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aufgestellt war, beiseite geschoben wird.
0 hierbei in bekannter vorzüglicher Weise.
Nr. 19.
Mitteldeutsche Sonutags⸗Zeitung.
Seite 5.
Beifall fand, unterhielten sich die Festteilnehmer
durch Konzert ꝛc. g
l. Guten Appetit wünschen wir den Kunden des Bäckermeister Trumpheller, Fried⸗ berg. In dessen Betriebe ist nach Angabe von Zeugen keine andere Waschvorrichtung als ein Eimer vorhanden, der gleichzettig zum Pfer de⸗ tränken benutzt wird. Zu den Milchgefäßen sollen die Katzen ungehindert Zutritt haben, ohne daß dadurch die Milch minderwertig wird, zum Backen ist sie Trumpheller gut genug. Neben⸗ bei bemerkt, ist dieser Muster⸗Bäcker auch einer von denen, die ihr Brod billiger auf die Ort⸗ schaften fahren, als sie es in der Stadt ver⸗ kausen.
Ein unbezahlter Wachtmeister.
Aus Bad Nauheim schrieb man jüngst der„Kl. Presse“ über die dortigen Polizei⸗ perhältnisse:„Als 1898 Herr Assessor Ortwein als Polizeiamtmann nach Nauheim versetzt wurde, begann ein großes Reformieren. Es wurden vier Schutzleute angestellt und sogar mit Revolvern bewaffnet; für das Polizeigebäude ließ man ein wertvolles Wappenschild anfertigen und kaufte euch eine mächtige Fahne. Auf das einfache Versprechen des damaligen Polizei⸗ amtmannes, er werde für staatliche Austellung und Gehalt sorgen, kam von Gießen der Kriminalschutzmaun Weiß, ein äußerst tüchtiger Beamter, hierher und wurde als Wachtmeister angestellt. Die hesfische Regierung gab auch Versprechungen, zahlte aber dann doch nichts und auch die Stabt, die bereits etwa Mk. 15,000 jährliche Kosten für die große Polizeimacht zu leisten hat, lehnte die Anstellung des Wacht⸗ meisters ab. Nur die Badedirektion zahlte dem Beamten jährlich Mk. 1750, aber am 1. April d. J. hat auch diese Behörde ihre Zahlung gekündigt und somit erhält Weiß zur Zeit von keiner Seite Gehalt! Hier ist man der Ansicht, daß ein Poltizeiamtmann und ein Wachtmeister zuviel höhere Beamte für Nauheim sind.“— Diese Dinge mögen wohl mit dazu beigetragen haben, daß die Steuerschraube in der letzten Zeit hier sehr kräftig angezogen wurde, wie wir schon mehrfach berichteten.
Verhafteter Durchbrenner. Otto Boeing, der frühere Seneral⸗-Direktor der Fabrik säure⸗ und feuerfester Produkte Nau⸗ heim⸗Wirges, der sich vor einiger Zeit aus seinem Wohnsitze Nauheim entferut hatte, ist wegen jahrelanger Bilanzfälschungen am 4. Mai verhaftet worden.
Wetzlar.
r. Ue ber die Reichstags⸗Kandidatur im Kreise Wetzlar⸗Altenkirchen haben nach den„Deutsch⸗sozial. Blättern“ Verhand⸗ lungen stattgefunden. Zwischen dem heiligen Stöcker und dem Judenknecht Hirschel soll der Kuhhandel bereits abgeschlossen und schrift⸗ lich niedergelegt sein. Ein Kandidat ist zwar noch nicht genannt; aber bei dieser Sachlage ist es möglich, daß der frühere Apotheker und jetzige Rentier Dr. Burkhard in Godesberg, der bei der letzten Wahl von den.
Uf alle Fälle müssen unsere Genossen in diesem Kreise recht thätig sein, damit sich bis zum
1 nächsten Wahltage unsere Stimmen vermehrt
haben und wir auch ein entscheidendes Wörtchen mitreden können.
Ans dem Wahlkreise Marburg⸗ Kirchhain. St. Marburg, 9. Mai 1901. — Maifeier. Unter zahlreicher Beteiligung
g fand am vergangenen Sonntag im Lokale von
D. Jesberg hier eine recht gemütliche Familien⸗ feier statt. Die Kapelle Pauli e
uch die Gesangs vorträge unseres Gesangvereins „Eintracht“ wunden recht beifällig aufgenom⸗ men. Das Fest verlief daher zu aller Zufrie⸗
denheit.— Von der Maffestversammlusg haben
wir noch nachzutragen, daß von früheren Ver⸗ leger der„Hess. Landesztg.“, Geu. Bader,
ein telegraphiscger Matengruß in poetlscher Form
eingelaufen war und unter allgemeinem Beifall verlesen wurde.
— Metallarbeiter⸗Versammlung. Am Samstag, den 4. Mai, fand im Lokale von D. Jesberg eine öffentliche Versammlung der Metallarbeiter statt. Dieselbe war leider schwach besucht. Unbegreiflich ist es, daß, trotz der miserablen Verhältnisse in der Metallindu⸗ strie, speziell hier in Marburg, die Arbeiter so wenig Interesse für die Bessergestaltung ihrer Lebenslage zeigen. Es ist vor allem notwendig, daß persönliche Reibereien unterbleiben; es ist kleinlich zu sagen: Wenn der oder jener nicht dabei wäre, würde ich auch der Organisation beitreten. Die einige Arbeiterschaft kann vieles erreichen, der Einzelne aber nichts. Genosse Martersteig aus Offenbach, welcher referierte, schilderte den Anwesenden in ruhiger, sachlicher Weise den Aufschwung und Niedergang der Indnstrie, sowie die für die Arbeiterschaft haupt⸗ sächlich in Betracht kommenden Gesetze. Auch gab er näheren Aufschluß über das Institut der Gewerbe⸗Inspektoren. Er sprach fast zwei Stunden in fesselnder Weise und erntete reichen Beifall. Nach einer lebhaften Diskussion und nachdem noch zwei Neuanmeldungen erfolgt waren, wurde die Versammlung um 12 Uhr geschlofsen.
Kleine Mitteilungen.
* Fürchterliche Blutthat. Im Keller der Rheinischen Brauerei in Weisen au bei Mainz erschlug der Braubursche Albert den Gährführer König mit einer Eisenstange. Die Beiden lebten schon längere Zeit in Feind⸗ schaft und gerieten am Mittwoch früh wiederum in Wortwechsel. Die Frau des Erschlagenen fiel beim Anblick der grauenvoll zugerichteten Leiche in Ohnmacht; man fürchtet für ihr Leben, da sie sich in gesegneten Umständen befindet. Während der Unhold am Tage des Mordes keine Reue zeigte, schützte er später sinnlose Trunkenheit als Entschuldigung vor. Krankheiten aller Art werden durch auswärtige Arbeiter eingeschleppt. Aus Nieder⸗Wiesen wird berichtet, daß die vom Laudwirtschaftlichen Verein eingeführten ungarischen Arbeiter die Krätze mitgebracht haben, die in der Gemeinde stark um sich greift. — Aus Hannover meldeten die Blätter, daß russische Landarbeiter die Pocken einschleppten. — Folgen der Lohndrückerei!
* Familientragödie. In Leipzig stürzte sich am 2. Mai Mittag die 31 Jahre Frau des Arbeiters Joseph Mader mit ihrem 5jährigen Knaben und zwei 4 und 2 jährigen Mädchen von der Ketteubrücke in den Flut⸗ kanal. Alle drei Kinder ertranken. Die Frau ward noch lebend ans Ufer gerettet und wurde dem Hospital übermittelt.
** Nette Arbeits verhältnisse. Auf der Grube„Wolfgang“ und„Mehlbach“ bei Weilburg mußten die Arbeiter Maschinen, Erze de. pfünden lassen, um zu ihrem schon monatelang vorenthaltenen Lohn zu kommen.
Arbeiterbewegung.
T Die Maurer in Mainz gerieten mit den Bauunternehmern in Lohndifferenzen. Vermittelung durch das Gewerbegericht lehuten die Unternehmer ab, weil das nicht aus Fach⸗ männern zusamwengesetzte Gericht in der Lohn⸗ bewegung der Bauarbeiter nicht entscheiden köune. Treffend bezeichnete die„Frkf. Ztg.“ diese faule Ausrede als einen sehr bequemen, einfachen, aber auch sehr beschränkten Stand- punkt. Erst später gelang es dem Oberbü ger⸗ meister Gaßner eine Verhandlung mit beiden Parteien zu Stande zu bringen. In derselben verzichteten die Unternehmer auf ihre Forderung, daß die Parliere aus dem Verbande auszutreten hätten, wollten auch auf Verlangen den 1. Mai freigeben, wenn keine dringenden Arbeiten vor liegen. Der Vertrag soll 2 Jahre in Gültigkeit bleiben. Die Bedingungen wurden am Dienstag Abend von einer Maurerversammlung gegen 2 Stimmen angenommen. Somit ist der Streik
L abgewendet.
Briefkasten. Für Parteizwecke gingen ein: M.⸗Gießen Mk. 1 Wbr.⸗Leihgestern Mk. 1. 5 W.⸗Marburg. Bericht über die Bauarbeiter⸗ versammlung nächste Nummer.
Aus dem Gießener Stande samts register. Aufgebotene. 2. Mai: Karl Seibel, Kaufmann hierselbst mit Angelika Lenz in Klein⸗Linden. 3. Wil⸗ helm Thielmann, Anstreicher hierselbst mit Wilhelmine Paulus dahter. 5. Johann Runzheimer, Taglöhner in Wornshausen mit Katharine Runzheimer, Dienstmag d dahier. 6. Georg Lyncker, Spediteur hierselbst mit Helene Füll in Wiesbaden. Ernst Hirsch, Gr. Amts⸗ richter in Höchst i. O. mit Sibylle Ploch dahier. Georg Reitz, Schreiner in Groß⸗Karben mit Elise Röding da⸗ hier. Heinrich Lich, Kutscher hierselbst mit Pauline Vogel dahier. 7. Ferdinand Schramme hierselbst mit Augusta Möllerhenn dahier. Philipp Heyligenstädt, Kaufmann hierselbst mit Paula Knauff in Frankfurt a. M. Emil Wißner, Fabrikarbeiter hierselbst mit Eltsabethe Menz, Fabrikarbeiterin in Burkhardsfelden. 9. Rudolf Hahn, Kaufmann hierselbst mit Auguste Merten in Münher.
Eheschließungen. 4. Mai: Philipp Eisenhardt, Geometer hierselbst mit Karoline Valentin dahier. Christian Weeg, Schuhmacher hierselbst mit Luise Noll dahter. Gustav Giese, Oberleutnant hierselbst mit Ella Sartorius dahier. Dr. Emil Dieffenbach, Chemiker in Griesheim am Main mit Charlotte Textor in Gießen.
Geborene. 28. April: Dem Hausier er Heinrich Pitz eine Tochter. 29. Dem Schneider Johannes Welter ein Sohn. 30. Dem Fahrkartenausgeber Karl Christ ein Sohn. 1. Mat: Dem Polizeigehilfen Ludwig Sier ein Sohn. Dem Eisenbahnbetriebs⸗Inspektor Wilhelm Horstmann eine Tochter. 5. Dem Gr. Staatsanwalt Friedrich Zimmermann ein Sahn. 6. Dem Banquter Albert Heichelheim ein Sohn.
Gestorbene. 2. Mai: Karl Blum, 1 Monat alt. Karl Schmitt, 69 Jahre alt, Gr. Universitäts⸗Rentamt⸗ mann i. P. dahier. Ludwig Lehmann, 5 Monate alt. Walter Naue, 9 Monate alt. 4. Katharine Rühl, 33 Jahre alt, Dienstmagd dahier. 5. Christiane Gail, geb. Banß, 73 Jahre alt. Johannette Sack, 61 Jahre alt, dahier. 8. Karl Gerbode, 73 Jahre alt, Oberpost⸗ sekretär i. P. dahier.
Das Griesheimer Unglück.
Die Aktionäre der Griesheimer Unglücksfabrik hielten am 1. Mai ihre Generalversammlung ab. Sie war von 31 Aktionären besucht, die 3659 Aktien vertraten. Nach dem Vorstands⸗ bericht betrug, wie die„Frkftr. Ztg.“ daraus mitteilt, der Reingewinn im verflossegen Jahre nicht weniger als 2120392 Mk. einschließlich 385 081 Mk. Vortrag. Angesichts des Unglücks schlug der Aufsichtsrat vor, statt 1 440 000 Mk. (16 Prozent) Dividende nur 450 000 Mark (5 Prozent) zu verteilen, dagegen 300,000 Mk. für einen Unterstützungsfonds bereit zu stellen.— Dieser Vorschlag war sicher allen Aktionären höchst unangenehm. Es wurde be⸗ antragt, die Dividende von 5 auf 8 Prozent zu erhöhen. Die Herren Dr. Fritsch und Justizrat Baist verwiesen darauf, daß zahl⸗ reiche Aktionäre die als sehr solid geltenden Griesheimer Aktien ausschließlich in ihrem Vermögensstand hätten und durch die Er⸗ mäßigung der Dividende auf mehr als ein Drittel in ihrer Lebenshaltung schwer beeinträchtigt würden.(1) Vielleicht könne man eine schnell tilgbare Anleihe zur Deckung der benötigten Summen aufnehmen. Doch wurde der Antrag abgelehnt und 5 Prozent ge⸗ nehmigt. Man wagte es offenbar in Rücksicht auf die Oeffentlichkeit nicht, eine höhere Divi⸗ dende zu beschließen. Mit Recht bemerkt unser Frankfurter Parteiorgan dazu: Das Lamento der Herren Fritsch und Baist über die bean⸗ tragte Reduktion der Dividende angesichts des fürchterlichen Unglücks wirklich ein starkes Stück! Denn wer sein Kapital in In dustrie⸗ papieren aulegt, der spekuliert doch und muß unter Umständen riskieren, daß er fast alles verltert, statt einen Gewinn zu haben. Wer dagegen auf eine bestimmte sichere Rente rechnen will, der muß sein Geld in guten Hypotheken oder Staatspapieren anlegen und daun erhalt er wohl höchstens 4 Prozent Zinsen. Wenn sich jemand aber etwa für ein Dar⸗ lehen 16 Prozent Zinsen bezahlen ließe, käme er sicher mit dem Wucherparagraphen in Konflikt.
5* Die genaue Zahl der Toten ist noch immer nicht bekaunt. Von der Fabrikdirektion
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