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Nr. 275
Mitteldeutsche Sonutags⸗Zeitung.
Seite 5.
wirt. Nach dem W. Anz. schlug der junge Bursche heftig mit einem Stocke auf den eine
Sense vor sich hinhaltenden Mann ein, wobei der Angreifer mit dem Arm in die Sense fuhr und sich die Hand fast abschlug. Er wurde in die Gießener Klinik verbracht. Die Richtig⸗ keit dieser Darstellung vorausgesetzt, kann man mit dem Burschen wenig Mitleid empfinden.
Tarifreform auf den Eisenbahnen.
Auf fast sämtlichen deutschen Bahnen gelten vom 4. Juli ab die Rückfahrtkarten 45 Tage. Das ist sicher eine Verbesserung, die hoffentlich durch Verschlechterungen in anderer Beziehung nicht wieder„kompensirt“ wird. In Bezug auf die Verkehrs verhältnisse bleibt bekannt⸗ lich noch viel zu wünschen übrig.
Was man sich alles mit Arbeitern erlaubt.
Angeblich, um seine Arbeiter auf ihre An⸗ hänglichkeit zu prüfen, hat ein Unternehmer, der Korkstopfenfabrikant Wolff in Mainz ein höchst verwerfliches Mittel angewandt. Er suchte im Inseratenteil eines Mainzer Blattes„jur Gründung einer neuen Korkstopfen⸗ fabrik“ Arbeitskräfte und einen Werkmeister. Der bei der Firma beschäftigte Korkschneider Julius Meyer hatte sich in einer Offerte für den Werkmeisterposten gemeldet, worauf er von einem„Spanier“ Namens„Emanuel Serveaz“ in schriftliche Verhandlungen gezogen und bewogen wurde, seinem Prinzipal zu kündigen. Nachdem er gekündigt hatte, schrieb ihm der Spanier, daß er als Werkmeister nicht engagirt werden könne, weil er nach eingezogenen Erkundigungen sich zu diesem Posten nicht eigne. Er erkundigte
sich nun nach dem spanischen Herrn, dieser existirte
aber nicht. Nun wurde durch den Vorstand des Mainzer Holzarbeiterver bandes ermittelt, daß der angebliche Spanier in der Person Wolffs, des Prinzipals des Meyer, zu suchen sei und Wolff gab schließlich seine Doppelrolle zu. Meyer drehte den Spieß um und forderte, da er von Wolff als Werkmeister engagirt sei, die Vertragserfüllung. Wolff lehnte ab, und Meyer klagte beim Gewerbegericht auf Entschädigung im Betrage von Mk. 485. Wolff erklärte in der Verhandlung, daß er mit dem Inseratengesuch nur seine Arbeiter habe prüfen wollen, ob sie nicht„kontraktbrüchig“ würden. Der Gerichts vorsitzende, Sekretär Schäfer, kritisirte das Vorgehen des Wolffs als ein äußerst verwerfliches und bemerkte den Beisitzern, daß gegen Wolff auch ein Strafverfahren wegen Urkundenfälschung eingeleitet sei. Der Kläger der vom Vor⸗ sitzenden des Holzarbeiterverbandes in Mainz, J. B. Weiß vertreten wurde, verglich sich schließlich mit Wolff, der 75 Mk. zahlte.
Aus dem Wahlkreise Marburg⸗ Kirchhain.
St. Marburg, 4. Juli 1901.
— Parteiversammlung. Auf die Samstag Abend bei Jesberg stattfindende Parteiversamm⸗ hung machen wir nochmals aufmerksam. Gen. Vetters wird über:„Die Sozialdemokratie und ihre Gegner“ sprechen. Ferner wird der Vertrauensmann und auch die Kolportagekommission Rechnung ablegen. Zahlreiches Erscheinen ist Pflicht der Genossen.
— Schwurgericht. Am Montag verhandelte das Schwurgericht zunächst gegen den Knecht Hahn aus Holz⸗ burg wegen Urkundenfälschung ꝛc. Er wird zu 4 Mo⸗ naten und einer Woche Gefängnis verurteilt.— Wegen Sittlichkeitsvergehen erhielt der Arbeiter Fischer aus Ockershausen am gleichen Tage 9 Monate Gefängnis. Am Dienstag handelte es sich um ein Verbrechen, mit dem sich sehr oft die Gerichte beschäftigen müssen, das
des Kindes mords, dessen die Margarethe Henseling
bon Oberosphe angeklagt ift. Die unglückliche Verführte wird zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt, die jeder techtlich Denkende eher dem gewissenlosen Verführer ge⸗ gönnt hätte.— Unter großem Andrange des Publikums wird am Donnerstag gegen den Schreiner Krantz aus Marburg wegen Mordes, begangen an seiner Ehefrau, derhandelt. Die Einzelheiten dieser graufigen Affaire, die vor einiger Zeit unsere ganze Einwohnerschaft in Aufregung versetzte, sind noch frisch in Erinnerung. Nach dem Gutachten des psychiatrischen Sachverständigen
st bei dem Angeklagten Geisteskrankheit ausgeschlossen.
Die Anklage lautet nur auf Totschlag: wegen welchen Verbrechens der Angeklagte zu fünf Jahren Gefängnis und Ehrverlust auf die gleiche Dauer verurteilt wird.
Kleine Mitteilungen.
* Liebenswürdige Gattin. Verhaftet wurde in Mainz die Ehefrau des Schneiders Stemm in der Zanggasse. Sie hatte im trunkenen Zustand das Bett, in dem ihr Mann lag, mit Petroleum übergossen und es anzu⸗ zünden versucht.
r Milde Bestrafung für Sittlich⸗ keitsvergehen. Den seit mehreren Jahren in Fürth i. O. amtierenden Amtsrichter Stammler, der in seiner Amtsstube zahl⸗ reiche unzüchtige Handlungen verübt hatte, verurteilte die Disziplinarkammer des Land⸗ gerichts in Darmstadt zu der gelinden Strafe von 200 Mk. Geldstrafe und Verweis. Die Sachverständigen hatten bei dem Manne„krank⸗ hafte Veranlagung“ festgestellt.
** Familientragödie. Vorigen Diens⸗ tag früh stürzte sich in Offenbach die Frau eines Metallarbeiters aus ihrer Mansardenwohnung in der Gr. Hasenbachstraße herab auf das Straßenpflaster, nachdem sie vorher ihr drei⸗ jähriges Kind aus dem Fenster geworfen hatte. Beide erlitten zwar keine sichtbaren äußeren, jedoch schwere innere Verletzungen und wurden nach dem Krankenhause überführt. Die That wurde anscheinend im Zustande momentaner Geistesstörung begangen.
** Eine Automobilwettfahrt von Paris nach Berlin hat diese Woche statt⸗ gefunden und mit dem„Siege“ der Franzosen geendet. Bei dieser Raserei sind eine Anzahl Menschen um's Leben gekommen. Ganz mit Recht erklärte der französische Ministerpräsident in der Kammer, daß er derartigen Unfug nicht mehr gestatten werde.
* Der Leipziger Bankkrach forderte bereits seine Opfer. In seiner Villa in Leipzig⸗ Lindenau erschoß sich der Bankier Krohmann, Chef eines größeren Bank⸗ und Kommissions⸗ geschäftes.— Weiter wird berichtet: Der Pri⸗ vatier Greiner, der seit einem Jahre in Koburg lebt, feuerte in der Erregung über den Verlust bei der Leipziger Bank zwei Schüsse auf seine in der Küche beschäftigte Frau, wodurch diese schwer verletzt wurde, schoß hierauf anf seine erkrankte Tochter und tötete sich dann selbst. Die Stadt ist in Aufregung über das Familien⸗ drama.— Ferner ertränkte sich am Dienstag der Kassenbote der Leipziger Bank. — Das sind Blüten der kapitalistischen „Ordnung“, deren Verteidiger sich in der Ver⸗ unglimpfung des Sozialismus nicht genug thun können.
Arbeiterbewegung.
+ Die Frankfurter Maschinenfabrik vormals Schrader und Rüdiger sperrte ihre sämtlichen Arbeiter aus, weil sich die Schlosser eine Lohnreduktion nicht gefallen lassen wollten. Vor dem Gewerbegericht zerschlugen sich die angebahnten Einigungsverhandlungen, da die Vertreter der Firma es ablehnten, in Gegen⸗ wart der Beamten des Metallarbeiter⸗Verbandes zu verhandeln.
+ Der Streik der Glasarbeiler in Nienburg a. d. W. dauert noch fort. Der Glaskönig Heye besteht darauf, daß die Ar- beiter aus ihrer Organisation austreten sollen, eine Forderung, die ebenso unverschämt als für die Arbeiter unannehmbar ist. Nergeblich war auch die Mühe des Nienburger Bürgermeisters, der die Glasbläser zur Aufnahme der Arbeit unter diesen entwürdigenden Bedingungen zu überreden suchte.— Vielmehr haben nun auch ihre Kollegen in Gerresheim, dem mit dem Nienburger verbundenen Glashüttenwerke den Ausstand mit 440 gegen 21 Stimmen be⸗ schlossen, weil hervorragend thätigen Ver⸗ bandsmitgliedern gekündigt wurde, und das Werk für Nienburg Streikarbeit lieferte.
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Partei-Uachrichten.
Von der Parteipresse. Unser Parteiorgan in Solingen, die„Bergische Arbeiterstimme“, teilt anläßlich ihres einjährigen Bestehens als Tageblatt mit, daß in dieser Zeit ihre Abonnentenzahl um 75 Prozent gestiegen ist. Das bedeutet besonders in Solingen, das jahre⸗ lang unter schwierigen Parteiverhältnissen zu leiden hatte, einen ganz bedeutenden Erfolg. Die Leistung der Solinger Genossen muß uns ein Ansporn sein!—
Die„Münchener Post“ wird vom 1. Juli ab im eigenen Betriebe hergestellt. Sie erscheint täglich min⸗ destens achtseitig und ihren Druck besorgt eine Zwillings⸗ rotationsmaschine neuesten Systems, die im Stande ist, in einer Stunde 13000 sechzehnseitige Exemplare gefalzt zu liefern. Man sieht, überall Fortschritt! Wir erinnern uns noch, als die„M.⸗Pst.“ in einer Auflage von nur einigen hundert Exemplaren erschien.
Versammlungskalender.
Samstag, den 6. Juli. 5
Gießen. Sozialdem. Wahlverein. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig. Tagesordnung: 1. Das Kommunal⸗Programm. 2. Verschiedenes. Brauerverband. Abends ½9 Uhr General⸗ Versammlung bei Thoma.
Wieseck. Arbeiter⸗Gesang⸗Verein. Gesangs⸗ stunde. Vollzähliges Erscheinen wird gewünscht (Uhr und Lokal nicht angegeben. D. Red.)
Marburg. Parteiversammlung. Abends ½9 Uhr im Lokale Jes berg.
Sonntag, den 7. Juli.
Gießen. Bäckerverband. Nachmittags 3 Uhr öffentliche Versammlung bei Löb(Wiener Hof). Ref. Koll. Allmann⸗Hamburg.
Montag, den 8. Juli.
Gießen. Glaserverband. Abends ½9 Uhr Ver⸗ sammlung bei Orbig.
Mittwoch, den 10. Juli.
Gießen. Bäckerverband. Nachmittags 7/15 Uhr Versammlung bei Löb(Wiener Hof).
Freitag, den 12. Juli.
Gießen. Schneiderverband. Abends ½9 Uhr Versammlung bei Orbig. Vortrag des Kollegen Käming aus Stuttgart.
Samstag, den 13. Juli.
Friedberg. Verband der Fabrik- und Hilfs⸗ arbeiter. Abends 8½ ũ Uhr Mitglieder⸗Versamm⸗ lung bei Ihl. Sonntag, den 14. Juli. Ausflug nach Ober-Mörlen. Abmarsch 2 Uhr von Ihl. Nichtmitglieder können teilnehmen.
Briefkasten.
I.⸗Friedberg. Einiges mußte wegen des zu⸗ späten Einganges zurückgestellt werden.
FFC T... Aus dem Gießener Standesamtsregister.
Aufgebotene. 28. Juni: Dr. Carl Gaehtgens prakt. Arzt in Königswalde mit Gertrude Curschmann dahier. 29. Heinrich Gebhardt, Gr. Regierungsassessor mit Käthe Blumenhagen dahier. 2. Juli: Heinrich Ritzel, Kaufmann mit Wilhelmine Otter dahier. Jo⸗ hannes Kramer, Lackirer mit Marie Schilling dahier. 3. Johann Schramm, Architekt dahier mit Dorothea Steiner in Wiesbaden. Karl Kahl, Kaufmann dahier mit Anna Geißler in Lollar. 4. Heinrich Storck, Schlosser mit Elisabethe Wießner dahier.
Eheschließungen. 2. Juli: Rudolf Bohn, Kauf⸗ mann dahier mit Elise Nix in Frankfurt a. M. 3. Jo⸗ hann Diehl, Werkmeister in Ober⸗Schöneweide mit Mar⸗ garethe Vaubel dahier.
Geborene. 24. Juni: Dem Elektromonteur Fried⸗ rich Grunewald e. T. 25. Dem Bäcker Heinrich Müller e. S. 26. Dem Buchdruckereibesitzer Hildebert Klebert e. T. Dem Gr. Kreisbauinspektor Johannes Enders e. S. Dem Bierkutscher Georg Hahn e. T. Dem Fahrkartenausgeber Jakob Fischer e. S. 27. Dem Fa⸗ brikarbeiter Friedrich Spaar e. S. Dem Spengler Karl Herling e. T. Dem Former Friedrich Arnold e. S. 28. Dem Hoboist Heinrich Vomend e. T. Dem Insti⸗ tutsdiener Adolf Müller e. S. Dem Forstassessor Jakob Weber e. S. 29. Dem Taglöhner Karl Horst e. T. Dem Fuhrknecht Johann Rosenbecker e. T. 30. Dem Oekonom Wilhelm Lindenstruth III. e. T. 1. Juli: Dem Former Georg Steinhauer e. S. Dem Draht⸗ flechter Georg Klatyik e. S.
Gestorbene. 28. Juni: Heinrich Magel, 23 Jahre alt, Handlungsgehülfe. 29. Georg Klein, 71 Jahre alt, Privatmann. 1. Juli: Karl Vogel, 2 Monate alt. 3. Katharine Reinhardt, geb. Frank, 23 Jahre alt.
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