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Nr. 25.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 5.
hurch geeignete Sicherheitsmaßregeln sol chem Falle vorzubeugen.
Böse Geschichten. Die Bevölkerung der Residenzstadt Weimar
vird seit Wochen, wie von dort geschrieben bird, durch eine gerichtliche Untersuchung in
Uuẽfregung gehalten, wie sie in solchem Umfang ind in solcher Tragweite noch nicht dagewesen st. Schon seit Jahr und Tag wurde viel von Todesfällen junger Frauen gesprochen, die an⸗ scheinend von blühender Gesundheit gewesen varen und deren Ableben man sich daher hin⸗ schtlich der Ursachen nicht erklären konnte. Durch die gegenwärtige Untersuchung fällt nun ötzlich ein grelles Licht auf diese Fälle; wenn s auch noch nicht unumstößlich feststeht, so ist S doch hochwahrscheinlich, daß es sich um erbrechen wider das keimende Leben handelt. Sor drei Wochen wurde eine Frau Namens pänlein verhaftet unter der Beschuldigung, mn verbrecherisches Geschäft im Sinne des 219 des Strafgesetzbuches betrieben zu haben, umd die damit eingeleitete Untersuchung hat
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ine solche Zahl derartiger Verbrechen“
tufgedeckt, daß allgemein Staunen und Entfetzen herrscht. Und dabei steht der Ab⸗ schluß der Untersuchung noch längst nicht bevor. Fast täglich sind bisher neue Vernehmungen yon Frauen erfolgt, welche die„Kur“ der Frau Hänlein gebraucht haben, und die Kette etzt sich täglich weiter fort. Die bisher be⸗ troffenen Frauen gehören meistens den wohl⸗ habenden Geschäftskreisen an, in denen man wegen der Ernährung und Erziehung von sindern nicht in Sorge zu sein braucht. Doch nuch ärmere Frauen sind darunter. Viele Frauen sind verhaftet worden.
Dienstboten⸗Los.
Als eine„humane“ Dienstherrin stand die Frau des Privatgelehrten und früheren Pastors Dr. Wille in Leipzig vor dem dortigen Landgericht. Die Angeklagte hatte ihr noch micht 16 Jahre altes Dienstmädchen aus Zeulenroda beinahe täglich mit Ohrfeigen trak⸗ tert und mit einem Rohrstock auf das ent⸗ blößte Gesäß gezüchtigt, ebenso mit einem dicken Spazierstock und einer Reitpeitsche geschlagen, u. a. auch das Mädchen mit Entziehung der Nahrung bis zu drei Tagen bestraft und dem Mädchen in zwei Fällen verboten, des nachts im Bette zu schlafen. Als duns Mädchen eines Fußleidens wegen Aufnahme irn Krankenhause fand, war es durch diese Behandlung vollständig entkräftet und wurden de Spuren der Mißhandlungen dort entdeckt. In ihre Heimat hatte das Mädchen, nach dem Diktat der Frau Doktor, günstige Berichte über ihr Dienstverhältnis schreiben müssen. Das weibliche Scheusal wurde nur zu acht Monaten Gefängnis verurteilt.
Aus dem Wahlkreise Marburg⸗ Kirchhain. St. Marburg, 19. Juni 1901.
— Johannisfest. Der hiesige Bezirks⸗ herein des Verbands Deutscher Buchdrucker be— geht am Samstag, den 22. ds. im„Schloß⸗ harten“ dahter die Feier des diesjährigen Jo⸗ khannnis festes durch Konzert, Kinderbelusti⸗ gungen, Preisspiele für Damen und Herren 1.. m. sowie Tanz. Auch der Gesangverein „Eintracht“ hat seine Mitwirkung frdl. zugesagt. Hoffentlich steckt der Himmel ein etwas freund⸗ ücheres Gesicht auf als in den letzten Tagen.
— Unsere gebildete Jugend hat sich in letzter Zeit wieder in hellstem Lichte gezeigt. zu einem„Eingesandt“ in Str. 138 der„Hess. Landeszeitung“ beklagt sich Jemand in recht bitterer Weise darüber, daß bei einer kürzlich sgattgehabten Faßpartie einer Studenten⸗ brporation einige„angebeiterte“ Mitglieder gerselben die anwesende Schuljugend über⸗ zedeten, für Geld Handlungen vorzunehmen, velche in gröbster Weise gegen die Sittlich⸗ heit verstoßen. Eben diese Leute fühlen sich gerufen, dereinst ein leuchtendes Vorbild unserer zugend zu werden, und können den Mund
nicht voll genug nehmen, wenn sie davon sprechen. Eine Entgegnung auf dieses„Eingesandt“ ist bis heute noch nicht erfolgt. Die armen Schul⸗ jungens erhielten natürlich andern Tags in der Schule und wohl auch zu Hause eine gehörige Tracht Prügel, welche aber von rechts⸗ wegen an erster Stelle jenen„gebildeten Herren“ gehört hätte.— In der Nacht von Dienstag zum Mittwoch trieb sich ein Student im Hemd, schwer bezecht, in der Kasernen— straße umher.
— Ertrunken. Samstag Mittag stürzte der frühere Pächter des Restaurants„zum Wallfisch“, Hörle, der mitten in der Lahn von einem Boot aus angelte, infolge eines Fehl⸗ trittes ins Wasser. Sofort eilten einige Leute ihm mit Kähnen zu Hülfe. Es gelang aber nicht, den Verunglückten rechtzeitig zu erfassen. Er sank unter und obgleich er sofort heraus⸗ gezogen wurde, Aerzte auch alle Wiederlebungs⸗ versuche anstellten, gelang es nicht, ihn ius Leben zurück zu rufen.
Kleine Mitteilungen.
* Ein schreckliches Unglück betraf eine Arbeiterfamilie in Alten-Buseck. Das zwölfjährige Töchterchen war allein zu Hause und verrichtete häusliche Arbeiten. Wahrschein⸗ lich kam es dem Heerde zu nahe, seine Kleider fingen Feuer und ehe noch Hilfe kommen konnte, war es fürchterlich verbrannt. In die Gießener Klinik überführt, starb es schon in der folgenden Nacht.— In einer anderen Familie trank das kleine Söhnchen ein ihm in die Hände gefallenes Arzneimittel aus. Nur durch sofortiges Ein⸗ greifen des Arztes konnte es gerettet werden.
** Schlimmer Jugenderzieher. Der Lehrer an der Aschaffenburger prote⸗ stantischen Volksschule Ernst Krämer wurde in voriger Woche auf Anordnung des Staatsanwalts wegen Sittlichkeits verbrechen, begangen an kleinen Mädchen, verhaftet.
* Prediger Hülle, der Leiter des Christ⸗ lichen Zeitschriftenvereins, ist am Donnerstag Abend an einem Schlaganfall gestorben. Hülle war der Herausgeber der verleumderischsten Flugschriften, die je gegen die Arbeiterbewegung geschrieben worden sind. Friede seiner Asche!
* Ehescheidung Stern hergs. Vor dem Berliner Landgericht ist vorige Woche der Ehescheidungsprozeß, den Frau Sternberg gegen ihren Gatten(den bekannten Sittlichkeits⸗ verbrecher) angestrengt hat, zu Ende geführt worden. Der Gerichtshof gab dem Klage⸗ begehren statt und erklärte die Ehe Sternbergs für geschieden.
** Bei der Gewerbegerichtswahl in Kammer B des Aachener Gewerbegerichts, die alle Berufe außer der Textilindustrie umfaßt, siegten die freien Gewerkschaften wie in früheren Jahren, und zwar mit 610 gegen 476„christliche“ Stimmen. In der Kammer A siegten die Christ⸗ lichen wie früher.
** Ingenieur Carpenter, der Erfinder der nach ihm benannten Luftdruckbremse, die noch fast bei allen deutschen Eisenbahnen ange⸗ wendet wird, ist in Nauheim, wo er, seit Jahren herzkrank, Genesung suchte, fern von den Seinen im Alter von 49 Jahren gestorben. Mit ihm ist ein genialer Erfinder dahinge— schieden.
Arbeiterbewegung.
Die Brauer in Mainz haben eine Lohnerhöhung erreicht. Zuerst stellten nur die Arbeiter der Schöfferhofbrauerei die Forderung auf 23 Mk. wöchentlichen Mindest⸗ lohn. Bei den Verhandlungen, die hierüber zwischen dem Vorstand des Gewerkschaftskartells und dem Syndikus der„Vereinigten Mainzer Brauereien“ stattfanden, wurde seitens der Letzteren obiger Lohnsatz als Mindestlohn allen Brauern zugestanden, mit der Einschränkung, daß ihn Neueintretende erst nach halbjähriger Probezeit erhalten. Eine Brauerversammlung erklärte sich damit einverstanden.
r πνπ n.
Partei Nachrichten.
An die Parteigenossen! Wir machen an dieser Stelle nochmals auf die am 7. Juli in Offe n⸗ bach stattfindende Konferenz der sozialdemokra⸗ tischen Gemeinderäte in Hessen aufmerksam. Es muß dafür gesorgt werden, daß alle Orte, wo wir Genossen in der Gemeindevertretung haben, auf der Konferenz vertreten sind. Unsere Parteiorganisationen müssen eine Delegation ermöglichen helfen, indem sie unter Umständen eine finanzielle Beihilfe gewähren.— Ferner ersuchen wir die Genossen, den in der vorigen Nummer der„M. S.⸗Ztg.“ veröffentlichten Statuten⸗ Entwurf für die Landesorganisation zu beachten und dazu in den Vereinen Stellung zu nehmen. Anträge dazu können entweder direkt an das Landeskomitee ein⸗ gesandt oder auch vorher der Kreiskonferenz unterbreitet werden. Wir bitten die Genossen, sich die Nr. 24 der „M. S.⸗Ztg.“ aufzubewahren, weil wir angesichts unseres knappen Raumes kaum in der Lage sein werden, den Entwurf nochmals abzudrucken.
Vom Liebknecht⸗Denkmal. Die Sammlungen zum Denkmal⸗Fonds sind nun⸗ mehr abgeschlossen. Die Anfertigung des Denk⸗ mals ist dem Bildhauer May in Dresden— Blasewitz übertragen worden, dessen Entwurf mit dem Motto„Wissenschaft und Arbeit“ aus einer Konkurrenz von 23 eingegangenen Skizzen und Modellen als der geeignetste ausgewählt wurde.
— P—— Versammlungskalender. Samstag, den 22. Juni.
Gießen. Sozialdem. Wahl verein. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig. Tagesordnung: 1. Die Stadtverordnetenwahl. 2. Verschiedenes.
Wieseck. Arbeiter⸗Bildungs⸗Verein. Abends 9 Uhr Generalversammlung bei Heinrich Keller. Gesangsstunde fällt aus.
Montag, den 24. Juni.
Gießen. Glaserverband. Abends ½¼9 Uhr Ver⸗ sammlung bei Orbig.
Mittwoch, den 26. Juni.
Gießen. Bäckerverband. Nachmittags 5 Uhr Versammlung bei Löb(Wiener Hof).
Sonntag, den 30. Juni.
Gießen. Fabrik- und Hilfsarbeiter. nach Marburg. Abfahrt 8.14 Morgens. Wahlkreis Friedberg. Quittung. Weil
der Köwes üwer den Artikel sich so uffgeregt un der
Ferdinand haimlich so geschmunzelt 1 Mk. Der Vertrauensmann.
Ausflug
Aus dem Gießener Standesamtsregister.
Aufgebote. 7. Juni: Georg Zeschki, Sergeant hierselbst mit Marie Stoffel in Oberrad. Eugen Amend, Gerichtsaccessist in Darmstadt mit Hedwig Schmidt da⸗ hier. 8. Hermann Schreiner. Großh. Regierungsassessor hierselbst mit Katharina Köhler in Osthofen. Karl Pfeiffer, Steinhauer hierselbst mit Hermine Wipper da⸗ hier. Karl Beil, Schreiner hierselbst mit Margarethe Rinn in Heuchelheim. 13. Heinrich Frebel, Schreiner dahier mit Marie Birkenstock in Arnshain. Anton Heiler, Tüncher in Braubach mit Karoline Saint⸗Denis, geb. Hübinger dahier. 15. Heinrich Kraft II., Stein⸗ brecher in Bleichenbach mit Christiane Müller dahter. 18. Anton Schiele, Chemiker in Freienorla mit Anna Buderus dahier.
Eheschließungen. 8. Juni: Jacob Schupp, Gießereiarbeiter hierselbst mit Margarethe Wagenbach dahier. Rudolf Hahn, Kaufmann hierselbst mit Luise Merten in Münster. 12. August Hirsch, Großh. Amts⸗ richter in Höchst i. O. mit Elise Ploch dahier. 13. Christian Stöckert, Schneider hierselbst mit Helene Benk dahier. 15. Karl Reiber, Schlosser hierselbst mit Margarethe Wagner dahier. Wilhelm Rühl, Kaufmann hierselbst mit Elisabethe Keßler dahier. Richard Felber, Schlosser hierselbst mit Bertha Denz dahier. Albert Wallenfels, Kaufmann hierselbst mit Marie Berg dahier. 17. Reinhold Rehme, Handschuhmacher hierselbst mit Emilie Semmler dahier.
Geborene. 9. Juni: Dem Müller Heinrich Hammel ein S. 11. Dem Mechaniker Heinrich Fltzler ein S. Dem Fabrikarbeiter Peter Kuhn eine T. 12. Dem Privatdozent Dr. Bruno Henneberg eine T. 13. Dem Vicefeldwebel Heinrich Kohlenberg ein S. Dem Fuhrmann Heinrich Häuser eine T. 14k. Dem Eisendreher Wilhelm Gemmecker eine T. 15. Dem Kaufmann Georg Schmidt ein S.
Gestorbene. 14. Juni: Ernst Koch, 47 Jahre alt, Feldschütz dahier. 17. Bernhard Schmidt, 61 Jahre alt, Fischhändler dahier. 18. Sophie Wallenfels, geb. Wortmann, 59 Jahre alt. 19. Elise Reinhadt, 3 Mo⸗ nate alt. 20. Minna Schütz, geb. Stein, 43 Jahre alt, Rentnerin dahier.


