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Nr. 16. kennen wir aus jahrzehntelanger Erfahrung. Ein
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Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung.
Seite 3.
Beispiel dafür lieferte die Oesterreichische Frauen⸗ zeitung, das Organ der Lueger-Amazonen, die Folgendes über die deutsche Sozialdemokratie zusammenlügt:
„Sozialistenehrlichkeit.
Im Laufe des Jahres 1900 sind 423 sozialdemo⸗ kratische Konsumvereine in Deutschland krachen gegangen!
Dabei wurden nicht weniger als 286 sozialdemo⸗ kratische Genossen wegen Diebstahl und Betrug einge⸗ sperrt. Weiters defraudierten 76 Obmänner von sozial⸗ demokratischen Krankenkassen Geldbeträge in Höhe von 163 534 Mk. Schließlich beläuft sich der Betrag der bei allen von den Sozialdemokraten arrangierten Streikes bestohlenen und durch die Obergenossen verjubelten Gelder(inklusive des Kohlenstreikes) auf 124 468 Mk. Wegen grober Unsittlichkeit wurden 198 Genossen und 12 Genossinnen gerichtlich abgeurteilt!
Nach diesem Rezepte wird also die Zukunft der Menschheit zubereitet werden. Wir danken schon im Voraus!“
So führen die Christlichsozialen in Oester— reich den Kampf gegen die Sozialdemokratie. Diese Gesellschaft steht politisch auf dem Stand— punkte der deutschen Antisemiten. Wie man sieht, gleichen die beiden Parteien einander so ziemlich; der unbefangene Beurteiler wird nur im Zweifel sein, welcher er den höchsten Grad von Gemeinheit zuerkennen soll. Und mit solchem Gesindel müssen sich unsere Genossen herumschlagen.
Zwei geborstene antisemitische Säulen.
Kurz vor Ostern verschwand aus Bitter⸗— feld der antisemitische Agitator und Geschäftsführer des Bundes der Land⸗ wirte, Bruno Kreutz. Mit ihm zugleich verschwanden aber auch 8000 bis 10,000 Mark ihm anvertranter Gelder. Vorigen Donnerstag wurde er in Halle verhaftet. Durch seine Unterschlagungen soll er besonders kleine Bauern geschadigt haben. Die agrarische„Deutsche Tagesztg.“ bemerkt zu dem Falle, Kreutz habe zu den bei den Anti⸗ semiten sehr häufigen Politikern gehört, denen die Politik lediglich Geschäftssache ist. — Ein Zweiter von derselben Sorte, Sekretär der Staatsanwaltschaft in Kottbus, Johannes Krüdecke, machte in Halle einen Selbstmord⸗ versuch. Krübecke war langjähriger Vor⸗ sitzender der Kottbuseruntisemitenpartei. In dieser Eigenschaft leitete er die Versammlungen, in welcher Abg. Liebermann von Sonnenberg über den„Mord in Konitz“ sprach. Es war sein letztes öffentliches Hervortreten. In der Nacht zum Donnerstag versuchte er in Halle a. S., wohin er zu diesem Zweck gefahren war, seinem Leben ein Ziel zu setzen, wie man erzählt, um der Untersuchung wegen Unterschlagungen zu entgehen, mit denen er in Verbindung gebracht worden ist. Der Schuß, den er gegen sich
richtete, führte seinen Tod nicht herbei, er
wurde verhaftet und zunächst in die Klinik gebracht.— Wird die anttsemitische Presse ihren Lesern von diesen Vorfällen Mitteilung machen? Wir glauben es nicht. Gleich zwei auf ein Mal bedeutet auch scheußliches Pech.
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Ueber den erstgenannten Biedermann Kreutz schreibt das„Volksblatt für Halle“:
Der Kämpfer für Religion, Ordnung und Sitte ist besonders den sozialdemokratischen Arbeitern im Wahlkreis Delitzsch⸗Bitterfeld bekannt. Herr Kreutz war es auch, der bei der 98er Wahl so kräftig Propaganda machte für den königstreuen, staatserhaltenden, religiösen Herrn Baumeister, dem bekanntlich auch das Reichstags⸗ mandat zufiel, und sich weidlich entrüstete über die un⸗ moralischen Sozialdemokraten, die da teilen und den Bauernstand ruinieren wollten. Besonders der „Jude Singer“ hatte seinen Zorn erregt und oft genug wurde ihm vom sozialdemokratischen Reichstagskandidaten dieses Kreises in den Verfammlungen mit der Gegenrede gedient, daß die Arbeiter sich zehnmal lieber um den
Juden Singer, als um den christlichen Kreutz
schaaren. Der„Jude Singer“ arbeitet weiter für das Wohl der arbeitenden Klassen und der Christ Kreutz sitzt hinter Schloß und Riegel, um sich baldigst vor dem Gericht zu verantworten, weil
er durch seine Unterschlagungen den kleinen Bauer n⸗ stand, für den er in seinen Reden so warm eintrat, geschädigt hat. gerächt, das, was er uns unterschob, dessen ist er nun angeklagt.
sonderem Haß auf die proletarische Bewegung werfen.
Das Schicksal hat sich an Kreutz So sehen die Leute aus, die sich mit be⸗
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Ausland.
Fortschritte der Sozialdemokratie in Dänemark.
Wir erwähnten in letzter Nummer schon die günstigen Ergebnisse, die bei den Wahlen zum dänischen Abgeordnetenhaus für unsere Partei zu verzeichnen sind. Nachdem nun die genauen Zahlen der für die einzelnen Parteien abgegebenen Stimmen bekannt geworden sind, stellt sich der Erfolg noch viel bedeutender heraus; die sozialdemokratische Partei ist die einzige, die seit den Wahlen von 1898 einen Zuwachs an Stimmen zu verzeichnen hat, alle anderen Parteien haben Verluste erlitten. Nach den jetzt vorliegenden genauen Berichten wurden abgegeben für die
1898: 1901:
Stimmen Stimmen
Radikalen 8072 96 503 Konserbgtidenßn 88 757 5 Sozialdemokraten 31872 42955 eee, 22 260
Soweit hat die Sozialdemokratie 11088 Stimmen- 35 Prozent gewonnen.
Dem Verhältnis der Stimmen entsprechend müßten die Radikalen nur 47 statt der ge⸗ wonnenen 73 Mandate erhalten, die Sozial⸗ demokraten aber 22 statt 14; die Konservativen 26 statt 8, die Moderierten 12 statt 15.
Als die Sozialdemokratie sich im Jahre 1871 zum erstenmale an den dänischen Wahlen beteiligte erzielte sie ganze 286 Stimmen. Von Wahl zu Wahl stieg ihre Stimmenzahl, die jetzt die oben angegebene Höhe erreichte.
Es geht also überall recht hübsch vorwärts, dem Geheul der Rückwärtser zum Trotz!
Soziales aus Fraukreich.
Den Achtstundentag führte der fran⸗ zösische Handelsminister Millerand für die Arbeiter der Telegraphen⸗ und Telephon⸗ verwaltung in Paris ein.
Deutscher Reichstag.
Dienstag beganneu die Verhandlungen des Reichs⸗ tags wieder. Präsident Ballestrem begrüßte die nicht sehr zahlreich erschienenen Abgeordneten mit einer herzlichen Ansprache.— Gegenstand der Beratung ist der jetzt endlich eingebrachte Gesetzentwurf betreffend die Versorgung der Kriegsin validen und ihrer Hinterbliebenen. Mit der Grundtendenz der Vor⸗ lage find sämtliche Parteien einverstanden. Die Grafen Oriola und Roon, der erstere nationalliberal, der zweite konservativ, hielten Reden von ziemlich über⸗ flüssiger Länge. Der Zentrumsabgeordnete Dr. Bach em meinte nicht mit Unrecht, daß sich eigentlich unsere Kriegsinvaliden bei den chinesischen Boxern bedanken könnten, da sie ohne dieselben wahrscheinlich noch lange hätten warten können. Eben derselbe Abgeordnete ließ das Gespenst der Wehrsteuer aufsteigen, welche die Mehrheitspartelen bei diefer Gelegenheit einzuschmuggeln große Lust bezeigen. Das schreiende Mißverhältnis in der Höhe der den Offizieren und der den Soldaten ge⸗ währten Zulagen geißelte in gebührender Weise Singer, der ferner, wie die Redner anderen Parteien, auf die Notwendigkeit einer definitiven und umfassenden Regelung des ganzen Pensionswesens hinwies. Die folgenden Redner, der Reichsparteiler Dr. Höffel, die Freisinnigen Beckh und Pachnicke, Prinz Schönaich-Carolath, Dr. Jäger vom Zentrum usw. brachten nichts erhebliches vor Die Vorlage wurde an die Budgetkommission verwiesen“
Krieg in Südafrika.
Ueber Dewet wurden in der letzten Zeit Nachrichten verbreitet, die seinen Gesundheits— zustand als äußerst ungünstig bezeichneten, so⸗ gar Dewet als geistesgestört hinstellten. Daran ist kein wahres Wort, selbst englische Zeitungen bezeichnen jene Nachrichten als völlig unbegründet. 5
Friedensverhandlungen sollte der Burengeneral Botha mit Lord Kitchener an— geknüpft haben. Das scheint ebenfalls unrichtig zu sein. Vielmehr wird daran erinnert, daß schon vor Monaten Lord Roberts Botha zu bestechen suchte, indem er ihm eine Jahresrente von 200 000 Mk. anbot, wenn er die Buren zur Uebergabe bestimme. Jetzt wird aus der
Umgebung des Präsidenten Krüger mitgeteilt,
daß Lord Kitchener sich in derselben Rolle gefällt, wie sein Vorgänger, daß auch er den Versuch gemacht hat, im Auftrage seiner Regierung Botha zu bestechen. Einiger⸗ maßen humoristisch wirkt dabei der Umstand, daß die damals für„Botha-Bestechung“ aus⸗ geworfene Summe sich mit der bezüglichen von heute fast vollkommen deckt; die englische Re— gierung scheint also einen förmlichen Bestechungs⸗ tarif aufgestellt zu haben, und zwar mit ziem⸗ licher Generosität, denn das für Botha ausge⸗ schriebene Lockmittel ist kein Pappenstiel. Botha wird auch diesmal nicht auf den Leim gehen.
General Freuch gefangen? Ueber London wurde eine Meldung verbreitet, wonach die Buren, vom Nebel begünstigt, General French mit 500 Mann gefangen nahmen. An amtlicher Stelle wird die Richtigkeit der Mel⸗ dung bestritten.— Freuch ist einer der tüch⸗ tigsten englischen Generale; seine Gefangen— nahme waͤre ein großer Erfolg der Buren. Die Nachricht ist indeß noch unbestäligt.
Krieg mit China.
Ueber den Tod des Hauptmanns Bartsch fehlen noch genauere Nachrichten. Während es früher hieß, es sei aus ge⸗ schlossen, daß ein Chinese an dem Morde beteiligt sei, wird jetzt ein junger Chinese, Namens Howan, der auch verhaftet ist, als der Mörder bezeichnet. Er sei geständig und rühme sich der That. Er behauptet nach den eingegangenen Telegrammen, der Hauptmann habe ihn auf dem Wege überholt; er, Howan, habe gegrüßt, aber Bartsch habe ihn im Vor⸗ beireiten über den Kopf geschlagen. Darauf zog Howan, wie er weiter erzählt, einen Re⸗ volver ältesten Systems hervor, feuerte und rannte weg. Hauptmann Bartsch verfolgte ihn einige Schritte weit, aber sein Pferd bockte plötzlich; er wurde aus dem Sattel geworfen und stürzte in einen Graben. Das Pferd lief davon. Howan fing es aber mit Hülfe eines anderen chinesischen Spießgesellen— der gleich⸗ falls verhaftet wurde— wieder ein und beide setzten sich darauf. Später wurden sie verhaftet. — Wenn sich die Sache wirklich so abgespielt hat, dann wäre also der Hauptmaun ein Opfer der Hunnenkultur, die er verbreiten wollte. Man des ke: Ein Chinese ist so unkultiviert, den ihm zu Pferde begegnenden deutschen Offizier höflich zu grüßen, und der Kulturhunne zieht ihm dankend dafür einen schmerzenden Streich über den dummen Schädel, um ihm deutsche Höflichkeit und deutsche Bildung aber gleich gehörig plausibel zu machen. Wenn da dem armen Teufel von Chinesen die Galle ins Blut geschossen ist und er aus seiner alten Pistole einen Schuß auf den deutschen Kulturträger abgegeben hat, kann man das warhaftig ver— stehen.
— Zurückgekehrt. Mit dem Transport⸗ dampfer„H. H. Meyer“ trafen am Dienstag 834 Mannschaften und Offiziere aus Ostasten ein. Die Meisten wurden alsbald als Reser⸗ visten entlassen.
— Kaiser Kwangsu ließ die Vertreter der Mächte wissen, daß er nicht nach Peking zurückkehren könne, bevor die Stadt nicht von den auswärtigen Truppen geräumt sei.
— Großer Brand in Peking. In Kaiserpalaste in Peking brach in dem vom
Grafen Waldersee bewohnten Teile Feuer aus, das sehr schnell um sich griff. Graf Walder⸗ see konnte sich nur mit Muhe burch ein Fenster seines Asbesthauses retten. Letzteres wurde ebenfalls vernichtet. General Schwarzhoff wird vermißt, man vermutet, daß er umge— kommen ist. Das Feuer brach in der Wohnung des abwesenden Majors Lau enstein aus und ist wahrscheinlich absichtlich angelegt worden.
Rechtssprechung.
„Aussetzen“ der Arbeit. Oft genug wird Arbeitern von Unternehmern zugemutet, die Arbeit aus irgend einem Grunde eine Zeit lang„auszusetzen“. Vielfach ist das nichts anderes, als eine Entlassung ohne Innehaltung der vereinbarten Kündigungsfrist. Nach einer


