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Nr. 2.
Mitteldeutsche Sonntags. Zeitung.
Seite 5.
demselben mit ihrem Schlittschuh den kleinen Finger der rechten Hand theilweise ab. Nach Anlegung eines Noth verbandes wurde der be⸗ dauernswerthe Knabe nach der chirurgischen Klinik verbracht.
— Einen festen Schlaf hatte ein Nacht⸗ schwä⸗ mer, der dseser Tage früh morgens vou Possanten der Schützenpfuhlbrücke auf dem Eise der Lahn entdeckt murde. Er hatte Schuhe und Strümpfe ausgezogen und schlief auf dem Eise den Schlaf des Gerechten. Man schaffte den halb Erstarrten nach dem nahen Südbahn⸗ hof, wo er aufthaute.
Arbeiterbewegung.
Mit dem Konflikt in der Leip⸗ ziger Volkszeitung beschäftigte sich eine große Parteiversammlung in Leipzig. Folgende vom Vorsitzenden des Gewerkschaftskartells bean⸗ tragte und von Abg. Geyer unterstützte Re⸗ solution fand mit großer Mehrheit Annahme:
Die heute, am 8. Januar 1901, im Saale des Pantheon stat findende Parteiversammlung bedauert den Konflikt der Verbandsbuch⸗ drucker mit der Leipziger Volkszeitung. Sie beauftragt die Geschäftsleitung und Parteileitung, alle Mittel anzuwenden, und den Streit⸗ fall in für die Partei irgend annehmbarer Weise zu beenden.
Gewerkschaftshaus in Hamburg. Von dem Gewerkschaftskartell in Hamburg wurde beschlossen, in weitere Berathungen über diet Errichtung eines Gewerkschaftshauses einzutreten und zwar unter Hinzuziehung von Fachleuten. Nach den Angaben Bömelburgs dürfte das Projekt nicht unter 1 Million Mark zu stehen kommen und müßten mindestens 100000 Mk. als Fonds gesammelt werden, ehe wan an die Verwirklichung desselben denken könne.
Kleine Mittheilungen.
* Bürgermeisterwahl in Großen⸗ buseck. Die am 2. Jan. unter außergewöhn⸗ lich starker Wahlbeteiligung stattgefundene Bürgermeisterwahl hat kein endgültiges Resul⸗ tat ergeben. Der bisherige Bürgermeister Meyer erhielt 160, Polizeidiener Schwalb 158, Zimmermeister Dem ber 16 Stimmen. Slichwahl ist auf den 12. d. Mts. festgesetzt. — Von verschiedenen Seiten werden Beschwerden gegen den Bürgermeister wegen Wahlbeeinflussung erhoben.
** Schwere Verletzung. Am Neujahrs⸗ tage fiel das siebenjährige Töchterchen eines Wirthes in Klein⸗Linden auf einer Treppe und verwundete sich dabei so schwer, daß ihm die Nahrung künstlich zugeführt werden muß.
** Vom Zug überfahren. Ein Arbeiter wollte am Abend des 3. Januar in Offer⸗ bach auf den eben abfahrenden Zug springen, dabei gerieth er unter die Räder und wurde getödet.
* Ungetreuer Direktor. Bergwerks- direktor Fuchs, der frühere Direkor der Ge⸗ werkschaft Eichenberg und der Möncheberger Ge⸗ werkschaft in Kassel ist dort wegen Untreue Kuxschwindel und Fälschungen zu 2¾ Jahren Gefängniß verurtheilt worden.
Rechtsprechung.
§ Eine für Wirthe bemerkenswerte Entscheidung fällte die Strafkammer in Siegen. Ein Wirth aus Attendorn war von der Polizeibehörde in eine Geldstrafe genommen worden, weil er einem Gast Morgens vor 8 Uhr Branntwein verabreicht hatte. Gegen diese Strafe trug er auf schöffengerichtliche Ent⸗ scheidung an, indem er geltend machte, daß der betreffende Gast allmorgentlich von der Nacht⸗ schicht in seine Wirthschaft käme, aber noch nie Branntwein, sondern immer nur Bier getrunken, an dem fraglichen Morgen aber über Leib⸗ schmerzen geklagt und gebeten hätte, ihm einen Mageubittern zu verabreichen. Auf seine, des Wirthes, Einwendungen, habe er ausgeführt, daß er noch über eine Stunde Wegs nach Hause
tbriter könne.
Hierdurch habe er sich bewegen lassen, dem Gaste einen sogen. Magendoktor zu verabreichen. Das Schöffengericht erkannte auf Freisprechung. Gegen dieses Urtheil legte der Amtsanwalt Berufung ein, indem er ausführte, daß d. Hesetz ohne jede Einschränkung den Ausschank von Branntwein verbiete. Die Siegener Strafkammer verwarf diese Berufung, indem sie sich auf den praktischen Standpunkt stellte und in der Urtheils begründung ansführte, daß der Wirth durch seine Handlung nicht dre Absicht hatte, das Gesetz zu übertreten.
Wahlkreis Gießen⸗Grünberg⸗Nidda. Kreis⸗Kouferenz.
Gemäß der in der letzten Kreis-Konferenz in Großen⸗ Buseck gefaßten Beschlüsse beruft der unterzeichnete Vor⸗ stand die erste Kreis-Konferenz für 1901 hiermit auf Sonntag, den 10. Februar Vormittags 10 Uhr nach Daubringen in das Lokal W. Albach ein. Die Vorläufige Tages⸗Orduung ist wie folgt fest⸗ gesetzt:
1. Geschäfts⸗ u. Kassenbericht vom II. Halbjahr 1900. 2. Neuwahl des Vertrauensmannes.
3. Die nächste Reichstagswahl.
4. Ausbau der Organisation im Kreise.
5. Unsere Presse.
Die Genossen im Kreise werden ersucht, die Wahl von Delegirten baldigst vorzunehmen, sowie etwaige Anträge dem Vorsitzenden des Kreiswahlvereins G. Beck⸗ mann, Gießen, Grünbergerstr. 44 einzusenden.
Der Vorstand des Kreiswahlvereins.
Versammlungs⸗Kalender. Sa mstag, den 12. Januar.
Gießen. Holzarbeiter. Abends 9 Uhr Versamm? lung bei Löb„Wiener Hof“
Gießen. Metallarbeiter. Abends 9 Uhr Ver⸗ sammlung bei Orbig. Vortrag:„Zeitlohn oder Stücklohn?“
Wteseck. Tabakarbeiter. Abends 9 Uhr Ver⸗
sammlung bei B. Wacker. Abrechnung. Sonntag. den 19. Januar. Wieseck. Arbeiter⸗Bildungs⸗Verein. Ver⸗ sammlung nachmittags 3 Uhr bei Wilhelm Freitag. T.⸗O.: 1. Arbeiter⸗Gesangverein; 2 Kreis⸗Konferenz.
Literarisches.
* Im Dietz'schen Verlage erschien soeben Heft 15 und 16 von Wurm's Lleferungswerk„Gesundheits⸗ schutz in Staat, Gemeinde und Familie.
Aus dem Inhalt heben wir hervor: Die Geistes⸗ krankheiten.— Der Alkoholismus und seine Bekämpfung.— Die Kleidung.— Wohnung und Werkstatt.— Die Wohnungs⸗ frage.
Das Werk wird in Lieferungen von je 32 Seiten à 20 Pfennig erscheinen und in 25 Heften komplet vor⸗ liegen.
— Von dem im gleichen Verlage erscheinenden, hoch⸗ interessanten und reich illustrirten Werke„Das hun⸗ gernde Rußland“ erscheint Heft 8 und 9. Die Verfasser(Dr. Lehmann und Paraus) schildern in diesen besonders die Stadt Ssamara, die dortigen Hafen- und Wanderarbeiter, die Bauern- und Hauswirthschast in Stadt und Gouverment Ssamara, sowie die Hungers⸗ noth in diesem Bezirke in überaus fesselndee Weise. — Der Preis des Heftes beträgt 40 Pfg.
Die Sozialistischen Monatshefte(Admini⸗ stration: Berlin W., Lützow st. 85 a) haben soeben das erste Heft Ihres VII. Jahrgangs erscheinen lassen. Aus dem Inhalt heben wir hevor: Richard Calwer: Glossen zum Sternberg-Prozeß. Maurice Maeter⸗ linck: Weltordnung und Sittlichkeit,— Dr. Ch. Schit⸗ lowsky: Die historiosophische Endzielphilosophie.— Eduard Bernstein: Englische Gewerkschaftsprobleme. — Adolp von Elm: Die Probe aufs Exempel!— Robert Schmidt: Die Kohlentheuerung. Außerdem enthält das Heft weitere zahlreiche Beiträge namhafter Schriftsteller, welche politische, soziale, gewerkschaftliche, ꝛc. Fragen behandeln. Das Heft, das in neuer eleganter Ausstattung und vergrößertem Umfange erschienen ist, kostet einzeln 50 Pfg.; der Preis eines Quartalabon⸗ nements beträgt 1,50 M. Zu beziehen durch alle Buch⸗ handlungen, Colpoteure und Postanstalten(Postzeitungs⸗ katalog Nr. 6961.) sowie direkt durch die Expedition der Soztalistischen Monatshefte, Berlin W. 35.(Zu⸗ sendung in offenen oder geschlossenem Convert.) Probe⸗ heste gratis und franko.
Unierhaltungs-Theil. Ein Tropf.
Ein Zeitbild von Karl Ewald.
Ein Frühlingstag war's, wenigstens dem Kalender nach; aber ein solcher, wie man ihn in Deutschland allen Lenzespoeten zum Trotz meistens kurz vor Ostern hat. Es schneite und graupelte seit dem frühen Morgen schon von dem bleigrauen Himmel herunter, und dabei herrschte ein Wind, daß man keinen Hund vor die Thür hätte jagen mögen. Dazu war's noch ein Sonntag. Kein Wunder daher, wenn die vielgeplagten Bewohner der großen Indu⸗ striestadt Wemberg meist mißmuthig beim Früh⸗ stück saßen.
„Ein Hundewetter draußen“, sagte auch der Meister der großen Metallwarenfabrik von Stolz & Komp. zu seiner blondlockigen, blauäugigen Tochter, während sie sich anschickte, den Früh⸗ stückstisch abzuräumen.„Sollte man's für möglich halten! Acht Tage vor Ostern und eine geradezu sibirische Kälte. Das Wetter gleicht doch so recht dem politischen Leben. Immer hegt man Lenzeshoffnungen und immer wieder vernichtet sie der eisige Sturm der Reaktions⸗ willkür. Weiß der Teufel, was das noch werden soll! Wir Arbeiter sollen wohl wieder zu Staats⸗ bürgern zweiter Klasse gestempelt werden. „Mucke nicht und rühr' dich nicht.“ So möchten's die Herren vom Geldsack, die Mächtigen alle am liebsten haben. Alles, was man in der Zeitung liest, taugt nicht! Aber trotz alledem und alledem, wir lassen nicht locker!“ schloß der weißbärtige Alte seine Expektoration, indem er kräftig mit der Faust auf die vor ihm liegende Zeitung schlug. a
Vater Grad war heute schlecht gelauut. Das wußte auch sein Töchterchen. Klug suchte sie ihn zu begütigen.„Ereifere Dich doch nicht so, Väterchen,“ beschwichtigte ste.„Gewiß sind die Zeiten schlecht. Arbeitslose giebt's übergenug; aber wir dürfen doch nicht klagen. Du als Meister verdienst ein schönes Geld, und sollte es'mal nicht mehr so sein, dann weißt Du, daß ich mit Freuden nach jeder Arbeit greife.“
„Sollte mir gerade passen!“ begehrte der Alte auf.„Wäre mir noch schöner, daß ich bei aller Plackerei nicht mehr so viel verdiente, um Dich vor dem Joche der Fabrikarbeit zu bewahren! Leider, leider haben's Tausende Anderer nicht so gut.“
Das Mädchen schwieg. Sie merkte, den Vater müsse noch etwas Anderes als die schlechte Laune, der Aerger über das Wetter plagen. So war's in der That.
„Na, na,“ fuhr er fort,„meine guten Tage bei Stolz& Komp. werden nun wohl auch bald zu Ende seiu. Wir werden förmlich von Arbeitsuchenden überlaufen, und schon lange drängen mich die Herren, den Arbeitern eine Lohnreduktion anzukündigen. Bisher habe ich dem Begehren widerstanden. Da sagte uir gestern der Fabrikdirektor, ich sei wohl auch im Geheimen ein Roter, der nicht auf das Interesse des Geschäfts bedacht sei, auch ich sei zu ersetzen.“
„Und was hast Du dem Herrn geantwortet?“ unterbrach das Mädchen bestürzt den Eifernden.
„Was ich geantwortet habe? Nun, ich habe klipp und klar rund heraus erklärt, daß ich wohl Meister, aber kein Leuteschinder sei, und daß höher als das Juteresse des Geschäfts und mein eigenes, mir die Standespflicht des Ar⸗ beiters stehe.“ g
„Thatest Du auch klug daran, Vater?“ fiel das Mädchen ein.
„Vielleicht nicht,“ lachte der Alte bitter, „heutzutage sind ja nicht nur die Arbeitgeber unsere Widersacher, nein, ein Arbeiter ist sogar oft noch des andern Teufel. Wir—“
Das Klingeln der Thürglocke unterbrach hier seine Rede.
Das Mädchen eilte hinaus, um nachzusehen, was es gebe. Bald kam sie zurück.
„Ein reisender Metallarbeiter bittet um eine Unterstützung,“ sagte sie.„Es scheint ein netter Mensch zu sein,“ fügte sie hinzu.
habe und er vor Magenschmerzen nicht mehr
Fortsetzung folgt.


