Ausgabe 
13.10.1901
 
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Nr. 41.

Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung.

Seite 3.

Schwunge. Es schadet durchaus nichts, wenn bei der von Nachkommen derselben, den Junkern und Junkergenossen zur Schau getragenen Königs⸗ treue daran mal wieder erinnert wird. Mit Recht weist dieBerliner Volksztg. gelegentlich einer Auseinandersetzung mit demDeutschen Adelsblatt auf folgende geschichtlichen That⸗ sachen hin: Der erste römische Kaiser Julius Cäfar, ermordet von römischen Patriziern; der deutsche Kaiser Philipp von Schwaben, ermordet von Otto von Wittelsbach; der deutsche Kaiser Albrecht I., ermordet von Johann von Schwaben; Zar Peter III., ermordet von Alexei Orlow, dem Liebhaber der Zarewna Katharina II.; Zar Paul I., ermordet von den Herren von Pahlen und v. Bennigsen; König Gustav III. von Schweden, ermordet von v. Ankarström; König Eduard V. von England, ermordet von seinem Onkel und Nachfolger Richard III. Das Blatt schließt seine Galerie deredlen Fürsten⸗ mörder, die natürlich noch beliebig verlängert werden könnte, mit dem Hinweis auf die mär⸗ kischen Junker, welche durch die Hand des Hauptmanns von Otterstedt die gewiß freund⸗ lich gemeinte Warnung an das Schlafzimmer ihres angestammten Landesherrn Joachim J. schreiben ließen: Jochimken, Jochimken, hüde di Kriegen wi di, hangen wi di.

Bekanntlich sind diese treuen Vasallen daran, ihre freundliche Warnung in die Wirklichkeit überzuführen, nur dadurch verhindert worden, daß sie selbst an jenem schönen Wintermorgen, als sie in der Köpenicker Haide dem Kurfürsten auflauerten, haben hängen müssen.

Sicher sind bis in die neuere Zeit hinein noch manche Fürstlichkeiten unter wohlwollender Beihülfe ihrer liebwerten Vettern und Erben gestorben worden, ohne daß die Oeffentlichkeit davon etwas erfahren hat.

Agrarier kündigen ihre Königstreue.

Früher drohten die Agrarier einmal, zu den Sozialdemokraten überzugehen, wenn ihren brotwucherischen Wünschen nicht gewillfahrt werde. Zum Schaden der Gesamt⸗ heit haben sie ihre Drohung nicht ausgeführt, denn innerhalb der Sozial demokratie wäre sicher wenigstens ein Teil der Beutepolitiker zu nütz⸗ lichen Gliedern der menschlichen Gesellschaft er⸗ zogen worden. Jetzt drohen sie mit einer Re⸗ bision ihres monarchischen Gefühls, ihrerun⸗ erschütterlichen Königstreue, wollen unter die Republikaner, womöglich gar unter die Anar⸗ chisten gehen. Aehnliches kündigt wenigstens die württembergische Abteilung des Bundes der Landwirte in einem Flugblatte an. Da heißt es:

Es war von jeher der Stolz unseres württembergischen Fürstenhauses, zu seinen Bauern zu halten, und der württembergische Bauernstand hat diese treue Fürsorge mit trener Anhänglichkeit an das ange⸗ stammte Fürstenhaus vergolten. Heute handelt es sich allen Ernstes darum, ob dieses alte Verhältnis gestört werden soll oder nicht. Industrie und Arbeiterschaft genießen durch bedeutenden Zollschutz, dessen beträchtliche Erhöhung in Aussicht genommen ist, eine weitgehende Staatshilfe. Die Gerechtigkeit gebietet, daß auch der Landwirtschaft in gleicher Weise die Fürsorge des Staates zu teil werde und deshalb wenden wir uns mit diesem offenen Wort an unsere 1 ö

Also bei den Agrariern steigt und fällt die Zuneigung zum angestammten Fürstenhause mit der Höhe der Zollsätze!

Schinderei der Marinesoldaten. Ueber die von uns in der letzten Nummer erwähnten Vorgänge auf dem KreuzerGazelle gingen demVolksblatt für Halle noch fol⸗ gende ihm als durchaus richtig verbürgte Nach- richten zu:Durch den ungemein strengen Dienst, den Kapitän Neitzke vorschrieb und der den an Bord befindlichen Mannschaften jede freie Stunde raubte, wurden die Mannschaften ark erregt. Auch die Beköstigung soll nicht en Anforderungen entsprochen haben. Der KreuzerGazelle ist erst vor wenigen Monaten

wieder in Dienst gestellt worden und zwar mit altgedienten Mannschaften, die in China gewesen waren. Vor etwa zehn Wochen kam die Er⸗ regung der Mannschaft dadurch zum Ausdruck, daß Verschlußstücke und andere Geschützteile über Bord geworfen wurden und der Kapitän morgens in seiner Kajüte auf dem Tische ein offenes Schreiben fand, in welchem er aufgefordert wurde, den Dienst weniger streng zu gestalten, andernfalls würde er in See geworfen werden. Wie dieser Brief in die Kajüte ge⸗ kommen ist, konnte nicht aufgeklärt werden. Die Posten, denen die strenge Bewachung der Zugänge zur Kajüte anvertraut war, vermochten keinerlei Auskunft zu geben. Es wurden sofort zehn bis zwölf Mann in Untersuchungs⸗ haft genommen. Mehrere der Verhafteten, die fat ausnahmslos ausgedient hatten und vor ihrer Entlassung zur Reserve standen, sind wieder freigelassen worden; acht sitzen dagegen noch in Haft. Die Untersuchung wird mit großem Eifer betrieben, hat aber bis jetzt zu keinerlei greifbarem Ergebnis geführt, so daß die Vermutung berechtigt ist, man habe sich in den Personen der Verhafteten vergriffen und Unschuldige festgenommen. Die Besatzung der Gazelle besteht aus 200 Mann.

Danach ist es kein Wunder, wenn sich die Leute zu unüberlegten Schritten und womöglich zu verzweifelten Handlungen hinreißen lassen.

Antisemitischer Parteitag.

Am Sonntag und Montag hielten die An⸗ tisemiten der Zimmermann'schen Richtung, zu welcher sich auch die hessischen zählen, in Leipzig ihrenParteitag ab. Die Verhandlungen waren trostlos öde. Selbstverständlich war diesen Schildknappen des Bundes der Landwirte der Zolltarif noch nicht hoch genug. Was für eine reaktionäre Gesellschaft da bei⸗ sammen saß, geht aus einer Rede des Dr. Giese⸗ Berlin hervor, der gegen eine etwaige Obstruktion der Linken den Staats streich empfahl. Er habe das Vertrauen zur Regierung, daß sie die Mittel finden werde, um solchem politi⸗ schen Anarchismus bei Zeiten zu steuern, daß sie sich mit Händen und Füßen gegen die von der Linken versuchte Vergewaltigung(ö) sträuben und lieber ohne Verfassung arbeiten werde, als diesen Leuten ihre Wünsche zu er⸗ füllen. Wenn sich bei dieser Rede auch Widerspruch hören ließ, so wird durch solche Aeußerungen doch offenbar, was für eine Sorte Politiker sich bei den Antisemiten zusammen⸗ findet. Besonders schlecht kam Liebermann von Sonnenberg weg, der versucht habe, die Antisemiten den Bündlern auszuliefern. Hans Pinsel, der Abgeordnete von Alsfeld⸗Lauterbach, warf Herrn v. Mosch vom deutschen Volksbund vor, er benutze den Antisemitismus unter An⸗ wendung der bedenklichsten Mittel zum Geschäfte⸗ machen. Wird wohl der einzige nicht sein! Für die Qualität des Parteitages ist es noch bezeichnend, daß der berühmte Reuther von Offenbach den Vorsitz führte.

Sozialdemokratische Wahlsiege in der Schweiz.

Bei der kürzlich erfolgten Wahl des großen Stadtrates in Chur wurden neben 12 Liberalen und 4 Konservativen auch fünf Arbeiter vertreter gewählt, was für unsere Genossen einen be deutenden Erfolg darstellt.

Gegen die Pfaffen berrschaft.

Die Budgetkommission der französtschen Kammer beschloß auf Antrag des Sozialisten Sembat der Kammer einen Antrag auf Streichung des Kultusbudgets vorzulegen. Wenn dieser Antrag angenommen würde, dürfte in Frankreich künftig die Seelsorge nur von 7 900 genehmigten Kongregationen erteilt werden.

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Krieg in Südafrika.

Ueber die Lage der Buren äußerte sich ein in dem Pariser BlatteMatin ver⸗ öffentlichter Brief, der offenbar aus transvaalischen Regierungskreisen stammt, folgendermaßen:Der

Krieg wird seit Beginn der schönen Jahreszeit

kraftvoller als je geführt. Die Kämpfer der Republiken waren nie zahlreicher und ent⸗ schlossener, sie hatten nie größeres Vertrauen in den Sieg. In Trans vaalstehen 15000, im Orange⸗Freistaat 12000 Burgher in Waffen. Sie sind reichlich mit allem ver⸗ sehen. Nahrung bietet das Land, für Waffen und Schießbedarf sorgen die abgefangenen eng⸗ lischen Bahnzüge und Kriegsgefangenen. In der Kapkolonie wird der Aufstand all⸗ gemein. Seit Paardeberg haben die Buren keine einzige ernste Schlappe erlitten, dagegen dem Feinde häufig vernichtende Niederlagen bereitet. Europa mag sich auf uns verlassen, wir werden Sieger bleiben.

Arbeiterbewegung.

T Der Kampf der Tabakarbeiter in Nordhausen, der nun schon 22 Wochen währt, dauert noch immer fort. Der Verein der Nordhausener Tabakfabrikanten beschloß, alle von den Arbeitern nachgesuchten Verhand lungen abzulehneu. Um die Tabak⸗Arbeiter im Kampfe für das Koalitionsrecht zu unterstützen, müssen die Arbeiter die Fabrikate derjenigen Firmen meiden, die sich mit ihren Arbeitern nicht verständigt haben.

Die Tarifgemeinschaft der Buch⸗ drucker ist wieder auf fünf Jahre festgelegt. Vorige Woche tagte der Tarif-Ausschuß in Berlin unter Ausschluß der Oeffentlichkeit. Der neue Tarif tritt am 1. Januar 1902 in Kraft. Für die Arbeiter mögen gegenüber dem jetzt geltenden Tarif einige kleine Vorteile erreicht sein, doch sind dieselben nur geringfügig. Nach den Mitteilungen der Berliner Gehilfenvertreter in einer großen dort am Sonntag stattgefundenen Mitgliederversammlung wurden die Verhand- lungen durch die gegenwärtige Geschäftsflaue stark beeinflußt. Die erwähnte Versammlung erklärte sich mit den getroffenen Vereinbarungen einverstanden. Weitere Versammlungen an verschiedenen Orten erklärten ebenfalls ihr Ein⸗ verständnis mit den Abmachungen. Auch wir halten den Abschluß der Tarifgemeinschaft als im Interesse der Buchdruckerei-Arbeiter liegend; wenn auch die Geltungs⸗Periode von fünf Jahren als zu lang erscheinen muß. Daß aber das Tarifamt nach Abschluß der Verhandlungen den Reichskanzler und den Minister Posadowsky, der zur Verbreitung der be⸗ rühmten Denkschrift zur Zu hthausvorlage von den Scharsmachern 12000 Mark erbettelte, an⸗ telegraphierten und die Gehilfen vertreter sich dem anuschlossen, muß geradezu als ein Skandal für die Arbeiter bezeichnet werden.

1 N 51 von Uah und Fern. Mitteilungen aus unserem Leserkreise sind uns jederzeit will⸗ kommen. Die Ehre unserer Sache gebietet natürlich strengste Gewissenhaftigkeit dei Uebermittelung von Nachrichten. Wir

bitten, alle zum Druck besttmmten Einsendungen nur auf einer Seite zu beschreiben. und 3. Kl.

Sonntagsfahrkarten 2. gelangen nach einer Bekanntmachung der Eisen- bahndirektion Frankfurt an folgenden im weiteren Umkreise Gießens gelegenen Stationen zum einfachen Fahrpreise zur Ausgabe: Von Alsfeld uach Fulda, Gießen und Salzschlirf; Bleichenbach, Borsdorf, Büches⸗Dü⸗ delsheim, Büdingen, Burg⸗ und Nieder⸗ Gemünden, Ehringshausen u. Garben⸗ teich nach Gießen; Butzbach nach Bad Nau⸗ heim; Friedberg nach Hanau Nord⸗ und Ostbhf.; Gelnhausen nach Gießen und Hanau Ostbhf.; Gießen nach Bad Nauheim, Braun⸗ fels, Lich, Lollar, Marburg, Nidda und Wetzlar; ferner von Grünberg, Großen⸗Buseck, Langsdorf, Lich, Mücke, Nidda, Nieder⸗ Ohmen, Ober-Widdersheim, Ranstadt, Reißkirchen, Rödgen, Saasen, Schiffen⸗ berg, Zell⸗Romrod nach Gießen; Hungen nach Gießen und Nidda; Lauterbach nach Fulda, Gießen und Salzschlirf; Salzschlirf nach Fulda und Gießen; Stockheim nach Gießen und Nidda; Wallenrod nach Fulda und Gießen; Wetzlar nach Bad Nauheim, Braunfels, Ems, Gleiberg, Limburg und Weil⸗ burg. DieSonntagskarten werden nur an Sonn⸗ und Feiertagen ausgegeben.