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n Nr. 5.
Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung.
Seite 3.
konservative Gamp hielt eine längere Rede. Herr Gamp ist durchaus würdig, der Partei der Herren v. Stumm und Kardorff anzugehören. Immerhin ver⸗ steht er es, eine Kleinigkeit geschickter zu debattieren, als diese beiden, womit natürlich nicht gesagt sein soll, daß seine Rede nicht von Plattheiten aller Art wimmelte. Er sprach über das Glück der Landarbeiter, über die angeblichen Briefdiebstähle, über Konsumvereine, welche nach seiner Behauptung schlechte Löhne zahlten, über die schwere„Belastung“ der Unternehmer usw. Zuletzt zeichnete er sein Ideal allgemeiner Reichsversorgung: Unternehmer und Arbeiter unter Leitung von Staatsbeamten gemeinsam organisiert.) Selbst⸗ redend fehlte auch nicht das hohe Lied vom Nutzen des Centralverbandes der Industriellen. Ihm antwortete Genosse Ledebour, der seine Jungfernrede hielt. Er befaßte sich aber nicht nur mit Gamp's Ausführungen; er führte auch des Grafen Posadowsky Lobgesang auf die monarchische Staatsform durch den einfachen Hinweis auf die republikanische Verfassung der Hansastädte zurück. Den Freisinnigen und dem Zentrum hielt er ihre in⸗ konsequente und schwächliche Haltung gegenüber der 12000 Mark-⸗Affaire vor. Nach einer herzlich unbe⸗ deutenden Rede des Fürsten Bismarck, des Sohnes der„alten Raketen kiste“ über die sinkende Grundrente der Landwirtschaft beleuchtete Genosse Molkenbuhr in einer längeren Rede nochmals das reichhaltige Sün⸗ denregister der Sozialpolitik des Reiches und Preußens, worauf Graf Posadowsky ziemlich matt antwortete.— Samstag wurde die Debatte mit einer Kapuzinade des Kaplans Hitze eröffnet, auf die Stadthagen antwortete und nachwies, daß die Unternehmerorgani⸗ sationen sortdauernd und gewerbsmäßig die Gesetze in allergröbster Weise übertreten. Dann bestieg Stöcker die Tribüne, und ödete das Haus mit einer verfrühten Sonntagspredigt an. Selbstredend hielt es Herr Stöcker für notwendig, seine von Fanatismus, Beschimpfungen, Entstellungen und Verdrehungen träufelnde Rede mit allerlet sozialreformerischem Krimskrams auszustatten, womit er indessen nicht einmal einen Hund, geschweige denn einen lebendigen Arbeiter mehr hinter dem Ofen hervorlockt. Genosse Reiß haus gab dem entlassenen Hofprediger die gebührend derbe Antwort und schilderte dann eindringlich und eingehend das furchtbare Elend der Zündholz- und Spielwarenindustrie in Meiningen, demgegenüber die offizielle Sozialpolitik sich in ihrer ganzen hilflosen Unfähigkeit offenbart. Der Agrarier Oertel behandelte mit breiter Ausführlichkeit die aller⸗ abgestandensten Sachen. Nebenbei erzählte er das Mär⸗ chen, daß die Konservativen für die Koalitionsfreiheit seien. Zum Schluß kam dann noch das bis zum Ekel abgeleierte Lied, daß die Sozialdemokraten sich durch ihren Republikanismus außerhalb der Verfassung stellten. Wir haben noch nie gehört, daß sich Herr Oertel und seine konservativen Freunde gegen die rebellischen franzö⸗ sischen Monarchisten wenden. Dann ergriff der Direktor der deutschen Bank, der Freisinnige Dr. Siemens das Wort. Der von den Agrariern wütend gehaßte Mann wurde oft durch tierisches Gehcul der Rechten unterbrochen. In einer humorvollen, aber trotzdem bisweilen einer großen Schärfe nicht entbehrenden Rede hielt Dr. v. Sie⸗ mens den Raubpolitikern dort auf der rechten Seite ihr überreichliches Sündenregister vor. Mit spielender Leich⸗ tigkeit blies er das schöne Kartenhäuschen um, das die Agrarier zur Bethörung der Kleinbauern aufgebaut haben. Die Zollerhöhung, sagte er mit vollem Recht, wird von den Konsumenten getragen, darin sind sich Wissenschaft und Praxis einig. Ebenso bestätigte er durchaus, was Molkenbuhr über die Belastung des Arbeiterbudgets durch den Getreidezoll gesagt hatte. Unter wüstem Lärm der Rechten führte er aus, daß nur die Großgrundbesitzer und nicht auch die Kleinbauern von den Getreidezöllen Nutzen haben und der hohe Ge⸗ treidepreis eine dem Lande zu Gunsten einer kleinen Klasse auferlegte Steuer ist.
Auch am Montag verweilte das Haus noch bei dem Titel: Gehalt des Staatssekretärs. Als erster Redner widerlegte Abg. Fischbeckefr.), der über gute statistische Kenntnisse verfügt, schlagend die Ausführungen Bismarcks, der am Samstag für den Brotwucher eingetreten war. Die Junker krakehlten; ihre Unruhe stieg noch bei den Ausführungen des Freisinnigen Stein⸗ hauer, der als nicht agrarischer Land⸗ wirt und Vertreter der kleinen Grundbe⸗ sitzer den Bündlern besonders verhaßt ist.— Dann versuchte Hilbeck die Kohlenbarone gegen die wuchtigen Angriffe zu verteidigen, die Sachse gegen sie gerichtet hatte.
Den Höhepunkt des Tages bildete die Rede Singers, der über die Herren Oertel und namentlich Stöcker ein Strafgericht abhielt, wie es der Reichstag selten erlebt hat. Dem ab⸗ getakelten Hofprediger wurde der Scheiterhaufen⸗ brief derart unter die Nase gerieben, daß dem Pfäfflein Hören und Sehen und namentlich auch
die Lust zur Antwort verging. Vicepräsident v. Frege suchte krampfhaft nach der Gelegen⸗ heit zu einem Ordnungs ruf; endlich fand er eine solche, als Singer sich am Schluß seiner Rede gegen die Brotwucherpolitik wandte und dabei den preußischen Landtag treffend als die Karikatur einer Volksvertretung be⸗ zeichnete.
Auch bei der Diskussion am Dienstag herrschte die Agrar- und zollpolitische Frage vor. Her⸗ bert Bismarck kramte seine geringen ökono— mischen Kenntnisse aus. Er schloß mit dem inhaltschweren Worte, das die Haltlosigkeit des Ausdrucks„Brotwucher“ beweisen sollte:„Gro ß⸗ grundbesitzer sind keine Bäcker“. Die Herren Bäckermeister, der Konservativen liebe Schützlinge, werden von dieser ihrer indirekten Bezeichnung als Brotwucherer ja recht erbaut sein. Gegen den Sohn seines Vaters wandte sich geschickt der Freisinnige Pachnicke, worauf Knuten⸗Oer tel die Soz'aldemokratie zum sound⸗ sovielten Male vernichtete. Dann hielt Genosse Bebel noch eine große Rede, mit der die zwölf⸗ tägige Redeschlacht einen hochdramatischen Ab— schluß fand. In glänzendem Waffengange streckte Bebel die Herren vom Tucker⸗Briefe, Stöcker und Dr. Arendt, in den Staub. Herr Oertel wurde nicht vergessen und bekam für die albernen Klatschgeschichten, die er vorge⸗ tragen, seine Hiebe weg. Mit den frechen Brotwucherern wurde ebenso gründlich abge⸗ rechnet, wie mit dem wahrheitsliebenden Pfaffen Stöcker, dem der Vicepräsident v. Frege mit einem Bebel erteilten Ordnungsrufe nachträg⸗ lich zur Hilfe kam. Damit schloß die Debatte, Pasadowskys Gehalt wurde bewilligt.
Krieg in Südafrika.
Die Gefangennahme Lord Kitcheners durch die Buren ist bisher nicht bestätigt. Da⸗ gegen läuft die Meldung ein, daß es um ein Haar geschehen wäre. Und zwar ist der eng⸗ lische Oberbefehlshaber zum zweiten Mal um Haaresbreite dem kläglichen Geschick entgangen, als Gefangener in die Hände der Buren zu fallen und von ihnen im engen Eisenbahnwagen wie eine Ratte in der Falle unschädlich gemacht zu werden. Schon vor etwa 5 Monaten passterte es ihm, daß er persönlich auf einem gewöhn⸗ lichen Truppentransportzuge südwärts eilte, dabei aber von der Nacht überrascht und des⸗ halb gezwungen wurde, für einige Stunden den Zug auf freiem Felde halten zu lassen und sich in seinem Abteil zur Ruhe zu legen. Damals griffen die Buren mit solcher Uebermacht an, daß die den Zug und ihren englischen General bewachenden englischen Soldaten nicht viel aus⸗ richten konnten, sodaß Kitchener gezwungen war, sich auf das erste beste Pferd zu werfen und in sausendem Galopp dorthin zurückzureiten, von wo er gekommen war. Zum Glück— für ihn— wurde er auf diesem„Rückzuge“ von einer durch das scharfe Gewehrfeuer her⸗ beigerufenen Abteilung englischer Kavallerie aufgenommen und sah sich somit bald in Sicher⸗ heit.— Jetzt hat, wie vor einigen Tagen ge⸗ meldet, der Herr Oberbefehlshaber wieder ein⸗ mal mit einer Anzahl von Truppen einen Zug bestiegen, um persönlich eine Rekognoszierung in der Richtung auf Middelburg vorzunehmen. Vorsichtigerweise hatte man aber eine Pilot⸗ Lokomotive als Avantgarde vorausgeschickt, und diese wurde denn auch prompt in der Nähe von Balmoral durch eine von den Buren auf der Strecke angebrachte kleine Dynamitmine von den Schienen geschleudert, wodurch der nach⸗ kommende Zug gewarnt war. Die Buren er⸗ öffneten zwar ein lebhaftes Feuer auf den Zug und auf die englischen Soldaten, waren aber nicht stark genug, es mit der Uebermacht auf die Dauer aufzunehmen, und mußten sich all⸗ mählich zurückziehen, aber ohne daß es anderer⸗ seits den Engländern trotz ihrer größeren Anzahl und trotz der persönlichen Führung ihres ober⸗ sten Feldherrn möglich gewesen wäre, eine Ver⸗ folgung aufzunehmen oder den Buren irgend— welchen Schaden zuzufügen.
Wie aus dem Haag gemeldet wird, soll Präsident Krüger jetzt durch französische
Vermittlung regelmäßige direkte Telegramme über die Vorgänge auf dem Kriegsschauplatz erhalten. Hiernach sei für die nächsten Tage ein allgemeiner Vorstoß unter Delarxey na ch Natal zu erwarten, während Botha die Delagoa⸗Linie weiterhin als Operotionsfeld beibehalten werde. In allerkürzester Zeit wür den die Buren in sämmtliche britische Koloniegebiete Südafrikas eingedrungen sein.
Krieg mit China.
Auf der Boxerjagd. Wie„Boxerjagden“ zu Stande kommen, darüber berichtet der China⸗ korrespondent der„Frankf.-Ztg.“ auf Grund von Mitteilungen beteiligter Offiziere. In der Nähe eines großen chinesischen Dorfes am Peiho, zwischen Tonku und Tientsin, hörte eines Nachts der russische Posten Getümmel. In der An⸗ nahme, daß es sich um den Angriff von Boxern handelte, alamierte er die Feldwache nach Tient⸗ sin und Tonku. Alsbald wurde berichtet, daß starke Boxerhaufen die Bahn angriffen. Eine Kompagnie Russen schloß das Dorf ein und schob langsam Patrouillen vor. Auf diese Patrouillen fielen einige Schüsse, die drei Russen leicht verletzten. Natürlich ging man nun zum Angriff vor, fand aber nicht nur keinen einzigen Boxer, oder auch nur den geringsten Wider⸗ stand, sondern nur eine verzweifelte Bevölkerung, und es stellte sich heraus, daß das Feuer auf die Russen von Dschunken auf dem Peiho her⸗ rührte, deren mititärische Begleitmannschaften in den Russen Boxer entdeckt zu haben glaubten. Die Sache war zu Gunsten der Dorfbewohner so gründlich klar, daß selbst die Russen, die gewiß keinen Chinesen schonen, wenn sie ihm mit einem Schimmer von Recht eiwas anhaben können, das Dorf und seine Einwohner in Frieden zurückließen. Die Nachforschungen, die man darüber anstellte, weshalb in dem Dorfe ein solcher Tumult geherrscht habe, ergaben folgenden traurigen und für unsere zipili⸗ sierten Armeentiefbeschämenden That⸗ bestand. Seit einiger Zeit war es bei ein⸗ zelnen militärischen Begleitmannschaf⸗ ten Mode geworden, sich mit einer oder der anderen Dschunke in der Dunkelheit mög⸗ lichst vom Transport zu trennen— ein Fall, der leicht genug vorkommen konnte— in die Dörfer einzudringen und dort Chinesen⸗ frauen und Mädchen durch Ueberredung und Gewalt sich willfährig zu machen. Gegen derartige Wüstlinge hatten sich Chinesen nach ihrer Art mit lautem See M statt mit ordentlichen Waffen zur Wehre ge⸗ setzt, und dieses Geschrei war von dem russischen Posten gehört und in einen Boxerangriff über⸗ setzt worden.
Rechtssprechung. Streikbrecherbedrohung. Was als solche alles angesehen wird, zeigt ein Gerichts⸗ urteil gegen den Arbeiter Schropp vor dem Landgericht in Göttingen. Das Vergehen war darin gefunden worden, daß er auf die Frage, wie er sich zum Streik in der Gärtner⸗ schen Eisengießerei zu verhalten habe, einem Arbeiter, der Mitglied des Fabrikßilfsarbeiter⸗
verbandes war, geantwortet hat:
„Dem Statut nach muß ich Dich streichen, wenn Du arbeitest. Wenn Du nicht arbeitest, zahle ich Dir Reiseunterstützung. Du bist ja aber selber alt und vernünftig genug, um zu wissen, was Du zu thun hast.“) 5
Aus diesen Worten folgerte das Gericht eine Drohung, obwohl sich der Arbeiter gar nicht bedroht fühlte, sondern die Auskunft als einen guten Rat aufgefaßt hat, und verurteilte den Genossen Schropp zu einer Woche Gefäng⸗ nis. Da muß man doch fragen, für was soll die Strafe sein, wo ist das Vergehen? Dieses Urteil bleibt selbst in der Zeit des Arbeits willi⸗ genschutzes unverständlich.
Arbeiterbewegung.
7 Errichtung eines Gewerkschafts⸗ hauses planen die Gewerkschaften in Solingen, Sie verhandeln mit einer dortigen Brauerei


