Ausgabe 
4.8.1901
 
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N. 31.

Mitteldentsche Sonnutags⸗Zeitung.

Seite 5.

In einer Tasche seines Rockes steckte ein Zettel

folgenden Inhalts: g

Wir kündigen Ihnen hierdurch zum 22. Juni er. die Arbeit in unserer Fabrik. Köln, 11. Mai 1901. Kölnische Baumwollspinnerei und⸗Weberei Aktiengesellschaft. Eugen Langen. Wunnenberg. An den Spulmeister Joseph Schmidding, hier..

Auf diesen Zettel hatte der Erhängte das eine WortMotiv geschrieben. Zweiund⸗ vierzig Jahre lang hatte der Mann im Dienste der Kölner Baumwollspinnerei und Weberei gefrohndet. Bis zum Obermeister hatte er es gebracht. Als er dann alt wurde, degradierte man ihn zum Untermeister, und jetzt erhielt er den Schein mit den wenigen, aber für den verbrauchten Mann inhaltsschweren Worten. Es war für ihn das Todesurteil. Er mußte einem jüngeren, schneidigeren Meister Platz machen.

Aus dem Wahlkreise Marburg⸗ Kirchhain.

St. Abgestürzt. In der Nacht von Freitag auf Samstag voriger Woche stürzte ein be⸗ trunkener Student die über 10 Meter hohe Mauer vom lutherischen Kirchplatz in den Hof des Bambergerschen Hauses. Erst nach längerer Zeit wurde er bemerkt und nach der chirurgischen Klinik verbracht, wo er schwer verletzt darnieder⸗ liegt. Das Gerücht vom Tode desselben be⸗ stätigt sich nicht, vielmehr soll er sich auf dem Wege der Besserung befinden.

In Ockershausen stürzte am Mittwoch nachmittag der Ackermann Konrad Greiff von einem Kirschbaume und mußte, anscheinend schwer verletzt, nach seiner Wohnung verbracht werden, wo sofort ärztliche Hilfe in Anspruch genommen wurde.

Der Bürgerverein beschäftigte sich in einer am Montag abend stattgefundenen Versammlung mit den kürzlich auch von uns behandelten brennenden Fragen der Einführung der elektrischen Beleuchtung, Pferdebahn, Schul⸗ hausneubau usw. Besonders über letzteren Punkt entspann sich eine lebhafte Debatte, welche mit der Annahme einer Resolution zu Gunsten des Schulhausneubaues auf dem städt. Platz neben der Oberrealschule endigte. Die meisten der Anwesenden enthielten sich jedoch der Ab stimmung. Unsere nächste Parteiversammlung wird sich ebenfalls mit diesen wichtigen Lokal⸗ fragen beschäftigen und hat sich ein älterer hiesiger Parteigenosse bereit erklärt, das Referat über diesen Punkt zu übernehmen. Die Ver⸗ sammlung verspricht deshalb recht interessant zu werden.

R. Gewerkschaftsfest. Am Sonntag den 28. Juli fand das diesjährige Sommerfest der Gewerkschaften im RestaurantSchloßgarten statt. Die Kapelle Pauli, welche schon von Nachmittags 3 Uhr an konzertierte, erntete für die einzelnen Solostücke reichen Beifall. Als⸗ dann fand die Kinderpolonaise statt, bei der jedes Kind doppelt beschenkt wurde. Preis⸗ kegein für Herren und Damen und Gesangs⸗ vorträge vom Arbeiter Gesang⸗VereinEin⸗ tracht boten den Festteilnehmern weitere Unter⸗ haltung. Von 9 Uhr ab begann der Tanz. Hätte der Besuch nachmittags etwas besser sein können, so war abends der Saal überfüllt. Genosse Haberland hielt hier die Festrede, welche mit stürmischem Beifall aufgenommen wurde. Der Gesangverein trug hierauf noch einige Lieder vor und so verlief das Fest in schönster Weise bis gegen Morgen 3 Uhr, wo einige Ockershauser Burschen von der Marbach kommend, im Saale Streit anfingen. Den Leuten wurde natürlich in geeigneter Weise klar gemacht, daß man sich auf einem Arbeiter⸗ feste anständig zu benehmen hat. 8

Der Arbeiter-Gesang⸗Verein Eintracht feiert am Samstag den 3 August im Restaurant Schloßgarten sein I. Stiftungsfest.

Schwerer Unfall einer Arbeiterin. Die Metallwarenfabrik von Gebr. Seidel hatte eine neue Stanzmaschine in Betrieb gesetzt, zu deren Bedienung nicht der Mann, der vorher

die Arbeit mit der Hand gemacht hatte, sondern ein 16 jähriges Mädchen eingestellt wurde. Als die Arbeiterin die Maschine 14 Tage lang bedient hatte, erklärte es seinen Vorgesetzten, daß sie die Arbeit an der Maschine nicht ver⸗ richten könne, da sie es nicht gelernt habe. Wenn Du es nicht kannst, dann mußt Du es lernen gab ihr Herr Seidel zur Antwort. Und so mußte sie wohl oder übel für 1,20 Mk weiter arbeiten. Dieser Tage kam sie nun bei der Arbeit mit der Hand der Stanze zu nahe, geriet in die Maschine, die ihr drei Finger abquetschte, so daß sie sofort in die Klinik gebracht werden mußte. Die hies.Oberhss. Ztg. giebt, wie das gewöhnlich von den bürger lichen Zeitungen geschieht der Unachtsamkeit des Mädchens die Schuld. Gehört aber ein so junges Mädchen an eine derartig gefährliche Maschine? Allerdings, wenn Männer daran gestellt worden, würden paar Pfennige mehr Lohn gezahlt werden müssen. Deshalb behilft sich die Firma mit Arbeiterinnen, von denen sich einige in sehr jugendlichen Alter befinden. Den dort beschäftigten Arbeitern raten wir: schließt Euch dem Verbande an, damit Mißstände beseitigt werden!

Kleine Mitteilungen.

** Neue Bahnstrecke. Die Teilstrecke Weidenhausen⸗Hartenrod der Nebenbahn Niederwalgern-Herborn wurde diese Woche eröffnet. Später soll die Bahn bis Herborn weiter geführt werden.

* Unser Frankfurter Parteiorgan berichtet, daß sein zweiter Expedient Zappay mit 350 Mk. spurlos verschwunden ist. Anzeige wurde sofort erstattet.

** Ein schwerer Bauunfall ereignete sich am Samstag in Frankfurt an einem Neubau in der Taunusanlage. Beim Hinauf⸗ winden einer schweren Sandsteinplatte versagte die Bremsvorrichtung des Aufzuges, infolge dessen stürzte die Platte herab, durchschlug einen Balkon, blieb aber darauf liegen. Durch die herabfallenden Steine wurde ein Arbeiter ge⸗ tötet, ein anderer schwer, drei leichter verletzt.

k Vom Blitz erschlagen wurde am Dienstag der Eisenbahnarbeiter Sorg auf dem Bahnhofe in Schweinsberg.

** Von einer Lokomotive über⸗ fahren wurde am Donnerstag voriger Woche bei Nassau der Oberpostassistent Hensing aus Frankfurt. Es liegt Selbstmord vor, welchen der Unglückliche wegen einer unheil⸗ baren Krankheit ausgeführt haben soll.

* Ein Großfeuer äscherte am Montag Nacht das Sägewerk von Schwertfeger in Griesheim bei Frankfurt vollständig ein.

** Blutvergiftungen durch Insek⸗ tenstiche wurden in letzter Zeit wieder mehr fach gemeldet. So starb in einem Hanauer Krankenhause der 16 jährige Lehrling Heck von Rüdigheim infolge eines Fliegenstiches nach tagelangen qualvollen Schmerzen. Ueber einen ähnlichen Fall, der ein junges Mädchen betraf, wird aus Harburg berichtet. Die schäd⸗ lichen Folgen der Insektenstiche kann man ver⸗ hüten, indem man die Wunde mit Salmiakgeist oder auch mit guter Kernseife einreibt. Bei jetziger heißer Witterung sollte man immer eins der beiden Mittel bei seinen Ausflügen ꝛc. mitführen.

Partei-Nachrichten.

* Sein fünfundzwanzigjähriges Jubiläum als Geschäftsleiter der Hamburger Parteidruckerei Auer& Ko. feierte am 27. Juli der Gen. R. Bérard in Hamburg. Seinem Fleiße, seiner Umsicht und Ge⸗ wissenhaftigkeit ist es hauptsächlich mit zu danken, daß das Geschäft nicht nur die Stürme des Sozialistengesetzes überdauerte, sondern sich auch weiter in der erfreulichsten Weise entwickelte. Die Hamburger Genossen ehrten den Jubilar, indem sie zur Feier des Tages eine kleine Festivität abhielten.

* Im Wahlkreise Potsdam⸗Osthavelland wurde Rechtsanwalt Dr. Karl Liebknecht, ein Sohn unseres verstorbenenAlten als Reichstagskandidat aufgestellt.

Sozialdemokratischer Wahlverein Gießen⸗Grünberg⸗Nidda.

Sonntag, den 11. August ds. Is., nachm. 1 Uhr:

Kireiskonferenz in Gießen, im Lokale von Orbig, Rittergasse 17.

Tages⸗Ord nung: 1. Geschäfts⸗ und Kassenbericht; Vorstandswahl. 2. Organisations⸗Entwurf des Landeskomitees. 3. Parteitag in Lübeck.

Alle Orte im Kreise werden ersucht, sich an der Konferenz zu beteiligen. Jeder Delegierte muß mit einem Mandat versehen sein; Formulare sind bei A. Bock, Gießen, Dammstraße 22 II erhältlich.

Der Vorstand des Kreiswahlvereins.

Versammlungskalender.

Samstag, den 3. August.

Gießen. Sozialdem. Wahlverein. Abends 9 Uhr General⸗Versammlung bei Orbig. T.⸗O.: 1. Rech⸗ nungsablage; 2. Vorstandswahl; 3. Stellungnahme zur Kreiskonferenz.

Montag, den 5. August.

Gießen. Glaserverband. Abends 9 Uhr Ver⸗ sammlung bei Orbig. Tapeziererverband. Abends ½9 Uhr Versammlung bei b(Wiener Hof).

Dienstag, den 6. August.

Gießen. Gewerkschaftskartell. Abends 9 Uhr Sitzung bei Orbig.

Samstag, den 10. August.

Marburg. Holzarbeiter. Abends 9 Uhr Mit⸗ glieder⸗Versammlung bei Müller, Hirschberg 12. Metallarbeiter. Mitglieder⸗Versammlung bei Jesberg, Wehrdaerweg.

Briefkasten.

Friedberg, Marburg und Wetzlar. Einiges mußte zurückgestellt werden. Red.

Aus dem Gießener Standesamtsregister.

Aufgebotene. 28. Juli: Otto Eifenberg, Dr. med., in Schweinsberg mit Lilt Baumann in Forsthaus Strup¾hach b. Königsberg. 30. Wilhelm Richter, Küchenchef in Koblenz mit Bertha Friedrich in Töpen. 1. August, Jakob Müller, Wegenwärter auf Nicolausstollen b. Oberscheld. 1. Wilhelm Feiser, Kaufmann in Unterliederbach mit Anna Senßfelder dahier.

Eheschließ ungen. 27. Juli: Azust Keamer Lackirer, mit Marie Schillig dahier.

Geborene. 22. Juli: Dem Taglöhner Balthaser Jung e. T. 23. Dem Brauereidirektor Anton Von⸗ hausen e. T. Dem Maurer Heinrich Müller e. T. Dem Friseur Georg Lotz e. T. Dem Kaufmann Karl Koch e. S. 25. Dem Briefträger Karl Rück e. T. Dem Cigarrenfabrikant Guido Günther e. T. 26. Dem Kulturtechniker Karl Buhl e. S. Dem Taglöhner Jo⸗ hannes Hahn e. T. Dem Gerber Ludwig Mühlhause e. S. Dem Arbeiter Philipp Reuschling e. T. 27. Dem Dreher August Stürtz e. S. Dem Schreiner Wilhelm Walter e. T. Dem Taglöhner Heinrich Schneider XIII. e. T. 30. Dem Bahnarbeiter Georg Horst e. T. 31. Dem Schreiner Johannes Vogel II. e. S.

Gestorbene. 28. Juli: Ottilie Zörb, 10 Mte. alt. 29. Heinrich Fleischer, 47 Jahre alt, Taglöhner dahier. 31. Haus Böttger, 1 Mt. alt.

Auf Genossen werbt Abonnenten für die Mitteldeutsehe Sonntagszeitung

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Arbeiterbewegung.

T Generalstreik der Glasarbeiter. Mit dem 27. Juli lief die Kündigungsfrist der Flaschenmacher ab, und es besinden sich von diesem Tage an etwa 6000 Flaschenmacher im Ausstande. Reichstagsabgeordneter Horn rich⸗ tete vorige Woche ein Schreiben an die Glas⸗ hüttenbesitzer, in dem er am Verhandlung zwecks Anbahnung einer Verständigung ersuchte. Die Unternehmer haben aber darauf gar nicht geantwortet, infolgedessen ist der Kampf in allen Flaschenfabriken Deutschlands mit wenigen Ausnahmen entbrannt.

In Flensburg legten am Samstag sämt⸗ liche Arbeiter der Glasfabrik die Arbeit nieder. In Dresden und Döhlen traten etwa 700