Ausgabe 
22.9.1901
 
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Genossen eingefunden hatten. die Versammlung

Nr. 38.

Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung.

Seite 5.

Trotzdem nun dort nicht schlecht besucht, 0 sicher in großer Mehrheit waren, kniff der tapfere Teutone feig aus und erklärte für die Sozialdemokraten keine Ver⸗ sammlung abhalten zu wollen! Ueber solche Utzerei waren die Versammelten äußerst er⸗ bittert. Na, eingebüßt haben sie durch Verzicht auf denVortrag weiter nichts; einige Duten⸗ hofener sagten unsern Genossen allerdings, ein zweites Mal dürfte sich Reuther den Spaß nicht erlauben. So können die Auftraggeber Reuthers diese Agitationstour getrost ins Ver. lustkonto buchen. Uebrigens fällt es auf, daß man in Offenbach für solche doch nicht billigen Touren Geld hat, während Herr Köhler oft über Geldmangel in seiner Partei klagte. Sollte etwa der Bund der Landwirte i 2

Reuthers Anhänger

*

Zu der niederträchtigen Verdächtigung Singers, deren Reuther sich schuldig machte, sei noch erwähnt, daß der Redakteur der Staats⸗ bürgerzeitung, welcher gegen Singer ebenfalls solche gemeinen Angriffe erhoben hatte und von diesem deshalb verklagt wurde, nicht etwa freigesprochen wurde, wie Reuter der Ver⸗ sammlung vorlog, sondern er ist in allen Instanzen zu 400 Mk. Geldstrafe wegen Beleidigung verurteilt worden. Diesen Sach⸗ verhalt kannte Reuther ganz bestimmt, sagte also der Versammlung bewußt die Un wahrheit. Drum muß er sich's gefallen lassen, wenn wir ihn hiermit öffentlich einen erbärmlichen Lügner nennen; mag er uns verklagen, wenn er den Mut dazu hat!

Offen liegt das ganze Partei⸗ und Privat⸗ leben unseres alten Genossen Singer vor aller Welt: nicht der geringste Makel haftet an ihm, er ist in Ehren grau geworden, und wenn so eine verlotterte antisemitische Kreatur den Ehren⸗ mann beschimpft, zeigt sie nur ihren eigenen geistigen und moralischen Tiefstand.

Eine Partei, die solche Kampfmittel an⸗ wendet, ist bei jeden anständigen Menschen gerichtet. Mag ste hier und da unter zurück⸗ gebliebenen undbeschränkten Köpfen Anhänger finden, auf die Dauer verfängt der Schwindel nicht; der Rückgang wird bei der nächsten Reichstagswahl noch stärker sein als 1898.

h. Lohndrückerei. Auf der Wetzlarer Sophienhütte wurde den Arbeitern eine Lohn⸗ reduktion von 20 25 Pfg. angekündigt. Die Abzüge werden mit schlechten Geschäftsgang motivirt, was auffallen muß, da in den ver⸗ öffentlichten Geschäftsberichten stets gesagt war, daß die Hütte für das ganze Jahr mit Auf⸗ trägen versehen sei, sie nicht einmal alle bewältigen könne. Das war doch stcher keine Flunkerei! Nun müsfen wieder die Arbeiter in erster Linie leiden, die Beamten bekommen nichts abge⸗ zogen. Hier zeigt sich wieder, wie notwendig eine geschlossene Organisation ist, wäre eine solche unter den Hüttenarbeitern vorhanden, hätte man keine Abzüge risktren können.

Zu der Parteiversammlun für den Kreis Wetzlar die am Sonntag im okale Orbig in Gießen abgehalten wurde, hatten sich infolge des schlechten Wetters nur wenig Ge⸗ nossen eingefunden. Zunächst wurde beschlossen, die Agitation gegen den Brotwucher mit allen Kräften zu betreiben. Dann gelaugte die Frage der Reichstagskandidatur zur Erörterung. Nach kurzer Diskussion wurde Genosse A. Bebel wiederum als Kandidat bestimmt. Mit der Vertretung auf dem Parteitage betraute man den Gießener Delegierten, Genossen Beckmann.

aus dem Nreise Marburg-Nirchhain.

Eine fromme Frau, wohnhaft in der Ritterstraße dahier, welche allsonntäglich den Gottesdienst in der lutherischen Pfarrkirche be⸗ suchte benutzte die günstige Gelegenheit dazu, ihre Glaubensgenossen um ihre Geldbörsen zu erleichtern. Der Ehemann einer um ihr Porte⸗ monnaie mit ca. 8 Mk. Inhalt bestohlenen Frau rückte der Diebin ganz energisch auf den Pelz und gestand sie auch nach längerem Leugnen den Diebstahl ein. Das Geld hatte sie aber bereits verausgabt. ü

Zu Wasser geworden! Diese Worte

kann man mit Recht in Bezug auf den am ver⸗ gaugenen Sonntag geplanten gemeinschaflichen Ausflug der Gießener und Marburger Buch⸗ drucker nach dem Frauenberg anwenden, denn gründlicher konnte wohl kaum eine Partie ver⸗ regnen, als diese. Nun, aufgeschoben ist nicht

aufgehoben!

Petitionslisten. Die Genossen werden nochmals ersucht, für zahlreiche Unter⸗ schriften der Petitionslisten gegen den Brot⸗ wucher zu sorgen, da die eit hierfür bald abgelaufen ist. Eine Anzahl der Listen sind bereits ausgefüllt an den Vertrauensmann abgeliefert worden. Man sollte es aber nicht, wie schon hier bemerkt, nur einigen Genossen, überlassen, Unterschriften zu sammeln, sondern ein Jeder müßte dazu beitragen, daß die Listen sobald als möglich, ausgefüllt werden. Auch müssen dieselben mehr vor Beschmutzung bewahrt und die Unterschriften möglichst mit Tinte bewerkstelligt werden.

Kommunales. Der unter dieser Ru⸗ brik in vor Nr. d. Ztg. angeführte Uebelstand btr. des elenden Zustandes der verkehrsreichen Straße am Fronhof wird nun beseitigt, indem dieselben gepflastert und der Bürgersteig mit Plättchenbelag versehen wird. Nächste

Ostern soll hier eine Ausstellung und Prämirung von Lehrlings⸗Arbeiten stattfinden. Zum Leiter der städt. Beigeordnete

der Ausstellung wurde Schimpff gewählt.

jeden Monats abzurechnen; wir bitten die Abon⸗ 4 nenten, dies zu beachten.

Die Kolportage⸗Kommission. f .. N

Gemeinderatswahlen in Hessen.

Bei der am Samstag in Vilbel stattge⸗ fundenen Stadtverordnetenwahl stegte die sozialdemokr. Liste glänzend über die der Ordnungsparteien. Cs entfielen von 583 ab⸗ gegebenen Stimmen 300 reine Stimmzettel gegen 140 vor drei Jahren auf unsere Partei. Es erhielten die Genossen: Erb, Stukkateur 397, Söllner, Gastwirt 338, Armbrust, Maurer 527 Weidt, Portefeuiller 312 Stimmen. Die Gegner blieben mit 100 150 Stimmen hinter uns zurück. Das höchst erfreuliche Resultat versetzt unverständlicherweise den Korresponden⸗ ten desGieß. Anz. in tiefe Trauer, er ergeht sich in Klagen über den Ausfall, tadelt die Ordnungs parteien und verbricht schließlich noch ein Gedicht, worin er die Städter und Bauern bedauert. Warum denn? Die Mehrheit der Wähler erinnerte sich jedenfalls bei Empfehlung der bürgerlichen Listen des Bibelspruches: Ihr seid nichts, Euer Thun ist nichts und Euch zu wählen ist ein Greuel! In Großen ⸗Buseck wurden am vorigen Samstag gewählt: Landwirt Har bach mit 199, Maurer Schneider mit 187, Landwirt R. Wagner mit 183 und Weiß- binder W. Größer mit 178 Stimen. Aus der Wahl in Großen⸗Linden gingen bei sehr reger Wahlbeteiligung Joh. Volk mit 174, Ludw. Hardt mit 170, und Metzger Ph. Pirr mit 163 Stimmen als Sieger hervor.

Eine furchtbare Benzin ⸗Explosion

ereignete sich vorigen Samstag früh in dem in der großen Friedbergerstraße in Frankfurt gelegenen Materialwaren⸗Geschäft von Glocke und Tscharnke. Es wurden vier Tote und Verwundete aus dem Hause befördert. Ein Vorübergehender wurde durch die Gewalt der Explosion über die Straße geschleudert und getötet. Ueber die Ursache der Exploston wird mitgeteilt, daß ein Lehrling im Benzin⸗ und Spirituslager mit einem Streichholz nach⸗ sehen wollte, ob eine Flasche gefüllt sei und dabei der Flaschenöffnung zu nahe kam, wo⸗ durch die Exploston entstand. Der Laden war mit all' seinem Inhalte im Nu ein Trümmer⸗ feld. Die Mauern der Wände wurden von der Wucht der Explosion durchgedrückt und die

Die Kolporteure sind gehalten, bis zum 15. 1

ganze Ladeneinrichtung zersplittert und teilweise

auf die Straße geschleudert. Von der Wucht der Explosion kann man sich einen Begriff machen, wenn man erwägt, daß die in dem and Neubau befindlichen eisernen

äden und Träger verbogen und fast sämtliche Scheiben der Häuser in der Nachbarschaft zer⸗ trümmert wurden. Der Lehrling wurde sofort getötet, ebenso ein im ersten Stock befindlicher Kommis wurde unter den Trümmern begraben und getötet. Der Vorübergehende, der dadurch getötet wurde, daß er durch den Luftdruck gegen ein gegenüberliegendes Haus geschleudert wurde und dadurch einen Schädelbruch erlitt, war der Sohn eines Briefträgers, der seinem Vater behilflich war. Die in den oberen Stockwerken befindlichen Personen wurden unter Zuhilfe⸗ nahme der Rettungsleiter aus dem Hause ge⸗ schafft.

* Hochwasser. Durch den anhaltenden Regen ist in verschiedenen Gegenden Hochwasser eingetreten, besonders der Rhein war hoch ange⸗ schwollen und stand am Pegel in Köln mehr als 3 m. über Null. In unserer Gegend ging Grummt und auch Obst durch die Nässe viel⸗ fach zu Grunde.

** Der Reichstagsabgeordnete für Wiesbaden Landwirt Wintermahyer ist in Brunnen in der Schweiz plötzlich am Herz⸗ schlag verstorben. Er war erst 42 Jahr alt. Sein Gegenkandidat bei der letzten Wahl war Genosse Dr. Quarck, der mit 10 499 Stimmen in der Stichwahl unterlag.

Versammlungskalender.

Samstag, den 21. September. Gießen. Holzarbeiter. Abends 9 Uhr Versamm⸗ lung bei LöbWiener Hof. Metallarbeiter. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig. Friedberg. Wahlverein. Abends 9 Uhr Versammlung bei Ihl, Stadt New⸗York. Sonntag, den 22. September. Gleiberg. Nachmittags Uhr Volksversammlung im Saale zumSchwarzen Wallfisch. Tages⸗ ordnung: Wem nützen die Zölle? Ref. E. Krumm. Schlitz. Wahlverein. Nachmittags punkt 3 Uhr Mitgliederversammlung bei Gastwirt Schmidt, U vollzähliges Erscheinen bittet: D. V. Montag, den 28. September.

Gießen. Schneiderverband. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig. Briefkasten. J. J. Queck. Aber natürlich! Das Verwandt⸗

schaftsverhältnis spielt bei der Wahl doch gar keine Rolle, das wäre ja noch schöner. Die wichtigsten Bestimmungen über das Gemeindewahlrecht haben wir wiederholt veröffentlicht(Nr. 26, 35, 36 der Mitteld. S.⸗Stg.) und verweisen darauf. K. W. 100. Sie erhalten in nächster Nummer Auskunft, das Wahlergebnis ist uns eben nicht zur Hand. St.⸗Mrbg.Frohn ist mit und ohne h richtig; erstere Schreibweise ist sogar die neuere. R.⸗Daubrg. Daß man Briefe auch frankieren uunß, könnten Sie eigentlich wissen und sollten uns nicht Strafporto aufhalsen. J. St.⸗Als⸗ feld. Mußte wegen Raummangel zurückgestellt werden. Nächste Nummer.

. Aus dem Gießener Standesamtsregister.

Geborene. 8. September: Dem Schmied Otto Knorr e. S. 10. Dem Schlosser Wilhelm Löffert e. T. Dem Steinmetz Heinrich Heinz e. T. 11. Dem Schlosser Heinrich Eckhardt e. S. 12. Dem Schlosser Heinrich Müller II. e. T. 13. Dem Bahnverwalter bei der Bieberthalbahn Karl Zota e. S. Dem Hallenmelster im städtischen Schlachthaus Wilhelm Schmitz e. T. 14. Dem Stationsassistent Karl Wagner e. S. 15. Dem Schreiner Ludwig Werner e. T. 18. Dem Bautechniker Heinrich Roß e. T.

Gestorbene. 12. September: Wilhelm Hofmann, 72 Jahre alt, Geh. Justizrat. 13. Joseph Kohlmanns⸗ perger, 23 Jahre alt, Bäcker. 15. Lorenz Schäfer, 70 Jahre alt, Privatmann. 16. Eva Schneider, geb. Bir⸗ kenstock, 36 Jahre alt, Ehefrau. 17. Adolf Fink, 37 Jahre alt, Diener.

Letzte Nachrichten.

Südafrikanischer Krieg. Zwei schwere Schlappen erlitten die Engländer. Die eine brachte ihnen der Burengeneral Botha bei, der drei Kompag⸗ nien berittener Infanterie südlich von Utrecht in ein Falle lockte. Von den Engländern wurden 16 Offiziere und Soldaten getötet, 30 verwundet und 155 gefangen, 3 Geschütze verloren. Ferner überfiel der B urenführer Smuts eine Ulanenschwadron, wobei er 23 Engländer tötete und 31 verwundete.