Ausgabe 
21.7.1901
 
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Nr. 29.

Mitteldeutsche Sonutags⸗Zeitung.

Seite 5.

chens, mit dem er angeblich die Handlungen vorgenommen haben soll, wegen Diebstahls an⸗ gezeigt und wurde nun von diesem wegen Ver⸗ brechens gegen§ 176 3 des Strafgesetzbuches angezeigt. Das Gericht nahm an, daß ein Racheakt vorliege und sprach Röger frei. Der vierte Fall betraf den Kaufmann Josef Hubert Zistig, der zu 7 Monaten Gefängnis verurteilt wurde unter Anrechnung von 2 Mo⸗ naten Untersuchungshaft.

Wieder Einer.

Daß doch gerade immer die Frommen und Gläubigen den Versuchungen des Bösen unterliegen! In Biebrich wurde der Küster der Herz⸗Jesu⸗Kirche, Seiler, wegen Sitt lichkeitspvergehen, begangen an seiner eigenen, bei ihm wohnenden Nichte, verhaftet, ebenso diese selbst und die Frau des Seiler wegen Verdacht des Kindesmordes. Die Nichte des Küsters gebar am Sonntag vor 8 Tagen im Keller des Pfarrhauses ein Kind, das dort von der Poltzei unter Umständen efunden wurde, die auf gewaltsame Tötung chließen lassen. Als Vater des getöteten Kindes gab die Wöchnerin ihren Onkel, den Küster Seiler an. Der Pfarrer Nikolai, in dessen Hause die Geschichte passierte, will von dem Zustande des Mädchens nichts bemerkt haben. Der Küster that sich früher im Schimpfen auf die Sozialdemokratie und ihre Presse ganz besonders hervor.

Aus dem Wahlkreise Marburg⸗ Kirchhain. St. Marburg, 18. Juli 1901.

Gewerkschaftsfest. Das diesjährige Sommerfest der hiesigen Gewerkschaften findet am Sonntag, den 28. Juli, von nachmittags 3 Uhr ab im Schloßgarten statt. Außer Konzert der als tüchtig bekannten hiesigen Kapelle Pauli wird auch der Arbeiter-Gesangverein Eintracht einige Lieder zum Vortrag bringen. Für sonstige Unterhaltung ist durch Preiskegeln und Kinderbelustigungen verschiedener Art reich⸗ lich gesorgt. Ein Tanz im Saale wird den Schluß der Feier bilden. Hoffentlich ist das Wetter günstig, damit die Gewerkschaftskommis⸗ sion durch einen starken Besuch des Festes für ihre Bemühungen belohnt wird. Wir möchten uns bei dieser Gelegenheit die Frage erlauben, ob es nicht besser gewesen wäre, die Feier durch ein Waldfest in unserem zu solchen Festen so herrlich gelegenen Dammelsberg zu begehen, wie das früher fast immer der Fall war und welche auch stets sehr zahlreich besucht waren?

Kommunales. Großartige Projekte harren hier der Ausführung. Außer dem Um⸗ und Vergrößerungsbau des Hauptbahnhofes sind die Einführung elektrischer Beleuchtung, Erbauung einer Pferdebahn und Neubau eines 18 klassigen Volksschulhauses im Nordviertel beabsichtigt. Das sind alles zur Hebung des Verkehrs und der Volkswohlfahrt sehr notwendige Dinge; die elektrische Beleuchtung käme den Arbeitern nicht nur durch die Straßen⸗ beleuchtung, sondern hauptsächlich an den Arbeits⸗ plätzen, welche in dieser Hinsicht noch manches zu wünschen übrig lassen, zugute, während die Pferdebahn bei der großen Ausdehnung der Stadt hoffentlich ein billigeres und bequemeres Verkehrsmittel abgiebt wie die jetzigen Omnibusse, welche von geringeren Leuten nur wenig benutzt werden. Der Neubau eines Schulhauses ist ebenfalls sehr notwendig, da die übrigen Volks⸗ schulgebäude überfüllt und da sämtlich in der oberen Stadt oder im Südviertel gelegen von den Kindern im Nordviertel, ausgenommen die unteren Klassen, welche die Ketzerbachschule besuchen, teilweise nur nach Zurücklegung eines weiten Marsches erreicht werden können. Sodann finden im November Neuwahlen zur Stadtverordneten⸗Versammlung statt. Es wäre daher sehr angebracht, wenn sich die nächste Parteiversammlung mit dieser Angelegenheit befassen und Stellung dazu nehmen würde.

Die Raiffeisen-⸗Darlehnskassenver⸗ eine für Hessen hielten am 17. und 18. Juli unter zahlreicher Beteiligung ihre diesjährige Hauptversammlung dahier ab.

Kleine Mitteilungen.

* Ernte⸗-Aussichten in Oberhessen. Nach den Mitteilungen, die in der am vorigen Samstag in Marburg stattgefundenen Kreis⸗ versammlung über den Stand der Frucht in Oberhessen gemacht wurden, ist eine recht gute Ernte in Roggen und Kartoffeln zu erwarten. Die Sommerfrüchte stehen gut, nur Weizen etwas geringer. Heuernte war im Allgemeinen gut. Der Kornschnitt hat schon allenthalben begonnen.

* Beim Baden in der Lahn er⸗ trunken ist am Montag voriger Woche der 17 jährige Maurer Neeb von Naun heim.

* Auf der Bühne verletzt wurde der Schauspieler Bauer in Frankfurt dadurch, daß er am Schluß der Samstags⸗Vorstellung: Abschied vom Regiment in den Degen eines andern Darstellers lief, wodurch er sich eine klaffende Wunde an der Brust zuzog.

k Ein Liebespaar erschoß sich am

Montag in einem Hotel in Hanau. Angeblich war es aus Köln zugereist. *** Pulverexplosion. Bei dem am

Sonntag in Siegen abgehaltenen Schützenfest explodierte ein Faß mit 50 Pfund Schieß⸗ pulver, das zum Böllerschießen bestimmt war. Das Haus, in dem das Pulverfaß stand, stürzte zusammen; vier Personen wurden getötet, vier schwer verletzt.

* Kein Sittlichkeits verbrecher. Lehrer Krämer in Aschaffenburg, der an⸗ geklagt war, sich an Schulmädchen sittlich ver⸗ gangen zu haben, wurde von der dortigen Straf⸗ kammer freigesprochen. Den beiden als Zeuginnen auftretenden Mädchen wurde kein Glaube geschenkt; die eine, 13 Jahre alt, ent⸗ puppte sich sogar als ein sittlich schon ganz verdorbenes Geschöpf.

* Milchpantscherei. Vor einiger Zeit fand in St. Ingbert(Pfalz) eine polizeiliche Milchrevision statt, bei der sich fast die gesamte Milch als stark gewässert herausstellte. Teilweise hatten es die klugen Händler für gut gehalten, der Milch gleich das Wasser zu gleichen Teilen zuzusetzen. Gewiß wollten ste damit ihr Geschäft, vielleicht auch denMittel⸗ stand heben.

a Bei der Beigeordneten wahl in Trebur unterlag unser Genosse, der in die Stichwahl gelangt war. Der Antisemit wurde gewählt. In dem Offenbacher Antisemitenblatte wird von Ausschreitungen gefabelt, die von sozialdemokratischer Seite anläßlich dieser Wahl verübt worden wären. So etwas kommt bei unsern Genossen nie vor; das schwindeln höchstens die zwei Offenbacher Antisemiteriche nach ihren berühmten Wiener Vorbildern. In Lämmerspiel wurden zwei unserer Ge⸗ nossen in den Gemeinderat gewählt.

** Betrügerische Fabrikdirektoren. Wegen bedeutender Unterschleife und Betrügereien wurde der Direktor Bennigs der in Konkurs geratenen Spinnereimaschinenfabrik Popp in Werdau in Sachsen verhaftet. Der zweite Direktor Teichmann ist flüchtig. Beide führten die Bücher falsch und täuschten die Aktionäre durch falsche Berichterstattung. Ebenfalls durchgebrannt ist der Bankier Löwenberg in Berlin nach Unterschlagung bedeutender Sun men.

* Typhus im Heere. Unter den auf der Wahner Haide bei Köln befindlichen Truppen ist Typhus ausgebrochen. Eine Anzahl Kranker wurde in das Deutzer Garni⸗ sonlazarett transportiert. Zwei Pioniere sind bereits gestorben. Ferner wird aus Zeithain(Sachsen) berichtet, daß dort unter den Soldaten des in Leipzig garnisonierenden Artillerie-Regiments typhusartige Erkrankungen aufgetreten sind. Nach neueren Nachrichten läge in letzterem Falle kein Typhus vor; verschiedene Batterien wären nur vorsichtshalber ssoliert worden. f

onitz und bein Ende, Pom Schwurgerichte in Konitz wurde am 13. Juli der Privatdetektiv Schiller wegen Verleitung zum Meineid zu Jahren Zuchthaus und 3 Jahren Ehrverlust verurteilt.

Par tei-Nachrichten.

Sozialdemokratischer Wahlverein Gießen ⸗Grünberg⸗Nidda. Sonntag, den 11. August ds. Is., nachm. 1 Uhr:

Kreiskonferenz in Gießen, im Lokale von Orbig, Rittergafse 17. Tages⸗Ordnung: 1. Geschäfts⸗ und Kassenbericht; Vorstandswahl. 2. Organisations⸗Entwurf des Landeskomitees. 3. Parteitag in Lübeck.

Alle Orte im Kreise werden ersucht, sich an der Konferenz zu beteiligen. Jeder Delegierte muß mit einem Mandat versehen sein; Formulare sind bei A. Bock, Gießen, Dammstraße 22 II erhältlich.

Der Vorstand des Kreiswahlvereins.

Das Liebknechtdenkmal geht in der Werk⸗ stätte des Genossen Bildhauer Mai in Dresden seiner Vollendung entgegen. Es besteht aus einem schwarzen Granitsockel mit der Büste Liebknechts in Bronze und einer etwa zwei Meter hohen und ebenso breiten Syenitwand, die den stimmungsvollen Hinter⸗ grund für das Denkmal abgiebt. Auf der Abschluß⸗ wand sieht man in flach modellierter Reliefarbeit zwei lebensgroße Gestalten: ein Arbeiter im Arbeitskleid und eine Minerva halten gemeinsam einen Lorbeerkranz über das Haupt des Toten. In den beiden symbolischen Figuren soll der Grundzug des Liebknechtschen Charakters und das Wesen der deutschen Sozialdemokratie überhaupt zum Ausdruck kommen. Der Arbeiter deutet auf die Erkenntnis, daß die Befreiung der Menschheit nur das Werk der Arbeiterklasse sein kann. Die Minerva soll das wissenschaftliche Streben der deutschen Sozialdemo⸗ kratie verkörpern. Auch die Reliefs werden aus Bronze hergestellt. Das Denkmal, dessen Kosten auf 8000 Mk. berechnet sind, wird am 29. März 1902, am Geburtstag des Toten, enthüllt werden. Genosse Mai hat vor dem Sozialistengesetz mit Liebknecht und Bebel in Leipzig in freundschaftlichem Verkehr gestanden.

Versammlungskalender. Samstag, den 20. Juli.

Gießen. Sozialdem. Wahlverein. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig.

Wieseck. Arbeiter⸗Gesang⸗Verein. General⸗ Versammlung bei Ph. Walter(Feldschlößchen). Zahlreiche Beteiligung wird gewünscht.

Marburg. Holzarbeiter. Abends ½9 Uhr im Lokale von Jesberg Versammlung. T.⸗O.: Die Gewerkschaften während der Krise. Ref. Vetters⸗Gießen.

Sonntag, den 21. Juli.

Gießen. Glaserverband. Abends ½9 Uhr Ver⸗ sammlung bei Orbig.

Mittwoch, den 24. Juli.

Altenbuseck. Volksverein. Abends ½9 Uhr Versammlung bei Wirt Becker. Zahlreiches Er⸗ scheinen notwendig.

Driefkasten.

S.⸗Altenbuseck. Daß die Handlungen der frommen Christen sehr oft mit den Geboten des Christentums und wahrer Frömmigkeit im schreiendsten Widerspruch stehen, ist bekannt. Wenn deshalb der Sohn eines dortigen wohlhabenden Bauern, der besondere Frömmig⸗ keit an den Tag legt und nebenbei den Sozialistenfresser spielt, am hellen Sonntag Nachmittag ein Bund Ried nach Hause schleppt, so zeigt das ja, wie der gute Christ das dritte Gebot achtet, aber zu längerer Besprechung in unserm Blatte ist die Sache nicht wichtig genug. Eruß!

Brgr.⸗Gieß. Wir wissen nicht, wo der ge⸗ werbmäßige Sozialistentöter und»Verleumder sein Thätigkeitsfeld eröffnet hat. Es kümmert uns auch weiter nicht. Unsere Genossen sind ja überall auf dem Platze und werden sich den Helden genauer ansehen. eee P ͤ ˙·⁰w-m Aus dem Gießener Standesamtsregister.

Auf gebotene. 12. Juli: Dr. Friedrich Köster, Oberarzt dahier mit Elsa Rahm in Potsdam. 18. Peter Castein, Kommis hierselbst mit Mathilde Garn dahier.

Eheschließungen. 18. Juli: Christian Hütten⸗ berger, Kurmusiker in Hdmdurg v. d. H. mit Minna Braehme dahioer.

Geborene. 7. Juli: Dem Friseur Georg Wahl e. S. 8. Dem Hauptmann und Kompagnlechef Paul Nücker e. S. Dem Briefträger Georg Reul e. S. 9. Dem Dachdecker Wilhelm Thielmann e. T. Dem Schlosser Johannes Roth II. e. S. 11. Dem Schuhmacher Christian Löber e. S. Dem Kaufmann Wilhelm Ockel e. S. 12. Dem Gefangenwärter Karl Stork e. S. 13. Dem Arbeiter Johannes Funk e. S. 14. Dem Dachdeckermeister Jo⸗ hann Lapp ein Sohn. Dem Schlosser Martin Fischer e. S.

Gestorbene. 12. Juli: Marie Freifrau Röder von Diersburg, geb. Gail, 46 Jahre alt, Ehefrau dahier. Wilhelm Sartorius, 1 Jahr alt, dahier. 15. Wilhelm Schudt, 35 Jahre alt, Tapezier dahier. Friedrich Borsch⸗ bach, 1 Monat alt, dahier. 18. Ludwig Arnold, 67 Jahre alt, Taglöhner dahier.

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