Ausgabe 
6.1.1901
 
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Nr. 1.

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Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.

Seite 7

stand der Trunkenheit begangen. Ferner Hatten

von den wegen Körpervorletzung Bestraften 81 Prozent von den wegen Widerstandes gegen dle Staatsanwalt 89 Prozent, von den wegen Hausfriedensbruchs bestraften 94 Prozent ihr Vergehen in angetrunkenem Zustande verübt. 15000 Deutsche kommen jährlich vor den Strafrichter, weil sie in der Trunkenheit sich ir gend welcher Vergehen schuldig gemacht haben!

Die Hälfte aller Verbrechen und drei Viertel der Verbrechen gegen die Person geschehen unter dem Einfluß des Alkohols. Unter den tödtlichen Verunglückungen werden bis an 6 Prozent durch Trunkenheit verursacht. Von den Selbstmorden sind ein Zehntel bis ein Fünftel, in Rußland sogar ein Drittel auf übermäßigen Alkoholge nuß zurückzuführen.

Die durch Alkohol bedingten Erkrankungen treten in den Sommermonaten häufiger auf als im Winter. Die Ursachen sind zweiereli Art. Abgesehen davon, daß das Durstgefühl im Som- mer, zumal bei angestrengter Körperarbeit und an trockenen Tagen an sich schon größer ist als im Winter, verleitet auch die häusigere Gelegen heit zur Geselligkeit zu öfterem und ausgiebi gerem Genuß von Alkohol. Dieser wird aber im Sommer langsamer aus dem Körper ausge schieden als im Winter, weil im Sommer der Stoffwechsel überhaupt langsamer vor sich geht, besonders die Athmungsthätigkeit und die Harn ausscheidung geringer ist als im Winter. Zu- dem ist das Nervonsystem, besonders das Ge hirn, im Frühjahr und em Som wer weniger w. derstandsfähig und daher den Einwirkungen des Alkohols leichter zugänglich. Deshalb ist in den Tropenländern selbst ein mäßiger Alkoholgenuß von viel schädlicheren Folgen begleitet als Un mäßigkeit in kälteren Klimaten. Die Form, in der namentlich zur heißen Jahreszeit der Al kohol genommen wird, ob als Branntwein, Bier oder Wein macht dabei einen geringeren Un⸗ terschied als die Ernährungsbedingungen, unter denen er erfolgt. Der gut genährte Rentier ver trägt mehr als der schlecht genährte Arbeiter. Deshalb ist auf Arbeitsstätten für wohl- schmeckende, billige und erquickende Erfrisch ungsmittel, die frei sind von Alkohol, zu sorgen!

Daß es gerade die um Besserung ihrer Lage kämpfende Arbeit erschaft ist, die in erster Linie den Kampf gegen den Alkoholismus zu führen hat, beweist schon die eine Thatsache, daß gerade dort, wo er am schlimmsten herrscht, auch fort- schrittsseindliche Gesinnung und Charakterlo⸗ sigkeit ihre beste Stätte haben. Die trunksüch⸗ tigsten Bezirke sind auch die Heimath der Sozia listenfresser und Streikbrecher, der unthätigen, keiner Aufklärung zugänglichen Knechtseelen. Mit Hilfe dieser aus dem arbeitenden Volke sich rekrutirenden Gefolgschaft gelingt es der politi schen, wirthschaftlichen und geistigen Reaktion, das Vorwärtsstreben der Aufgeklärten Arbeiter- schast zu hemmen.

Freilich eben weil der Alkoholismus aus den schlechten sozialen Verhältnif en hervorgeht,

läßt er sich nur durch Besserung derselben ver⸗ treiben. Da er aber auch gute soziale Zußände zu schlechten verkehrt, wo er Fuß faßt, muß neben dem allgemeinen politischen und wirth schaftlichen Kampfe noch für die spezielle Auf klärung und Hilfsmittel gegen diese schlimme Volksseuche gesorgt werden. Mit Aufklärung allein jedoch ist es nicht gethan und deshalb können weder religiöse Predigten noch ethische Ermahnungen das geringste ändern, wenn die wirthschaftlichen Verhältnisse den Arbeiter zur Trunksucht geradezu zwingen! (Fortsetzung folgt.)

Gesundheilspflege.

Wie soll man ath men? Mund zu, man athme durch die Nase! Das ist eine Warn⸗ ung beim Beginn der kälteren Tage, die jeder zu beherzigen nöthig hat. Vor allem sollte es nicht versäumt werden, sie den Kindern einzu schärfen, besonders, wenn sie aus der warmen Stube in den Wind hinaustreten. Früh auf dem Gang nach der Schule, wenn der Körper noch von der Bettwärme erfüllt ist, muß diese Vorschrift besonders beachtet werden. Es ist von der Natur weise eingerichtet, daß die kalte Luft erst ihren Weg durch die Nase und Luftröhre zu machen hat, wo die Kälte abgeschwächt wird, daß sie nicht so schneidig in die zarten, heißen Lungen eintritt.

Lesefrüchte.

Theilweise Freiheit bedeutet nur Privilegium und Vorrecht, nichts anderes. Was den Namen Freiheit verdient, ist ein ehrliches, billiges, aus dehnbares und unparteiisches Prinzip. Es ist eine große und ausgebreitete Tugend und nicht

ein gemeines, selbstsüchtiges und unedles Laster.

Es gehört der Masse des Volkes als Antheil und ist nicht das angemaßte Vorrecht irgend einer mächtigen Person oder einer herrschenden Partei. Buckle.

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Leidenschaften der Regierungen zeugen von Schwäche, Leidenschaft n des Volke aber zeug en

von Stärke. Börne.

Humoristisches. Kerker⸗Philosophie. Wie ist doch unsere Zeit prosaisch geworden, sagte der Ge fangene am Sr lvesterabend.Früher rauschten die Jahre dahin ins Meer der, Ewigkeit jetzt werden sie einfach abgesessen. *

*

Verdächtiges Renomm eee. Inhaber eines neuen Bankgeschäfts(zu seinem Kompag⸗ non):Merkwürdig, wie schnell unser Geschäft doch bekannt wird! Heute waren drei Kolpor⸗ teure hier, die mir ein Strafgesetzbuch

berkaufen wollen!

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Medaillen prägen ist nicht schwer, Millionen blechen aber sehr.

n Schuhwaarengeschäft Naolf Beverstein

befindet sich jetzt

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Wirthschafts⸗Ers ffnung.

Zeige hiermit den Genossen von Wieseck und Um⸗ gegend ergebenst an, daß ich unter Heutigem eine Schaulwirthschaft

zum

in Wieseck Ludwigstraße eröffnet habe und bitte um ge⸗ neigten Zuspruch.

Wieseck, 1. Januar 1901.

Winters Anfang.

Nun zieht heran der Winter In weißer Märchenpracht,

Er hüllet die träumende Erde In schimmernde Sternenpracht.

Von Fest zu Festen eilet Der Reiche ohne Ruh',

Dem Armen deckt der Kummer Die müden Augen zu.

Es ziehen süße Träume Wohl in sein hoffendes Herz, Von einem fernen Frühling, Der endet allen Schmerz.

Aerztliche Pharisäer und Schrift⸗ gelehrte

nennt der berühmte Professor Dr. Wislicenus diejenigen, die geneigt sind, alles Neue auf dem Gebiete der Heilkunst, was nicht aus ihrer hohen Weisheit geflossen ist, mit Geringschätzung und zopfigem Gelehrtendünkel zu übersehen. Der Werth des Naurheilverfahrens ist heutzutage ron einem großen Theile der Kulturmenschheit begriffen und aus der früher dicht geschlossenen Kette der ärztlichen Schulwissenschaft treten zahlreiche Jünger zur Naturheilkunde über und werden deren eifrigste Verfechter. Und auf schöne Erfolge blickt diese uralte, aber erst in jüngster Zeit wieder zu neuem Leben erwachte Wissenschaft zurück. Einer der epochemachensten Erfolge bildet die Bekämpfung der Lungen und Halsleiden in ihren Stadien durch den aus dem russischen Knöterich(Polygonum avie) hergestellten Brustthees. Dieser Erfolg ist ein so glänzender, daß ärztliche Kapacitäten sie an⸗ erkannt haben, daß gelehrte Gesellschaften hohe Diplome und Medaillen zuerkannten. Eine Zu⸗ sammenstellung der Gutachten und ungezählter Anertennungen der Wirkung des Knöterich⸗ Brustthees giebt die Broschüre über Brust- und Halsleiden, welche Herr Ernst Weidemann in Liebenburg a. Harz auf Wunsch unentgeltlich versendet. Die lesenswerthe Schrift empfehlen wir allen, welche an Luftröhren-(Bronchial-) Katarrh, Lungenspitzen-Afefktionen, Kehlkopflei⸗ den, Asthma, Athemnoth, Brustbeklemmung, Husten, Heiserkeit, Bluthusten ꝛc. leiden, na⸗ mentlich aber diejenigen, welche den Keim zur Lungenschwindsucht in sich vermuthen.

Um den Patienten den Bezug dieser Pflanze in wirklich echter Form zu ermöglichen, versen⸗ det Herr Ernst Weidemann den Knöterich-Thee in Packeten je 1 Mark. Jedes Packet trägt eine Schutzmarke mit den Buchstaben E. W., so daß sich Jeder vor werthlosen Nachahmungen. schützen kann und wolle man jedes Packet ohne den Namen E. Weidmann zurückweisen. Um im Publikum Vertrauen zu erwecken, haben sich auch Nachahmer gefunden, welche die Weide mannsche Broschüre theilweise abgedruckt ha ben() sund damit ihren angeblich russischen Knöt, rich in den Handel br ingen wollen.

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Hochachtungsvoll

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solange d. Vorrat reicht z. 10 u. 12 Mk.

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