itartißt ernfreun e Staatz ker Par b sit dot verrückt on Polit den Henn Fingern“ udummen — Polih ährend de ale Polit ingen wil. atie, doc r Flotta, ls die de olksrechte tikel au ken Ei teileitung Sinne de atze halte das Ee — deshal tau deh u spättl m Besteh m zu rebah raten di el, der i tig ist, „er win die Sozll Nation den Reich, st Bebe, fen. Af zpattei io
dnung
zanstalh uns- i heinproll e beo, der Abel g it dh 7 150 zieht M rte fh gde Suat beiße fell getauft et c
Nr. 23.
Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung.
Seite 5.
geruch bemerkbar machte, während die Frau
nebst dem jüngsten 11 jährigen Kinde auf dem Sopha lag. Die andern beiden Söhne von 16 und 19 Jahren lagen ausgekleidet im Bette, was darauf schließen läßt, daß wohl die Frau, aber nicht die Söhne mit dem finstern Plane des Mannes einverstanden waren. Die Familie befand sich in mißlichen Vermögensverhältnissen, was ihn zu dem traurigen Schritte veranlaßt haben mag. Von allen Seiten wurde E. von Gläubigern bedräugt. Der Hausbesitzer war, was bei den heutigen Verhältnissen gewiß zu den Seltenheiten gehört, sehr nachsichtig. E. schuldete die Miete seit fünf Monaten, ohne dieserhalb vom Hausbesitzer ernstlich bedrängt worden zu sein.
Aus dem Lande der Pfaffenherrschaft.
Ueber Klosterskandale wird aus Barce⸗ lona(Spanien) berichtet: Im Hieronymus⸗ Kloster hat sich die dreißigjährige Nonne Narcisa Lovera, die seit sieben Jahren klausuriert ist, vom Chor herab in die Kirche gestürzt. Obschon erheblich verletzt, lief sie dem Ausgange zu. Der Klosterkaplan versuchte mit Gewalt, sie wieder ins Kloster zu schaffen; die Nonne wehrte sich aber mit Kratzen und Beißen und rief: „Lieber sterben, als wieder ins Kloster!“ Sie flüchtete in die nahe Apotheke; der klerikale Apotheker und der Kaplan versuchten, sie ins sloster abzuführen. Auf ihr Geschrei hatte sich Volk angesammelt, ein Richter kam und ordnete die Ueberführung der Nonne ins Spital an. Volkshaufen versuchten nun, verschiedene Klöster, die ihre Thore schlossen, zu stürmen. Die Zei⸗ tungen erinnern daran, daß man schon mehr⸗ fach Wimmern aus verschiedenen Klöstern ge⸗ hört hat, was längst die Meinung erzeugt habe, dort würden Insassen gefoltert.
Aus der„guten“ Gesellschaft.
In dem sogenannten„Sternbergprozeß“ in Aachen, der sich gegen eine Anzahl dortiger Einwohner wegen Sittlichkeits verbrechen richtet, wurde nach zweitägiger Verhandlung am Samstag das Urteil gefällt. Die Ehefrau Dahmen wurde wegen Kuppelei und Ver⸗ leitung minderjähriger Kinder zur Un⸗ zucht zu 15 Monaten Gefängnis, ferner der Regierungsrat Schneemann zu neun, der Fruchthändler Puetz zu acht, der Buchhalter Hersch, der Rentner Marx, der Student Cremer zu sechs Monaten Ge⸗ fängnis verurteilt. Frau Dahmen wurde außerdem wegen Entführung eines minder⸗ jährigen Mädchens zum Zwecke der Verleitung zur Unzucht vor das Schu urgericht verwiesen.
Der Mord in der Kaserne.
Die Anklage gegen die Unteroffiziere Marten, Hickel und Domning in Gum binnen wegen Ermordung des Rittmeisters v. Krosigk bezw. Beihilfe und Begünstigung stand von Anfang an auf sehr schwachen Füßen, und der Präsi⸗ dent hat mehr als einmal den Fahnenschmied Skobek, der der That gleichfalls verdächtig war und als Zeuge auftrat, in sc arfes Kreuzverhör genommen. Sehr oft wurd die Oeffentlichkeit ausgeschlossen, so daß de Außenstehende sich kein richtiges Vild vom Gange der Verhand- lungen machen kann. Soviel steht fest, daß der Ermordete die Leute fürchterlich drangsalirt hat. Als er tot in der Reitbahn lag, sagte ein Soldat: Da liegt das Aas!“— Auch während der Plaidoyers war die Oeffentlichkeit ausgeschlossen. Der Staatsanwalt beantragte gegen Marten und Hickel die Tedesstrafe, Ausstoßung aus dem Heere, Ehrverlust, Ver⸗ setzung in die zweite Klasse des Soldatenstan⸗ des, außerdem wegen Meuterei gegen Marten 2½ gegen Hickel 2 Jahre Zuchthaus: gegen Domuirg Fteisprechung. Alle Angeklagten wurden wegen des Mordes freigesprochen. Marten erhielt wegen Fehnenflucht Freiheits⸗ beraubung 1 Jahr Gefängniß.
Fünfundzwanzig Jahre lebendig
begraben.
In Poitiers(Frankreich) ist vor einigen Tagen ein furchtbares, durch viele Jahre fort⸗
gesetztes Verbrechen entdeckt worden. Ein rei⸗ cher, der„besten“ Gesellschaft angehörender Mann, ein ehemaliger Unterpräfekt, hat mit Zustimmung seiner Mutter durch volle fünfund⸗ zwanzig Jahre seine Schwester gefangen gehalten und körperlich und geistig elend zu Grunde ge⸗ richtet. Der Beamte, der durch Zufall von diesem schauerhaften Verbrechen Kenntniß erhielt, fand die Aermste in einen unglaublichen Zu⸗ stande. Der ganze Körper der Gefangenen starrte vor Schmutz und Ungeziefer. Ein besti⸗ alischer Gestank herrschte in dem Raum: Der Kommissär verstäudigte sofort das Gericht. Dieses ließ die Gefangene ins Spital überführen.
n
Kleine Mitteilungen.
* Frhr. Schenk v. Staufenberg, ehemaliger Vicepräsident des Reichstags, starb am 2. Juni auf seiner Besitzung bei Laupheim in Württemberg. Er gehörte politisch zur linksliberalen Partei.
** Goldsegen und Maiblumen. Zwei durch diese Pflanzen erfolgte Vergiftungen werden berichtet. In Großenhain(Sachsen) starb das dreijährige Kind des Gutsbesitzers Müller nach dreitägigem schweren Leiden. Es hatte in einem Straßengraben die giftigen Schoten eines Goldregenstrauches, die im vorigen Jahre abgefallen waren, gefunden und die Kernchen gegessen. Erst nach dem Tode konnte die Todesursache festgestellt werden.— Ein ähnlicher Fall passierte in Worms. Dort spielte ein Kind mit Maiblumen und brachte die Blüten in den Mund. Trotz ärztlicher Bemühungen starb es nach wenigen Stunden.
* Raubmord. Ein in Aschaffenburg bettelnder 20 jähriger Arbeiter aus Posen, namens Nowicki, erstach mittels eines Dolches die Frau des Forstassessor Hetzel. Der Mörder flüchtete hierauf, wurde aber im Walde bei
Gailbach ergriffen und nach Aschaffenburg zurücktransportiert. Er gesteht den Raubmord
ein und giebt sich als„Anarchist“ aus. Ueber die am hellen Tage verübte Mordthat herrscht ungeheuere Aufregung in der Stadt.
Der Tabakarbeiter⸗Streik in Nordhausen dauert fort. Die Unternehmer haben die Abmachungen vor dem Schiedsgericht abgelehnt. Daher bleibt den Arbeitern nichts weiter übrig, als weiter zu kämpfen.
Aus dem Wahlkreise Marburg⸗ Kirchhain.
St, Marburg, 5. Inni 1901.
— Zum Morde der Frau Krantz er⸗ fahren wir noch Folgendes: Der Mörder, wel⸗ cher als Lehrling durch einen Sturz aus dem 4. Stockwerke tief auf das Pflaster des Markt⸗ platzes gefallen war und sich am Kopfe schwer derletzt hatte, wurde, da man zuerst eine geistige Störung vermutete, durch vier Aerzte beobach⸗ tet, aber für geistig völlig normal befunden. Er soll die schreckliche That aus Eifersucht be⸗ gangen haben. Die ermordete Frau befand sich, wie die Sektion ergab, in anderen Um⸗ ständen. K. behauptete aber, daß dies nicht von ihm herrühre, und sollen dieserhalb heftige Auftritte zwischen den Eheleuten stattgefunden haben.— In den letzten Tagen zirkulierte hier das Gerücht, der Mörder habe sich in seiner Gefängniszelle erhängt. Es bestätigt sich dies aber nicht. Da die Schwurgerichts⸗ session bis zum nächsten Monat verschoben worden ist, so nimmt man an, daß die Krantzsche Mordsache ebeufalls mit zur Verhandlung kommen dürfe.
— Wieder ein Selbstmord. Mord und Selbstmord folgten hier in letzter Zeit so rasch aufeinander, wie man es sonst kaum in einer Großstadt gewohnt ist. Am Montag hat sich ein den Kreisen der Gebildeten angehörender, junger, hoffnungsvoller Mann, der im 20. Lebensjahre stehende stud. jur. Rudolf Man⸗ ger, der jüngste Sohn des hier sehr geachteten Pfarrers an St. Clisabeth, erschossen. Derselbe gehörte der evangelischen Studentenverbindung „Wingolf als Präses an, auf deren Kneipe er die That vollbrachte. Was über die Gründe
verlautet, die den jungen Mann in den Tod trieben, läßt vermuten, daß er ein Opfer reli⸗ giöser Grübelei oder Schwärmerei ist.
— Studentischer Unfug. Uasere„gebil dete“ Jugend machte sich in diesen Tagen resp. Nächten wieder recht unangenehm bemerkbar. Am Montag früh war ein fürchterlicher Radau in der Gisselbergerstraße, Abends vor dem Barfüßerthor, woselbst die Herren Feuerwerks⸗ körper warfen, die sie sogar auf vorüberfahrende Wagen schleuderten. Hier wäre die„Prügel⸗ strafe“ manchmal sehr angebracht.
—......
Versammlungskalender. Samstag, den 8. Juni.
Gießen. Sozialdem. Wahlverein. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig. Vortrag: 1.„Das hungernde Rußland.“ 2. Verschiedenes.
5 Montag, den 10. Juni.
Gießen. Schneiderverband. Abends 9 Uhr
Versammlung bei Orbig.— Tapezierer.
Abends ½9 Uhr Versammlung bei Löb(Wien er
Hof). Mitt woch, den 12. Juni. Gießen. Bäcker. Nachmittags ½6 Uhr Versamm⸗ lung bei Löb(Wiener Hof). Samstag, den 15. Juni. Lauterbach. Wahl verein. Abends ½9 Uhr Mitgliederversammlung bei Gastwirt Kaut. Marburg. Arbeiter⸗Gesang⸗Verein„Ein⸗ tracht“. Die Singstunden finden bis auf weiteres nicht mehr Donnerstag, sondern jeden Freitag, Abends ¼9 Uhr ab im Vereinslokale, Restauration D. Jesberg, statt. Alle sangeskundigen Ar beiter sind hierzu freundlichst eingeladen Das Aufnahme⸗ geld beträgt 50 Pfg., der Monatsbeitrag 30 Pfg.
Briefkasten.
Alsfeld und Friedberg. Weiteres nächste Nummer. H. Braubach. Mit den„Nassauern“ in dem Artikel„Die Zufriedenen“ sind natürlich nicht die Bewohner Nassaus gemeint, sondern man versteht darunter bekanntlich Leute, die auf Kosten anderer sich durchzufressen suchen.— Warum unfrankiert? In der Folge müssen wir die Annahme unfrankierter Briefe verweigern. Red.
Schmock in den„N. N.“ Hier! Sie sind ein folcher Virtuos im Lästern, daß Ihnen Ihr Auftrag⸗ geber für Ihre Sonntagsnummer ein Extradouceur schuldlg ist.— Meine Antwort auf Ihre Rüpeleien können Ste in Goethes„Götz von Berlichingen“, 3. Akt, 17. Szene nachlesen. Das ist für Burschen Ihrer Sorte die einzig passende Antwort. K. — ̃ ̃ T......— Aus dem Gießener Standesamts register.
Aufgebotene. 28. Mai: Friedrich Becker Zimmermann in Glauberg mit Susanna Elisabetha Gerlach dahier. 31. Dr. Juljus Meyerhoff, praktischer Arzt dahier mit Margarethe Eisenberg in Göttingen. 3. Juni: Kudolph Hermann Schlegel, Monteur in Dresden mit Elisabeth Pfingst dortselbst. Heinrich Frank, Schreiner in Lollar mit Lina Leib in Staufenberg. Rudolph Karl Bohn, Kaufmann dahier mit Elise Hen⸗ riette Nix in Frankfurt a. M.
Geborene. 25. Mai: Dem Schmied Friedrich Müller eine Tochter. Dem Stationsportier Heinrich Dörr ein Sohn. 26. Dem Mechaniker Karl Habeney ein Sohn. 27. Dem Fuhrmann Heinrich Koch ein Sohn. Dem Kaufmann Karl Pfeiffer ein Sohn. Dem Fuhrmann Johaanes Hoßfeld ein Sohn. Dem Past⸗ boteu Heinrich Dietz eine Tochter. 29. Dem Privat⸗ sekretär Edmund Rotté eine Tochter. Dem Briefträger Hermann Ilgner eine Tochter. Dem Kutscher Heinrich Fiedler ein Sohn. 30. Dem Kaufmann Arthur Schuster eine Tochter. Dem Schuhmacher Johannes Glitsch ein Sohn. 31. Dem Vierbrauer Jakob Schneider eine Tochter. 2. Juni: Dem Schreiner Heinrich Hillgärtner eine Tochter. Dem Sattler Emil Malkomesius ein Sohn. 3. Dem Kutscher Karl Müller ein Sohn. Dem Mecha⸗ niker Georg Goldstein eine Tochter. 4. Dem Geschäfts⸗ führer Ludwig Schmidt eine Tochter. 5. Dem Kauf⸗ mann Heinrich Balser ein Sohn. 6. Dem Hilfsloko⸗ motivführer Wilhelm Berninger ein Sohn
** Stiftungsfest des Arbeiter-Bildungsvereins Heuchelheim Sonntag, den 9. Juni Die Mitglieder der Gewerkschaften, des Sozialdemokratischen Wihlver⸗ eins und des Gesangvereins„Eintracht“ versammeln sich Mittags(1 Uhr auf der Pulvermühle. 1 Uhr Abmarsch nach Heuchel⸗ heim mit Mufik. Zu zahlreicher Beteiligung ladet ein Das Gewerkschaftskartell.


