iel gedeih⸗ dustrie und hatzgebiete ige abge⸗ t und 3. r oppel⸗
aten und
christlichen
Haken“ ze Gefahr gung den r Geist⸗ gegen, te, als
„Es ist ewerk⸗ ebracht rorali⸗ rbeiter anderen nan will. umen, so inheit zu „was die trächtigen einem er Moti⸗ as Böses i ja auch in, wenn für jede würde.“ „ die so urtheilen.
ab in rap q. ahelichen n Berich zufolge, die schad⸗ hig Au
eech
9 N
3————————
Nr. 1.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 3.
nicht im stande seien, die ihre Zeit nicht gestoh⸗ len hätten. Außerdem legt sie sich für Er hö h⸗ ung der Altersgrenze der Wahlberech⸗ tigten sowie für deren Seßhaftigkeit in's Zeug, das heißt also, wahlberechtigt soll nur sein, wer jahrelang an einem Orte ansässig ist. Auch dürfen die Abgeordneten Diäten nur für solche Sitzungen erhalten, in denen sie ihre An⸗ wesenheit nachgewiesen haben. Wenn das Letz⸗ tere dem konservativen Blatte so am Herzen liegt, muß man sich wundern, daß es den glei⸗ chen Vorschlag nicht schon längst für den preußischen Landtag gemacht hat. Hier werden die Diäten von 15 Mk. für jeden Tag, auch für die Sonntage und die Sitzungs- ferientage an alle Abgeordneten gezahlt, mö— gen sie in Berlin sein oder nicht, mögen sie den Sitzungen beiwohnen oder nicht. Die„Post“ hätte also die beste Gelegenheit, ihre guten Rathschläge zuerst an ihren eigenen Freunden zu erproben. Davor wird sie sich freilich schwer hüten. Christliche„Toleranz“.
Unser Genosse Göhre, der frühere Pastor, wurde vom Konsistorium der Provinz Branden⸗ burg in einem langen Schreiben aufgefordert, auf die Rechte des geistlichen Standes freiwil⸗ lig zu verzichten. Göhre hat darauf seinen Austritt aus der evangelischen Landeskirche erklärt.
Einen Wahlerfolg
errangen unsere Genossen bei den am vorigen Donnerstag vorgenommenen Stichwahlen in Lippe⸗Detmold. Die sozialdemokrati⸗ schen Kandidaten siegten in drei Wahlkreisen. Sie sind mit erdrückenden Majoritäten gewählt worden. Im ersten Wahlkreise, der von den Städten Detmold, Horn und Lage ge— bildet wird, siegte Genosse Obier mit 673 Stimmen über seinen freisinnigen Gegner, der nur 399 Stimmen erhielt. Im dritten(länd⸗ lichen) Wahlkreise errang Genosse Becker-⸗ Lemgo den Sieg mit 250 Stimmen Majorität. Im siebenten Wahlkreise(ländlich) wurde Ge⸗ nosse Becker-Oerlinghausen mit 1007 gegen 705 sozialliberale Stimmen gewählt. Mag auch der Wahlsieg mit dem Umstande zu verdanken sein, daß eine beträchtliche Zahl bürgerlicher Wähler aus partitularistischen Gründen in der Stichwahl lieber den Sozialdemokraten als den Freisinnigen wählten, so dürfte der Erfolg doch zum größeren Theile dem Fleiße und der rast⸗ losen Thätigkeit unserer lippeschen Genossen zu⸗ zuschreiben sein.
Die am 31. Dezember vorgenommene Stich—⸗ wahl brachte uns noch einen Sieg. Im Kreise Blömberg erhielt Genosse Schmuck mit 961 Stimmen die Mehrheit über seinen „parteilosen“ Gegner, der nur 718 Stimmen bekam. Somit zieht der vierte Sozialdemo⸗ krat in den lippeschen Landtag ein.— Also die Sozialdemotratie denkt einstweilen noch nicht an„Stillstand“, mit dem die Gegner sich immer zu trösten suchen.
Gewerbegerichtswahl in Krefeld.
Bei der kürzlich stattgefundenen Wahl der Beisitzer für die gemischten Berufe zum Gewerbe⸗ gericht in Krefeld siegte die Liste der freien
Gewerkschaften mit 722 Stimmen. Die verbün⸗
dete Koalition, Christliche, Hirsch-Dunckersche Gewerkvereine usw., brachten es nur auf 377 Stimmen.
Sozialdemokratische Kommunalforderungen zur Abhilfe der Wohnungsnoth stellte eine Konferenz sozialdemokratischer Ge⸗ meinde vertreter der Provinz Branden⸗ burg folgende auf:
1) Erwerbung von möglichst umfangreichem Grundbesitz. 2) Aufschließung des Grund— besitzes durch Straßen- und Verkehrsanlagen. 3) Verwendung von Gemeindeterrains zur Errichtung von Häusern mit allen Forde- rungen der Volkswohlfahrt entsprechenden Wohnungen, welche der Bevölkerung, beson— ders der Arbeiterklasse zu Miethspreisen zur Verfügung zu stellen sind, bei denen nur die Verzinsung und Amortisation der aufgewen⸗ deten Kosten in Ansatz gebracht werden. 4) Be⸗ messung der Grundsteuer statt nach dem Nutzungswerth nach dem gemeinen Werth un— ter gleichzeitiger Erhebung eines progressiv abgestuften Zuschlags zu der Differenz zwi⸗ schen dem der Grundsteuer zu Grunde ge—
Werd 1
legten Werthe und dem wirklich erzielten Kauf⸗ preise des Grundstücks. 5) Aufnahme einer Wohnungsstatistik in regelmäßigen Zwischen⸗ räumen. 6) Einrichtung von kommunalen Wohnungsämtern. 7) Anstellung von lommu⸗ nalen Wohnungsinspektoren.
Zur Erleichterung der Durchführung dieser Vorschläge sei von der Gesetzgebung zu fordern:
1) Ersatz des Dreiklassenwahlsystems für die Kommunalwahlen durch das allgemeine gleiche direkte und geheime Wahlrecht. 2) Erweiterung des Zwangsenteignungsrechtes der Gemeinden. 3) Völlige Selbstverwaltung der Gemeinden. 4) Aenderung des 827 des Kommunalabgabengesetzes in der Richtung, daß die Einführung einer wirksamen, die Spekulation in unbebautem Grund und Bo—⸗ den verhindernden Bauplatzsteuer ermöglicht wird.
Der Krieg mit China.
Zu den Frieden sverhandlungen, „die nicht vom Flecke kommen wollen, wird jetzt bericht, China habe die vun den Mächten an⸗ terbreiteten Friedensbedingungen angenommen. Die Regierung stehe im Begriff, die Annahme der angeführten Punkte durch einen Spezralge⸗ sandten nach Peking zu melden und erfucht die Mächte, die militärischen Operationen einzu⸗ stellen.— Nach amerikanischen Meldungen sind aber die Hoffnungen auf einen baldigen Friedensschluß verfrüht. Der chinesische Ge⸗ sandte in Washington, Wutingfang, ist nach einer Reuter⸗Nachricht sehr erstaunt über die Meldung, Lihungtschang und Tsching hätten Befehl erhalten, die in der gemeinsamen Note der Mächte gestellten Bedingungen zu unter⸗ zeichnen. Er neigt der Ansicht zu, die Direk— tive, die der Kaiser gegeben habe, sei die, daß die Bevollmächtigten in freundlicher Weise die einzelnen Artitel des Abkommens mit den Ge— sandten erörtern sollten, um möglichst günstige Bedingungen in genau bestimmten Punkten und in anderen die in dem Telegramm nicht auf⸗ geführt werden, zu erlangen.— Amerika will, wie es scheint, nicht, daß China alle Forder⸗ ungen der Mächte schleunigst anerkenne. Das ewige Hin und Her der Friedensverhandlungen lätzt die ganze Diplomatenkunst im glänzenden Lichte erscheinen!
Ueber die„Fulturarbeit“ der Ver⸗ bündeten schreibt ein amerikanischer Offi⸗ zier unter Anderem: Die ganze Gegend von Peking bis zur Küste in einer Ausdehnung von ungefähr 115 Meilen längs der Straße ist von den Verbündeten verwüstet worden. Jedes Haus ist ausgeplündert und eine große An⸗ zahl derselben ist zerstört worden. Tempel und Paläste, das Haus des Mandarinen wie die Hütte des Bauern— alle sind in gleicher Weise behandelt worden. Zwischen Peking und der Küste bin ich an vielen Dörfern vorbeigezogen, kleine, zusammengedrängte Städte, alle aus⸗ geplündert, still und leer wie die Ruinen von Babylon oder Niniveh. Außer solchen Kulis, die von den Verbündeten ergriffen und unter Bewachung zu arbeiten gezwungen worden sind, nicht ein einziger Eingeborener in einer sonst von menschlichen Wesen wimmelnden Gegend. Das heißt, keine Eingeborenen außerhalb der großen Städte Tientsin und Peking, sie haben vielleicht nur noch ein Sechstel ihrer früheren Bevölkerung. Tau sende sind brutal er⸗ mordet und es sind viel mutwillige Zer⸗ störungen und andere Aus schreitungen gegen wehrlose Leute verübt worden. Ich hoffe und glaube, daß die Angelsachsen we⸗ niger brutal als die anderen gewesen sind, aber sie haben auch ihren Antheil an Beute erhalten. Die Geschichte dieses Krieges gereicht bis jetzt nicht der„höheren Rasse“ oder ihrer Zivili⸗ sation zur Ehre.
Und der Korrepondent der„Frankf. Ztg.“ besuchte eines der zum Theil niedergebrannten Dörfer in der Nähe von Tientsin und schreibt über seine dort gewoddenen Eindrücke u. a. fol⸗ gendes:„Ehe wir das Dorf verließen, betra⸗ ten wir auch eines der weniger verbrannten
Häuser. Es verdankte seine theilweise Rettung wohl dem Umstande, daß es etwas abseits gele⸗ gen war. Der Besitzer öffnete auf unser Klop⸗ fen sofort, grüßte militärisch und sagte:„Ja“, indem er auf einen in der Dunkelheit nicht sofort zu erkennenden hohen Haufen in der Zim⸗ merecke wies. Es waren eine Art Futterrüben und zwei hohe Töpfe mit Reis, die er uns anbot, als das Letzte, was er besaß, denn die große Stabe, die einzig erhaltene, zeigte wohl noch Spuren von Gewaltthätigkeiten an den Wänden, an denen wahrscheinlich Zimmer⸗ schmuck angebracht gewesen war, aber sie enthielt nichts weiter als diese armseligen Nahrungs⸗ mittel, die für den ganzen Winter reichen sollen. Und das bietet uns der Unglückliche ohne Zau⸗ dern an, weil er sich natürlich vor Schlägen fürchtet und sich nicht anders denken kann, als daß ihn aufsuchende Euro⸗ päer auf Raub aus sind! Wir beruhig⸗ ten den armen Teufel durch freundliches Nicken und Lächeln. Aber ich muß gestehen— näher als das Lächeln war mir das Fluchen— und diesmal nicht auf die Chinesen.“
Der Krieg in Südafrika.
Ueber die Auswe isungen von Aus⸗ ländern aus Transvaal klagt ein Bericht, der im„Hamb. Korr.“ erschienen ist. Es heißt darin:
Im großen Ganzen wird mit großer Härte und Grausamkeit verfahren, die sich besonders darin äußert, daß die Leute ohne irgend welche vorherige Warnung verhaftet wer⸗ den, daß ihnen somit keine Gelegenheit gegeben wird, ihre Geschäfte einigermaßen zu ordnen und für Schutz ihres Eigenthums Sorge zu tragen. Oft wird den Leuten weder Zeit noch Gelegenheit gegeben, sich mit ihren Konsuln in Verbindung zu setzen, und damit ist auch die⸗ sen die Möglichkeit genommen, vorstellig zu werden.
Es sind eine ganze Reihe Ausländer aus⸗ gewiesen worden, die sich in keiner Weise an dem Kriege betheiligt haben; andere Nichtkom⸗ battanten sind ausgewiesen worden, unter dem Vorwand, sie hätten Polizeidienste gethan, wäh⸗ rend es den Behörden genau bekannt ist, daß solche Leute unter Zwang seitens der Buren⸗ Regierung handelten. ö 5
Eine neue Schlappe der Engländer wird unterm 31. Dez. gemeldet. Lord Kitchener be⸗ richtete, daß der britische Posten in Hel⸗ vetia in einer starken Stellung an der Bahn von Machadadorp nach Lydenburg von den Bu⸗ ren genommen wurde; dabei sind 50 Engländer gefallen oder verwundet und 200 in Gefangenschaft gerathen. Lord Kitchener meldet weiter, er„folge dem Feinde auf dem Fuße.“ Die Wiederbesetzung von Helvetia werde durch Verstärkungen aus Belfast ausgeführt.
Das zweifelhafte Vergnügen, dem Feinde auf dem Fuße zu folgen, haben sich nunmehr wohl schon alle englischen Heerführer in Süd⸗ afrika geleistet; meist war allerdings der ein⸗ zige Erfolg, daß eine Abtheilung der verfolgen⸗ den Engländern abgekniffen und für einige Zeit dem Dienst„ihrer britischen Majestät“ entzogen wurde. Offenbar haben die Buren mit der Ue⸗ berrumpelung von Helvetia eine glänzende Waf⸗ fenthat vollbracht und den Engländern das Neu⸗ jahrsfest gründlich verdorben.
Die Lage in der Kapkolonie ist wenig ver⸗ ändert. Nach neueren Nachrichten haben zwei weitere Burenkommandos den Oranjefluß über⸗ schritten. Die in die Kapkolonie eingedrungenen Buren zählen nun über 5000 Mann. Das west⸗ liche Kommando hat sich in zwei Abtheilungen getheilt; die eine marschirt über Sutherland nach Malmesbury zu, die andere konzentrirt sich gegen Beaufort West. Bisher konnten die Engländer die Buren in keiner Weise an
ihrem Vordringen hindern.
— ͤ———


