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Nr. 45.
Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung.
Seite 5.
— Die„nationale“ Firma A. Stein ließ am Allerheiligen feiern, dafür aber nachts arbeiten, die Arbeiter hatten also zur höheren Ehre der Religion eine 24 Stunden⸗Schicht. Das ist wohl„praktisches Christentum“?
— Der Bürgermeister von Krofdorf, Herr Lichtenthäler, scheint die Entscheidungen des höchsten preußischen Gerichtshofes nicht sonderlich hoch zu achten. Er hat nämlich den Genossen Bock⸗Gießen einen Strafbefehl von 5 Mk. geschickt, weil B. in der Volksversamm⸗ lung in Gleiberg im September eine Teller⸗ sammlung vorgenommen hat. Nun hat aber das Kammergericht in der Sache gegen Vetters, der im vorigen Jahre ebenfalls einen Strafzettel wegen Vornahme einer Tellersamm⸗ lung erhielt, entschieden, daß eine solche keine „öffentliche Kollekte“, wozu die Erlaubnis des Oberpräsidenten notwendig ist, darstellt und sie allgemein für statthaft erklärt. Das gilt für ganz Preußen, wozu ja schließlich Gleiberg auch gehört. Vielleicht ist diese Entscheidung dem Herrn Bürgermeister noch nicht bekannt geworden. Natürlich hat Genosse Bock sofort Widerspruch erhoben und es wird sich zeigen,
daß die Entscheidungen des Kammergerichts doch
nicht für die Katze sind. Wenn nun wieder die Gerichte unnötiger Weise belästigt werden, so ist unser Genosse wirklich nicht schuld daran.
Aus dem Nreife Marburg⸗Rirchhain.
—Kontrollversammlungen. Dieselben finden im Kreise Marburg wie folgt statt: 1. In Marburg auf dem Kämpfrasen für die Mannschaften der Stadt Marburg am Samstag, den 23. November ꝛc.; 2. ebenfalls auf dem Kämpfresen am Montag, den 25. November N. für die zu Marburg gehörenden, umliegenden Ortschaften; 3. in Elnhausen am Montag, den 25, Nov. ꝛc.; 4. in Ebs dorf am Dienstag, den 26. Nov. ꝛc.; 5. in Wetter in der Rest. „Zur Linde“ am Mittwoch, den 27. Nov. ꝛc.; 6. in Frohnhausen am Donnerstag, den 28. Nov. ꝛc und 7. in Lohra an demselben Tage, nahm 1½ Uhr.
— Schwurgericht. Die diesjährige Herbst⸗ session des hiesigen Schwurgerichts begann am Montag mit der Verhandlung gegen die Dienst⸗ magd Elisabeth Runzheimer aus Frieberts⸗ hausen, wegen Meineids. Das Urteil lautete auf 6 Monate Gefängnis.— Am Dienstag wurde gegen den Eisenbahnschaffner August Busch aus Kirchditmold bei Kassel verhandelt. Der Angeklagte soll während der Eisenbahn⸗ fahrt unzüchtige Handlungen an einer hiesigen Frau mit Gewalt vorgenommen haben. Wegen eines ähnlichen Vergehens war er in 1897 als Schaffner zu den Güterzügen versetzt worden, auf Nachsuchen kam er aber später wieder zu den Personenzügen. Der Angeklagte wurde zu 1/ Jahren Gefängnis verurteilt und sofort in Haft genommen.— Am Mittwoch stand der Eisen⸗ bahnpackmeister Johann Drescher aus Franken⸗ berg wegen Unterschlagung im Amte vor den Schranken. Derselbe wurde freigesprochen.
— Eine Protestversammlung der hiesigen Kriegervereine gegen die neuliche Rede des englischen Ministers Chamberlain(der be⸗ hauptete, auch seitens der Deutschen seien 1870 Brutalitäten in Frankreich verübt worden) fand am Mittwoch abend hier statt. Es wurde eine Resolution angenommen, worin ganz energisch Verwahrung gegen die Verleumdungen des eng⸗ lischen Ministers eingelegt wird und die Greuel⸗ thaten der englischen Söldner in Südafrika scharf verurteilt werden.(Und die Hunnen in China? Red.)
— Schneider⸗Bewegung. In dem am Mittwoch abend vor. Woche im Lokale von C. Müller stattgefundenen, ziemlich gut be⸗ suchten öffentlichen Versammlung der Schnei der referierte Coll. Mirus⸗Frankfurt über: „Unsere Forderung an die Gesetzgebung und Stellungnahme zu einer Petition an den Reichstag.“ Am Schlusse seiner recht beifäll ig aufgenommenen Ausführungen wurde eine Resolution, gleichlautend der Gießener, ange⸗ nommen. Es fand dann noch eine lebhafte Diskussion über die Znstände im Schneider⸗ gewerbe statt.
Eine Niederlage.
Bei den am Mittwoch stattgefundenen Wahlen in Offenbach sind unsere Genossen leider unterlegen. Es war eine Wahlbeteiligung wie nie zuvor, von 7771 Stimmberechtigten gingen 6250 zur Wahl. Die Mischmaschliste erhielt 3560 Stimmen, während die unsere es nur auf 2591 brachten. Zu verwundern ist das Resultat eigentlich nicht. Der ganze bürger⸗ liche Ordnungsbrei, Nationalliberale, Zentrums⸗ leute, Freisinnige, Zünftler, zog vereint gegen die Sozialdemokratie zu Felde. Schon vom frühen Morgen an wurden die Philister mit Droschken zu den Wahllokalen gefahren. Eine große Zahl Steuerrestanten, man spricht von etwa 1000, konnten nicht an der Wahl teil⸗ nehmen, wodurch unserer Partei sicher manche Stimme verloren ging. Wir verlieren zwei Sitze.— Für uns in Gießen muß dieser Wahlausfall eine Mahnung sein, tüchtig für den Sieg unserer Liste zu arbeiten.— Uebrigens steht dem verlorenen Gefecht in Offenbach schon wieder der glänzende Sieg in Berlin gegen⸗ über.(Siehe pol. Rundschau.) Auch aus Forst, Charlottenburg, Halle, Schmölle werden sozial⸗ demokratische Siege gemeldet.
Kleine Mitteilungen.
* In der Kirche vom Tode ereilt wurde am Samstag der katholische Pfarrer Landmann in Mainz. Im Begriff eine Amts⸗ handlung vorzunehmen, stürzte er vom Schlage getroffen todt nieder.
** Schweres Unglück betraf eine Familie in Neu⸗Isenburg bei Frankfurt. Die beiden 1½ und 3 Jahr alten Töchterchen derselben stürzten am Samstag in eine große mit Wasser gefüllte Waschbütte und ertranken beide.
** Streikbrecher und Mörder. Der Präsident der streikenden Bergarbeiter im
Seringbezirk(Belgien) Bourland wurde vorige Woche von einem Streikbrecher nach turzen! Wortwechsel über den Streik erstochen.— In Deutschland, wo das Scharfmacherthum sich durch 12000 Mark⸗ Spenden die Regierung beinflußt, die Streikbrecher als die nützlichsien Elemente im Staate bezeichnet werden, hätte der Mörder möglicherweise das allgemeine Ehren— zeichen bekommen.
Partei Machrichten.
Wieder ein Kämpfer gefallen. Dienstag voriger Woche starb in Lausanne(Schweiz) der Genosse Alois Fauquez im Alter von erst 42 Jahren. Er war einer der bewährtesten Vorkämpfer der schweize⸗ rischen Arbeiterbewegung, den auswärtigen Genossen be⸗ kannt durch seine Thätigkeit auf internationalen Kon⸗ gressen, und speziell ein beliebter Führer der waadtländi⸗ schen Sozialdemokratie. Er war Redakteur des„Grüt⸗ lianer“ in Lausanne und vertrat die dortigen Genossen im Kantonsrat und im großen Stadtrat. Fauquez, von Beruf Rechtsanwalt, war ein sehr gewandter Redner und verstand es vortrefflich, die Sache seiner Partei zu führen. Dabei besaß er einen vortrefflichen Humor und erging sich gern in Witzen über sein eigenes enormes Körpergewicht. Er war nämlich von so ungeheurer Figur, daß kein gewöhnlicher Sessel oder Stuhl ihn trug und daß in Lausanne im Kantonsrat ein eigener Sitz für ihn gebaut werden mußte, nachdem er einige Möbel in wenigen Minuten der Reihe nach in Trümmer verwandelt hatte. Auf sozialistischen Kongressen ꝛc. stellte man ihm in der Regel eine solide Kiste als Sitz zur Verfügung. Wenn er beim Londoner Kongreß im Jahre 1896 von und nach den Sitzungen durch die Straßen wandelte, erregte er durch seine Korpulenz das größte Aufsehen, manchmal entstanden ganze Trupps auf den Straßen, die ihn bewunderten. Besonders von den im Allgemeinen dürren Engländerinnen wurde diese Körper⸗ fülle angestaunt. Trotz aller Beschwerlichkeiten, welche seine Körperkonstitution mit sich brachte, war Fauquez unermüdlich thätig und hat es wohl verdient, daß die schweizerischen Genossen ihm ein treues Gedenken bewahren.
Zwei Jahre im Kerker. Genosse Albert Schmidt in Magdeburg hatte am 31. Oktober zwei Jahre seiner ihm wegen Majestätsbeleidigung zudiktlerten dreijährigen Gefängnisstrafe verbüßt. In einem Jahre wird er also der Freiheit wieder zurückgegeben sein. Hoffentlich wird er auch das letzte Jahr seiner Internierung überstehen, ohne ernsten Schaden an selner Gesundheit zu erleiden.
Wahlkreis Alsfeld⸗Lauterbach.
Sonntag, den 10. November, nachmittags 3 Uhr, findet in Alsfeld im Lokale„Zur Pfeffer⸗ höhe“ eine Kreiskonferenz statt mit der Tages⸗ ordnung:
1. Bericht des Vorstands vom Kreiswahlverein und Neuwahl desselben; 2. Bericht des Kreisvertrauensmannes und Neuwahl desselben; 3. Die Agitation im Wahlkreis; 4. Verschiedenes.
Die Genossen werden ersucht, fich zahlreich zu be⸗ teiligen und die Wahlen der Delegierten sofort vorzu⸗ nehmen.
Der Kreisvertrauensmann.
Versammlungskalender.
Sonntag, den 10. November.
Gießen. Glaserverband. Vormittags 10 Uhr Versammlung bei Orbig.— Fabrik-, Land⸗ und Hilfsarbeiter. Nachmittags 3 Uhr Ver⸗ sammlung bei Orbig.
Heuchelheim. Parteiversammlung. Abends 8 Uhr bei Wirt Stein müller. Wieseck. Sozialdem. Wahlverein. Nachmit⸗
tags 3 Uhr, Generalversammlung bei Ph. Krei⸗ ling(Dorfeld'sche Wirtschaft). Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen bittet: Der Vorstand. Dienstag, den 12. November. Gießen. Metallarbeiter. Abends ½9 Uhr Versammlung bei Orbig. Samstag, den 16. November. Friedberg. Wahl verein. Abends 9 Uhr Versammlung bei Ihl, Stadt New⸗York. Bericht⸗ erstattung vom Parteitag. Ref. Busold.
Briefkasten.
— R.⸗Marburg und P. ⸗ Oduhsn. Mußten leider nochmals zurückstellen, bestimmt nächste Nr.
V. Büdingen. Die Abonn.⸗Gelder sind immer an die Expedition, Sonnenstr. 25 zu senden. Aus dem Gießener Standesamts register.
Aufgebote. 30. Okt. Heinrich Horn, Schreiner in Steinbach mit Maria Balser dahier. 2. Nor. Gustav Maisch, Zimmermann dahier mit Katharine Haas in Annerod. 4, Iobenn Konrad gaalg, Taglöhner in
Rimhorn mit Susanne Naumann dahier. Wilhelm Hedderich, Schreiner, mit Friederike Barthel dahier. Georg Zimmer, Bahnarbeiter mit Anna Röhrig, dahier. 5. Karl Hollmann, Decorationsmaler dahier mit Katharine Thörner in Arnsburg. 6. Heinrich Abel, Fuhrmann mit Elisabethe Reuschling, dahier.
Eheschließ ungen. 2. Nov. Karl Volz, Eisenbahnarbeiter dahier mit Margarethe Schmidt in Oppenrod. Philipp Rohrbach, Tapezier mit Margarethe Volz, dahier. Leopold Mattern, Bahnarbeiter, mit Johanna Amalie Esseluhn, dahier. Ernst Müller, Locomotivheizer in Bonn mit Margarethe Kimmel, dahier. 7. Wilhelm Luh, Sergeant mit Adolphine Fischer, dahier.
Geborene. Dem Bildhauer Martin Schmall e. T. 29. Dem Hauptmann und Compagniechef Gustav Loerbroks e. S. Dem Schreiner Ferdinand Sauer e. T. Dem Parlier Karl Ernst Ludwig e. T. 30. Dem Postassistent Heinrich Rau e. T 1. Nov. Dem Procurist Georg Kreuder e. T. 2. Dem Fabrikarbeiter Emil Heppert e. T. 4. Dem Fuhrmann Konrad Graulich e. T.
Gestorbene. Am 2. Nov. Paul Menz, 3 Monate alt. 3. Wilhelm Scheppelmann, 3 Wochen alt 6. Karl Keiner, 23 Jahre alt, Bureauvorsteher.
Gießener Stadttheater.
Sonntag, den 10. November 1901:
Gastspiel von Hans Portz I. Komiker am Kölner Stadttheater. Robert und Bertram oder: die lustigen Vagabonden Posse mit Gesang in 4 Akten von G. Rander. Dienstag, den 12. November 1901: Das Glück im Winkel
Schauspiel in 3 Akten von Hermann Sudermann. Mittwoch, den 13. November 1901: (Theatervereins⸗Vorstellung:)
Der Bibherpelz Eine Diebskomödie in 4 Akten von G. Hauptmann. Freitag, den 15. November 1901: Zweites Gastspiel von Carl William Büller:
Der Registrator auf Reisen. Posse mit Gesang in 3 Akten von L'Arronge u. Moser.


