Ausgabe 
10.2.1901
 
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Nr. 6.

Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.

Seite 5.

Kameradeu.

Ein böses Ende nahm Kaisergeburts⸗ tags feier der Offiziere der Garnison Mör⸗ chingen in Lothringen. Hauptmann Adams von der 9. Komp. des 17. Inft. Regts. wurde durch einen Oberleutenant meuchlings niedergeschossen. Erst hieß es, er sei im Duell gefallen: der Sachverhalt ist jedoch fol⸗ gender: Eine Offiziersgesellschaft geriet an Kaisers Geburtstag auf den Einfall, einen Ringkampf zu veranstalten. Der Scherz artete in Erust aus. Im Gemenge versetzte der Haupt⸗ mann Adams dem Regimeutsarzt Dr. Rüger, Oberstabsarzt im Infanterie⸗Regiment Nr. 144, einen Schlag. Der Zwischenfall brachte den Bruder Dr. Rügers, Oberleutnant Rüger vom Infanterie⸗Regiment 17, in so hochgradige Aufregung, daß er sich mit anderen Kameraden in die Wohnung Adams begab und ihn durch einen Revolverschuß tödtete. Ob ein Wortwechsel vorauging, ist nicht bekannt. Der Tod trat sofort ein. Rüger wurde verhaftet und nach Metz transportiert. Hauptmann Adams genoß allgemeine Achtung bei seinen Kameraden. Der Vorfall illustriert so recht den Ausspruch dee Leipziger Schöffengerichts, das denOffizierstand für den höchsten im Reiche erklärte.

Kleine Mitteilungen.

** Arbekter⸗Tod. Vorige Woche er⸗ litt ein Arbeiter auf dem Buderus'schen Eisen⸗ werke in Lollar einen schrecklichen Tod. Bei Entfernung eines unbrauchbaren Kessels stürzte eine Eisenplarte von der Höhe herab und riß dem Arbeiter Wilh. Velden den Unterleib auf, so daß die Eingeweide heraustraten und der Verunglückte in wenigen Stunden starb. Bei solchen Arbeiten müßten doch Vorkehrun⸗ gen getroffen werden, die derartige Unglücks⸗ fälle unmöglich machen. Das Leben der Ar⸗ beiter wird aber immer zu gering angeschlagen. Noch ein weiterer Arbeiter kam diese Woche auf der ebenfalls Buderus schen Georgshütte in Burgsolms zu Tode. Der Wagner Hch. Hoffmann, der beim Geleisereparieren be⸗ schäftigt war, wurde beim Rangieren über- fahren und zwar so unglücklich, daß der Tod des 50 Jahre alten, als fleißig und ordentlich b kannten Arbeiters sofort eintrat. Der Ver⸗ unglückte hinterläßt Frau und sieben Kinder.

** In Stockheim starb am Dienstag der nationalliberale Landtagsabgeordnete Mühlenbesitzer Brunner. Er vertrat seit einigen Jahren den zweiten Wahlkreis der Provinz Starkenburg.

* Tod durch Unvorsichtigkeit. Vom Arzte hatte der Schreinergeselle Fenzel in Großkarben Morphium gegen Magenschmerzen verordnet bekommen, wovon er täglich wenige Tropfen einnehmen sollte. Ex trank jedoch auf einmal das gauze Medizinfläschchen leer, was seinen sofortigen Tod herbeiführte.

** Milchpantscher. Vor der Mainzer Strafkammer hatten sich am 2. Februar die schon in den sechziger Jahren stehenden Bauers⸗ leute Schott III von Assenheim wegen Milch⸗ verfälschung zu verantworten. Seit 1897 wässerten sie regelmäßig die Milch, benutzten dazu Wasser aus einer im Hofe stehenden Bütte, in der man sich für gewöhnlich die Hände wusch und verkauften sie an Mainzer Händler. Der Sachverständige erklärte die Milch für ge⸗ sundheitsschädlich. Die Frau wurde zu 1000 Mk. und der Mann zu 150 Mk. Strafe verurteilt. Wegen der bisherigen Unbestraftheit und dem hohen Alter der Angeklagten sah das Gericht von einer Freiheitsstrafe ab.

* Henkerthätigkeit. In Kassel wurde am Dienstag früh der Kutscher Fr. Assauer, der voriges Jahr seine Geliebte Anna Volkwein in der Gegend von Arolsen ermordete, hinge richtet.

* Geborstene Ordnungssäule. Der wegen verschiedener Betrügereien von Ausbach und Fürth aus verfolgte frühere Bürgermeister Dürr von Markt⸗Triebendorf(Mittelfr.)

Aus dem Wahlkreis Marburg⸗ Kirchhain.

g St. Marburg, 7. Februar 1901. Das Winterfest der hiesigen Ge⸗ werkschaften, welches am vorigen Sonntag in den Räumen des Café Quentin stattfand, hatte sich eines äußerst zahlreichen Besuchs zu erfreuen auch von den umliegenden Ortschaften waren viele Arbeiter teilweise mit Angehörigen herbeigeeilt(auch Gießen war durch Gen. Bock vertreten), um im Kreise der Gewerk⸗ schaften ein paar frohe Stunden zu verleben. Und sie hatten sich hierin nicht getäuscht. Es war ein recht reichhaltiges Programm aufge stellt, welches in allen seinen Teilen flott und gut zur Ausführung gelangte. Die Musik⸗ vorträge der hiesigen Kapelle Pauli waren tadellos und können wir die Kapelle bei Be⸗ darf nur bestens empfehlen. Aber auch die Darsteller der beiden TheaterstückeFriede auf Erden oder die Ausweisung am Weihnachts- abend undMeister Brummer und seine Ge⸗ sellen leisteten ihr möglichstes und ernteten reichen Beifall. Das erste Stück versetzte uns in die Zeit des Sozialistengesetzes zurück und entrollte den gespannt lauschenden Zuhörern ein Bild der damaligen traurigen Zustände, welche heute auch nicht viel besser sind. Auch das zweite Stück, ein reizender Schwank, ent⸗ fesselte die Heiterkeit der Zuhörer in reichlichem Maße. Nicht am wenigsten zum guten Ge⸗ lingen des Festes trugeu die Gesangsvorträge des Arbeiter⸗-GesangvereinsEintracht bei. Besonders die Komposition GarniersDie Ar⸗ beit mit Orchesterbegleitung, wurde vorzüglich zu Gehör gebracht, ebenso das schöne Chorlied Heimweh von Eugenie v. Monsterberg. Ein flottes Tänzchen hielt dann noch die Festteil⸗ nehmer bis zum frühen Morgen des nächsten Tages beisammen. Alles in Allem: es war ein echtes, fröhliches Arbeiterfest, welches ohne jeden Mißton verlief und wohl aller Theilnehmern in angenehmer Erinnerung bleiben wird.

Schueider⸗Versammlung. Im C. Müllerschen Lokale am Hirschberg fand am Montag Abend eine sehr gut besuchte Versamm⸗ lung der hiesigen Schneidergesellen statt, welche beschloß, im Frühjahr in eine Lohnbewegung einzutreten. Der zuständige Gesellenausschuß wurde beauftragt, den Meistern einen Lohntarif vorzulegen, welcher die den jetzigen teuren Lebens- bedingungen nicht mehr entsprechenden Lohn⸗ und auch die Arbeitszeitverhältnisse regeln soll. Hoffen wir, daß es den Schneidern gelingen möge, ihre bescheidenen Forderungen durch⸗ zusetzen.

Arbeiterbewegung.

Die Schuhmacher in Frankfurt beschlossen nach Göller in einer äußerst stark besuchten Ver sammlung, zum Frühjahr in eine Lohnbe⸗ wegung einzutreten. Der Vorsitzende des christlichen Schuhmacherverbandes er⸗ klärte sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden und stellte in Aussicht, daß sein Verband gemeinsam mit dem Verein deutscher Schuhmacher für Abstellung der Mißstände kämpfen werde.

Streik bei Borsig in Berlin. Die Direktion des Borsig'schen Werkes wollte eine Fabrikordnung durchsetzen, in der den Arbeitern das Mitbringen von Flaschenbier verboten war. Während der Arbeit sollte nur Kaffee aus der Fabrikkantine entnommen werden, der aber nur in den Pausen zu haben und fast unge⸗ nießbar ist. Es kam zu keiner Einigung über die Fabrikordnung und sämtliche Ar⸗ beiter legten die Arbeit nieder. Nach eintägigen Streik kam es zu einer Verständigung, die zut Wiederaufnahme der Arbeit führte.

Die Zigarrensortirer der Zigarren⸗

abrik von Gottlob Nathusius in Magdeburg aben die Arbeit niedergelegt. Grund: Maß egalung und ungenügender Lohn.

Daubringen. Sonntag, Vormittag 10 Uhr Kreiskonferenz für den Wahlkreis Gießeu⸗

ist in Lindau a. Bodensee verhaftet worden.

einem Referat des Genossen

Partei Nachrichten. Vertrauensmänner des Wahlkreises Friedberg⸗Büdingen!

Ersuche nochmals alle Orte, welche Versamm⸗ lungen wünschen, mir alsbald Mitteilung zu machen. Angesichts der drohenden Getreidezölle, sowte der gegenwärtigen schlechten Lage ist es dringend notwendig, an möglichst allen Orten Versammlungen zu halten. Besonderes Gewicht ist auf den Ausbau der Organisation zu legen; wo irgend möglich, müssen Filialen des

Kreiswahlvereins errichtet werden. Mit Parteigruß! Hch. Busolt, Kreisvertrauensmann.

Versammlungs⸗Kalender. Samstag, den 9. Februar. Gießen. Holzarbeiter. Abends 9 Uhr Versamm⸗ lung bei LöbWiener Hof. Vortrag:Der ge⸗ werbliche Arbeitsvertrag. Gießen. Metallarbeiter. sammlung bei Orbig. Lauterbach. Wahlverein. Kaut Versammlung. Friedberg. Wahlverein. Abends 8 Uhr Ver⸗ sammlung bei Ihl, Stadt New⸗York. Tages⸗ Ordnung: Das Parteiprogramm. Ref. Gen. Rep p. Sonntag, den 10. Februar. Friedberg. Hülfsarbeiter. Nachmittags 4 Uhr Versammlung bei Ihl(Stadt New⸗York). Wieseck. Sängerabteilung des Arbeiterbildungs⸗ vereins. Nachmittags 3 Uhr Probe bei B. Wacker. Marburg. Buchdrucker⸗Bezirks versammlun g, nachmittags 2 Uhr bei D. Jes berg.

Eingesandt. Werter Genosse!

In den letzten Nummern unserer Zeitung finde ich Erwiderungen auf Beschimpfungen, die sich dieGießener Neuesten Nachrichten gegen unsere Partei und unser Blatt erlaubten. Ob⸗ wohl ich anerkenne, daß sich jeder seiner Haut wehren soll, so finde ich es doch in diesem Fall nicht angebracht, die Spalten unseres Blattes zu diesem Zwecke zu verwerten, da dieselben doch wohl zu kostbar sind.

Unsere Partei ist doch wahrhaftig im Stande, ihre Angelegenheiten selbst zu ordnen, die Zeitungsschreiber, die Vorkommnisse in unserer Partei bekritteln, unsere Führer herunterreißen wollen, mögen erst vor ihrer eigenen Thür kehren. Unsere Arbeiterschaft weiß schon was sie von den elenden Verleumdungen solcher Arbeiter freunde zu halten hat. Ich möchte Sie deshalb bitten, auf solche ferner nicht mehr zu antworten, denn:Wer Pech angreift, be⸗ sudelt sich. Holtberg.

Anmerkung der Redaktion. Leider giebt es eben noch Arbeiter, die, mit den Parteiverhältnissen weniger vertraut, dem Geschreibsel solcher Preßpiraten Beachtung schenken, deshalb ist Antwort nötig. Aufgeklärte Arbeiter legen allerdings den Beschimpfungen keinen Wert bei, darin hat Gen. H. recht.

Briefkasten.

F. P. Wetzlar. Ihr Schriftstück wurde uns übermittelt, wir müssen aber stets ablehnen, von anony⸗ men Einsendungen Gebrauch zu machen, ebenso haben wir keine Veranlassung, Ihr Schreiben dem Genannten zuzuschicken. Sie können uns ganz getrost Ihren Namen nennen. Warum rühren sich denn die Gemeindemit⸗ glieder nicht zu Gunsten des Mannes? Haben die dem Pfarrer getenüber nicht soviel Kourage? Die bei⸗ gelegten 10 Pf. stehen zu Ihrer Verfügung.

. Wieseck. Thun Sie das lieber nicht. Wenn man krank ist, geht man eben zu einem verständigen Arzt, mögen Wunderkuren und Wunderkräuter noch so lebhaft angepriesen werden. Wir müssen es natürlich ganz entschieden ablehnen, mit dem Jahalt der Inserate irgendwie in Verbindung gebracht zu werden.

N. Pf. Dorheim. Auf die Bauernbundsver⸗ sammlung können wir nicht mehr eingehen. Dank!

Abends 9 Uhr Ver⸗ Abends bei

Marktberichte. Auf dem Wochenmarkte in Gießen kosteten am 7. Februar: Butter per Pfd. Mk. 0.80 0.90,

Hühnereier per St. 80 Pfg., Enteneier 2 St. 00 16 Pfg. Gänseeier per St. 0000 Pfg., Käse 1 St. 58 Pfg., Käsematte 2 St. 58 Pfg., Erbsen per Liter 22 Pfg., Linsen per Liter 34 Pfg., Kartoffeln per 100 Kilo Mk. 5.00 6.00, Zwiebeln per Ctr. Me. 5.50 0.00.

Auf dem Fruchtmarkt in Limburg am 6. Februar kostete im Durchschnittspreis pio Malter: Roter Weizen Mk. 13,35, weißer Weizen Mk.., Korn M. 10,55,

Grünberg⸗Nidda.

Gerste Mk. 8,65, Hafer Mk. 638.