärs zugegen, ebenso Li⸗Hung⸗ Tschang und Prinz Tschiug. Das Fest wurde im Zentralpalast abgehalten und schloß auch ein Bankett ein, bei dem Graf Waldersee den Ehrensitz einnahm. Der Ball, die Musik, die Kanonenschüsse, das Feuerwerk und die
1 1 27 1 1 eee e Mitgliederzahl von 70,630 in 576 Zahlstellen auf.
Gesamtwirkung hervor, die unübertroffen von allen vorangegangenen Festlichkeiten war. Die Kosten des Festes werden auf 80,000 Taels(240,000 Mark) veranschlagt.— Eine Viertelmillion Mark für eine Fest⸗ 1 Da mag es wohl an nichts gefehlt aben. die Kosten dieser Schlemmerei zu tragen haben, werden den Bericht darüber mit der gleichen Befriedigung lesen, mit der die Chinesen ihr zugeschaut haben mögen. Durch das Feuer⸗ werk sind sie sicher mit den Hunnenthaten aus⸗ gesöhnt worden!
Die baldige Zurückziehung der deut⸗ schen Truppen wurde an verschiedenen Stellen angedeutet. Wie es heißt, sollen etwa 7— 8000 Mann in China verbleiben.— Ein Bremer Dampfer brachte 322 Mann zum Teil kranke Chinakrieger zurück. Darunter befanden sich einige, die zur Verbüßung längerer Freiheits⸗ strasen in die Heimat zurückgeschickt wurden.
Hessischer Landtag.
Zweite Kammer. Am Dienstag, den 21. Mai, beschäftigte sich die Kammer mit dem Antrag auf An⸗ stellung eines zweiten Feldbereinigungskommissars für Oberhessen. In der Diskusston erklärte Abg. Köhler- Langsdors(Antis.), daß ihm die möglichst baldige Durchführung der Feldbereinigung im Interesse der Landwirtschaft wertvoller erscheine als die Erhöhung der Getreidezölle. Wenn ihm zwischen beiden Ver⸗ günstigungen die Wahl gelassen würde, so würde er unbedingt die Feldbereinigung vorziehen. Das Geset über das Faselwesen wird nach langer Debatte im Wesentlichen nach der Regierungsvorlage angenommen Nur sollen entgegen dem ursprünglichen Regierungsvor⸗ schlag Faseltiere zweier Zuchtrichtungen gehalten werden dürfen, wenn der Kreisausschuß seine Zustimmung er⸗ teilt. Anläßlich der Vorstellung des Landes gewerbe—
Die europäischen Völker, die schließlich
vereins über die genossenschaftliche Organisation des Handwerkerstandes wird der Regierung möglichste Förderung und Unterstützung der Sache empfohlen.— Mittwoch gelangte der Antrag des Genossen Ullrich betreffend die Entschädigung unschuldig Verhafteter
zur Beratung, Abg. Ulrich erklärt sich mit dem Be⸗ schlusse des Ausschusses einverstanden, die Regierung um baldmöglichste Einbringung einer Gesetzesvorlage zu er⸗ suchen, die eine feste Entschädigung von zu Unrecht ver⸗ hafteten Personen vorsieht. Justizminister v. Dittmar erklärt, daß er mit den Absichten des Antrages und des Ausschusses ganz einverstanden sei. Auch er betrachte es als erwünscht, daß gesetzlich diese Frage geregelt werden soll. Er könne aber nicht versprechen, bald⸗ möglichst, wie der Ausschußantrag wolle, ein Problem zu lösen, an dem bedeutende gesetzgeberische Talente bis⸗ her gescheitert seien: Ueber die Entschädigung unschuldig Verhafteter schweben augenblicklich in Reichsinstanzen Erwägungen und Feststellungen, die zu einem gesetz⸗ geberischen Vorgehen führen werden, wenn auch nicht in der allernächsten Zeit. Man müsse deshalb abwarten. — Abg. Dr. Gutfleisch(freis.) kann keine Veran⸗ lassung erkennen, von dem Beschluß eine möglichst baldige landesgesetzliche Regelung von der Regierung zu fordern, abzugehen. Die Schwierigkeiten seien allerdings nicht gering, aber auch nicht unüberwindlich. Es sei richtig, daß die Reichsinstanzen sich mit der Materie beschäftigen. Das sei aber bereits seit Jahrzehnten der Fall, ohne daß ein befriedigendes Resultat erzielt worden oder zu erwarten sei. Da nun die Reichsgesetzgebung ihrer Aufgabe in dieser Hinsicht nicht entspreche, so habe die Landesgesetzgebung die Pflicht und das Recht einzutreten. Es sei allerdings nicht angenehm, wenn die Entschädigungs⸗ frage teils durch das Reich, teils durch die Einzelstaaten geregelt set. Aber wenn es nicht anders gehe, müsse man sich damit abfinden und man werde das auch können, Redner führt einige krasse hessische Fälle an. Er wolle keinen Vorwurf gegen Staatsanwälte und Untersuchungsrichter erheben, aber es würde doch mit⸗ unter recht leichtherzig vorgegangen. Er verlange Entschädigung nicht nur in solchen Fällen, in denen ein schuldhaftes Verfahren eines Beamten vorliege, sondern auch in solchen, in denen Freisprechung wegen erwiesener Unschuld erfolge. Seinen sittlichen und recht⸗ lichen Verpflichtungen müsse der Staat unter allen Um⸗ ständen nachkommen.— Gutfleischs Rede wird sehr bei⸗ fällig aufgenommen. Abg. Ulrich stimmt dem Vor⸗ redner zu, worauf der Antrag einstimmig ange⸗ nommen wird.
Arbeiterbewegung.
Der deutsche Holzarbeiterverband weist in seinem Jahresbericht für 1900 eine
Gegen 1899 ist eine Zunahme von 2974 Mit⸗ gliedern zu verzeichnen. Nach der Jahres⸗ rechnung betrugen die Einnahmen 1,108,945 Mk., die Ausgaben jedoch 1,230,739 Mk.; die Mehr⸗ ausgabe von 121,784 Mk. mußte vom Ver⸗ bandsvermögen gedeckt werden, das sich auf 322,781 Mk. beläuft. Die hauptsächlichsten Ausgaben sind: Reiseunterstützung 35,885 Mk., Gemaßregelten Unterstützung 7580 Mk., Unter⸗ stützung bei Not⸗ und Sterbefällen 10,400 Mk., Umzugs ⸗Unterstützung 4944 Mk., Streik⸗ Unterstützung 653,017 Mk., Rechtsschutz 8105 Mark ꝛc. Der Vorstand sagt über die Mehr⸗ ausgabe:„Die Verminderung des Kassenver⸗ mögens ist, wenn auch an sich bedauerlich, so doch keineswegs geeignet, mutlos zu machen. Im Gegenteil darf es alle Mitglieder mit Be⸗ friedigung erfüllen, daß es dem Verband mög⸗ lich war, die horrenden Kosten der vorjährigen Lohnbewegung mit ihrem gewaltigen Umfang in geschehener Weise ohne größere Schwierig⸗ keiten zu decken.— Es war eine Kraftprobe, welche der Verband im Jahre 1900 zu bestehen hatte. Und so wie er diese Probe bestanden hat, wird er zweifellos auch in Zukunft seine Auf⸗ gaben erfüllen, zum Wohle aller Verbands⸗ mitglieder.“
Der Verband der Tapezierer und verwandten Berufsgenossen weist in seinem jetzt veröffentlichten Kassenbericht für das 1900 eine Mitgliederzahl von 4012 auf. Die Ge⸗ samteinnahme betrug 28 878,23 Mk., für Streiks im Berufe wurden 4 145,24 Mk., ausgegeben, in anderen Berufen 300 Mk., die auf Sammel⸗ listen aufgebracht wurden. Im Allgemeinen nahm der Verband eine recht erfreuliche Ent⸗ wickelung, war es ihm doch möglich, aus eigener Kraft die für die diesjährige Lohnbewegung


