Ausgabe 
22.12.1901
 
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Nr. 51.

Mitteldeuische Sonntags⸗Zeitung.

Seite 5.

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unserem Orte.

klären, solange werden Verbrechen dieser Art nicht verschwinden. Daßmehr Religion nicht hilft, wie die Frommen wähnen, zeigt sich gerade in unserer Gegend, denn in diesem Ar- tikel wird hier eher zu viel als zu wenig pro⸗ duziert und doch liefert jede Gerichtsverhand⸗ lung, auch die Strafkammersitzung vom Mitt⸗ woch, Beweise für die Zunahme der Verrohung. Ziemlich gelinde kam derBoxer Selig⸗ mann weg, der nur 4 Monate Gefängnis be⸗ kam. Bekanntlich stieß er in Weilburg einen Bauer vor die Brust, woran dieser starb. Wenn der Angeklagte das auch nun nicht beabsichtigt haben mag, bleibt seine Handlungsweise trotzdem berabscheuenswert. Am Samstag aus der Haft entlassen, stolzierte er, mit der Chinamedaille dekoriert, abends in Wetzlar herum.

n. Mit den Bestimmungen des Ver⸗ sicherungsgesetzes scheinen es viele Arbeit⸗ geber nicht besonders genau zu nehmen. Viel⸗ sach werden die Arbeiter zu spät oder auch gar ficht an die betr. Kassen angemeldet. Dadurch haben bei Unfällen die Arbeiter natürlich Schaden und Laufereien. Gut, wenn sich jeder Arbeiter sgaff seine erfolgte Anmeldung Gewißheit ver⸗ schafft.

e. Aus Launs bach. Daß es einer Ge⸗ meinde unter Umständen kostspielig werden kann, wenn der Gemeinderat nicht die nötige Energie besitzt, nachOben hin seinen Willen durchzusetzen, erweist sich an einem Beispiele in Der Gemeinderat hatte be⸗

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schlossen, eine Anzahl Obstbäume anzuschaffen

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bester Qualität und zu billigen Preisen. Mehl wird per Pfund zu 15 Pfg. verkauft.

und mit der Bestellung derselben Herrn Bürger⸗ meister Lichtenthäler beauftragt. Anstatt die Bäume aber nun in Wetzlar gekauft wurden, wie es beschlossen war, ließ sie der Bürgermeister aus Trier kommen, wodurch die Sendung erheblich verteuert wurde, die Gemeinde eiwa um 40 50 Mk. geschädigt ist. Außerdem ist die Lieferung noch minderer Qualität. Ein Gemeinderat darf nicht nur beschließen, sondern muß auch für Durchführung seiner Beschlüsse

sorgen, denn was hat er sonst für einen Wert?

Aus dem Rreise Marburg-Rirchhain.

St. Der hiesige Konsum verein hat seine Thätigkeit bereits begonnen, indem er für seine Mitglieder ein größeres Quantum Mehl, sowie Hasel⸗ und Wallnüsse beschafft hat; alles in Das

Die Haselnüsse sind bereits aufgekernt und braucht

man deshalb nicht zu befürchten, taube oder schlechte Nüsse zu erhalten und die Kinder ver⸗ derben sich nicht die Zähne durch das Auf⸗ macken. Da das Verkaufslokal wahrscheinlich erst am 1. April n. Is. eröffnet werden kann, so findet der Verkauf obiger Waren in der Kugelgasse 11, gegenüber dem ehemaligen Amts⸗ gericht, Abends von 67 Uhr statt.

Weihnachtsfeier. Wir verfehlen sticht, noch einmal an dieser Stelle auf die am 1. Weihnachtstag, Abends von 7 Uhr ab, im Lokale von D. Jesberg dahier stattfindende Weihnachtsfeier unseres GesangvereinsEin⸗ sracht aufmerksam zu machen, zu der alle Genossen mit Familien freundlichst eingeladen nd. Eintrittsgeld wird nicht erhoben. Wer sch aber an der Geschenkverlosung beteiligen vill, à Los 50 Pfg., der beeile sich, in die kiste sich einzuzeichnen, welche bei Jesberg auf⸗ siegt und die am Sonntag, den 22. ds, geschlossen bird. Wir wünschen dem Gesangverein eine echt vergnügte Weihnachtsfeier. a

Das amtliche Resultat der am 13. ds. lahier stattgefundenen Stadtverordneten⸗ Stichwahl ist folgendes: Rentmeister Vial 907, Mechanikus Engel 245, Kupferschmied Flee 223 und Lehrer Dörbecker 220 Stimmen. Die beiden ersten sind also gewählt und hat sterdurch die Opposttion gegen die sog.Rat⸗ lauspartei gesiegt. Der seitherige Stadt⸗

lerordneten⸗Vorsteher, Rechtsanwalt Dörfler lat aus Anlaß der Wahl Engels sein Vor⸗

ßeheramt niedergelegt. Was würde da wohl ei der Wahl eines Sozialdemokraten erst geschehen ein? Am Mittwoch Abend fand eine längere Sitzung der Stadtverordneten statt, worin eine

Resolution angenommen wurde, dahingehend, Herrn Dörffler zu ersuchen, sein Amt als Vorsteher fernerhin beizubehalten.

Herr Geh. Rat Prof. v. Behring dahier, der Erfinder des Diphtherie⸗Heilserums, erhielt für eine medizinische Arbeit den Nobel⸗ preis in Schweden, welcher in dem netten Sümmchen von 170 000 Mk. besteht. Prof. Behring teilte, nach einem Stockholmer Tele⸗ gramm, in einem Vortrag über Serumtherapie mit, durch von ihm angestellte Versuche sei die Möglichkeit ein Immunisftrung des Viehes gegen Tuberkulose erwiesen. Er beabsichtigt, den ihm zuerkannten Nobelpreis für weitere Versuche zur Bekämpfung der Viehtuberkulose zu verwenden. Sollte es dem großen Gelehrten nicht möglich sein, auch ein Mittel zur wirksamen Bekämpfung der menschlichen Tuberkulose, der jährlich viele Tausende zum Opfer fallen, zu entdecken? Er würde sich dadurch auch besonders den Dank aller Arbeiter, die hauptsächlich unter der schreck⸗ lichen Krankheit zu leiden haben, verdienen.

Gemeindewahlen in Hessen.

Für die ungülttg erklärte Wahl in Urberach (Kreis Offenbach) fand am 12. Dez. eine neue Wahl statt. Diese endete leider wiederum mit dem Siege der Centrumskandidaten, welche in⸗ dessen nur 1015 Stimmen mehr als unsere Genossen erhielten. Auf diese fielen 140150, auf die Gegner 159165 Stimmen. Vor⸗ igen Freitag fand in Isenburg die Beige⸗ ordnetenwahl statt, wobei der Kandidat der Sozialdemokraten und Freisinnigen, Geyer mit 439 Stimmen als Sieger aus der Wahl⸗ urne hervorging. Der bisherige Beigeordnete Lust erhielt nur 139 Stimmen.

Drahtlose Telegraphie über's Meer.

Die von Marconi in St. Johns(Neu⸗ fundland, Nord-Amerika) gegründete Draht⸗ lose Telegraphenstation erhielt Signale von einer 1700 Meilen entfernten Station in Cornwallis(England). Marconi hatte vor der Abreise von England mit der betreffenden Station, wo er eine sehr kräftige Batterie auf⸗ stellte, vereinbart, daß nach einem gewissen Datum zwischen drei und sechs Uhr Nachmittags täglich das Morsezeichen für den Buchstaben s, also drei Punkte in kurzen Zwischenräumen, geschickt werde. Mittwoch war als der erste Tag ver⸗ einbart und an diesem, sowie am darauffolgenden Tage wurden, wie Marconi erklärte, die Buch⸗ staben sehr deutlich über's Meer signalisirt, worauf er am Freitag an das britische Ministerium telegraphierte, daß das Problem der drahtlosen Telegraphie über's Meer gelöst sei.

19358

Kleine Mitteilungen.

** Abgestürzt. Ein Dachdecker stürzte am Dienstag in Leihgestern vom zweiten Stockwerk eines Neubaues in den Keller. Schwer verletzt wurde er in die Gießener Klinik gebracht.

* Bestrafte Rachgier. Ein junger Bursche aus Philippstein wollte in Weil⸗ münster dem Pferde eines Metzgers den Schwanz abschneiden. Dabei glitt das Messer aus und der Bursche schnitt sich die Puls⸗ ader durch. Er starb angeblich an Verblutung.

* Verurteilter Offizier. Das Kriegs⸗ gericht der 11. Divistion in Trier verurteilte den Hauptmann Koch vom 29. Inf.⸗Regt. wegen Unterschlagung von Kontinengeldern, Mißhandlung Untergebener, falscher Führung von Dienstbüchern und nicht vorschriftsmäßiger Bestrafung eines Untergebenen zu 6 Wochen Stubenarrest und Dienstentlassung. Von der Anklage des schweren Diebstahls wurde er freigesprochen. Der Auditeur hatte 2 Jahre Gefängnis und Ausstoßung aus dem Heere beantragt. a 0

** Erschossen hat sich in Metz ein Offi⸗ zier, der Leutnant von Bomhard. Ein anderer Offizier, Oberst a. D. von Bothmer erschoß sich am Mittwoch in Hildesheim.

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Arbeiterbewegung.

Scheerenschleiferstreik in Solingen. Der Solinger Verein der Scheerenfabrikanten sperrte die Schleifer aus, die nicht zu den von ihm diktirten niedrigen Preisen arbeiten wollten. Daraufhin legten etwa tausend Scheerenschleifer die Arbeit nieder.

Humoristisches.

Das kluge Karlchen. Tante:Karlchen, das weißt Du doch, daß die Katzen im Dunkeln sehen können? Karlchen:Das kann meine Schwester Anna auch; denn als sie gestern mit Herrn Berger im dunklen Hausflur stand, sagte sie zu ihm:Sie haben sich ja heute nicht rasieren lassen!

CCC§¹· d Mit Neujahr 1902 tritt die Mitteldeutsche Sonntagszeitung in ihrem neunten Jahrgang. Unsere Freunde wissen, welche Bedeutung die Partei⸗ presse für die Arbeiterbewegung und das ge⸗ samte werkthätige Volk hat. Deshalb sorge jeder Angehörige desselben für weiteste Aus⸗ breitung der Zeitung, die keine Interessen vertritt und agitiere bei Bekannten, Freunden, in Vereinen und überall für dieMittel⸗ deutsche Sonntags⸗Zeitung! Abonnementspreis

25 Pfennig den Monat. CCC ͥ ³˙¹ AAA AAA

Versammlungskalender.

Samstag, den 21. Dezember.

Gießen. Sozialdem. Wahl verein. Abends 9 Uhr Mitgliedersammlung im Lokale Orbig. T.⸗O.: Rückblick auf die politischen Vorgänge im Jahre 1901. Ref.: Krumm und Vetters.

Heuchelheim. Arbeiterbildungsverein. Abends 1/9 Uhr Versammlung bei Jak. Pfaff.

Briefkasten.

H.⸗Gsn., für Wahlfonds Mk 5.. Der Vertrauensmann. Br

Aus dem Gießener Standesamtsregister.

Aufgebotene. Am 12. Dez. Heinrich Gerlach, Zimmermann in Vetzberg mit Anna Baum dahier. 14. Joseph Bick, Kellner, mit Anna Richter, dahier. 19. Christian Zimmermann, Kutscher in Schiffenberg mit Christiane Fuchs, Langgöns.

Eheschließungen. 14. Heizer, mit Dorothea Findt dahier. Schreiner, mit Karoline Nord, dahier. Karl Frieling, Taglöhner mit Dorie Broders, dahter. 19. Johann Adami, Kaufmann, mit Johannette Schmall, dahier, Karl Hofmann, Schreiner in Lich mit Marie Wenzel dahier.

Geborene. Dem Fuhrmann Heinrich Opper e. T. 9. Dem Taglöhner Heinrich Wagner e. T. 10. Dem Fabrikanten Karl Malkomesius e. T. 11. Dem Bau⸗ techniker Anton Creter e. T. Dem Schuhmacher Wil- helm Strack e. T. 13. Dem Schmied Karl Parr e. S. 14. Dem Taglöhner Johannes Döring e. T, 17. Dem Oelhändler Johannes Erb e. T.

Gestorbene. 12. Elise Henrich, geb. Krämer, 69 Jahre alt, beruflos dahier. 15. Philippine Zinßer, 47 Jahre alt, beruflos dahier. Ernstine Scheld, 81 Jahre alt. 16. Peter Gernand, 61 Jahre alt, Lokomotivführer dahier. Katharine Kämmerer, geb. Sauer, 75 Jahre alt, Witwe dahier.

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Weihnachtsfeier desang-VereinsEIVWIR ACHT

Mitglied des Arbeiter⸗Sängerbundes des Rhein⸗ a und, Main gaues. Donnerstag, den 26. Dezbr.(2. Feiertag) zabends 8 Uhr 5 im Lokale des Herrn Albold(Gambrinus). Es ladet freundlichst ein

Eintritt frei.

Quittung.

Andreas Reinhardt, Julius Sack,

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