Ausgabe 
21.7.1901
 
Einzelbild herunterladen

die großen triebe ind Tunten ., Infolge iltnissen 10 dem End⸗ Landwirte nden Ge bon einet haben, is e Grund⸗ ftspolitil en derselben ten übrigen

ud seine

r Bank hat, eiche andere en gezogen. e, die als o kam aus vormals alversamm u mitgeteilt nde von 10 ingen könne Millionen führen habe den Aktio⸗ erstand, Be intieme ul silleonen zul Schuckett 570, voter dieser Vol, 96 betchelde in Auge

Nr. 29.

Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.

Seite 3.

Warenhaussteuer in Sachsen.

Aus Sachsen wird berichtet, daß die sächsische Regierung dem Landtage nach seinem Wiederzusammentritt einen Gesetzentwurf über

die Warenhaus⸗ oder Umsatzsteuer zugehen

lassen wolle. Während anfänglich die sächsische Regierung auf Grund der schlechten Erfahrungen, die man in Preußen mit der Warenhaussteuer gemacht hat, keine Neigung für eine derartige Steuer 10 scheint sie sich jetzt von den rück⸗ ständigen Mittelstandsschichten auf den verfehlten Weg drängen zu lassen.

Krupp, der Wohlthäter.

Auf der Krupp'schen Fabrik ist in den mechanischen Betrieben allgemein eine Akkord reduktion von 2030 Proz. durchgeführt. Diese allgemeine Maßregel hängt nach der Leipz. Volksztg. mit einer technischen Neuerung zusammen. an hat einen Drehstahl erfunden, welcher bedeutend schnelleres Abdrehen der Ar beitsstücke ermöglicht. Die Arbeiter haben da⸗ her durch den technischen Fortschritt bedeutend mehr Arbeit aufgehalst bekommen und Herr Krupp streicht den Profit ein. Dafür bleibt dieser internationale Patriot aber nach wie vor wohlthätig. Auf einer Hundeausstellung kaufte er einen Köter für 6000 Mk.! Akkordreduk⸗ tion für die Arbeiter 6000 Mk. für einen Köter, das ist die göttliche Weltordnung.

Ein kleines Sozialistengesetz

hat der Landtag des Fürstentums Schwarz⸗ burg⸗Sondershausen nach Vorlage der Regierung angenommen. Danach sind also Vereine verboten, die diesittlichen, religiösen oder gesellschaftlichen Grundlagen des Staates untergraben wollen. Das richtet sich zwar nicht formell gegen die Sozialdemokratie, man braucht aber keinen Augenblick im Zweifel darüber zu sein, daß es sich praktisch gegen uns richtet. Jedenfalls wird gegenüber diesen einzelstaatlichen Versuchen, auf dem Wege des Versammlungs- und Vereinsrechts neue Aus nahmegesetze gegen die Arbeiter herbeizuführen, es zur nächsten dringlichsten Aufgabe, daß endlich der Reichstag ein positives Wer⸗ sammlungs⸗ und Vereinsrecht schafft, das diesen Attentaten auf verfassungsmäßig gewährleistete Grundrechte, diesen Angriffen, die sich zugleich gegen die Einheit und Autorität des Deutschen Reiches richten, ein für allemal ein Ende bereitet.

Fiasko der Stöckerei.

Das StöckerscheVolk, das vor ungefähr zwei Jahren von Berlin nach Siegen verlegt worden ist, hat auch dort keinen günstigen Boden gefunden. Das abgelaufene Geschäftsjahr hat mit einem Zuschuß von 7418,04 Mk. abgeschlossen. Weiter ist nach demSieg. Volksblatt der Bilanz zu entnehmen, daß die Zahl der, Volks. Genossen am 31. Dez. 1900 auf 95 herab⸗ gesunken ist; diese haben 36 000 Mk. zugesetzt.

Rebellische Krieger!

General v. Spitz, der Vorsitzende des Kriegerbundes, dessen Aeußerungen über die That des Epileptikers Weiland in Bremen s. Z. berechtigtes Aufsehen erregten, er stellte die Verletzung des Kaisers als sehr schwer, die

That selbst als einen überlegten Mordanschlag

und den Weiland als zurechnungsfähig hin hatte in einer ungewöhnlich scharfen Weise seinem Zorne gegen die Presse Luft gemacht, die sich erlaubt hatte, zu den Auslassungen des Generals ihre kritischen Bemerkungen zu machen. Bei dem Abgeordnetentag des Kriegerbunds in Düsseldorf kam er auf die Worte zurück, die er s. Z. in Osnabrück gesprochen hat, und äußerte sich dabei in bitteren Worten über die gesinnungslose Presse, die bei der Ge⸗ legenheit seine Worte mißgedeutet bezw. Ver⸗ anlassung genommen habe, ihn wegen dieser Worte zur Rechenschaft zu ziehen. Er sprach von einer ohnmächtigen Bosheit der Presse, einer systematischen Verwirrung der schweren Volksseele, und sagte, es sei einerlei, ob diese Thatsache der schweren Verwundung des Kaisers ein Produkt der Bosheit oder eines

Geistes kranken gewesen wäre, die Thatsache der schweren Verwundung, die beinahe zum Schlimm⸗ sten hätte führen können, bleibe nach wie vor bestehen. Wenn die Presse theilweise gesagt habe, diese ganze Gschichte wäre übermäßig aufgebauscht, und als der Kaiser davon gehört, wie er(v. Spitz) in Osnabrück sich geäußert habe, hätteSe. Majestät solches mit Unwillen aufgenommen, so könne er erklären, daß er alles das, was er in Osnabrückgesagt habe, deutlich und voll und ganz vor I wieder⸗ hole. Leider wäre die Sache allmählich so ge worden, als ob das Entsetzliche als bedeutungslos von einer gewissen Presse hingestellt werde, wenn es sich um den Träger der Krone handle, und dazu könne ein deutscher Kriegerverein unter keinen Umständen seine Hand bieten.

Mit dieser sinnlosen Scharfmacherei ihres Vorsitzenden scheinen die Kriegervereine selber nicht mehr einverstanden zu sein. Aus Bremen wurde telegraphirt:Die Vorstände sämtlicher hiesigen Kriegervereine hielten eine Ver⸗ sammlung ab und nahmen eine Protest⸗ resolution gegen die Aeußerungen Generals v. Spitz über das Bremer Attentat an. Durch das Auftreten des Generals sei nur die Ver hetzung der Massen gefördert worden. Das ist also Rebellion in den königstreuen Reihen der Kriegervereine!

Singer soll schuld sein.

An der Nichtbestätigung des zum Bürger⸗ meister von Berlin gewählten Stadtrats Kauffmann nämlich. DiePotsdamer Zei⸗ tung, welcher der bekannte Frhr. v. Mirbach nahe steht, erzählt über den Fall, daß der Kaiser Kauffmann deshalb nicht bestätigt habe, weil seine Wahl von den Sozialdemokraten unterstützt und ermöglicht worden sei.Von Herrn Singer, schreibt das Blatt,der etwas darin zu suchen scheine, bei jeder Gelegen⸗ heit den revolutionären und republikanischen Charakter der Sozialdemokratie besonders zu betonen, wolle er sich den zweiten Bürgermeister von Berlin denn doch nicht präsentieren lassen so soll, wenn auch nicht den Worten, so doch dem Sinne nach, der Kaiser sich geäußert haben. Danach wären also die Gründe für Kauffmanns Nichtbestätigung nicht in seinen persönlichen Eigenschaften, sondern darin zu suchen, daß politisch Mißliebige für ihn gestimmt haben. Wenn nach solchen Grundsätzen ver fahren werden soll uns kann's recht sein. N hat die Sozialdemokratie sicher nicht avon.

Eine Reichstagsersatzwahl

findet am 19. Juli im ostpreußischen Kreise Memel⸗Heydekrug, dem nordöstlichsten Wahlkreise Deutschlands statt. Dort kandidiert der Agrarier Matschull, der liberale Fabri⸗ kant Schaak in Memel und unser Genosse Braun in Königsberg. Der konservative Agrarier Matschull sucht die Stimmen der zahlreichen litthauischen Wähler zu gewinnen, indem er sich auf seine litthauische Abkunft beruft. Interessant wird es sein, zu sehen, wie weit ihm das bei den agrarischen Bestrebungen abgeneigten Litthauern gelingen wird. Für unsere Partei wurden bei der Wahl von 1898 3015 Stimmen abgegeben.

Wanzen muß der Arbeiter in seiner Wohnung beherbergen,

wenigstens nach der merkwürdigen Ansicht des Amtsgerichts in Merseburg. Dort war jüngst ein Arbeiter ohne Kündigung ausgezogen, weil in seiner Wohnung Wanzen nisteten. Bisher galt auch Ungeziefer als hinreichender Grund zur Aufhebung des Mietsvertrags. Das Amts⸗ gericht Merseburg dagegen hat entschieden: Bei Wohnungen, welche die dem Ar⸗ beiterstand angehörigen Kreise zu benutzen pflegen, und um eine derartige handelt es sich im folgenden, kann überhaupt nicht derselbe Maßstab mit Bezug auf Freiheit von häuslichem Ungeziefer angelegt werden, wie bei Wohnungen der Bessergestellten.

Das Amtsgericht geht wahrscheinlich von der Anschauung aus, daß der Arbeiter den Kampf mit dem Ungeziefer schon gewohnt ist. Trotzdem muß über dieses Urteil einmal der Justizminister im Reichstage um seine Meinung befragt werden.

In Frankreich

verlief das Nationalfest, das alljährlich am 14. Juli zur Erinnerung an die Erstürmung der Bastille 1789 gefeiert wird, sehr animiert und ohne ernsten Zwischenfall. Die übliche Truppenrevue wickelte sich programmgemäß ab. Von Demonstrationen der nationalistischen Schreier, wie sie frühere Jahre an der Statue Staßburg und auf andern öffentlichen Plätzen stattfanden, war diesmal nicht viel zu merken.

Auf den Minister der öffentlichen Arbeiten, Baudin, wurde am Montag, als er sich auf der Fahrt zum Ministerrat befand, von einer Gräfin Olzowski ein Revolverschuß abge⸗ feuert, der jedoch nicht traf. Nachträglich stellte sich heraus, daß Baudin beinahe das Opfer einer Verwechselung gewesen wäre, da der Schuß dem Minister des Aeußeren, Del⸗ cassé, gelten sollte. Der Mann der Atten täterin, ein Ingenieur, der eine Einnehmerstelle bekleidet, war vor 5 Jahren in Savona in Italien wegen Verdachtes der Spionage ver⸗ haftet und einen Monat im Gefängnis behalten worden. Wiederholte Abweisung von Unter stützungsgesuchen, welche die Frau an das Ministerium des Aeu ern richtete, sollen sie zu der That gereizt haben.

Krieg in Südafrika.

Einige englische Erfolge wurden an⸗ fangs der Woche gemeldet. Bei Zaerust stießen die Truppen des Generals Dixon auf die Buren, die einigen Widerstand leisteten, dann aber zurückwichen. Der Bruder des Präsidenten Stein geriet dabei in englische Gefangenschaft, während Stein selbst nur mit knapper Nor entkam. Entscheidend sind natürlich diese kleinen Erfolge durchaus nicht.

Kriegskosten. Außer den direkten Kosten, die den Engländern der südafrikanische Krieg verursacht, sind als Folge desselben ungeheuere finanzielle Verluste zu verzeichnen. Londoner Blätter berechnen dieselben auf zwölf Mil⸗ liarden Mark. Eine Finanzkrise ist deshalb höchst wahrscheinlich.

Mehr Kavallerie will General Kitchener haben. Er soll der Regierung mitgeteilt haben, daß nach seiner Ansicht jetzt eine große Zahl der in Südafrika stehenden Infanterieregimenter zurückgezogen werden könnten. Gleichzeitig ver⸗ langte Kitchener, daß ihm an Stelle dieser Infanterietruppen etwa 50000 Mann berittener Truppen zur Verfügung gestellt werden, um die 70000 Mann Truppen, die er nach England zurücksenden will, zu ersetzen. Die englische Regierung wäre ihrem tapferen Oberstkomman⸗ dierenden gewiß dankbar gewesen, wenn er ihr zugleich gesagt hätte, wo sie die 50000 Mann nebst den dazu gehörigen Gäulen hernehmen soll.

Arbeiterbewegung.

T Der Ausstand der Tabakarbeiter in Nord hausen dauert noch fort. Es haben jedoch jetzt folgende Firmen sich mit ihren Arbeitern geeinigt: Grimm u. Triepel, Hendeß u. Schumann, Walter u. Sevin, Atenstädt u. Bachrodt, Steinhard u. Hellmundt. Die üb⸗ rigen 8 Firmen haben den Schiedsspruch noch nicht auerkanut. Bei Einkauf von Kautabak wollen die Arbeiter darauf achten, daß sie nur Produkte der genannten Firmeng erhalten.

T Generalstreik der Glasarbeiter. Um ihre Kollegen in Nienburg zu unterstützen, haben die Flaschenmacher in 36 Orten Deutsch⸗ lands am 13. Jult die Kündigung eingereicht, so daß am 27. Juli 7000 Flaschenarbester sich im Ausstand befinden.

Der Weberstreik in Cunewalde in Sachsen ist nach 18 wöchentlicher Dauer nunmehr beiallen Fabrikanten beendet. Am letzten Sonntag kam es durch die Ver