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Nr. 33.
Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung.
Seite 7.
„Nach Magdeburg, Herr Lieutenant.“
„Ste kommen nicht mehr hinein, Herr Doktor; die Franzosen belagern es schon mit 150,000 Mann. Kehren Sie mit uns um, wenn ich Ihnen raten darf. Fort nach Berlin! der Feind folgt uns schon auf dem Fuße. Alles ist verloren. Braunschweig tot; Möllen⸗ dorf gefangen; vom König weiß kein Mensch mehr. Die Reserve unter Prinz Eugen von Württemberg ist gestern bei Halle aufgerieben.“
„Aber, Herr Lieutenant, ich muß— muß heute nach Magdeburg.“
„So rennen Sie in die Bajonette der Fran⸗ zosen. Glück auf die Reise, Herr Doktor!“— Indem Karl der Große dies sagte, sprengten zwet Dragoner neben uns weg, und schrien: „Der Feind ist schon bei Wittenberg über die Elbe!“— Da verdoppelte die Infanterie ihre Schritte, und ich— weil ich doch das Be— lagerungcorpbs vor Magdeburg nicht allein abtreiben konnte, leistete dem Lieutenant Gesell⸗ schaft, und kehrte dem Reichsgrafen den Rücken zu.— Adieu Pfarrhaus, Paradiesgarten und Hochzeit!
Solchen Streich hatte mir das Schicksal noch nie gespielt, so alt ich auch geworden war. Die Schlacht von Jena zerstörte alle meine Hoffnungen, die nie blühender gewesen waren. Also wieder Doktor, Hagestolz, und arm wie eine Kirchenmaus! Ich wußte nicht, wer durch Napoleons Kriegsglück mehr verloren hatte, der König oder ich?
Aber nun fand mich mein unbarmherziges Fatum wieder auf dem alten gewohnten Platz, wo ich ihm Stirn bieten konnte. So lange ich noch etwas zu verlieren hatte, war ich voller Furcht und Zittern. Jetzt, da mir auch nicht mehr das letzte Kleid auf dem Leibe gehörte, wenn der Berliner Freund Roß und Wagen bezahlt haben wollte, kehrte mein heiterer Geist zurück, der allen Unglücks spottete.
Beförderung zum Feldprediger.
„Irisch auf, ich folge der Fahne Karls des Großen!“ sagte ich lachend zum Lieutenant: „und flehe um seinen großmütigen Schutz bis
Berlin.“ „Wetter! Sie sollen dabei so übel nicht fahren. Ich habe noch eine halbe Compagnie
bei mir— alles tapfere Preußen, die den Teufel nicht scheuen. Hätte ich noch eine Kanone, ich würde vor zwei Regimentern Franzosen nicht weichen. Wetter! an des Herzogs von Braun⸗ schweig Stelle wäre mir das bei Jena nicht geschehen. Kommen Sie, Doktor, ich mache Sie zum Feldprediger bei meiner halben Compagnie.“ So oft wir durch ein Dorf kamen, ließ der Lieutenant seine aus den Flüchtlingen verschiedener Regimenter zusammengesetzte Armee in Reihe und Glied aufmarschieren, und so zog er stolz, beim Wirbel der Trommel, an den Bauern borüber, indem er kommandierte:„Gewehr in Arm!“ Wer kein Gewehr hatte, zog demütig bet der Bagage hintennach. Als Feldprediger war da mein natürlicher Platz. Ich machte nebenbet Bekanntschaft mit der Marketenderin, welcher der Wagen gehörte. Diese ehrenwerte Dame ging rüstig zu Fuß neben ihrem magern Gaul her, und erzählte mir sehr umständlich die Geschichten von Saalfeld und Auerstädt, und tadelte Stellungen und Manövers der Preußen auf dem Schlachtfelde. Ich hatte nichts gegen ihre strategischen Beweise einzu⸗ wenden. Denn an der Spitze von zweimal⸗ hunderttausend Maun eine Schlacht zu verlieren, traue ich mir selbst Geschicklichkeit genug zu. Elisabeth, so hieß die Kriegskünstlerin— und was noch mehr war, sie glich auch der Königin Elisabeth von England auf ein Haar, wie man sie noch in Kupferstichen sieht— hatte alich eine hohe Schulter und behauptete, wie die Geliebte des Grafen Essex, ewige Jungfrau stin und bleiben zu wollen— Elisabeth also latte eine muntere Laune, viel Witz, sogar viel Lelesenheit in der neuesten Litteratur von Spieß und Kramer, und sang beständig Berliner Opernarien mit helltönender Silberstimme. Veil ich ihren schlechten Branntwein mit barem Celde zahlte— Karl der Große stellte für sich und seine Kriegsmacht nur Bons aus— hatte
ich ihre vorzügliche Gunst erworben. Vermöge ihres Genies und Branntweinfasses hatte sie auf unsere Truppen, und durch diese auf den Heerführer, so viel Einfluß, daß ste ein wirkliches Mitglied des Kriegsrates ward, und überall mitsprach, wo über Fortsetzung des Zuges gesprochen werden mußte.
Weil ihr armes Roß so marode war, als die Helden von Saalfeld und Auerstädt irgend sein konnten: weil das Branntweinfaß nur dem müden Gaul, die Compagnie aber treu und fest dem Branntweinfaß, der Oberfeldherr aber der Compagnie folgt, so dirigierte im Grunde unsere Königin Elisabeth den Zug, und wir machten den Tag nie mehr, als zwei bis drei Meilen. Auch ward es immer so eingerichtet, daß wir unser Nachtquartier nie in einer Stadt, sondern in irgend einem Dorfe nahmen, wo der Soldat freies Spiel, und die Königin für ihren Gaul unentgeltliche Rationen hatte. Einen Tag um den andern gab's Rasttag.
Zwar kamen wir auf diese Weise nicht weit, aber unser Heer vergrößerte sich von Tag zu Tag durch einzelne Haufen Soldaten, die sich ihm zugesellten, so daß wir bald gegen zwei⸗ hundert Mann stark waren; dabei hatten wir zwei Mann Dragoner und vier Trompeter.
(Fortsetzung folgt.)
Die Schädlichkeit der Arbeit.
(Schluß)
Der Fall, daß die Krankheit ihren Namen von dem Gewerbe entlehnt, in dem sie gleichsam gezüchtet wird, ist außerordentlich häufig; da⸗ durch kommen eben ganz neue Klassen von Krankheiten zum Vorschein. Wir erwähnten soeben die Gewürzkrämer⸗ oder die Spezerei⸗ händlerkrätze, worunter man die Schuppenflechte des Handtellers versteht. Daneben kennt man noch die Bäckerkrätze, die den Rücken der großen Bäckerhand befällt, die Waschfrauenkrätze und verschiedene andere Krätze. Das Bäckerhandwerk ist ein außergewöhnlich schweres, starke Anfor⸗ derungen an die Gesundheit stellen des; das Kneten und Auswirken des Teiges, das man jetzt in großen Bäckereien Maschinen überläßt, erschöpft die Kräfte des besten Arbeiters so, daß er stöhnen muß: dieses Gestöhn ist das herkömmliche Zeichen, daß der Geselle sein Möglichstes gethan und den Teig vollkommen durchwirkt hat. Hierauf muß er in gebückter Stellung am heißen Ofen stehen und die schweren Schieber halten; indem er dabei die Knie zu⸗ sammenpreßt und die Beine spreizt, entsteht das habituelle Genu valgum, wobei namentlich das linke Bein nach innen einknickt. Das ist das sogenannte Bäckerbein, mit dem man den ent⸗ zündlichen Plattfuß der Kellner und der Laden⸗ diener vergleichen kann. Keine Beschäftigung dispontert endlich in gleichem Grade zur Bron⸗ chitis und zu Herzkrankheiten, wie dieses wichtige Handwerk, dem wir unser Hauptnahrungsmittel, das tägliche Brot, verdanken.
Die Setzer, um auch diese nicht zu vergessen, leiden gewöhnlich an Krampfadern, die sie mit anderen stehenden Gewerben, mit den Schmieden, den Schlossern, den Maschinisten, den Tischlern den Waschfrauen teilen.
Es ist spaßhaft, daß so ein Setzer die schwierigsten Manuskripte, aber sich selbst nicht setzen kann, und daß dagegen die sogenannten Vorsteher gewöhnlich Sitzer sind. Man sieht aber, schon das bloße Sitzen, das Stehen, das Knieen bei der Arbeit ist ungesund; wenn nun die A beit selbst noch schadet! Wenn sie selbst eine Krankheit ist! a
Wie sehr die Klassifikation ins Einzelne geht, zeigt z. B. die Ziegelbrennergnämie“), die seit Jahrzehnten in den niederrheinischen Ziege— leien grassiert und angeblich von italtenis hen, nach Leichtenstern von vlämischen und walloni⸗ schen Arbeitern eingeschleppt wo den ist. Due Leute arbeiteten im Sommer auf den kölnische! Ziegeleien, im Winter in den belgischen Ber! werken, und in letzteren inftzieren sie sih mit einem gewissen Wiirme, der im Düandsirme des Menschen schmarotzt und Blutungen und
) Blutarmut.
Blutarmut verursacht. Der gefährliche Parasit ist über die alte und neue Welt verbreitet und scheint zunächst in Bergwerken vorzukommen. Auch beim Bau des Gotthardtunnels hat man ihn in den 70er Jahren beobachtet und daher die Krankheit auch Tunnelkrankheit oder Gott⸗ hardkrankheit getauft. Genau besehen, hätte sie also mit der Ziegelbrennerei als solcher gar nichts zu thun und wäre nur zufällig zu dem Betriebe gekommen, mithin eher den sogenannten endemischen Krankheiten zuzuzählen, die nicht sowohl an gewisse Beschäftigungen, als vielmehr an gewisse Oertlichkeiten gebunden sind. Frei⸗ lich lassen sich die Gewerbe vom Boden ebenso⸗ wenig trennen wie die Nationen, nach denen man auch die Krankheiten klasstftziert.
Für viele Länder ist eine Krankheit typisch: die Cholera für Ost⸗, das Gelbe Fieber für Westindien, der Bandwurm für Abesstnien, der Weichselzopf für Polen, der Gallenstein für Schwaben, das Pellagra für Oberitalien, die Augenentzündung für Aegypten. Dagegen kom⸗ men in den kälteren Klimaten Ohrenkrankheiten viel häufiger vor, als in den wärmeren. Oft wird nun die Krankheit schlechthin nach dem Volke benannt, wie vorhin nach dem Handwerk, 3. B. nach den Franzosen; man spricht in Eng⸗ land geradezu von dem irischen Fieber, indem man den Typhus meint, in Deutschland von dem englischen Schweiß und von der englischen Krankheit, weil das feuchte England ein Nähr⸗ boden der Rhachitis ist. Bleiben wir einmal bei England, es ist überhaupt ein ausnehmend ungesundes Land und steht in dieser Beziehung obenan.
Man denkt vielleicht, die Engländer haben nur den Spleen oder das Railwayspine. Mit nichten; das englische Volk ist physisch mehr heruntergekommen als irgend ein anderes in Europa. Nirgends giebt es so viele Krankheiten der Verdauungsorgane wie in England; es ist dies eine von den Engländern selbst zugegebene Thatsache, die Mr. Samuel Smiles, gewiß ein unverdächtiger Zeuge, aus der Barbarei der englischen Küche erklärt. Die Ursache liegt darin, sagt er wörtlich in seinem Buche über die Sparsamkeit, im 15. Kapitel, daß in keinem andern Lande die Menschen so viel schlecht zu⸗ bereitete Nahrung essen. Er hätte noch hinzu⸗ fügen können: den Magen mit so vielen schäd⸗ lichen Gewürzen und Saucen reizen, so viel Muskatnuß reiben, so viele Mixed Pickles brauchen und so schlechten Kaffee trinken. England liefert die meisten Gichtkranken, die meisten Stein⸗ kranken, die meisten Aneurysmen) in Europa; nirgends wird so viel gestottert wie in England, und in den englischen Städten giebt es nach den Beobachtungen eines Londoner Arztes ganze Krebsstraßen und Krebshäuser. Natürlich ist auch der sogenannte Schornsteinfegerkrebs den Engländern eigentümlich. Wis Wunder, wenn in diesem Lande, das zugleich ein großer Fabrik⸗ staat ist, nun auch die Gewerbekrankheiten üppig ins Kraut schießen, und der Arbester sich am Ende mit einem Rasiermesser den Hals durch⸗ schneidet und auf einen Zettel schrei)ht:„Was ist das Leben? Arbeiten und Ausruhen, Essen und Schlafen, Kranksein und wieder gesund werden, ich hab's satt!“
*) Krankhafte Erweiterung der Schlagadern.
Rechtssprechung.
Stillschweigendes Einverständnis mit der sofortigen Eatlassang nehmen Unternehmer und Gerichte immer dann an, wenn die Arbeiter auf die Eatlassung nichts erwidert haben, sondern oh ie weiteres gega igen sind. In einem sol hem Fille hat jetzt aber die Kammer II des Gewerbegerichts in Berlin im gegenteiligen Sinne geucteilt und be⸗ gründend ausgeführt:„Ein Acbeiter, der An⸗ spruch auf die vier zehnt ig ze Käsidigusigsfrist habe und ohne gesetzlihen Geuad enkllissen werde, verliere seinen Eits hädigungsauspruch nicht dadurch, daß er ruhig seinen Hat iehne und weggehe. Von einem stillsch veigen en Einverstänidnis köane in sol hen Fällen licht die Rede sein.“— Hoffentlich findet diese sehr vernünftige Gitscheidu ig abet NRih lng


