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Mtttelpeutsche SonntagsZeitung.
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1 Nr. 705
Belastung der Minderbemittellen durch die indirekten Steuern.
Es ist eine bekannte Thatsache, daß die Zölle und Verbrauchsabgaben in der Hauptsache don den Leuten mit geringerem Einkommen, von der großen Zahl der Armen und Aermsten aufgebracht werden. Diese Thatsache wird allerdings von den Junkern und ihrem Anhang geleugnet. Auch die dem Junkertum unter⸗ thanen und willfährigen Minister haben hier und da die ee schwere Belastung der Minderbemitkerten Die Steuern in Abrede gestell Dagegen hieß es schon in der im Jahre 184d den preußischen Kammern vom damaligen Mintsterium Man⸗ teuffel überreichten Botschaft, daß der„gemeine Mann“ besonders durch die Steuern a Uf Brod und Fleisch„gegen die Wohl- e überbürdet sei“, was„mit den
Grundsätzen einer der Gerechtigkeit ent⸗ sprechenden Steuergesetzgebung unverträg“ lich“ sei. Bismarck und seine Nachahmer traten aber gerade deshalb für die indirekten Steuern ein, weil dadurch. der Masse; der ärmeren Bevölkerung die Haupt last auf ge⸗
bürdet werden kaun, während bei direkler d nach Vermögen und Eis kommen sich richtenden 0
Besteuerung aber die Wohlhabenden und Reichen den größten Teil bezahlen müßten. Für die⸗ herrschende Klasse hat aber das indirekte Steuer⸗ system noch den Vorteil, daß der Einzelne nicht merkt, wieviel er Steuern bezahlt, weil er sie eben in den Preisen der Waren, die
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dialer Steuersystem Ausgeplünderten die Höhe den Summe bekannt, die ihnen alljährlich da⸗ durch abgeknöpft wird, wüßten sie, daß sie bei jedem Leib Brod, den sie kaufen, jedem Glas Bier, das sie trinken, jeder Zigarre, die sie rauchen, jedem Liter Petroleum, den sie verbrennen, einen ganz erheblichen Prozent; satz des Preises als Steuern zahlen— die Opposttion gegen den geplanten Brotwucher. wäre viel stärker, die Zahl der sozialdemokra⸗ tischen Wahlstimmen viel höher. Aber bis zu welchem Grade die Belastung der Minderbe⸗ mittelten durch die indirekten Steuern thatsächlich geht, ist an der Hand der Statistik auf das schlagendste klargelegt worden. In dieser Be⸗ ziehung sind Zusammenstellungen, die sich im „Tab.⸗Arb.“ finden, recht lehrreich und wert, von jedem Minderbemittelten und Arbeiter eingehend studiert zu werden.
Zunächst hat der Bergrat Nasse den Be⸗ weis erbracht, wie sehr gerade unser e Ar⸗ beiter gegenüber denen im freihändlerischen England durch die Zölle benachteiligt werden. Der Bergmann in Neweastle bezahle z. B. das Schmalz durchschnittlich mit 64 bis 84 Pfg., in Saarbrücken mit 1 Mk., den Speck der eng⸗ lische Bergmann mit 1.10 Mk., der Saarbrücker mit 1.80 bis, 2 Mk.; das Kilogramm Reis der englische mit 16 bis 18 Pfg., der Saarbrücker mit 70 bis 80 Pfg. ꝛc. Dabei sind den An⸗ gaben noch Konsumyvereinspreise zu Grunde gelegt, so daß der gern erhobene Einwand der Verteuerung durch den Kleinhandel in diesem Falle nicht wohl gemacht werden kann.
Sodgun hat der Tübinger Nationalökonom, Prof. Fr. J. Neumann, sich der Mühe unker⸗ zogen, über 500 Haushaltungsbudgets darauf
zu untersuchen, 15 stark die perschiedenen Ein⸗
kommensfufen durch' die indikekte Steuer be⸗ lastet werden. Da ergiebt sich denn aus den von ihm hexgeftellten Tabellen, daß die Belastung
der kleineren Eiftkommen durch die indi⸗
rekten Steuern ganz un verhältnismäßig groß ist, und, in Prozenten des Einkommens ausgedrückt, oft das zwanzig fache und noch“ mehr der Besteuerung der Reichen beträgt. Gegen diese durch die indirekten Steuern herbeigeführte Benachteiligung des armen Man⸗ nes will der oft gehörte Einwand, daß er da— für von der direkten Staatssteuer befreit sei und daß diese die größeren Einkommen in progressiver Steigerung, belaste, wenig besag 155
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Net indtrekter Steuern abzugeben, als von 100 000 und mehr Mark dier Prozent direkter
und vielleicht ein halbes oder ganzes Prozent— keinesfalls Steuern an den Staat zu entrichten.
Die von Prof. Neumann berechneten Zahlen sprechen zwar eine deutliche Sprache, die für jeden Einsichtigen ohne weiteres verständlich ist. Ihr volles Gewicht erhalten sie aber doch erst, wenn man sie— auf die Grundlagen der Nationalökonomie zurückgehend— in Zusam⸗ 1 mit der Lehre vom Einkommen bringt.
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seines freien Einkommens an indirek⸗ ten Steuern!
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beiden Ländern noch 2 allerhall i
braucht, wozu in Prozent für Erziehung und Unterricht treten,
Schlieben und Hampke betragen in Heüssche land die Ausgaben für die notwendigsten Lebensbedürfnisse(Erziehung nicht mit eingerechnet!) bei den kleinsten Ein⸗ kommen 92½— 94 Proz., sind also fast genau
ei Außerachtlassung der Ausgaben für Er⸗ ziehung und Unterricht höchstens auf 6 bis 7½ Prozent. es unter denselben Voraussetzungen bereits 41,2 Prozent, bei 48000 Mk. Einkommen schon 58,2 Prozent. Für noch größere Einkommen liegen leider keine Veröffentlichungen vor, aber sopiel ist auch ohne statistische⸗ Anterkagen mit Sicherheit zu behaupten, daß semand, der eiue halbe oder gar eine gauze Million Einkommen hat, nur einen winzigen Bruchteil dieser Summe zur Bestreitung der notwendigsten Lebeusbe⸗ dürfnisse aufzuwenden haben wird.
Geht man von der unzweifelhaft richtigen Aunahme aus, daß sich ohne die auf den not⸗ wendigsten Lebensbedürfnissen lastenden Steuern das freie Einkommen um den Betrag der
indirekten Steuern erhöhen würde, so würde es(Ge 95
für die größten Einkommen, für„die eine 2 vorliegt, 58,2 1,13(oder höchstens
1,26), also 59,38 bis 50646 Prozent des Rein⸗ einkommens betragen für Dieter ig ten dagegen,
hoffers, 6 4,51(bezw. 7,28) d. h. 10,51 bis 13,28 607167 bei e 1 bezw. 7270
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b freie Einkommen wird nun vom Sia 10 den Betrag 5 93 5 19095 gekürzt, aber von den 59. 1275 Weh 1 0 1 m Tbzen int Dufschnitf tun 70 1 Niete ede r den 90 9251 18
freien Einkommens 1 8 5 und diese 9 Quote steigert sich bei Zugrundlegung der säch⸗ sischen Ermittelungen gar auf rund 60 bis 70
I mittelez Nach sehr sorgfältigen sächsischen Erhebungen, ge fosse belgische. genau übereinstimmen, lunget werden vom Arbeiter mit kleinem Einkommen a In fürdie notwendigsten Lebensbedürf⸗ in
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