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Nr. 48.
Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung.
Seite 3.
seinen Berliner Gesinnungsgenossen über seine Verurteilungen zu reden. Aus dieser famosen Rede, welche der Berichterstatter der„Berl. Volksztg.“ stenographisch aufgenommen hat, seien zur Erheiterung unserer Leser einige Stellen mitgeteilt. Einleitend bemerkte der Antisemitenhäuptling, man dürfe nicht ruhen, „bis das ganze fremde Judengesindel er⸗ schlagen am Boden liegt.“ Dann erzählte er, wie man ihn jüngst bei dem Dresdener Gericht habe vorführen lassen, weil er sich nicht gestellt habe:
Es kamen der Amtsvorsteher von Klein⸗ Tschirne und ein Dresdener Gerichtsdiener morgens früh um 7 Uhr zu mir und sie sagten, sie müßten mich verhaften, ich sollte doch ja mitkommen und keine Schwierigkeiten machen, sonst müßten sie Gewalt anwenden. Ich war baff.(Heiterkeit.) Man wollte mich, einen preußischen Ritter jutsbesitzer und Irafen, mir nichts, Dir nichts verhaften. Na, ich ging aber doch mit und sagte zu dem Jerichtsdiener: Hären Se, mein Kutester, det is doch eine kolossale Unverschämtheit, daß Sie mich, den Irafen Pückler, verhaften wollen. Eigentlich müßte ich Sie jetzt nehmen und in den Schloßkeller von Klein⸗Tschirne sperren!(Heiterkeit.) Da erbleichte der Mann. (Erneute Heiterkeit.) Ja, sagte ich, und dann müßten Sie mal da unten so acht Tage bei meinen Mäusen und Ratten brummen. Da würde Ihnen wohl dann die Lust verjehen, einen preußischen Ritterjutsbesitzer verhaften zu wollen.(Große Heiterkeit.) Der Mann erbleichte immer mehr und sagte: Ach nee, Herr Graf, das hätten Se wohl doch nich gedhan. Was, sagte ich, nich jethan? Männeken, Sie dhun mir blos leid.(Anhaltende Heiterkeit.) Na, un denn ließ ich anspannen und denn jondelten wir los zum Bahnhof. Uffem Bahnhof sagte ich rund ae Jerichtsdiener, ick fahre Erster, selbstverständlich, und Sie werden natürlich Dritter fahren, sonst fahre ich überhaupt nicht mit.( Heiterkeit.) Aber härnse, sagt er da, das geht doch jar nich, Herr Iraf! Ach was sage ich, ob das jeht. Denken Sie, ich werde mit Ihnen Dritter fahren? Na denn fahre ich ähm ooch Erschter, sagt der Mann. Na, da lache ich natürlich und sage: Das jiebt es nich, Mann, ich werde doch nich mit Ihnen zusammen Erster fahren als preußischer Ritterjutsbesitzer? Wo denken Sie hin? Na, er stieg dann Dritter in, ich Erster, und so jondelten wir los. Auf dem Bahnhof in Ibrlitz, wo wir um Eins kamen, holte ich mir den Mann und sagte ihm, ich würde jetzt einen ganz energischen Fluchtversuch machen.(Stürmische Heiterkeit.) Na, da schrie er wieder Ach und Weh, er würde seine Stellung verlieren und so— na, und da bin ich denn wieder mitje⸗ fahren. Als wir in Dresden ankamen, nahm ich'ne Droschke und jondelte mit ihm zum „Europäischen Hof“(dem ersten Hotel in Dresden). Da verkehre ich immer, und wie nu der Ober⸗ kellner kommt, sage ich: Ober, ich bin verhaftet und hier steht der Mann, der mich verhaftet hat. Und der Mann erblaßte zum dritten Male. (Heiterkeit). Is das nich ne riesenhafte Frechheit, was, mich, einen schlesischen Ritter⸗ jutsbesitzer, zu verhaften? Det is doch nich dajewesen, daß man einen schlesischen Irafen so mir nischt, Dir nischt verhaftet. Nu können Sie sich denken, was das in dem Hotel, wo sie mich seit Jahren kennen, für'ne riestge Be⸗ stürzung war.(Heiterkeit). Nachdem ich mich erholt hatte, jing ich mit meinem Jerichts diener zum Landgericht. Na, die Verhandlung hat mir nu jar nich jefallen. Der Präsident fragt jleich: Geben Sie zu, daß Sie gesagt haben: Man soll die Juden mit Keulen und Dresch⸗ flegeln totschlagen, wo man fte trifft? Jawoll sagte ick. lind geben Sie auch zu, gesagt zu haben: Wir wollen ja die Juden nicht totschlagen, aber Haue müssen sie haben, Keile müssen sie kriegen, ganz unbändige Keile, daß ihnen die Schwarte knakt? Jawoll! sage ick. Na, det jenügt! sagte er. Und es jenügte ooch.(Heiterkeit) Denn wie se wieder raus⸗ kamen, war ich zu 100 Mk. Geldstrafe ver⸗ urteilt. Na, ich wollte denn noch gleich wieder 'ne Versammlung in Dresden abhalten, denn
ich war trotzdem der Meinung, daß wir nicht ruhen dürfen, ehe nicht das ganze Judentum vernichtet und zerschmettert am Boden liegt. (Stürmischer Beifall.) Aber die Dresdener hatten Angst gekriegt und wollten keine Versammlung mehr machen. Da bin ich denn losjejondelt, denn mit Leuten, die Angst kriegen, will ich nischt zu thun haben.(Beifall.) Vorjestern stand nu hier in Berlin Termin gegen mich an. Na, das war nu erst'ne Ver⸗ handlung. Oede und langweilig, rein zum Verzweifeln. Der Präsident schnauzte mich jleich an, sowie die Verhandlung losjejangen war, blos weil ich den Zeugen Polizeileutnant v. Sanden mit den Worten: „Aber, verehrter Herr Leutnant!“ angesprochen hatte. Ich kann das doch nicht wissen; und so fluchte und wetterte denn der Vorsitzende in Einem fort, schließlich wurde mir sogar das Wort entzogen.(Hört! Hört!)... Aber trotzdem haben sie mich verurteilt. Na, ich werde mich ja nich dabei beruhigen. Diese Handlungsweise gegenüber einem Aristo⸗ kraten und Patrioten ist einfach un⸗ erhört, und ich erkläre das Urteil einfach für inkorrekt und unstatthaft. Wie man mit mir umgegangen ist, das ist einfach doll, und die janze Verhandlung machte einen kläglichen Eindruck. Ich verlange als preußischer Ritter jutsbesitzer, af und Patriot Respekt und Achtung, und der Deubel soll mir Den holen, der mir diese Ach⸗ tung nicht entjejenbringt.(Stürmischer Beifall.)
Ich stehe jetzt auf dem Standpunkte, daß man unseren Behörden und namentlich den Herren am jrünen Tisch energisch und barbarisch die Wahrheit geigen muß, so geigen, daß die Kerle auf den Rücken fallen
Nicht wahr, das wäre ein famoser Anblick, wenn die Leute da in Moabit unter' m Tische lägen und ich stolz, wie ein Spanier, den Saal verließe?(Donnernde Heiterkeit.)
Das kann ich Ihnen sagen, wenn ich in Klein⸗Tschirne zu befehlen hätte, so würde ich dekretieren: 8 1. Jeder Jude kann durch⸗ jehauen werden.§ 2. Jeder Jude kann rausjeschmissen und mit Dreschflegeln verdroschen werden.§ 3. Jeder sehr freche Jude kann sogar aufjehangen werden.(Donnernde Heiter⸗ keit.) Eigentlich müßte man auch so über mein Urteil lachen, wenn es nicht so traurig wäre, daß sich darin wieder die Furcht vor den Juden zeigt. Unsere Behörden laufen eben wie doll und verrückt hinter den Juden her und a
Hier erklärte der überwachende Polizei⸗ leutnant, welcher den tollen Grafen schon mehrfach zur Mäßigung gemahnt hatte, die Versammlung für aufgelöst.— Gegenüber diesem gräflichen Hanswurst zeigt sich die Polizei überaus nachsichtig. Spräche ein Sozialdemokrat so, er müßte sicher einige Jährchen brummen. Ein sozialdemokratischer Ehrenmann, der dem Preßgesetz zum Opfer fiel, wird gefesselt über die Straße geschleppt. Der Graf, der sich weigert, an Gerichtsstätte zu erscheinen, fährt erster Klasse und zwingt seinen vor Angst zitternden Transporteur, dritter Klasse zu reisen.— Wir leben auch in einem Rechtsstaate.
Krieg in Südafrika.
Der Boykott der englischen Schiff— fahrt kann als gescheitert gelten, obwohl dieser Tage noch eine Zeitungsnachricht ver⸗ breitet wurde, nach welcher das Komitee in Amsterdam beschlossen habe, mit dem Boykott am 16. Dezember zu beginnen.— Der große, erhabene Plan, für den eingetreten zu sein das Proletariat stets ehren wird, der aber trotz alledem praktisch undurchführbar ist und schließ⸗ lich nicht zum Ziele führt, scheiterte haupt⸗ 9 infolge der ablehnenden Haltung der eutschen Gewerkschaften. a
Das Haager Friedens⸗Schieds⸗ gericht erklärt sich für unzuständig. Das Ergebnis des seiner Zeit auf Anregung
des russischen Zaren stattgefundenen Friedens⸗ kongresses im Haag war, daß ein Friedens- Gericht niedergesetzt wurde, mit der Aufgabe, Streitfälle zwischen einzelnen Nationen zu schlichten. An dieses wandten sich vertrauens⸗ voll die Buren um Vermittelung in der süd⸗ afrikanischen Kriegstragödie. Das famose Friedensgericht erklärte sich aber, nachdem es ganze fünf Minuten über den Antrag der Buren beraten hatte, für Verwerfung desselben, weil, wie berichtet wikd,„die Buren durch den beleidigenden Ton die diplomatische Eti⸗ kette verletzt hätten!“ Nunmehr wollen die Buren keine Schritte mehr zur Herstellung des Friedens unternehmen, was man ihnen nach diesen Erfahrungen wahrhaftig nicht verdenken kann. Hier zeigt sich so recht die Unfähigkeit der kapitalistischen Gesellschaftsord⸗ nung, die Kriege zu verhüten und die Wert⸗ losigkeit der ganzen„Diplomaten“ kunst.
Eine Schlappe der Engländer. In Kämpfen mit dem Kommando Buys bei Villiers⸗ dorp wurde der Kommandant der englischen Truppen getötet und drei englische Offtziere verwundet. Eine Abteilung von Mannschaften des Eisenbahnregiments wurde von den Buren gefangen genommen. Auch andere britische Truppenteile hatten Verluste. Die Eisenbahn⸗ truppen wurden von dem Burenkommando Buys umzingelt, das von dem Kommaudo Roß verstärkt worden war.
Hessischer Landtag. Zweite Kammer.
Donnerstag, den 21. November kam das Fleisch⸗ beschaugesetz zur Erörterung. Dazu haben die Ab⸗ geordneten Korel] und Genossen den Antrag gestellt, die Regierung zu ersuchen, im Bundesrat für die Kom⸗ missionsbeschlüsse zu stimmen. Eine Ablehnung oder Abschwächung derselben würden sie als eine schwere Schädigung der deutschen Landwirtschaft und einer nationalen Wirtschaftspolitik entgegenstehend erachten, die das Vertrauen zur Regierung zu erschüttern(ö) geeignet sei.
Abg. Ulrich(Soz.) wendet sich scharf gegen die Ausführungen Korell's, der das Vertrauen der Agrarier zur Regierung davon abhängig mache, ob ihre Taschen gefüllt werden oder nicht. Bei den Agrariern handle es sich weniger darum, die Einfuhr gesundheitsschädlichen Fleisches zu verhindern, sondern es sei nur auf eine einem direktem Verbot gleichkommende Erschwerung der Einfuhr fremden Fleisches abgesehen. Alle Bestimmungen des Fleischbeschaugesetzes, die Korell als im Interesse der gesamten Landwirtschaft liegend hingestellt habe, seien nur im Juteresse weniger Tausende. Aber das deutsche Volk und der große Teil kleiner Bauern, für die das Fleisch nur eine Sonntagsspeise bildet, würden sich dagegen verwahren.
Ministerialrat Braun erklärt gegenüber einer Be⸗ merkung des Abg. Korell, der Entwurf sei dem Bundesrat schon vor mehreren Wochen zugegangen.
Graf Oriola protestiert gegen den Vorwurf des Abg. Ulrich, die Verbündeten Regierungen hätten in dem Gesetz nichts anderes bezweckt, als den Großgrundbesitzern Geld in die Taschen zu werfen. Im Weiteren versucht er, das eingeführte Fleisch als minderwertig und gesund⸗ heitsschädlich hinzustellen.
Ulrich entgegnet, daß die von den Agrariern be⸗ hauptete schlechte Qualität des amerikanischen Fleisches von Sachverstandigen bestritten werde. Mit der Kontrolle bei der Hausschlachtung sei keine Knebelung beabsichtigt gewesen, sondern man wollte nur dieselbe Sicherheit gegen den Genuß ungesunden Fleisches wie bei dem eingeführten Fleische.— Auf die gruseligen Geschichten, die Graf Oriola über große Chicagoer Schlächtereien erzählt hatte, entgegnet Ulrich, daß Alle, die jene großartigen Anlagen gesehen hätten, die dort herrschende musterhafte Reinlich⸗ keit und gewissenhafte Untersuchung anerkennen.— Cramer bemerkt, die Hausschlachtung sei so gut wie frei. Im Reichstag habe ein Agrarier die wahre Absficht verraten und rund heraus gesagt: die deutsche Land⸗ wirtschaft ist nicht im Stande, so viel Vieh zu produ⸗ zieren, als der deutsche Kansument notwendig hat; aber wenn das amerikanische Fleisch abgesperrt wird und das deutsche Vieh im Preis steigt, so daß wir unsere Rech⸗ nung dabei sinden, so wird die deutsche Landwirtschaft auch in der Lage sein, das nötige Quantum zu produ⸗ zieren. Schließlich wird der Ausschußantrag, der baldiges Inkrafttreten des Fleischbeschaugesetzes und Erlaß der Bundesratsverorduungen fordert, angenommen.
Freitag handelte es sich um Bildung kleiner Sanitäts⸗ bezirke und Anstellung staatlich besoldeter Bezirksärzte. Hierbei wies Genosse Ulrich darauf hin, daß man, um auf diesem Gebiete eine Besserung zu schaffen und na⸗
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