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Nr. 36.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 5.
ralen in die größte Wut versetzt. Erschwert wurde der Kampf dadurch, daß sich 15 alte Gemeinderäte, darunter auch der bekannte Land⸗ tagsabgeordnete Jöckel und der frühere Beige⸗ ordnete Hyronimus, um die 11 zu vergebenden Sitze bewarben. Es mußten also um zu siegen, 5 dieser Herren überholt werden. Auf allen Seiten wurde fieberhaft gearbeitet. In dem Amtsblatte wurde unser Genosse mit den schönsten Titeln beehrt, während man die übrigen Neu⸗ aufgestellten gar nicht beachtete; auch daß er im hiesigen Versorgungshause groß gezogen worden ist, und erst 30 Jahre alt sei, wurde als Grund angeführt, daß man Busold nicht wählen dürfe. Das Schönste und Gemeinste kam aber im letzten Augenblicke. Einige dieser Herren hatten sich Einsicht in die Personalakten des Genossen Busold verschafft und daraus ersehen, daß er vor 10 Jahren 6 Monate Ge⸗ fängnis wegen Majestätsbeleidigung abgebrummt hat. Dies wurde ausgenutzt. Noch am Sonntag wurden Zettel mit dieser Mitteilung herumge⸗ schickt und am Montag Morgen stand an allen Straßenecken: Busold 6 Monat Gefängnis. Dadurch war die ganze Stadt in der größten Aufregung. Wußte doch fast niemand, warum Gen. Busold diese Strafe hatte. Mancher mag uns dadurch verloren gegangen sein. Unsere Genossen aber arbeiteten, dadurch angespornt, um so eifriger und als um 6 Uhr Abends das Wahllokal geschlossen wurde, da war allerseits die Spannung aufs Höchste gestiegen. Aber noch volle 24 Stunden mußte gewartet werden. Erst am Dienstag Abend kam das Resultat. 10 alte waren wieder, Genosse Busold mit 375 Stimmen neugewählt, 66 hatte er in Fauerbach erhalten, 5 alte nationallibe⸗ rale, darunter Landtagsabgeordneter Jöckel, waren durchgefallen. Bei früheren Wahlen waren 185 Stimmen genügend gewesen um durchzukommen, ein Beweis, wie stark beider⸗ seits gearbeitet wurde. Ueber 70 Prozent hatten abgestimmt.
Eine Glasarbeiter⸗Versamm⸗ lung fand am Sonntag in Büdingen statt. Gen. Vetters sprach über den Nutzen der gewerkschaftlichen Organisation, seine Aus⸗ führungen wurden von den verhältnismäßig zahlreich Erschienenen beifällig aufgenommen.
Aus dem Kreise Wetzlar.
th. Eine sensationelle Nachricht. Der„Wetzl. Anz.“ teilte am Donnerstag in auffälligem Druck mit, daß die Taufe der Tochter des Prinzregenten zu Solms⸗Braunfels stattgefunden und der Kaiser die Pathenstelle übernommen habe ꝛc. Wem fallen bei dieser hochwichtigen Mitteilung nicht die Verse Hoff⸗ manns von Fallersleben ein:
Wie ist doch die Zeitung interessant
Für unser liebes Vaterland!
Was haben wir heute nicht alles vernommen! Die Fürstin ist gestern niedergekommen, Und morgen wird der Herzog kommen, Hier ist der König heimgekommen,
Dort ist der Kaiser durchgekommen,
Bald werden sie alle zusammenkommen— Wie interessant! wie interessant!
Gott segne das liebe Vaterland!
— Unglücksfall. Auf einem zum Hof⸗ gut Hermannstein gehörigen Acker kam ein junger Knecht in die Messer der Mähmaschine, vobei er am Unterschenkel schwer verletzt wurde. Er wurde nach Wetzlar verbracht und dort berbunden.
— Ein Schadenfeuer vernichtete am Dienstag Abend die Scheuer der Witwe Becker in Kröffelbach. Die aufgespeicherten Ernte⸗ torräte waren nicht verstchert. Es gelang, den Brand auf seinen Herd zu beschränken.
Gemeinderatswahlen in Hessen.
Vorigen Freitag fand in Pfungstadt die Gemeinderatswahl unter starker Beteiligung satt. Wie vorauszusehen war, siegte die Liste der als„Bürgerpartei“ geschlossen zusammen⸗ marschierenden Gegner mit 541 bis 587 Stim- nen. Auf die sieben Kandidaten der sozial⸗ demokratischen Partei entfielen 287 bis 354 Stimmen. Unsere Genossen haben sich sehr
tapfer gehalten und wir können mit dem Re⸗
sultat zufrieden sein.— Bei der in Heppen⸗ heim am 27. August vorgenommenen Wahl wurden zwei unserer Genossen, Konr. Bauer mit 348, und A. Guthier mit 362 Stimmen gewählt.
Ein Gemeinderat, wie er sein mu.
Kürzlich fand in Geiß⸗Nidda eine Er⸗ gänzungswahl zum Gemeinderat statt, welche die Wiederwahl zweier bisherigen Gemeinderats⸗ mitglieder ergab. Ein dritter hatte die Wieder⸗ wahl abgelehnt, für ihn mußte also eine Neu⸗ wahl stattfinden. Ueber den Zurückgetretenen sagt der„Niddaer Anzeiger“ in allem Ernste: „Der langjährige Gemeinderat und Kirchenälteste Johannes Ludwig Nagel hatte in Anbetracht seines hohen Alters eine Wiederwahl abgelehnt. Er blickt schon auf eine langjährige, segensreiche Thätigkeit im Dienste der Majorität zu⸗ rück und störte die Einmütigkeit im Orts vorstand niemals durch eine eigne Meinung. Man glaubt, daß er in seinem Ersatzmann einen würdigen und tüchtigen Nach⸗ folger findet.“ Das ist wirklich nicht übel. Gemeinderäte ohne eigene Meinung sind so⸗ nach das Ideal des Niddaer Blattes. Es merkt offenbar nicht, wie es damit dem ehren⸗ werten Gemeinderat Nagel die schlimmsten Dinge nachsagt, ihn als unselbständigen Jasager, Kopfnicker und Drahtpuppe hinstellt.
Aus dem Wahlkreise Marburg⸗ Kirchhain.
St. Marburg, 4. September 1901.
— Das J. Stiftungsfest des hiesigen Arbeiter-Gesangvereins„Eintracht“, welches am vergangenen Samstag abend in den Räumen des Schloßgartens gefeiert wurde, nahm unter zahlreicher Beteiligung der Freunde des Vereins einen recht würdigen und alle Teilnehmer be⸗ friedigenden Verlauf. Die gesanglichen Dar⸗ bietungen, unter Leitung des Herrn Pault jun., wie auch die Solo⸗ und komischen Vor⸗ träge wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Ein zu Besuch hier weilender alter Freund der Vereinsmitglieder hielt eine der Feier des Tages entsprechende Rede, die mit einem kräftig aufge⸗ nommenen dreifachen Hoch auf den Gesangverein „Eintracht“ schloß. Die hiesige Kapelle Pauli, welche die Zuhörer durch den Vertrag ver⸗ schiedener Konzertstücke erfreute, spielte nach Schluß der Abendunterhaltung zum Tanze auf, welcher die Festteilnehmer bis zum andern i in ungetrübtester Stimmung beisammen⸗
ielt.
— Anerkennung. Zwei Arbeiter, dem Schneidemüller Bernhard Wolff und dem Müller Louis Will, wurden seitens des Vor⸗ standes des Verbandes deutscher Müller künst⸗ lerisch ausgeführte Diplome überreicht; dem ersteren für 18 jährige und dem letzteren für 16 jährige ununterbrochene Thätigkeit in der Mühle des Herrn Stöll dahier. Wie mögen sich die Beiden darüber gefreut haben! Wir glauben aber, eine anständige Lohnerhöhung und Verkürzung der übermäßig langen Arbeits⸗ zeit wäre ihnen dienlicher gewesen.
— Schutz vor Schutzleuten? Am Freitag abend voriger Woche wurde gelegent- lich der Feier eines Polterabends, in einem Hause der Barfüßerstraße wie üblich, allerlei Unfug durch Werfen von Töpfen, Flaschen und dergl. verübt. Ein junger Mann, welcher mit mehreren anderen Personen in der Thüre einer benachbarten Wirtschaft stand und dem Treiben mit zusah, wurde, wie die„Hess. Landesztg.“ berichtet, von einem hinzukommen⸗ den Schutzmann aufgefordert, sich zu entfernen. Der junge Mann lein Arbeiter) weigerte sich jedoch, und nun verlangte der Polizist die An⸗ gabe seines Namens; als ersterer auch dies mit der Motipirung, er sei bereit, denselben auf der Wache anzugeben, verweigerte, faßte ihn der Schutzmann nicht gerade sehr sanft am Kragen, der junge Mann erhielt nämlich eine blutende Hautverletzung dabei. Auch unter⸗ wegs hielt er ihn fest und stieß ihn mit dem Knie gegen das Gesäß, auch soll er ihn unter⸗ wegs geschlagen haben. Auf der Wache ange⸗
kommen, soll der Schutzmann den Gehilfen weiter mißhandelt haben, sodaß letzterer einen Bruch erlitt. Mehrere Leute sind bereit, all' dies durch Eid zu erhärten. Die nähere Untersuchung wird wohl klarstellen, ob der bet dem jungen Manu hervorgetretene Bruch auf die erlittenen Mißhandlungen zurückzuführen ist. Verhält sich dies alles wirklich so, dann dürfte der betr. Beamte wohl einer scharfen Strafe gewärtig sein. Es herrscht hier allge⸗ meiner Unwille gegen das„schneidige“ Vorgehen unserer Polizei.
Kleine Mitteilungen.
** Durchbrenner. Der bei den Archi⸗ tekten Beck und Grünewald in Frankfurt be⸗ schäftigte Buchhalter Wendland brannte vorigen Samstag mit 50000 Mk. durch, die er für seine Firma zur Bank bringen sollte. Obwohl verheiratet und Vater dreier Kinder soll sich der Durchbrenner in Gemeinschaft mit einer Frauensperson auf die Flucht begeben haben.
**„Ehrenhandel.“ Zwei Offiziere— der eine ist allerdings nur Reserveleutnant und im Zivil Referendar— prügelten sich am Dienstag in Frankfurt auf offener Straße am helllichten Tage. Der eine in Uniform schlug mit seinem Säbel dem Referendar den Schädel blutig. Eine„Dame“ soll die Ursache des Streites gewesen sein. Es wird nichts davon berichtet, daß die Herren verhaftet worden wären, wie es anderen Messerhelden passiert wäre.
* Familien⸗Tragödie. In Offen⸗ bach erdrosselte die Witwe des Eisenbahn⸗ betriebssekretärs Ullrich ihre 2 Knaben im Alter von 11 und 2¼ Jahren sowie ihre vor wenigen Tagen heimlich geborenen Zwillinge und erhängte sich darauf selbst.
* Hunnenthaten in Deutschland. Gelegentlich der Kirmes in Wahn machten Soldaten mehrerer dort auf dem Schießplatz befindlicher Artillerte⸗Regimenter einen Angriff auf eine Wirtschaft und demolierten diese völlig. Der Sohn des Wirtes schoß in die Angreifer, wobei ein Soldat getödtet und z wei schwer verwundet wurden. Vier Civilisten wurden durch Steinwürfe und Säbelhiebe ver⸗ letzt. Der Sohn des Wirtes stellte sich als⸗ bald dem Gericht.
* Ein Großfeuer im Dorfe Weimar bei Kassel vernichtete 24 Wohnhäuser nebst Nebengebäuden, sowie einen Teil der eingebrachten
Ernte. Eine Frau erlitt erhebliche Brand⸗ wunden. Arbeiterbewegung. — Arbeiter, gedenkt der ausge⸗
sperrten Nordhäuser Tabakarbeiter! Für klassenbewußte Arbetter genießbar sind die Erzeugnisse der Firmen Hendeß u. Schu⸗ mann, Grimm u. Triepel, Walter u. Sevin, Athenstädt u. Bachrodt und Steinhardt u. Hellmundt. Die Fabrik „Saalfeldt und Stein“, die mit den Arbeitern ebenfalls im Kampfe liegt, gehört der Gießener Firma G. Ph. Gail, deren Produkte für denkende Arbeiter ungenießbar sind.
— Der Glasarbeiter⸗General⸗ streik dauert noch fort. Die um ihr
Koalitionsrecht kämpfenden Arbeiter hoffen auf baldigen Sieg, sie werden von allen Seiten Ein Mangel an e
ie
reichlich unterstützt. 0 macht sich bereits allerorts fühlbar. Zahl der Streikenden beträgt 3940.
Versammlungskalender.
Samstag, den 7. September.)
Gießen. Holzarbeiter. Oeffentliche Versammlung
Abends ½7 Uhr bei Löb„Wiener Hof“. Tages⸗
ordnung: Zweck und Nutzen der Organisation. Re⸗
ferent: Kollege Adelung⸗Mainz.— Metall⸗
arbeiter. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig.
Wieseck. Arbeiter⸗-Bildungsverein. Abends
½9 Uhr Versammlung bet B. Wacker. Tages⸗
ordnuug: 1. Bericht über die Landeskouferenz;
2. Aufstellung der Kandidaten zur Gemeinderatswahl. Montag, den 9. September.
Gießen. Schneiderverband. Abends ½9 Uhr
Versammlung bei Orbig.


