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Nr. 18.
Mitteldentsche Sounntags⸗Zeitung.
Seite 5.
Neulich mußte er uns wieder unser sozialdemo⸗ kratisches Gewissen schärfen. Bekanntlich schoben bürgerliche Blätter die ganze Schuld an dem Aerztestreik der Sozialdemokratie zu, die den Kampf gegen die Aerzte hervorgerufen habe und ihn führe. Nun steht aber fest, daß die Führer auf Seiten des Kassenvor⸗ standes— in diesem Falle kommt es sehr auf die Führer an— keine Sozialdemokraten, sondern konservative c. Kommerzienräte, unzweifelhafte„Ordnungsleute“ waren. Jene Blätter, das Gießener war, wenn wir nicht irren, auch dabei, hatten also wieder einmal schmählich gelogen. Und diese Thatsache wird durch keine Verdrehungskunst aus der Welt geschafft. Aus dem Kreise Friedberg.
o- Friedberg. Vergangenen Sonntag Abend begab sich der Wirt Hertel dahier in den Keller, um Bier anzustecken. Unten ange⸗ kommen, zündete er ein Streichholz an, um Licht zu machen und in demselben Moment erfolgte eine Explosion, wobei sich Genannter im Gesicht und auch sonst am Körper stark verbrannte. Man hatte vorher übersehen, den Gashahn zuzumachen und war dadurch das Gas herausgeströmt. Da Herr Hertel inner⸗ halb kurzer Zeit verschiedentlich in der Familie Unglück hatte, wird er allgemein bedauert.
1. Kratzige Geschichten. Es sind ja recht erbauliche Dinge, die man sich in Fried⸗ berg von dem Kirchenbaumeister Kratz erzählt. Herr Kratz ist einer von denen, die es verstehen, sich selbst zu beweihräuchern. In die ver⸗ schiedensten Kirchenblätter und sonstige Zeitungen hat er Artikel gebracht, in denen er sich selbst anläßlich der Renovierung unserer Stadtkirche ein Loblied singt. Er war es auch, der seiner⸗ zeit eine Anzahl Steinmetzen kurzer Hand ent⸗ ließ und dann, als man an höherer Stelle Neigung zeigte, sie weiter zu beschäftigen, es durchsetzte, daß sie abziehen mußten. Heute muß sich derselbe Herr von den Lehrbuben sagen lassen: In vierzehn Tagen kannst Du gehen. Seit Jahren verfolgt er schon ihm unterstellte Arbeiter mit Angriffen, die wir hier nicht näher bezeichnen wollen, ohne daß es bisher in die Oeffentlichkeit gedrungen wäre. Jetzt, wo sich nichts mehr verheimlichen läßt, jetzt häufen sich die Anklagen derartig, daß man sich nur wundern muß, daß es sich so lange vertuschen ließ. Unbegreiflich ist es aber, daß, nachdem schon die ganze Stadt davon redet, dieser saubere Patron, bis heute, wo wir dies schreiben, noch immer seinen Dienst an der Kirche weiter versieht. Hat vielleicht die Aufsichtsbehörde keine Kenntnis davon? Das möchten wir doch sehr bezweifeln.
Aus Wetzlar.
—h. Unglücksfall. Vorigen Samstag verunglückte ein 18—19 jähriges Mädchen in der Druckerei des„Wetzlarer Anzeiger“ dadurch, daß es beim Putzen der Maschine mit der rechten Hand in die Räder geriet. Dabei wurden ihr dret Finger zerquetscht resp. abgerissen. Die Verunglückte brachte man in die Gießener Klinik. Schutzvorrichtung soll wohl vorhanden sein, doch wäre sie nicht an⸗
ebracht gewesen. Vom Geschäft wird der
aschinenmeister als der Schuldige bezeichnet; er soll in der Aufsicht lässig gewesen sein. Nach den an uns gelangten Mitteilungen muß sich die Maschine während des Putzens im Gange befunden haben, was absolut unzulä ssig ist.— Für das arme Mädchen, das bei dem Riesenlohn von 6 Mk. sicher keine Erspar nisse zurücklegen konnte, wird hoffentlich die als sehr vermögend und auch nobel geltende Firma ausreichend sorgen, verhilft ihr we nigstens zu einer anständigen Rente.
h. Schlecht organisiert sind in Wetzlar neben vielen anderen Berufen auch die Buch⸗ drucker. Die Folgen davon bleiben nicht aus. So ließ die Druckerei Imgart(Wetzl. Nach⸗ richten) einen jungen Buchdrucker aus Leipzig kommen, dem sie 18 Mk. Lohn pro Woche versprach, aber nach 8 Tagen erklärte nur 15 eben zu können. Der einzelne Arbeiter hat mmer den Schaden, wenn er nicht in der Organisatton sich befindet.
Eine Ersatzwahl zum hessischen Landtage sand im Kreise Höchst i. O. statt. Der Bau⸗ assistent Georg Häusel(natlbr.) zin Michel⸗ stadt wurde einstimmig wiedergewählt.
Von den beiden antisemitischen Schwindlern
Kreutz und Krüdecke(siehe Nr. 16 unseres Pen hat das Offenbacher Antisemitenblatt seinen Lesern kein Sterbens wörtchen er— zählt. Wenn es ja einmal vorkommt,— was ja glücklicherweise bei unserer Partei trotz ihren zahlreichen Anhänger sehr selten geschieht— daß irgend ein Vertrauensmann unserer Partei oder ein Gewerkschaftskassterer einige Mark veruntreut, wie schnell sind die teutschen Brüder darüber her und verkünden es der Welt mit großem Geschrei! Wir verurteilen natürlich solche Dinge flets; entschuldigen und verteidigen ste nicht, verheimlichen sie nicht, auch wenn sie unsere Partei angehen. Bei den Antisemiten ist aber in allen Wipfeln Ruh', wenn viel schlimmere Sachen bei ihnen vorkommen.
Die wahrheitsliebenden Autisemiten.
Wegen unseres durchaus wahrheitsgemäßen Berichtes über die antisemitische Versammlung in Hungen werden wir in dem Blatte des Herrn Hirschel in der bei den Antisemiten üb⸗ lichen und gewohnten Weise angepöbelt und uns Un wahrheit, Verleumdung ꝛc. vorgeworfen. Wir hätten nicht das Geringste dagegen einzuwenden, wenn die Leute wirklich etwas zu berichtigen hätten, erklärteu, daß diese oder jene Aus⸗ führung in der Versammlung in einem anderen Sinne gemeint sei, anders verstanden sein wolle. Da hätten wir einfach davon Notiz genommen und die Sache war erledigt. Durch Ver⸗ drehungskunststückchen lassen wir uns aber nicht täuschen und rüpelhafte Schim pfereien können wir nicht als Beweise anerkennen. That⸗ sache ist, daß Herr Hirschel sagte, verständige Arbeiter hätten gegen die Eryöhung der Ge⸗ treidezölle nichts einzuwenden; was im Verein mit den Kommerzienräten über Brodwucher schreie, sei der Abschaum der Bevölkerung. Was will er dagegen nach seinem Blatte gesagt haben? Er bestreitet zunächst wieder, die städtischen Arbeiter als Abschaum der Groß⸗ städte bezeichnet zu haben, er habe erklärt: „mit den Arbeitern wäre in der Getreidezoll⸗ frage eine Verständigung zu erzielen, aber die Großkapitalisten wiegelten mit Hilfe der Sozial⸗ demokraten den Abschaum und Hefensatz der Großstädte auf, sodaß eine Verständigung vor⸗ erst nicht möglich sei.“ Uns zuzumuten, der⸗ artige Taschenspielereien ernst zu nehmen, das ist beinahe unverfroren. Was man unter dem „Abschaum der Großstädte“ verstehen kann und muß, das kümmert sich nicht um Poli⸗ tik, beteiligt sich nicht am Kampfe gegen den Brotwucher; es bildet keine Macht, hat keinen Einfluß. Es ist doch eben die sozialdemokrattsche und zum größten Teil auch die noch anders⸗ denkende Arbeiterschaft, die gegen die Zölle Protest erhebt. Und wenn Hirschel diese nicht verdächtigen wollte, so mußte er die Kreise gen auer bezeichnen, die er mit jenem beleidigenden Ausdruck treffen wollte. Ebenso verhält es sich mit der Aeußerung „Lumpenzeug.“ Hirschel will da nach seinem Blatte gesagt haben, indem er sich gegen den Vorschlag Dr. Davids gewandt habe, daß auch den Nichthessen das Wahlrecht gegeben werden solle,„das gäbe schöne Zustände, wenn Leute, die heute hier und morgen dort ihren Wohn⸗ sitz hätten, mithin gar kein Interesse an dem Gedeihen Hessens hätten, wenn Polacken, Stromer und sonstiges Lum penzeug, das sich gerade einmal in Hessen aufhielten, sofort zum Landtage wählen könnten.“ Daraus könne man nicht folgern, daß Arbeiter gemeint seien! Lächerlich! Laufen denn soviel Stromer, Polacken ꝛc. in Hessen herum, daß sie selbst bei ihrer Wahlbeteiligung merklichen Einfluß ausüben könnten? Hirschel kann sich deshalb nur auf die aus nichthessischen Landesteilen zuziehenden Arbeiter bezogen haben. Daß die Herren Antisemiten den Arveitern das Wahl⸗ recht abschneiden wollen, ging ja auch aus einem
Artikel hervor, der vor nicht langer Zeit in der „Volkswacht“ erschien. Wenn das Blatt sich erdreistet, von Verleumdung zu reden, so ist diese nur auf seiner Seite zu suchen. Hirschels Angriffe auf die Arbeiterschaft sind von derselben Qualität, Gewissenlosigkeit, wie seine Behauptung, daß Offenbacher Fa⸗ brikanten die Sozialdemokratie unterstützten, wofür er nicht den ger ingsten Beweis zu er⸗ bringen vermag.
Aus dem Wahlkreise Marburg⸗ Kirchhain.
St. Marburg, 2 Mai 1901.
— Maifeier. Unter zahlreicher Beteiligung der Genossen von hier und Umgegend, fand am Mittwoch, den 1. Mai, abends im Lokale von D. Jesberg die offizielle Maifeier statt, bei welcher Stadtverordneter Krumm⸗ Gießen die Festrede über die Bedeutung des 1. Mai hielt. Als der Referent eben seine Rede beginnen wollte, kam der überwachende Beamte auf die merkwürdige Idee, die Ent⸗ fernung der Frauen zu verlangen. Genosse Krumm mußte ihn erst auf die gesetzlichen Be⸗ stimmungen aufmerksam machen, die nirgendwo die Anwesenheit der Frauen bei öffentlichen Versammlungen untersagen. Nach diesem Zwischenfall konnte der Referent in seinem Vortrage fortfahren. Seine begeisternden Aus⸗ führnngen fanden fürmischen Beifall. Dem in der Gießener Resolution zum Ausdruck gebrachten Proteste gegen Unterdrückung, Ausbeutung und Hunnentum schloß sich die Versammlung ein⸗ stimmig an.— Am Sonntag, den 5. Mai, findet in deuselben Lokale noch eine Familienfeier statt, welche voraussichtlich einen recht gemütlichen Verlauf nehmen dürfte. Da außer Konzert der Kapelle Pauli auch der A.⸗G.⸗V.„Ein⸗ tracht“ seine Mitwirkung zugesagt hat, so wird es hoffentlich auch bei dieser Veranstaltung an einem zahlreichen Besuche nicht fehlen.
— Gewerkschaftliches. Samstag Abend, den 4. d. M., findet im Lokale von D. Jes⸗ berg eine öffentliche Metallarbeiter⸗Ver⸗ sammlung statt, zu welcher Koll. Marter⸗ steig aus Offenbach das Referat übernommen hat.— Sonntag Nachmittag, den 5. d. M., findet im Geißler'schen Saale eine öffentliche Versammlung aller Bauarbeiter von hier und der Umgegend statt, in welcher sehr wichtige Angelegenheiten derselben erledigt werden sollen. Es ist Pflicht eines jeden Bauarbeiters sowohl wie der Metallarbeiter, die es mit der Ver⸗ besserung ihrer Lebenslage ernst meinen, diese Versammlungen zu besuchen.— Der hiesige Bezirksverein des Verbandes der Deutschen Buchdrucker unternimmt am Sonntag, den 12. Mai, einen Ausflug nach dem romantisch gelegenen Bergstädtchen Biedenkopf. Dort⸗ selbst findet nachmittags die zweite Bezirks⸗ versammlung statt, zu welcher auch die Bieden⸗ köpfer Buchdrucker(speziell die Nichtverbändler) eingeladen werden. Hoffentlich gelingt es dies⸗ mal, dieselben zum Beitritt in die Buchdrucker⸗ Organisation zu bewegen.
— Zwangsin nung. Eine Anzahl hie⸗ siger Konditoren und Pfefferküchler hat beim Regierungspräsidenten in Kassel die Gründung einer Zwangsinnung beantragt.
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Kleine Mitteilungen.
** Ein Großfeuer zerstörte am vorigen Freitag in Windecken ein Wohnhaus und fünf Nebengebäude. Zwei Jungen sollen durch Spielen mit Streichhölzern das Feuer hervor⸗ gerufen haben.
* Bergmannsloos. Durch eine Ex⸗ plosion verunglückten auf der Grube Nord⸗ stern bei Aachen 13 Bergarbeiter. Sieben davon sind bereits gestorben; weitere 3 werden kaum zu retten sein.
Versammlungs⸗Kalender. Samstag, den 4. Mai. Gießen. Holzarbeiter. Abends 9 Uhr Versamm⸗
lung bei Löb„Wiener Hof“.— Metallarbeiter. Abends 9 Uhr Versammlung bei Orbig.
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