Seite 8.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung
Nr. 35.
Zehn Gebote des Arbeiters.
1. Du sollst wissen, daß Du ein Mensch und kein Packesel bist.— 2. Du sollst wissen, daß der Mensch nicht der Arbeit wegen, sondern die Arbeit des Menschen wegen da ist.— 3. Du ollst wissen, daß die Arbeiterklasse die große
ehrzahl des Menschengeschlechts ausmacht.— 4. Du sollst wissen, daß die Arbeiter nicht mit dem Sattel auf dem Rücken und die Drohnen mit goldenen Sporen geboren worden sind.— 5. Du sollst wissen, daß die Erde und alles, was dieselbe en das Gemeingut aller Menschen sein soll.— 6. Du sollst wissen, daß der Arbeiterklasse nie geholfen werden kann, wenn sie sich nicht selbst hilft.— 7. Du sollst wissen, daß ohne die Arbeit das ganze heutige Gesellschaftsleben unmöglich wäre.— 8. Du sollst wissen, daß es Deine Pflicht ist, der Ge⸗ werkschaftsbewegung beizutreten.— 9. Du sollst wissen, daß im Sozialismus das Heil der Menschheit liegt.— 10. Du sollst wissen, daß die Befreiung der kusche la nur durch die ewerkschaftlich⸗politische Klassenkampf⸗Organi⸗ Piion, wie sie die sozialde mokratische Partei
anstrebt, erzielt werden kann.(Volks⸗Anwalt.)
Lesefrüchte.
Denke nicht, wenn dir etwas schwer ankommt, daß es nicht menschenmöglich sei. Vielmehr wenn etwas für einen Menschen und seine Natur angemessen ist, so glaube, es sei auch für dich
erreichbar. Marc. Aurel.
Sie sprachen vom Theater,
Wie unmoralisch es heut,
„So schmachvoll“, sagte der Vater, „Daß jeder Groschen mich reut'!“
Bei nächstem solchen Gesange,
Moralisch wie sie sind,
Saßen im ersten Range
Vater, Mutter und Kind.
Paul Schönfeld. Wenn die Menschen alle ihre Angelegenheiten
mit zuverlässiger Berechnung regeln könnten, oder wenn ihnen das Glück immer günstig wäre, so würden sie in keinerlei Aberglauben befangen
sein. Spinoza.
Humoristisches.
Der Druckfehlerteufel, ein geschworener Feind aller Zeitungsredaktionen, hat dieser Tage der„Hess. Landeszeitung“ einen argen Possen gespielt. Unter der Spitzmarke„Ein teures Bad“ brachte das Blatt einen Artikel unter„Vermischten“ in dem es heißt:„Unter den Töchtern der amerikanischen Dollarfürsten, die gegen⸗ wärtig in den von der fashionablen Welt New⸗Morks bevorzugten Seebadeorten Newport und Coney Island srische Käse für die winterlichen Routs und Bälle sammeln, gehört es neuerdings zum guten Ton, sich aufs verschwenderischste mit kostbaren Geschmeiden und Juwelen zu bedecken usw.“ Natürlich will der Redakteur die amerikanischen Damen nicht frische Käse, sondern frische Kräfte sammeln lassen.
Schuell gefaßt. Ehemann:„Ich sage Ihnen, lieber Freund, folgen Sie meinem Rate und heiraten Sie nicht.“— Frau(die das Gespräch belauschte):
„Was wagst Du zu sagen?“— Ehemann:„Laß
mich doch ausreden, liebe Adalgise. Ich wollte sagen,
heiraten Sie nicht, denn eine solche Perle von einer
19 5 wie ich sie habe, giebt es nicht mehr auf der elt.“
Litterarisches.
Zur Wohnungsfrage. Bekanntlich ist als Punkt 5 der Tagesordnung zum diesjährigen Parteitag die Wohnungsfrage angesetzt. Wer sich über das so aktuelle Thema orientieren will, machen wir auf die bei M. Ernst, München erschienene Broschüre„Die Wohnungsfrage und die Sozialdemokratie“ von Louis Cohn aufmerksam, die in übersichtlicher Weise eine Zu⸗ sammenstellung der verschiedenen Elemente der Wohnungs⸗ frage enthält und somit den Parteigenossen ein brauch⸗ bares Hilfsmittel zur Orientierung und agitatorischen Benützung bietet.
2—. ̃ ̃ PN——— Marktberichte.
Auf dem Wochenmarkte in Gießen kosteten am 20. August: Butter per Pfd. Mk. 1.10—1.20, Hühnereier 1 St. 6—7 Pfg., Enteneier 1 St. 7—8 Pfg. Gänseeier per St. 11— 12 Pfg., Käse 1 St. 5—8 Pfg., Käsematte 2 St. 5—8 Pfg., Erbsen per Liter 22 Pfg., Linsen per Liter 34 Pfg., Kartoffeln per 100 Kilo Mk. 5.00— 9.00, Zwiebeln per Etr. Mk. 8.00— 10.00. Milch per Liter 18 Pfg., Tauben per Paar Mk. 0.75 bis 0.90, Hühner per St. Mk. 1.00— 1.50 Hahnen per Stück Mk. 0.70— 1.20, Enten per St. Mk. 2.00 bis 2.20, Gänse per Pfd. Mk. 00.0 0.00.
Auf dem Frucht markte in Limburg kosteten am 28. Aug. durchschnittlich 100 Kilo Weizen 13.90 Mk., Korn 10.30 Mk., Gerste 00.00 Mk,, Hafer 7.00 Mk.,
Erbsen 00.00 Mk,
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Parteiversammlung
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Tagesordnung:
1. Agitation gegen den Brotwucher. 2. Unsere Reichstagskandidatur. 38. Verschiedenes.
Um zahlreiche Beteiligung ersucht
Der Vertrauensmann.
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