Ausgabe 
8.9.1901
 
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Nr. 36.

Mitteldentsche Sonntags⸗Zeitung.

Seite 3.

jährige Generalversammlung der Katholiken. Dabei sind nicht etwa gewählte Delegirte ver⸗ treten, die wie auf unsern Parteitag, die Tagesordnungspunkte erörtern und durch Ab⸗ stimmung erledigen, sondern man läßt ver⸗ schiedene Führer verschiedene Vorträge halten und das übrige Publikum ist dazu da, den nichtendenwollenden Beifall zu spenden, der jedem Redner in reichem Maaße zu teil wird. Neues wurde bei dem ganzen Tamtam nicht vorgebracht; daß das Zentrum für die Wucherzölle eintritt, wußte man vorher.

Krieg in Südafrika.

Ueber die Lage in der Kapkolonie trafen am Anfang der Woche Nachrichten ein, welche bestätigten, daß sich dort die Lage für England sehr verschlechtert hat. Die Erbitterung set im ganzen Lande in über⸗ raschender Weise im Wachsen begriffen. Nicht allein die holländischen Afrikanderkreise, sondern auch die englischen Kolonisten seien sehr verstimmt; die gesamte Kapkolonie biete ein Bild der größten Unordnung. Große Beunruhigung ruft die Thatsache hervor, daß von englischer Seite immer mehr Kaffern und Mischlinge bewaffnet werden, die sich bereits mehrfach gegen die ihrer Waffen beraubten Eingeborenen auflehnten. Die Buren behaupten ihr Operationsfeld zwischen Kapstadt und der Port Elisabeth⸗Bahn und erhalten von allen Seiten ut beträchliche Verstärkungen.

uch die Kaffern werden rebellisch. Aus Bradock(Kapkolonie) wird berichtet, daß in der Umgebung ein Dorf von Gebirgsstämmen angegriffen und geplündert wurde. Die Frauen wurden mißhandelt und vergewaltigt. Die Eingeborenen kehrten alsdann in die Berge zurück, ohne von den Regierungstruppen belästigt zu sein. Diese Mitteilung läßt ja auf recht nette Zustände in der Kapkolonie schließen.

Die deutschen Gewerkschaften im Jahre 1900.

Die deutsche Gewerkschaftsbewegung hat im letzten Jahrzent des verflossenen Jahrhunderts nach kurzem Rückgange einen Aufschwung zu verzeichnen gehabt, den selbst ihre kühnsten Optimisten nicht erwartet hätten. Zu derselben Zeit, als ihre Mitgliederzahl infolge der unauf⸗ hörlichen Schläge der Wirtschaftskrists den Tiefstand erreicht hatte, wurde ihr unter Hinweis auf die fortschreitende Konzentration der Industrie⸗ betriebe ein baldiges Ende prophezeit, und nicht Wenige blickten damals düster in die Zukunft. Aber vom Aufgegebenen gilt das Gleiche, wie vom Totgesagten; sie haben gewöhnlich ein zähes Leben. Auch die deutsche Gewerkschaft⸗ bewegung hat die Krisis bald siegreich über⸗ wunden und kennzeichneten schon die in den letzten vier Jahren veröffentlichten alljährlichen Statistiken der Generalkommisston der Gewerk⸗ schaften stetige Fortschritte, so kann auch die soeben in Nr. 34 des Korrespondenzblattes der Generalkommisstou erschienene Statistik für das Jahr 1900 dieses Gefühl der Befriedigung und des berechtigten Stolzes nur steigern. Hat doch das verflossene Jahr den modernen Gewerk⸗ schaften nicht blos einen neuen Zuwachs von nahezu 100,000 Mitgliedern gebracht, sondern auch ihre finanzielle Leistungsfähigkeit ganz wesentlich verstärkt. Während im Jahre 1899 in 55 auf dem Boden der modernen Arbeiter⸗ bewegung stehenden Zentralverbänden 580,473 Mitglieder organistrt waren, berichtet die neueste Statistik für 1900 von 680,497 Mitgliedern in 58 Organisationen, und seit dem Jahre 1893, das mit 223,530 Gewerk⸗ schaftsmitgliedern den tiefsten Stand aufwies, hat sich die Mitgliederzahl sogar verdreifacht.

Seit dem Jahre 1891 werden regelmäßige Aufnahmen über den Mitgliederstand der Organisationen gemacht. Damals betrug die Zahl der Mitglieder in allen Organisationen nur 287659, wovon sich 10000 in Lokalvereinen befanden.

Erfreulich ist zwar der seit 1898 stetige Zu⸗

wachs an weiblichen Mitgliedern, die sich von 13 481 auf 19 280 und 22 844 ver⸗ mehrten. Indes ist diese Zahl noch immer äußerst gering gegenüber der großen Zahl un⸗ organisierter Arbeiterinnen, und je mehr die weiblichen Arbeitskräfte Eingang in der Indu⸗ strie finden und von ihrer Teilnahme an gewerk⸗ schaftlichen Bestrebungen die Akttonsfähigkeit der Organtsattonen abhängig ist, desto dringender erweist es sich als notwendig, die Arbeiterinnen in stärkerem Verhältnis für die Gewerkschaften zu gewinnen.

Außer den zentralen und lokalen Gewerk⸗ schaften, die sich zur modernen Arbeiterbewegung zählen, giebts noch drei andere Gruppen von Organisationen gewerkschaftlichen Charakters. Die deutschen(Hirsch⸗Dunkerschen) Gewerkvereine zählten im Berichtsjahre 91661 Mitglieder(gegen 86777 im Jahre 1899); ihre Zunahme beträgt nur 5,62 pZt. Die christlichen Gewerkschaften, die zum Entsetzen ihrer bürgerlich⸗geistlichen Begründer und Berater in ihrem Wirken immer gewerk⸗ schaftsähnlicher werden, umfassen nach einer von der Zentralkommission derselben im Juni d. J. veröffentlichten Statistik in 35 Organi⸗ sationen 159770 Mitglieder(gegen 112160 im Vorjahre). Bei dieser Zunahme um 47610 sind aber zwei im vorigen Jahre als unab⸗ hängig gezählte Organisationen mitgerechnet, die zusammen etwa 25000 Mitglieder haben. Die wirkliche Zunahme beträgt also nur zirka 22000. Endlich kommen als letzte Gruppe noch jene unabhängigen Organisationen in Betracht, die mehr oder weniger gewerkschaft⸗ liche Aufgaben haben. Die Generalkommission ermittelte 21 derselben mit 53717 Mitgliedern. Die gesamten Gewerkschaften Deutschlands um⸗ fassen also die folgenden Gruppen:

Prozentverhältnis der Mitglieder⸗

zahlen

18991900

67,25 68,35

17 197

10,04 9,20

Organisationen Mitgliederzahl

1899 1900

Gewerksch. Zentralvb. 580473680427 Lokale Vereine 15946 9860 H.⸗D. Gewerkvereine 86777 91661 Christl. Gewerkschaft. 112160159770 12,97 16,05 Unabhängige Vereine 68994] 53713 7,98 5,39

Jusammen 67350995731 100,0 1000

Sonach sind rund eine Million Arbeiter gewerkschaftlich organisiert.

Von den einzelnen Zentralverbänden hat der Metallarbeiterverband als erster und einziger die Zahl von 100 000 Mitgliedern überschritten, er zählt 100 762 Mitglieder, selbst keine der englischen Unions vermag ihm eine so hohe Mitgliedsziffer zur Seite zu stellen. Ihm folgen die Verbände der Maurer mit 82 964, Holz⸗ arbeiter 73 972, Bergarbeiter 36 420, Textil⸗ arbeiter 34 333, Fabrik⸗ und gewerbliche Hülfs⸗ arbeiter 30 847, Buchdrucker 28 838, Zimmerer 25 272, Schuhmacher 19 288, Tabakarbeiter 18 500, Bauarbeiter 17 901, Handels-, Trans⸗ port⸗ und Verkehrsarbeiter 17 006, Schneider 15 639, Hafenarbeiter 11414, Brauer 11 410, Maler 10 906, Buchbinder 10 447, Steinarbeiter 10 000, Glasarbeiter 7101, Bäcker 4585, Tape⸗ zierer 4437, Steinsetzer 4195, Handschuhmacher 3425, Glaser 2772 ꝛc.

Landes⸗Konferenz der hessischen Bozial⸗ demokratie.

Am Sonntag früh 10 Uhr traten im reichgeschmückten Saale des Arbeiterheims in Offenbach die Vertreter der Sozialdemokraten Hessens zusammen. Es waren 60 Orte durch 94 Delegterte vertreten, außerdem waren sämtliche Mitglieder des Landeskomitees anwesend. Nach⸗ dem von der verbündeten Arbeitergesangvereinen das Lied:Brüder reicht die Hand zum Bunde zum Vor⸗ trag gebracht, und Genosse Heilmann die Delegierten im Namen der Offenbacher Genossen auf's herzlichste begrüßt hatte, wurde zur Bureauwahl geschritten, die als Vorsitzende Ulrich und Och, als Schriftführer Liebmann⸗Mainz und Friedrich-Darmstadt ergab. Hierauf erstattete Abg. Ulrich den Geschäftsbericht des Landeskomitees. Dasselbe habe die ihm von der letzten Landeskonferenz überwiesenen Aufgaben, soweit nur möglich, gelöst. Der Landeskalender sei in 142000 Exemplaren verteilt worden. Die eingegangenen Berichte aus einzelnen Kreisen und Gemeinden bestätigen,

daß der Kalender überall, selbst bei völlig Indifferenten, eine gute Aufnahme gefunden habe. Daß der Zweck des Kalenders erreicht, beweise die zum Ausdruck ge⸗ kommene Wut der Gegner, vornehmlich in der Zentrums⸗ presse. Man mußte zugestehen, daß der Inhalt des Kalenders geschickt abgefaßt sei, versuchte aber, das ver⸗ wandte Zahlenmaterial zu beanstanden und benützte dazu Zahlengruppierungen, die mit den im Kalender wieder⸗ gegebenen überhaupt nichts gemein hatten. Die große Auflage des Kalenders habe der Landeskasse bedeutende Kosten verursacht, und man dürfe nicht vergessen, daß wir auch andere wichtige Aufgaben zu erfüllen hätten. Es müßte darum eiuigermaßen für Deckung der großen Ausgaben gesorgt und dazu die einzelnen Kreise heran⸗ gezogen werden. Nicht leistungsfähtge Kreise seien von dieser Beitragsleistung zu befreien.

Die gewünschte Ausgabe von einheitlichen Mit⸗ gliedsbüchern für die Parteiorganisationen des ganzen Landes könne zum Preise von 10 Pfg. das Stück nun⸗ mehr bewerkstelligt werden. Dieselben seien vom Landes⸗ komitee zu beziehen und im Voraus zu bezahlen. Diese Bücher enthielten die Programme der Gesamtpartei wie das der hessischen Partei und Raum für Quittungs⸗ marken auf die Dauer von 5 Jahren. Es sei der Wunsch geäußert worden, diese einheitlichen Mitgliebs⸗ bücher erst mit 1. Januar 1903 einzuführen, weil in einzelnen Mitgliedschaften noch Vorrat von solchen Büchern sei.

Mit der Ausarbeitung eines Kommunal⸗Pro⸗ gramms kam das Komitee einem weiteren Auftrage der letzten Konferenz nach. Der Entwurf lag einer Konferenz hessischer Gemeinderäte vor, und nunmehr habe die Landeskonferenz darüber zu beschließen. Gewiß sei der Entwurf noch verbesserungsbedürftig; sein Inhalt stelle aber jedenfalls einen bedeutenden Schritt nach vorwärts dar. In Bezug auf Agitation habe das Landeskomitee das Möglichste gethan. Besonders habe die in Worms entfaltete Agitation die Allmacht des Herrn Heyl etwas erschüttert, die Genossen dort mit neuem Mute beseelt. Ferner wurden die Natur a⸗ lisations⸗-Formulare stark verlangt. Hierauf er⸗ stattete der Kassierer Genosse Orb den Kassenbericht. Im letzten Jahre(vom 26. August 1900 bis 25. Aug. 1901) betrugen die Einnahmen Mk. 4570.60, die Aus⸗ gaben Mk. 2947.05, so daß ein Ueberschuß von Mk. 1623.55 verbleibt, von welchem Mk. 1000 bei einem Bankhaus angelegt sind und Mk. 623.55 in Kasse verbleiben. Die meisten Marken setzte Offenbach ab und zwar 50000 Stück; Darmstadt 25000; Mainz 17000, Friedberg 5500; Gießen 5000; Worms 2000 2c. Für Stärkung der Landeskasse müsse unbedingt ge⸗ sorgt werden; oder man müsse von der Herausgabe des Landeskalenders absehen. In der Diskussion spricht sich Busold⸗Friedberg für den Wegfall des Kalenders aus, weil man die Mittel für die Agitation zu den Land⸗ tagswahlen benbrige. Cramer-⸗Darmstadt ist ent⸗ schieden dagegen, weil der Kalender agitatorisch nach⸗ haltig wirke. Die Mittel dafür müßten ganz einfach beschafft werden. Gleicher Ansicht ist Dr. David, der dem Kalender eine wirksamere Agitation beimißt, wie dem gesprochenen Wort. Genossin Tröger-Offenbach ist ebenfalls für Beibehaltung des Kalenders, der auch bei den Frauen Anklang gefunden.

Die Beibehaltung des Kalenders wird mit allen gegen 5 Stimmen beschlossen und die Ausgabe der Landes⸗ Mitgliedsbücher ab 1. Januar beschlossen. Dem Kassterer wird Decharge erteilt.

Ueber den bevorstehenden Parteitag in Lübeck referierte kurz der Abg. Rau⸗Mühtheim. Besonders Bemerkenswertes führte der Referent nicht an; auch schloß sich keine Diskussion an seine Ausführungen. Abg. Cramer⸗Darmstadt sprach dann über die be⸗ vorstehenden Landtagswahlen: Was die hessische Kammer in einer Reihe von Beschlüssen nicht fertig gebracht habe, ein Wahlgesetz nach dem Muster des Reichstagswahlrechtes zu schaffen, habe die Regierung unter dem Ministerium Rothe zugebilligt und gegen alles Erwarten in der Kammer einen solchen Gesetzenwurf eingebracht. Er glaube aber kaum, daß wir bei der nächsten Landtagswahl auf Grund eines neuen Wahl⸗ gesetzes wählen werden. Zu dem Entwurf selbst betont Redner zunächst, daß unsere Partei im Kampfe gegen die Einrichtung der ersten Kammer allein stehe. Wir müßten aber wenigstens die Erweiterung ihrer Nechte bekämpfen. Nach dem Entwurf kann das Wahlrecht erst mit dem erreichten 25. Lebensjahr erlangt werden, wir nüssen fordern, daß die Altersgrenze auf 21 Jahr here etzt werde. Dagegen könne kein stichhaltiger Grund angeführt werden. Unerhört sei es, daß Jeder, der sein Wahlrecht ausüben will, auch drei Jahre an einem Orte in Hessen gewohnt haben muß. Bei einer Reihe von Positionen gehe die Regierung in der Be⸗ schneidung des Wahlrechts weiter als bisher und müsse man hier mit aller Entschiedenheit gegen die Verschlech⸗ terungen auftreten. Als ein Fortschritt sei der einheit⸗ liche Wahltag und die Wahlzeit, sowie die Abgabe der Stimmzettel in einem Kuvert zu bezeichnen. Sollte aber die Zahl der Wahlberechtigten eingeschränkt werden