Ausgabe 
15.12.1901
 
Einzelbild herunterladen

suchten ö* etebigg 4 ertuidth

babe bo ö dera

du

12. Degen, 8. Etat, 2319 725 17 an Mu eam d eisungen g 5000 M Der Rech ig der einm 182 0380 ö o deß Pug für die e dichten. J ldenlast hen als 94%

Zollpolill Zolleigen, F zum Aus, ressalen sehen. u

einem lu

ussischen dh

klärt, wen auf dem Ii. the, augen, e Tarif den. Industie g. Rußlaub. odurch hae eblichen E r nach Ru an Eise umenten. L e Nußlnd! zudustre⸗ iter

rotwuhn Act Tie holiccel em Voll it gioßte

S

zädlich 1 F ion dach edenll

be Gen. ber. ere Fühle 0 N 10 ume b ö

Nr. 50.

Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.

Seite 3.

der Haltung ihres Zentral vorsitzenden Steger⸗ wald zur Zollfrage und zur Stellungnahme gegen die Leitung des christlichen Metall⸗ arbeiter⸗Verbandes absolut nicht einverstauden und stellt dem Herrn Stegerwald anheim, 55 lieber von den Agrariern bezahlen zu assen.

Das ist gewiß deutlich.

Ein anwesender Verbandsbeamter wehrte sich wütend gegen die Annahme der Resolution, aber vergebens war sein Bemühen. Es wurde geltend gemacht, daß nach Meinung der Mit⸗ glieder diechristliche Gewerkschaft gegründet worden sei, um die Lbenshaltung der Arbeiter zu verbessern, da müsse es doch höchlichst verwundern, wenn die Verbandsleitung m Verbandsorgan für Verteuerung der Lebens⸗ mittel eintrete. Wenn das so weiter gehe, sei es besser, man bekümmere stch überhaupt nicht

mehr um den Verband. Hier zeigt es sich

wieder, wie von Seiten der christlichen Gewerk⸗ schafts führer die Interessen der Arbeiter verraten werden.

Delikatessen für Arbeiter!

Was sich die Junkersippe an Verhöhnung der Arbeiter und deren schlechter Lebenshaltung leistet, zeigte der Zwischenruf des Grafen Arnim. Durch einen anderen Zwischenruf enthüllte ein Agrarier ebenfalls seine innerste Herzensmeinung. Als Bebel in der Sitzung am 5. Dezember

von der Belastung der Arbeiterfamilien durch

die Zollerhöhungen sprach, die sich nicht satt an Brot essen könnten, und die ungeheure Quantitäten von Kartoffeln verzehrten, vernahm man aus dem Munde des Direktors des Bundes der Landwirte, Dr. Rösicke, den Zwischenruf: Kartoffeln sind doch auch ein Nahrungsmittel! Diese Thatsache ist den Arbeitern gewiß nicht unbekannt. Nähren sie sich doch kaum von etwas anderm als von Kartoffeln. Die Aeußerung des Herrn Dr. Röstcke ist aber gleichfalls ein beredtes Zeugnis für die Herz⸗ kosigkeit und Mitleidslosigkeit der Herren Agrarier gegenüber dem Elend des Volkes. In mehreren Berichten lautete der Zuruf Rösickes: Kartoffeln sind eine Delikatesse! Wir halten den Zwischenruf in dieser Form sehr für wahrscheinlich.

Die Stichwahl in Wiesbaden,

die am Mittwoch zwischen unserm Genossen Dr. Quark und dem Freisinnigen Dr. Crüger stattfand, hat mit dem Siege des letzteren ge⸗ endet. Dieses Resultat war, nachdem das Zentrum für die Freisinnigen einzutreten be⸗ schlossen hatte, vorauszusehen. Genaue Stim⸗ menzahlen liegen noch nicht vor; jedoch zeigt auch die Stichwahl ein Anwachsen der sozial⸗ demokratischen Stimmen. Quarck erhielt zirka 11500 Stimmen(1898 nur 10084); Crüger zirka 15000, etwas weniger als 1898 auf den freistnnigen Kandidaten entfielen.

Kommunalwahlsiege.

Mit sehr großer Mehrheit siegten unsere Genossen bei den Stadtverordnetenwahlen in Luckenwalde(Brandenburg). Es erhielten die Genossen Scheller 756, Schmidt 758 und Haubenreiser 766 Stimmen, während die drei gegnerischen Kaudidaten je 176 Stimmen er⸗ hielten. Damit ist die ganze dritte Abteilung sozialdemokratisch vertreten. NeunMandate gegen bisher acht sind in unseren Händen. In der Stadtrats⸗Stichwahl zu Barmen siegte ein Sozialdemokrat. Bei den Königs⸗ berger Stadtverordnetenstichwahlen gewannen wir drei Mandate und sind nunmehr durch sechs Genossen im Stadtverordneten⸗Kollegium vertreten. Bei der am Freitag in Stutt⸗ gart stattgefundenen Gemeinderatswahl stegte die sozialdemokratisch⸗volksparteiliche Liste bis auf einen Namen. Gewählt wurden drei Sozialdemokraten, vier Volkspar⸗ teiler, und ein Deutschparteiler. Die bisherige Vorherrschaft der Deutschparteiler und Konser⸗ vativen auf dem Rathaus ist durch diesen Sieg gebrochen. Von den 24 Gemeinderäten gehören nunmehr 16 der Linken an; darunter 4 Sozial⸗ demokraten, 11 Volksparteiler, 1 Freisinniger,

außerdem sitzen 6 Deutschpartetler, 1 Konser⸗ vativer und 1 Zentrumsmann im Rathaus. Die Wahl war eine lebhafte. Am Montag fand in Mainz die Stadtverordnetenwahl statt. Dort hatten sich, wie in der letzten Nummer schon mitgeteilt, die Nationalliberalen, Frei⸗ sinnigen, Demokraten und Sozialdemokraten gegen das Zentrum vereinigt. Die vereinigten Parteien erzielten einen glänzenden Sieg. Für diese wurden 5636 reine Zettel abgegeben, während das Zentrum nur 1365 reine und 945 gestrichene Zettel aufbrachte.

Lässige Justiz.

Wenn Leute aus den besitzenden Klassen mit dem Strafgesetze in Konflikt geraten, erlebt man in der Regel, daß die strafende Gerechtig⸗ keit langsam und vorsichtig einschreitet. Auch die Aufsichtsräte der Schuckertgesellschaft in Nürnberg sind, wie es scheinen will, recht nachsichtig behandelt worden. Gegen den Vor⸗ stand und Aufsichtsrat der Gesellschaft erhob am Freitag Genosse v. Haller in der bayri⸗ schen Kammer schwere Anklagen und beschuldigte ste, daß sie gegen die Bestimmungen des Handels⸗ gesetzes verstoßen hätten. Er forderte das Ein⸗ schreiten des Staatsanwaltes gegen den Vorstand und Aufsichtsrat der Gesellschaft. Die Justiz habe nicht zu warten vor den Thüren der Reichen, auch nicht, wenn Reichsräte der Krone Bayerns dabei beteiligt seien. Der Justizminister erklärte, es sei ihm nicht bekannt, ob der Staatsanwalt Veranlassung hätte, ein⸗ zugreifen. Nachdem aber der Abg. Haller öffentlich Vorstand und Aufsichtsrat der Schuckertgesellschaft strafbarer Handlungen be⸗ schuldigte, werde die Staatsanwalt sich jeden⸗ falls mit der Sache befassen. Er bedaure nur, daß Haller hier öffentlich auch Reichsräte der Krone Bayerns beschuldige, bevor überhaupt festgestellt sei, ob eine Schuld bei der Schuckert⸗ gesellschaft vorliege.

Wahlreform in Bayern.

Im bayrischen Landtage besitzt das Zentrum die Mehrheit. Dazu haben ihm bei der letzten Wahl unsere Genossen verholfen, weil die Zentrumsleute unter Anderem für eine Wahl⸗ reform einzutreten versprachen, durch welche das direkte Wahlrecht für den Landtag eingeführt werden sollte. Was jetzt aber von dieserReform an's Tageslicht kommt, sieht wirklich nicht hübsch aus und rechtfertigt die schlimmsten Befürchtungen. Für ein Unrecht, das man gezwungen ist, fallen zu lassen, schafft man eine ganze Anzahl andere und größere Wahlentrechtungen und Ungerechtigkeiten. Das Alter der Wahlberechtigung soll hin⸗ aufgeschoben werden, die Frist der Staats- angehörigkeit soll verlängert werden, das

steht schon jetzt fest. Damit nicht genug, wird!

noch eine Erhöhung des Wahlzensus geplant. Auch wollen dieSchwarzen die Wahlkreise nach ihrem Geschmack zuschneiden. Stichwahlen soll es nicht mehr geben, entscheiden soll die relative Majorität, aber nur dann, wenn sie über ein Drittel der Stimmen beträgt, d. h. die Ultramontanen lassen sich das Hinter⸗ pförtchen offen, um sich in einem zweiten Wahl⸗ gang mit den Liberalen gegen die Sozialdemo⸗ kratie zu koalieren. Diese Taktik des Zentrums drängt selbstverständlich unsere bayerische Land⸗ tagsfraktion zu einer immer schärferen Opposttion. Aus dem gemeinsamen Schaffen der Sozial⸗ demokratie und der bürgerlichen Parteien im Wahlreformausschuß ist nichts geworden. Jetzt überlegen sich unsere bayerischen Genossen die Sache anders; immer schärfer tritt das Ver⸗ langen hervor, durch ein kräftiges agitatorisches Drauflosgehen die Sache der Wahlreform an das Volk zu bringen.

Soziales.

Gute Erfahrungen mit dem Acht⸗ stundentage hat auch das städtische Gaswerk in Offenbach gemacht, wie aus dem Geschäfts⸗ berichte desselben hervorgeht. Es heißt dort an einer Stelle, daß trotz der a der Achtstundenschicht bei den Feuerleuten, die seiner

Zeit au er Direktion geschah und unter Peibehar rung der für die frühere Zwölf⸗ stundenschicht gezahlten Löhne die Gaserzeugungs⸗ kosten pro 1000 Kubikmeter sich nicht erhöht, sondern gegen das Vorjahr noch vermindert haben. Dies liegt, wie der Bericht erwähnt, auch daran, daß relativ die Leistungsfähigkeit des einzelnen Mannes gegen das Vorjahr ge⸗ stiegen ist. Auf Grund dieses Berichts empfahl in der letzten Stadtverordnetensitzung Genosse Ulrich den anderen städtischen Ressorts, sich diese günstigen Erfahrungen zu nutze zu machen.

Krieg in Südafrika.

Lebhaftere Thätigkeit entfalten die Buren wieder, wie sich aus verschiedenen Anzeichen und Mitteilungen ergiebt. Aus Pretoria wurde anfangs der Woche berichtet, daß mehrere Kommandos wieder im Oranjefreistaat aufgetaucht sind, darunter ein größeres, das anscheinend von Dewet befehligt wird. Viljo en steht mit 400 Mann nördlich von Belfast an der Delagoabahn und wartet die Ereignisse ab. Beyers zieht nach Süden auf Sandriverpoort zu, augenscheinlich in der Abstcht, sich westlich von Warmbad mit Badenhorst zu vereinigen. Sogar bis in die Umgebung von Johanne s⸗ burg dringen die Buren vor. Größere Kommandos, wahrscheinlich unter Delarey, bedrohen die Außenlinien und die Stadt selbst. Dadurch hat sich der Einwohnerschaft große Unruhe bemächtigt. Die Militärbehörden erließen zur Verteidigung des Platzes Justruktionen für die Truppen und Zivilisten, die an allen Ecken angeschlagen wurden.

Die Verluste der englischen Armee in Südafrika betragen seit Beginn des Krieges bis Ende des Monats November 18 798 Tote, 62 864 Verwundete und Invaliden, die nach der Heimat zurückbefördert worden sind.

Buren als Verräter? Londoner Blätter berichteten aus Pretoria, daß die früheren Feld⸗ kornets der Buren, Meyer und Collins, sich den Engländern angeschlossen und sogar noch eine erhebliche Anzahl Burenrekruten mitgebracht hätten. Hierdurch werde die eng⸗ lische Feldarmee erheblich verstärkt. Diese Mitteilung erscheint schwer glaublich. Nachdem die Buren so lange und so hartnäckig sich ver⸗ teidigten, wäre es ja unerhört, wenn sich Ver⸗ räter, noch dazu in größerer Anzahl, in ihren Reihen fänden. Man wird erst die Bestätigung dieser Nachricht abwarten müssen.

Kämpfe. Ein englischer Konvoi, bestehend aus 30 Wagen unter Führung des Leutnant de Cock, ist zwischen Lambertsbay und Clam⸗ billiam von den Buren erbeutet worden. Es fand ein heftiger Kampf statt, in welchem Leutnant de Cock verwundet und mehrere Mann getötet wurden. Die Uebrigen ergaben sich den Buren.

r

Von Nah und Fern.

Mitteilungen aus unserem Leserkreise find uns jederzeit will⸗

kommen. Die Ehre unserer Sache gebietet natürlich strengst 7

Gewissenhaftigkeit bei Uebermittelung von Nachrichten. Wi;

bitten, alle zum Druck bestimmten Einsendungen nur auf eine Seite zu beschreiben.

An die Parteigenossen Hessens.

Sowohl der Landes⸗Kalender als auch das einheitliche Mitgliedsbuch der Landes⸗ organisation kommen in den nächsten Tagen zur Versendung. Wir ersuchen deshalb um alsbaldige Bestellung seitens der Kreise.

Wenn nichts anderes bestimmt wird, gehen die Kalender an die früheren Adressen ab.

Das Landes⸗Komitee.

Gießener Angelegenheiten.

Arbeitslose giebt es jetzt doch in Gießen eine ganze Anzahl. Bei dem Gewerk⸗ schaftskartell meldeten sich ca. 30 Mann, die durch Vermittelung desselben Arbeit bei der Stadt zu erhalten wünschten. Von Seiten der Stadtverwaltung wurde auf die diesbezügliche

8

eee ee