Ausgabe 
14.7.1901
 
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Nr. 28.

Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung.

Seite 5.

Bursche) freigesprochen wurde. Die Oeffentlich⸗

keit war während der Verhandlung ausgeschlossen.

Bündlerische Arbeiterfreundlich⸗ keit. Am vergangenen Samstag fand in Frohnhausen(M.⸗W.⸗B,) eine Versammlung des Landwirtschaftl. Kreisvereins Marburg statt, nach deren Beendigung eine Besprechung über das Unfallversicherungsgesetz herbei⸗ geführt wurde. Der Vorsitzende des Bundes der Landwirte, Gutsbesitzer Schlabach-Stedel⸗

bach, bemerkte, daß die Beiträge der ländlichen

Arbeitgeber zur Unfallversicherunskasse abermals um 10 Proz. gestiegen seien. Es würde vielfach zu leichtfertig gehandelt und von den Aerzten oft geringfügige Unfälle als erheblich hingestellt. Es dürfe bei Unfällen leichterer Art nicht so entgegenkommend gegen die Arbeiter verfahren werden.(1) Rut h⸗Bellnhausen meinte, die Sache(jedenfalls die Unfallversicherung) sei für die Aerzte eine gute Milchkuh. Man könne es ihnen aber nicht sagen, daß sie zu entgegenkommend seien uw. Weiershäuser⸗ Wehrshausen meinte, der Arbeitgeber müsse selbst eine bessere Kontrolle üben. Er ist dafür, daß eine Kommission(natürlich nur aus lauter Bündlern bestehend!) eingesetzt werde, die zu prüfen habe, ob die Betroffenen die Unfallrente auch rechtmäßiger Weise bekämen.(I) Es gäbe viele Leute, die die Unfallrente dazu benutzten, um zu faulenzen.(1) Schlabach bemerkte noch, es sei ein Fehler, daß der Arheit⸗ geber nicht über den Unfall irgend einer seiner Arbeiter vernommen werde. Der Arbeitgeber müsse mehr gehört werden als seither. Diese Ausführungen genügen wohl, um auch dem rückständigsten Landarbeiter die Augen zu öffnen, was er bei einem, leider doch so leicht ein⸗ tretenden Unglücksfalle, von seinen Arbeitgebern zu erwarten hat. Scheuen sich diese Leute doch nicht, die für sie zu Krüppeln gewordenen Arbeiter noch zu verhöhnen, indem sie sagen, die(riesige!) Unfallrente würde von den Arbeitern vielfach dazu benutzt, um zu faulenzen. Und wie schwer wird es den Unglücklichen oft gemacht, bis sie die paar Groschen Unfallrente wirklich erhalten! Wahrlich, die Bündler sind doch die besten Arbeiterfreunde!

In Kirchhain hat es bei einer Kreis⸗ tagssitzung, wo es sich um Bewilligung von 1000 Mk. für die probeweise Anstellung eines Obstbautechnikers handelte, eine Anzahlnot⸗ leidender Bündler(unter Anführung des Mühlenbesitzers Nik. Prediger) dahin gebracht daß der betr. Antrag abgelehnt wurde. Auch ein sprechender Beweis für den Egoismus derNotleidenden. Durch die Förderung des Obstbaues würde auch dem kleinen Land⸗ wirt eine Einnahme zufließen, die ihm durch die Getreidezollerhöhungen nie zuteil wird. Aber freilich, was liegt den Bündlern an den kleinen Landwirten!

Arbeiterbewegung.

E. K. Noble Streikbrecher! Hoch⸗ erfreut melden bürgerliche Blätter, das tech⸗ nische Hochschüler aus Hannover im Streike der Hamburger Kupferschmiede als Streikbrecher auftreten. So erfreulich es ist, derartige junge Leute wirklich arbeiten zu sehen, so müssen wir doch gestehen, daß es gerade nicht rühmlich ist, daß Leute, die es, wie man sagt, haben, aus Uebermut(wenn nicht in Folge schlimmerer Charaktereigenschaften) ehrenhaften Familienvätern in einem gerechten Kampfe meuchlings in den Rücken fallen.

Die Rolle eines Streikbrechers ist eine so unschöne, daß man nur bedauern kann, daß Leute, die sonst nicht genug in Idealismus schwelgen können, sich dazu hergeben. Den Arbeitern aber möge es ein neuer Ausporn sein durch Einigkeit und Brüderlichkeit den Beweis zu erbringen, daß Idealismus in ihren Kreisen besser zu Hause ist als wie in denjenigen derGebildeten und Besitzenden. Ueb⸗ rigens dauert der Streik noch fort, es gelang den Unternehmern nicht, leistungsfähige Ar- beitswillige zu bekommen. Das zähe Festhalten der Arbeiter widerlegt am Besten das alberne Gerede jener Soldschreiber, die den Streik als

das Werkgewissenloser Hetzer hinstellen wollten.

Der Bäckerstreik in Breslau ist zu Gunsten der Gesellen beendet worden. Die von ihnen geforderte, wenn auch nur bescheidene Lohnerhöhung wurde anerkannt; Beseiti⸗ gung von Kost und Logis beim Meister für verheiratete oder überhaupt ältere Gesellen wurde von den Meistern eben falls zugestanden, ebenso Innehaltung des Maximal⸗ arbeitstages und Schaffung vorschriftsmäßiger Schlafräume. Auch über die drei freien Nächte im Jahr fand eine den Wünschen der Gesellen entsprechende Verständigung statt.

D

Partei Nachrichten.

Gegen den Brotwucher!

Zur Betreibung einer umfassenden Protest⸗ kundgebung gegen die geplante Erhöhung der Lebensmittelzölle hat der Parteivorstand Petitionsbogen zur Sammlung von Unterschriften herstellen lassen. Soweit die Bestellungen ein⸗ gegangen sind, werden die Sendungen im Laufe der Woche sämtlich an die angegebenen Adressen expediert. Etwaige Reklamationen bezw. Nach⸗ bestellungen wolle man möglichst umgehend an das Parteibureau, Berlin SW. 57, Kreuzberg⸗ straße 30, gelangen lassen.

Sächsisches. Vor dem Schöffengericht in Dresden standen 29 Genossen, die am 1. Mai spazieren gegangen und deshalb angeklagt waren, einenverbotenen Umzug aufgeführt zu haben. Sie wurden jeder zu 100 und 150 Mk. Strafe verurteilt. Eine neue Blüte des sächsischen Polizeigeistes.

Versammlungskalender.

Samstag, den 13. Juli.

Gießen. Holzarbeiter. Abends 9 Uhr Versamm⸗ lung bei LöbWiener Hof. Metallarbeiter. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig.

Rödgen. Oeffentliche Versammlung. Abends 9 Uhr im Lokale von Balzer Wtwe. T.⸗O. Die Sozialdemokratie und ihre Gegner. Ref. F. A. Vetters.

Sonntag, den 14. Juli.

Heuchelheim. Arbeiterbildungsverein. Nach⸗ mittags Ausflug mit Familie nach Kinzen bach, Wirtschaft zur Sonne(H. Pausch) am Bahnhof.

Montag, den 15. Juli.

Gießen. Schneiderverband. Abends ¼9 Uhr Versammlung bei Orbig.

Samstag, den 20. Juli.

Marburg. Holzarbeiter. Abends ½9 Uhr im Lokale von Jesberg Versammlung, T.⸗O.: Die Gewerkschaften während der Krise. Ref. Vetters⸗ Gießen.

Eingesaudt.

Herr Bäckermelster Löber wirft mir in einem Ein⸗ gesandt imGießener Anzeiger vor, ich hätte in schroffer Weise die Mißstände im hiesigen Kranken⸗ hauswesen besprochen. Ich habe in jener Versammlung nur auf die Unhaltbarkeit der derzeitigen Zustände hin⸗ gewiesen, und es als einen der Stadt unwürdigen Zu⸗ stand bezeichnet, wenn Kranke, die auf ärztliche Anord⸗ nung in das Krankenhaus aufgenommen werden sollen, in der Klinik zurückgewiesen werden, wodurch natürlich die Heilung verzögert wird. Deshalb stellte ich den Antrag, der Vorstand möge bei der Stadtbehörde auf Besserung des jetzigen Zustandes hinwirken. Herr Löber ersuchte, meine Resolution abzulehnen, weil nach seiner Ansicht die Stadt schon genügend für die Kranken sorge. Erst nachdem verschiedene Arbeitgeber und auch der Vertreter der Aufsichtsbehörde für die Resolution gesprochen hatten, stimmte auch Herr Löber dafür. Ob die Form der Begründung eine schroffe war, kann ich ruhig dem Urteil eines jeden Teilnehmers der Generalversammlung überlassen. Der ganze Akt stellt sich eben als eine jener Unverständlichkeiten dar, die man von Herrn Löber gewohnt ist.

G. Beckmann. Y77TFTTCTCTCTCTCTVTTTCTCTTTTTTTTTTTTTTT Aus dem Gießener Standesamts register.

Aufgebotene. 4. Juli: Karl Martin, Bremser in Klein⸗Linden mit Elisabetha Graus dahier. 5. Karl Rüger, Blumenhändler dahier mit Karoline Ritze in Königsee. 6. Dr. Julius Gleim, prakt. Arzt in Alsfeld mit Auguste Weigand dahter. Gustav Güldenpfennig,

Schlosser mit Elise Ruppert dahier. 8. Friedrich Winkler,

Bildhauer mit Lina Wagner dahier. 9. Friedrich Binz, Bureauvorsteher dahier mit Anna Huber in Nied. 10. Johannes Martin, Taglöhner mit Elisabetha Grölz, geb. Bachmann dahier.

Eheschließungen. 6. Juli: Johann Pfeiffer, Steinhauer mit Henriette Klara Wipper dahier. Friedrich 5 0 Metallgießer in Wiesbaden mit Anna Schelper ahier.

Geborene. 28. Juni: Dem Dachdecker Georg Panz e. S. 29. Dem Handelsgärtner Karl Kaufmann e. T. 30. Dem Schuhmacher Theodor Judt e. T. Dem Friseur Hermann Kuhl e. T. 1. Juli: Dem Taglöhner Karl Luh e. S. 2. Dem Schlosser Paul Bell e. S. Dem Kaufmann Oskar Georg e. S. 3. Dem Taglöhner Heinrich Steinmüller e. T. Dem Kutscher August Kalbfleifch e. T. Dem Hilfsheizer Friedrich Daniel e. S. Dem Metzger Heinrich Huhn e. T. 4. Dem Glaser Karl Plattner e. T. Dem Schreiner Otto Harig e. S. 6. Dem Kaufmann Wilhelm Fischer e. T. Dem Schneider Heinrich Wagenbach e. T. Dem Asistenzarzt Dr. Franz Volhard e. S. Dem Beton⸗ meister Hans Bär e. T. Dem Lagerist Ludwig Biugel e. T. Dem Kaufmann Karl Mandler e. S.

Gestorbene. 4. Juli: Albert Heisen, 8 Monate alt. 5. Wilhelm Weber, 7 Monate alt. Heinrich Gieg⸗ ling, 5 Monate alt. Karl Hein, 44 Jahre alt, Hotel⸗ besitzer. Helene Barth, geb. Claus, 65 Jahre alt, Pri⸗ vatin. 6. Johann Malzan, 43 Jahre alt, Gerichts⸗ schreiber i. P. 7. Louis Bersch, 78 Jahre alt, Rentner. 9. Karl Christoph Dieter, 12 Jahre alt. 10. Hugo Ruppel, 4 Monate alt.

CFC TTT

Kleine Mitteilungen.

Ein Wolkenbruch, der große Ver⸗ wüstungen anrichtete, ging am Sonntag in der Gegend von Hadamar(Westerwald) nieder. Auch im Nidderthale ging am Samstag ein schweres Unwetter nieder, wo⸗ durch namentlich die Gemarkungen Rendel, Gronau, Niederdorfelden arg mitgenommen wurden.

* Pioniere ertrunken. Bet einer Uebung der Kehler Pioniere, die am Montag

auf dem Rhein stattfand, kippte ein Boot mit

16 Soldaten um. Neun Mann ertranken.

r Soldaten⸗Selbstmord. Sonntag schnitt sich in Bockenheim, seinem Heimats⸗ orte, der bei dem Hauauer Infanterie⸗Regiment stehende Soldat Metzler den Hals ab. Grund ist unbekannt.

Verurteilter Antisemitenführer.

Vom Schwurgericht in Kottbus wurde am 18. Juni der frühere Staatsanuwaltschafts⸗ sekretär Krüdecke wegen Unterschlagung und Urkundenfälschung zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Ein Selbstmordversuch, den er im April unternahm, mißglückte. Die Geschworenen billigten ihm mildernde Umstände zu. Bei den Antisemiten spielte Krüdecke eine führende Rolle. Ein anderer Antisemit stand in Hannover wegen Betrugs und Bankrotts vor der dortigen Strafkammer. Er trägt den yjüdischen Namen Rosenthal und war der journalistische Wortführer der hannoverschen Antisemiten in der eingegangenenHannover. Post. Eine von ihm gegründete Druckerei

verkrachte, wobei R. sich durch sehr zweiselhafte

Manipulationen Geld verschaffte und seine Gläubiger schädigte. Deswegen angeklagt, verurteilte ihn das Gericht unter Annahme mildernder Umstände zu 50 Mk. Geldstrafe. Uns fällt es nicht ein, die Partei des Verurteilten für seine Handlungsweise verant⸗ wortlich zu machen; aber solche Vorkommnisse verschweigt die anttisemitische Presse ihren Lesern, während sie ein großes Geschrei erhebt, wenn mal irgendwo ein Vertrauensmann der Arbeiter oder unserer Partei pflichtvergessen war und einige Mark veruntreute.

EinVerbrüderungsfest auf dem Westerwald.

Aus Hachenburg(Westerwald) schresbk man uns: Wie Feste gemacht werden, für die auch nicht der geringste einleuchtende Grund vorliegt, konnte man kürzlich hier beobachten. Es wurde nämlich ein Kriegerdenkmal eingeweiht, das zum Andenken an die in den Jahren 1795-97 im Kampfe gegen die fran⸗ zösische Revolutionsarmee gefallenen und an dieser Stelle beerdigten Oesterreicher errichtet

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