Ausgabe 
14.4.1901
 
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Luxusbeamte ausgegeben werden.

Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.

Seite 3.

Per Kilo Preis⸗

1900 1893 aufschlag

Mk. Mk. Pfg. Schweinefleisch 1,49 1,37 12 Kalbfleisch 1,55 1,18 371 Hammelfleisch 1,40 1,06 34 Rindsfett 90 10 Schweinefett 1,70 1,64 6 Gewöhnliches Roggenmehl,28,24 4 Feines Roggenmehl,32,28 4 Gewöhnliches Weizenmehl588,‚34 4 Feines Weizenmehl,4644 2 Weizengries,.50,.48 2 Kartoffeln per 50 Kilo 3.85 3,05 80 Kartoffel mehl,¶63,.60 3 Grüne Erbsen,.49,36 13 Salatöl 1,60 1,20 40 Fadennudeln 1,40 1,30 10 Zucker,70,60 10 Thee 12,. 9,. 300 Kaffee 3,30 3,20 10 Seifen,80,60 20 Salz,24,20 4 Milch per Liter,18,516 2 Petroleum per Liter,30,24 6 Brennöl per Liter,55,45⁵ 10 Eier per 100 Stück 5,38 5,23 15

Kerzen per Packet,55,40 15⁵ Ausnahmlos sind alle vorstehend angeführten Artikel, welche die notwendigsten Lebensmittel sind, im Preise gestiegen, und zwar zum Teil ganz erheblich, so namentlich die Fleischpreise. Dann die Preise für Mehl und natürlich auch Brot, das merkwürdiger Weise nicht erwähnt ist, für Milch, Kartoffeln, Kaffee, Seife usw. Die Wurstwaren sind allein seit 1898 um nicht weniger als 20 Prozent im Preise gestiegen. Auch alle Gemüse sind in derselben Zeit erheb⸗ lich, einzelne um das doppelte teurer geworden. Die Arbeitslöhne müßten schon eine ganz erhebliche Erhöhung erfahren, wenn die Preis⸗ steigerung der Nahrungsmittel wieder ausge⸗ glichen werden soll. Bekanntlich geht es aber mit den Lohnerhöhungen nicht so rasch; um jeden Pfennig müssen die Arbeiter harten Kampf führen. Und in jetziger Zeit haben sie sich gegen Lohnherabsetzung zu wehren.

Ueberflüssigkeit des Kapitalismus.

Wie sehr die Kapitalisten für die mensch⸗ liche Gesellschaft entbehrlich sind, zeigt sich an dem Beispiel des Kanonenkönigs Krupp mit aller nur wünschenswerten Deutlichkeit. Für diesen einen Menschen haben sich im ver⸗ gangenen Jahre über 40,000 Personen abgerackert und ihm die Kleinigkeit von 21 Millionen Mark erarbeitet, ungerechnet der Unsummen, die für Repräsentation und für Und der Mann, meint derVorwärts mit Recht, der solche horrende Summen einnimmt, ist kaum anders als durch diese Thätigkeit bekannt. An allem, was auf der Fabrik geschieht, ist kaum jemand anders weniger aktiv beteiligt als Krupp. Es ist ein offenes Geheimnis, daß Excellenz sich wenig oder vielmehr gar nicht um die Verhältnisse auf der Fabrik kümmert. Ob er in Italien Krebse fängt, oder sonst irgend eine ähnliche welterschütternde That vollbringt, das ist alles gleich, nichts, gar nichts rettet ihn vor der fürchterlichen Arbeit 21 Millionen und mehr pro Jahr einzuheimsen.

Und so wenig Bedeutung Krupp als Person

ausgeübt wird,

beanspruchen kann, sein Gold ist allmächtig! Krupp kommandiert nicht nur durch sein Gold auf der Fabrik als unumschränkter Gebieter, seine Macht, die von andern Personen für ihn erstreckt sich auch auf die Kommunal verwaltung in Essen. In der 1. Abteilung ernannte er die Stadt⸗ verordneten, die 2. Abteilung stand ihm durch seine hohen Beamten und sonstigen Einflüsse zu Gebote und in der 3. Abteilung stellte man auch Krupp'sche Beamte auf. Krupp resp. sein Gold beherrscht die ganze Kommunalberwaltung. Gerade die Verhältnisse in Essen waren von großem Einfluß bei der Reform des Kommunalwahlgesetzes. Die An⸗

wen dung dieses Gesetzes würde nun auch im Königreich Krupp eine kleine Aenderung bringen, in der Weise, daß die Zahl der Wähler der 1. Abteilung von 2 auf 10 und die der 2. Ab⸗ teilung von 401 auf 1274 steigen würde. Dieser Gefahr für den geheiligten Geldsack mußte vorgebeugt werden, besonders galt es, die 2. Abteilung vor dem Eintritt nicht schwer genug wiegender Geldsäcke frei zu halten. Das ließ sich ermöglichen durch Einführung eines Ortsstatuts und des Prinzips der Zwölftelung. Und in der letzten Sitzung der Stadtverordneten stand ein diesbezüglicher Antrag zur Debatte. Der Krupp'sche Wortführer erklärte rund heraus, dem Besitz müsse die vorherrschende Stellung gesichert bleiben, ohne die Zwölftelung würde man Elemente in die 2. Abteilung hineinbekommen, die man nicht darin haben wolle! Und Oberbürger meister Zweigert, der trotz seines Einkommens von 20,000 Mk. als Oberbürgermeister und 10,000 Mark als Aufsichtsratsmitglied der Essener Straßenbahngesellschaft Wähler der dritten Abteilung ist und nun auch bleibt, bemerkte, man müsse der Gefahr einer Demokratisierung vorbeugen, das Kolle⸗ gium sei in erster Linie eine Vermögens⸗ verwaltung. Die Mannen, die sich Bürger⸗ vertreter nennen, selbst diejenigen der 3. Ab⸗ teilung erkannten, daß es recht sei, wenn Herr Krupp und sei Anhang allein in der Stadt⸗ verwaltung herrsche, und sie beschlossen also: die Zwölftelung wird eingeführt. Dagegen stimmten nur die Zentrumsvertreter und ein liberaler Rechtsanwalt. Das Geld eines Mannes, den man im politischen Leben, auf industriellem Gebiete, überhaupt persönlich als eine Null betrachtet, das herrscht über Tausende Menschen und eine ganze Anzahl Kommunal⸗ verwaltungen stehen in seinem Dienst. Sinnenfälliger wie beim Prozentpatrioten Krupp kann das Unrecht der kapitalistischen Macht und die Ueberflüssigkeit des Kapitalismus im Produktionsprozeß nicht in Erscheinung treten. Für die Millionen, die Krupp einheimst, und für die Macht, die sein Gold ausübt, nutzt er der Gesellschaft auch nicht für einen Pfennig, er ist voll⸗ ständig überflüssig. Dabei dehnt sich der Besitz dieses Mannes immer weiter aus. Zahl⸗ reiche industrielle Werke und Schiffswerfte ge⸗ hören ihm. Auf seinen Werken werden 46,679 Personen beschäftigt.

Was die Völker für ihre Monarchen bezahlen.

Von den beiden absoluten Monarchen, dem russischen Zaren und dem Sultan abgesehen, deren Einkommen, da sie freie Verfügung über einen großen Teil der Staatseinnahmen haben, sich nicht genau feststellen läßt, steht der Kaiser von Oesterreich und König von Ungarn Franz Joseph mit 18 600 000 Kronen(16 Millionen Mark) an der Spitze; ihm folgt der König von Preußen, der als deutscher Kaiser keine Civilliste erhält, mit 15719 296 Mk. an zweiter Stelle. Eine in Anbetracht der wirt⸗ schaftlichen Verhältnisse des Landes hohe Civil⸗ liste genießt der König von Italien, der 15050000 Lire(rund 12 Millionen Mark) aus dem Staatssäckel bezieht. Auch Spanien mit seinen zerütteten Fiuanzen zahlt seinem König mit 9 250 000 Pesetas oder 7 400 000 Mk. eine verhältnismäßig hohe Civilliste. Der König von Portugal verfügt über 365 000 Milreis oder 1642 500 Mk. von Staats wegen. Der König von Schweden und Norwegen er⸗ hält in seiner ersteren Eigenschaft 1 320 000 Kronen oder 1 466 800 Mk., während die andere Reichshälste ihm nur 482 838 Kronen oder 537 440 Mk. bewilligt, zusammen also 2 004 240 Mk. Dazu kommt eine Summe von 300 000 Kronen oder 321 320 Mk., die aus einer zum speciellen Nießbrauch des König von Schweden gegründeten Stiftung fließt. Das Königreich Dänemark setzt seinem Monarchen eine Civilliste von 500 000 Rigsdaler aus, die etwa einen Wert von 1 128 000 Mk. haben. Der König von Belgien genießt aus der Staats⸗ kasse eine jährliche Einnahme von 3 300 000

Franken oder 2 640 000 Mk., während Holland seiner Königin 600 000 Gulden oder etwas über eine Million Mark auswirft. Die Nieder⸗ länder haben auch dem Prinz⸗Gemahl, dem Herzog Heinrich von Mecklenburg-Schwerin, jede Civilliste verweigert, während das britische Parlament im Jahre 1840 dem zuerst wenig beliebten Prince-consort, Prinzregenten, eine Jahresrevenue bewilligte. Die Summe von 1 185 185 Lei oder 948 000 Mk. setzt das Königreich Rumänien seinem Monarchen aus, während das viel kleinere und ärmere Serbien 1200 000 Dinar oder 960 000 Mk. für seinen König übrig hat. Der König von Griechenland bezieht eine Civilliste von 1125 000 Drachmen, eine Summe, die nahezu 900 000 Mark gleich kommt. Die kleinste Civilliste sämmtlicher europäischer Fürsten bezieht der Herr der schwarzen Berge, der Fürst von Montenegro, der nur über ein Staatseinkommen von 9000 Dukats oder 82 000 Mk. verfügt.

Von den deutschen Bundesfürsten erhält nach dem König von Preußen der König von Bayern 5 403 160 Mark die höchste Civil⸗ liste; ihm folgt der König von Sachsen mit 3 142 000 Mk. dem sich der König vou Württem⸗ berg mit 2 008 769 Mk. anschließt. 1 331857 Mk. hat der Großherzog von Hessen⸗ Darmstadt; der Großherzog von Sachsen⸗ Weimar bezieht 960 000 Mk. Der Großherzog von Baden hat eine Civilliste von 1833413 Mk. Es folgen der Herzog von Anhalt mit 600 000 und der Großherzog von Oldenburg mit der Summe von 255000 Mk. Die Fürsten von Schwarzburg⸗Sondershausen und Schwarzburg Rudolstadt beziehen 500 000 und 297012 Mk. Civilliste. Schließlich haben die Herzöge von Sachsen⸗Meiningen und Sachsen⸗Coburg Civil⸗ listen von 394 286 und 300 000 Mk. Ver⸗ schiedene deutsche Bundesfürsten beziehen ihre Staatseinnahmen aus bestimmten Fonds oder aus den Erträgen von Ländereien, so daß deren Höhe sich nicht immer gleich bleibt.

Begrabene Zwangsinnung.

Auch die Tischlerzwangsinnung in Gotha ging den Weg, den schon viele Organi⸗ sationen zur Handwerksrettung wandelten. In ihrer letzten Versammlung, die sich mit der Auflösung der Innung beschästigte, stimmten sämtliche Anwesende für Auflösung. Man will nunmehr einen Verein selbständiger Tischler gründen. b

Landtagsersatzwahl in Lippe.

Bei einer am vorigen Samstag stattgefundenen Ersatzwahl zum lippeschen Landtag erhielt Ge⸗ nosse Domscheit 382 Stimmen, ber parteilose Hofer 272, der Freisinnige Mißmann 290 und der Bückeburger Water 190 Stimuten. Es ist also eine Stichwahl nötig. Die Wahl unseres Parteigenossen, der bei der vorigen Hauptwahl in der Stichwahl siegte, wurde wegen einer vorgekommenen Unregelmäßigkelt kasster! Hoffentlich erobern sich unsere Parteifreunde

in der Stichwahl den Sieg wieder. Ausland. Die Wahlen in Dänemark,

die am 3. April stattfanden, haben für uns ein recht erfreuliches Ergebnis gezeitigt. Das Ministerium hat eine empfindliche Niederlage erlitten, dagegen hat die radikale Linke und die Sozialdemokratte einen entscheidenden Sieg zu verzeichuen. Von den 56 ministeriellen Kandidaten sind nur 8 gewählt worden, sodaß die R. hte, die im vorigen Folkethiug 16 zählte, jetzt auf die Hälfte zusammengeschrumpft ist. Die radikale Linke hat 11 Kreise gewonnen und zählt jetzt 73 Stimmen, die moderate Linke, die mit der Rechten kompromisselte, sauk von 21 auf 6 Mitglieder, die Sozialdemokratie er⸗ oberte 2 neue Kreise und stieg von 12 auf 14 Vertreter. In Kopenhagen ist es der Rechten jämmerlich ergangen. Der 8. Kreis, der haupt sächlich vou Marinebeaulten bewohnt wird, wählte nicht wie das vorige Mal den früheren Marineminister Raven, sondern einen Sozial⸗ demokraten. In Aarhus, der größten Stadt