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Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung.
Nr. 2.
Thal vertrieben war. Die Verluste des Feindes werden auf 200 geschätzt. Auf deutscher Seite wurde ein Mann getödtet, vier verwundet. Aus den erbeuteten Flaggen geht hervor, daß der Feind aus Miltzsoldaten bestand.
Unfall. Beim Beginn des neuen Jahres wurden die deutschen Truppen von einem schweren Unglück heimgesucht. Das neue Jahr mußte, wie das nicht anders geht, mit Salutschüssen begrüßt wer den. Dabei zersprang ein Ge⸗ schütz, wodurch 5 Soldaten getödtet und fünf⸗ zehn zum größten Theile lebensgefährlich ver— letzt wurden. Wie mag es zugegangen sein, daß eine schwere Kanone(Haubitze) beim Blind⸗ schießen nicht Stand hält? Auf die Solidität des Geschützmaterials wirft das Vorkommniß ein eigenthümliches Licht.
Jeder Genosse
versäumt seine Pflicht, wenn er nicht nach besten Kräften für die größtmöglichste Verbeitung der Parteipresse sorgt.
Die Interessen des werkthätigen Volkes, der Besitzlosen und Ausgebeuteten werden allein von der sozialdemokratischen Presse wahrge⸗ nommen.
Auch die sogenannten
„unparteiischen“
Blätter verfolgen nur ihre Geschäftsinteressen, spekuliren auf die Arbeitergroschen, leisten der Reaktion Heeresfolge und verdächtigen bei jeder Gelegenheit die Arbeiterbewegung.
Deshalb abonnirt nur
die Parteipresse!
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Von Nah und Fern.
Gießener Angelegenheiten.
— Die„Gießener Neuesten Nach⸗ richten“ wollen nicht nationalliberal sein oder werden. Sie stellen sich empört über unsere in der vorigen Nummer ausgesprochene Vermuthung, daß das Blatt mit dem Eintritt seines neuen Redakteurs in nationalliberalem Sinne geleitet werden würde. Sie bezeichnen unsere diesbezügliche Notiz als„unsinnig“ und „wider besseres Wissen geschrieben“. Mit diesem Geschimpfe sollten sie sich an ihre eigene Adresse wenden. Unterm 29. Dezember kün⸗ digen sie den Eintritt des Herrn Hoppstädter in ihre Redaktion an, loben ihn über den Schellenkönig und heben als besondere Empfeh— lung hervor, daß er als nationalliberaler Reichstagskandidat auftrat. Ein natio⸗ nalliberaser Redakteur wird in seinem Blatte doch keine andere als nationalliberale Politik treiben, man müßte ihm dann die Unehrkichkelt zutrauen, gegen seine Ueberzeugung zu schreiben. Und das lehnt jeder anständige Mann ab. Wir wenigstens würden Jeden verklagen, der uns solches zumuthete.— Die„G. N. N.“ versichern, ihre„unparteiische Tenden;“ beibehalten zu wollen. Damit kann uns das Blatt keinen großen Respeßt einflößen. Wir kennen die„un⸗ partetiscge“ Profe zur Genüge. Und die„G. N. N.“ konnten es auch mit ihrer„Ur parteilichkeit“ vereinbaren, der offenbaren Schwindelnotiz Auf⸗ nahme zu gewähren, daß in Hamburg eine Anzahl Maurer aus unserer Partek ausgeschlossen worden wären, weil sie in Akkord gearbeitet hätten! Vielleicht werden wir noch öfter ge⸗ zwurgen sein, das„unparteiische“ Verhalten des genaunten Blattes in gebührende Beleuchtung zu rücken.
— Einen Familienabend veranstaltet die hiesige Filiale des Tapezierer Ver⸗ bandes am Sonntag den 13. Januar im Saale des Herrn Hch. Sauer. Zu dieser in Theater⸗ und Musik⸗Aufführungen, Vorträgen, Verlosungen ꝛc. bestehenden Unterhaltung sind alle Gewerkschaftsmitglieder und Freunde des Vereins freundlichst eingeladen.
Kreiskonferenz.
Wie aus der Bekanntmachung des Vorstandes des Kreiswahlvereins ersichtlich ist, findet die erste Kreiskonferenz für dieses Jahr am 10. Feb ruar in Daubringen und zwar im Lokale des Herrn Wilh. Albach statt. Es muß dafür ge⸗ sorgt werden, daß alle Orte im Kreise wo Stimmen sür uns abgegeben wurden, durch Delegirte vertreten sind. Die Genossen müssen daher die Verhandlungsgegenstände baldmög⸗ lichst berathen und zur Wahl von Delegirten schreiten. Voraussichtlich wird auf der Konferenz die Aufstellung eines Reichstagskandidaten erfolgen.— Bei dem Punkte„Ausbau der Or— ganssation“ handelt es sich um Einführung von Nothfallunterstützung und Sterbegeld für die Mitglieder des Wahlvereins. Der Ver⸗ handlungsstoff ist also wichtig genug, daß alle Genossen für ihre Vertretung auf der Konferenz Sorge tragen müssen.
In Lollar
fand am Dienst'eg Abend eine sehr gut besuchte Versammlung des Metallarbeiterver⸗ bandes statt, in welcher zunächst die Neuwahl der Zahlstellen-Verwaltung vorgenommen wurde, welche die Wiederwahl der bisherigen Ver⸗ waltungsbeamten ergab. Hierauf hielt Genosse Vetters einen Nortag über Frage„Zeitlohn oder Stücklohn“ in welchem er die Nachtheile, die der Arbeiterfchaft im Ganzen und auch dem einzelnen Arbeiter durch das Akkordsystem zu⸗ gefügt werden, eingehend besprach. Allerdings könne dies verderbliche System dort, wo es ein— geführt ist, nicht von heute auf morgen beseitigt werden; nothwendia sei aber, daß sich alle Ar— beiter über die Schäden desselben auftlären und diese durch eine gute Organisation wenigstens zu mildern suchen. Vor Allem müsse bei Ak⸗ kordarbeiten die Garantie des üblichen Tage⸗ lohnes verlangt werden, damit nicht, wie es öfters vorkommt, der Arbeiter wochenlang um— sonst arbeiten muß.— Die Ausführungen des Referenten fanden allsei ig Zustimmung.
Wieseck.
Der Arbeiterbildungs verein hält am Sonntag nachmittag eine Mitglieder Versamm⸗ lung ab, in der auch über die Gründung eines Arbeitergesang vereins verhandelt werden soll. Da sicher unter der Arbeiterschaft Wiesecks dieser Frage weit auseinandergehen, weil ganze Anzahl Gesangvereinen schon bestehen, so ist ein recht zahlreicher Besuch der Versammlung noth⸗ wendig, damit eine eingehende Aussprache er⸗ folgen kann. Hoffenttich bewältigen unsere Wiesecker Freunde die Schwierigkeiten, die dem Plane entgegenstehen, damit auch in Wieseck die Lieder, die dem Denken und Empfinden des arbeitenden Volkes Ausdruck verleihen in künst⸗ lerischer Weise zum Vortrag gebracht werden können und so zum Gemeingut Aller werden.
Alsfele.
Am Sonntag früh entstand in dem Säge— werk des Herrn H. Specht hierselbst auf un⸗ aufgeklärte Weise Feuer, das in kurzer Zeit alle zu der Anlage gehörenden Gebäude mit Ausnahme des Wohnhauses, das nur wenig beschädigt wurde, in Asche legte. Der Alsfelder Feuerwehr gelang es, die Vernichtung des Wohn⸗ hauses zu verhindern. Das Anwesen soll gut versichert sein.
Freuden f zialdeme kratischer Redakteure.
Wegen Beleidigung des Stations vorstehers in Isen⸗ burg wurde unser Genosse Zielowsky von der Frank⸗ furter„Volksstimme“ von dem Schöffengericht in Offenbach zu drei Monaten Gefängniß verur⸗ theilt. Dieser Genosse hat schon oft für unsere Sache in's Gefängniß wandern müssen.
Ein furchtbares Brandunglück
ereignete sich vorigen Samstag in Köln a. Rh. In einem an der Follerstraße gelegenen Material waarengeschäft brach Feuer aus, das sich schnell ausbreitete und das Innere des Hauses völlig
zerstörte. Mehrere Personen konnten infolge⸗ dessen das Freie nicht rechtzeitig gewinnen. Die Frau und ein siebenjähriger Sohn des Ladenbesitzers fanden den Tod durch Ersticken, zwei andere Kinder des Besitzers wurden noch lebend in das Krankenhaus gebracht. Eine im ersteren Stock wohnende Frau und ihre kleine Tochter verbrannten, eine Frau, welche zur Hilfe geeilt war, wurde als Leiche auch den Trümmern hervorgeholt.
Wahlkreis Marburg⸗ Kirchhain. St. Marburg. 10. Januar 1901.
— Partei⸗Versammlung. Wie im Inseratentheil der heutigen Nummer ersichtlich, findet am Samstag, den 19. d. Mts., Abends 9 Uhr im Restgurant D. Jesberg hier eine öffentliche Parteiversammlung statt, in welcher Gen. Stadtverordneter E. Krumm aus Gießen über das Thema„Kommunale Angelegenheiten“ referiren wird. Sowohl die Wichtigkeit des Themas, als auch die Beliebtheit des Referenten lassen zahlreichen Besuch der Versammlung er⸗ warten.
— Kommunales. Am Freitag und Samstag voriger Woche fanden hier wieder Sitzungen der Stadtverordneten statt. In der Freitagssitzung wurde zunächst über die Herstellung der Anlagen am Friedrichsplatz Beschluß gefaßt. Die Vertiefung für den zuerst geplanten Springbrunnen wird zugeschüttet und alsdann gärtnerische Anlagen und Wege ange⸗ legt, sowie eine Anzahl Ruhebäuke aufgestellt. — Betreffs Herstellung der Or denbergstraße (unterhalb dem Spiegelslustoerg entlang) wurde beschlossen, dieselbe in einer Breite von 10 m auszuführen. Kostenpunkt: 30866 Mk.— Die Hauptredeschlacht drehte sich jedoch um den bevorstehenden Erweiterungsbau des Nord⸗ (Haupt⸗) Bahnhofes und des Güterbahnhofes. Beide entsprechen den heutigen Verkehrs verhält⸗ nissen schon seit längerer Zeit nicht mehr. Seitens der Regierung sind bereits 800000 Mk. für die nöthigen Neubauten bewilligt worden. Im Laufe der Debatte traten die Gegensätze zwiscken Nord- und Südviertel deutlich hervor, was hauptsächlich durch das, in letzter Zeit ziemlich bestimmt auftretende Gerücht von der Verlegung des Güterbahnhofs ius Kappelerfeld, in der Nähe des Südbahnhofs, hervorgerufen wurde. Reg.⸗Baumeister Sardemann, Mit⸗
glied des Magistrats, erklärte das Gerücht für
unwahr. Es müsse aber für die neue Bahn durch den Ebsdorfer Grund eine Güterverlade⸗ stelle am Südbahnhof geschaffen werden; das schließe doch nicht aus, daß auch die Erweite⸗ rungsbauten am Nordbahnhof vorgenommen wür den. Schließlich wurde ein Antrag Ber dux, die Erweiterung des Nordbahnhofes incl. Güter⸗ bahnhof, angenommen.— Aus den Verhand⸗ lungen der Samstagssitzung ist hauptsächlich die Einrichtung eines Lehrlingsheims in der Aula der Oberrealschule zu erwähnen. Das⸗ selbe steht unter der Aufsicht eines Lehrers und ist bis jetzt von ca. 100 Lehrlingen besucht worden. Es wurde die Anschaffung zweier langer Tafeln, sowie einer Anzahl Spiele be⸗ schlossen. In der Debatte wurde betont, daß die Einrichtung des Lehrlingsheims recht erfreu⸗ lich sei, leider hätten die Innungen, die dies doch eigentlich zunächst angehe, wenig Interesse hierfür gezeigt.()— Der letzte Puntt betraf
Anstellung eines besoldeten Beigeordneten. Der
Gegenstand wurde bis zur nächsten Sitzung verschoben. Der Vorsitzende teilte noch mit, daß infolge des Magistrats⸗ und Stadtverord⸗ netenbefchlusses, einen besoldeten Beigeordneten (Aufangsgehalt 4500 Mk.) anzustellen, der den Oberbürgermeister bei seinen Arbeiten zu unter⸗ stützen habe, dieser sein Entlassungsgesuch zurückgenommen habe.
— Unglücksfall. Am Mittwoch Nach⸗
mittag kam beim Schlittschuhlaufen auf der städt. Eisbahn ein achtjähriger Knabe zu Fall In deuselben Augenblicke lief eine erwachsen
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