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Nr. 31.
7
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 3.
die Sozialdemokraten haben 6 Mandate mehr als seither, aber— der lachende Dritte ist das Centrum.
Die Stenogramm⸗ Korrektur.
Der„Vorwärts“ teilt jetzt bestimmt mit, daß die„Aenderung“ des Stenogramms, über die wir in Nr. 28 berichteten, vom Direktor des Reichstags, dem Geheimen Regierungsrat Knaack vorgenommen wurde. Durch jene Aende— rung wurde eine Aeußerung des Reichstags— präsidenten in ihr Gegenteil verkehrt; sie sollte die Handhabe bieten, in Zukuuft die Er⸗ wähnung des Kaisers oder Aeuße⸗ rungen desselben im Reichstag unmög⸗ lich zu machen. Der„Vorwärts“ nimmt an, daß Herr Knaack„große“ Hintermänner habe. Das glauben wir auch.
Dunkle Andeutungen.
In einem die Stenogramm⸗Fälschung be⸗ handelnden Artikel der„Frkf. Ztg.“ sagt deren Berliner Korrespondent:
„Wir sind die letzten, die etwa an die Möglichkeit politischer Intriguen in Preuß en⸗Deutschland nicht glaubten! Im Gegenteil! Was in den Prsozessen Leckert⸗Lützow und v. Tausch an verwegenem In⸗ triguantentum enthüllt worden ist, noch viel mehr aber das, was in dem Prozeß Tausch durch Einflüsse, über die später auch noch einmal Licht verbreitet werden muß, der Enthüllung entzogen worden ist— das hat alle denen, die es nicht schon wußten, gezeigt, daß auch in einem geordneten modernen Staatswesen, unter der offiziellen Oberfläche geradezu romanhafte poli⸗ tische Intriguen und ein Intriguantentum möglich ist, das seine Fäden und Wirkungen bis in die höchsten Kreise erstreckt. Wir haben gar keinen Grund, all⸗ zu pharisäisch über französische Zustände zu urteilen. Auch bei uns hat es gefälschte Briefe, ge⸗ fälschte Quittungen, sogar mit Wissen eines Ministeriums, gegeben; es ist mit Verkleidungen und falschen Bärten operiert worden, und der Tod eines Mannes, der als Zeuge in der Sache der berühmten Briefe an die Hofgesellschaft eine Rolle spielen sollte, gilt sehr ernsten amtlichen Per- sonen für unaufgeklärt. Die Macht des Nieder⸗ trächtigen in der Politik ist groß; es läuft manche Persönlichkeit herum, die diesen Satz ebenso fröhlich wie glänzend illustriert. So erklärt es sich auch, daß diese Fälschung eines Reichstags⸗Berichtes bei Personen, die nur auf ihre Kombinationsgabe angewiesen waren, zu sehr phantastischen Folgerungen geführt hat. Sie sind aber alle hinfällig.“
Wenn der Mann etwas weiß, soll er es sagen, dunkle Andeutungen sind stets gefährlicher, als die Wahrheit selbst. Hinausrückung der Strafmündigkeit.
§ 55 des Strafgesetzbuchs bestimmt, daß, wer bei Begehung einer Handlung das 12. Lebens⸗ jahr noch nicht vollendet hat, deswegen nicht strafrechtlich verfolgt werden kann. Wie offiziös mitgeteilt wird, wird im Interesse der Besserung der jugendlichen Missethäter eine Vorlage vor⸗ bereitet, worin für die Strafmündigkeit an Stelle des vollendeten 12., das vollendete 14. Lebens⸗ jahr als Grenze gewählt werden soll. Im Zusammenhang damit steht die im Abgeordneten⸗ hause für Preußen bereits angekündige weitere Ausbildung der Zwangserziehung. Die diesbe⸗ zügliche Vorlage ist nur wegen anderweitiger Ueberlastung des Landtags in der gegenwärtigen Session nicht eingebracht worden.
Die Komödie im Haag.
Die Pariser Ausgabe des„New- York Herald“ veröffentlicht den Wortlaut des Schiedsge⸗ richtsvorschlags, welcher der Friedenskonferenz in dieser Woche zur Annahme vorliegt. Danach soll der Sitz des Schiedsgerichtshofes Haag sein, die Richter sollen nur auf sechs Jahre gewählt werden dürfen und nicht wieder wählbar sein und die Debatten bei den Verhandlungen sollen in derjenigen Sprache geführt werden, die der Schiedsgerichtshof bestimmen wird und zwar, außer bei der Urteilsverkündigung, hinter ver⸗ schlossenen Thüren. ö
Natürlich hat dieser Vertrag nur die Be⸗ deutung von Sand, den man gutgläubigen Menschen in die Augen streut. Sehr richtig charakterisiert unseres Erachtens der„Vorwärts“ die Komödie im Haag. Er schreibt: g
„Von Ernsthaftem zu reden, war auf der Konferenz verboten. Nur Komödie und Narrens⸗
Arbeit war für die Auguren, das Lachen über die eigne Hanswursterei zu verbeißen. Trotzdem kam es ein paarmal zu Scenen. Zur schönsten zwar nicht, jedoch zur interessantesten, als der schweizerische Bevollmächtigte, der in seiner republikanischen Einfalt vergessen hatte, daß er unter Auguren war, den Vorschlag machte, auch der Volkskrieg solle völkerrechtlich anerkannt, das Niedermetzeln, Erschießen, Aufhängen von Rebellen, Franktireurs, Freischärlern verboten werden. Das war für die Herrn Auguren zu viel! Das innerliche Lachen verging ihnen, die Haare sträubten sich zu Berg. Der schweizerische Oberst Künzli war ihnen der steinerne Gast, der plötzlich in eine frivole Orgie hineingeplatzt. Das Recht des Volkskriegs anerkennen— das heißt ja das Recht der Revolution anerkennen. Unmöglich! Das Recht des Massenmords ge— hört einzig und allein solchen Regierungen von Gottes Gnaden, die zwar anf dem Papier für Frieden und Humanität schwören, sich aber das Monopol des Kriegs vorbehalten müssen.
Das wurde dem erstaunten schweizerischen Oberst in mehr oder weniger artikulierten Lauten zum Verständnis gebracht— zu klarem Verständnis, daß der republikanische Friedens⸗ störer der Friedenskonferenz eiligst den Staub „des Hauses im Busch“ von seinen Stiefeln schüttelte und spornstreichs nach Bern zurück— kehrte. Was er dort dem Bundesrat offiziell gesagt, wissen wir nicht. Allein wir wissen, daß er in Privatgesellschaft kein Hehl deraus gemacht hat, daß es seines Erachtens nie eine so einfältige(weil auf zu große Dummheit berechneten) Komödie gegeben hat, als die Haager Friedenskonferenz. Und in diesem Urteil wird so ziemlich die ganze Welt mit dem schweizerischen Oberst übereinstimmen.“—
Ausländisches.
Belgien. Eine kürzlich unter dem Vorsitz Beernaerts abgehaltene Konferenz von Dele— gierten der klerikalen Partei des ganzen Landes beschloß, die Einbringung eines auf Proportio— nal wahlen für alle Wahlkreise beruhenden Gesetzes und zwar noch für die laufende Session zu fordern. Nach diesem Beschluß ist die Bil⸗ dung eines neuen Ministeriums zur Durchführ⸗ ung des obigen Programms, also der Rücktritt des Ministerpräsidenten Vandenpeereboom un— vermeidlich.— Die energische Agitation unserer Genossen hat also Erfolg gehabt. Die Pfaffen⸗ partei giebt klein bei und Vandenpeerebooms Ministersesselchen wackelt bedenklich.
Frankreich. Das Datum des Dreyfus— Kriegsgerichts in Rennes ist definitiv auf Mon⸗ tag, den 7. August festgesetzt worden. Da der Saal sehr niedrig und schlecht ventiliert ist, sollen nur Vormittags⸗Sitzungen stattfinden und zwar von halb sieben bis zwölf Uhr.
Die Marterung des Dreyfus.
Die Pariser Blätter„Petite Republique“ und „Lanterne“ berichten neuerdings über geradezu unerhört raffinierte Chicanen, denen Dreyfus auf der Teufelsinsel unterworfen wurde. Der Wächter, der den Nachtdienst versah, hatte Be⸗ fehl, falls die Flucht durch Dreyfus versucht würde und von ihm nicht verhindert werden könnte, dann Dreyfus niederzuschießen. Darauf baute man den Plan, Dreyfus zu beseitigen. Unter Führung eines gewissen Verrillon näherten sich mehrere gedungene Banditen nachts der Teufelsinsel unter Lärm und Schreien: sie schienen zu hoffen, daß Dreyfus geweckt werde und ans Ufer eile, was der Wächter als Flucht⸗ versuch auffassen müsse. Dreyfus erhob jedoch kaum den Kopf in seinem Bett und fragte ein⸗ fach ganz ruhig, was denn eigentlich los sei. Ein anderes Mal brachte man Dreyfus eine wie üblich mit dem Stempel der Kolonialver⸗ waltung versehene Depesche, welche die Mitteilung enthielt, Frau Dreyfus sei wieder Mutter ge⸗ worden. Das war zwei Jahre nach der Ver⸗ bannung. Dreyfus litt Monate lang schrecklich und weigerte sich, seiner Familie zu schreiben.
Ein Schwindelattentat.
Serbien. Der„Nowoje Wremjä“ wird aus Belgrad gemeldet, daß der Attentäter Knezevic längere Zeit Diener des königlichen
Badehauses an der Save gewesen sei, wo Milan zu baden pflegte. Dann heißt es in der Depesche weiter:
„Wie man versichert, war der Revolver des Knezevic blind geladen. Man hat erklärt, daß die Aerzte die Kugel, welche in der Schulter des Adjutanten Milan's, Lukitsch, stecken geblieben ist, nicht hätten finden können und daß man seine Zuflucht zu den Röntgen⸗Strahlen nehmen müsse. An der Mauer, an welcher Exkönig Milan vorbeifuhr, als die Schüsse des Knezevic ertönten, sind bei persönlicher Besichtigung keine Spuren einer Revolverkugel gefunden worden. Augenzeugen erzählen, daß Milan nach dem Attentat den Knezevic durchaus nicht verfolgte, wie es von aus⸗ ländischen Blättern mitgeteilt worden ist, sondern nur triumphierend ausrief:„Seht, das haben Paschitsch und seine Freunde gethan.“ Knezevic schoß auch auf sich selbst, und zwar so, daß ihm das Pulver die Wange versengte. Spuren einer Kugel aber hat man wiederum nicht gefunden.“
Die Ansicht, daß das ganze Attentat eine Milan'sche Komödie sei, ist jetzt zur Gewißheit geworden. Der dicke Milan, der fleißige Tingel—⸗ Tangelbesucher, dieser ordenversetzende Exkönig der Serben, hat wohl einen Anlaß gebraucht, um gegen die(bürgerlichen) Radikalen Unter⸗ drückungsmaßregeln ergreifen zu können, die ihm schon wiederholt übel mitgespielt haben. Er bestellte sich ein Attentätchen, brachte sich damit in„gute“ Erinnerung und beschuldigt nun die Radikalen des Mordversuchs. Zahlreiche, Herrn Milan unangenehme Leute sitzen jetzt in den Gefängnissen.
Ausschreitungen in Augsburg.
*Die bürgerlichen Blätter bringen seit fast 14 Tagen Berichte über angeblich schauderhafte Ausschreitungen streikender Arbeiter in Augsburg. Eine Fabrik sei von streikenden Arbeitern gestürmt, italienische Streikbrecher mißhandelt und das Militär habe einschreiten müssen u. s. w. That⸗ sache ist, daß in Augsburg die Maurer streiken und daß die Polizei in sehr parteiischer Weise für die Unternehmer und gegen die ausstehenden Arbeiter Stellung nahm. Thatsache ist aber auch, daß die streikenden Arbeiter nicht das geringste mit den Ausschreitungen zu thun hatten. 1
Ein Spezialberichterstatter der„Münchener Post“ meldet über die Vorgänge in Augsburg:
Am Sonntag abend gegen 10 Uhr kamen mit dem Personenzuge von Ulm etwa 50 Italiener hier an, die man durch die falsche Vorspiegelung, daß der Streik beendet sei, hierher gelockt hatte. Am Bahnhofe waren die Herren Hormann und Stiefel mit sämtlichen Bau⸗ führern und Polieren, ebenso 18 Schutzleute an⸗ wesend, um die Ankommenden forttransportieren zu können. Den aufgestellten Streikposten war es unmöglich, zu den Italienern zu gelangen, diese wurden förmlich gepreßt, mitzugehen, ja fast getragen. Die Herren Poliere wurden gegen die Streikposten fast handgreiflich, ohne daß man seitens der Polizei es für nötig befand, auch diese Herren in die gesetzlichen Schranken zurückzuweisen. Der Magistrat Augsburgs(111) hatte Räume im Schlacht- und Viehhofe, einem städtischen Ge⸗ bäude, zur Verfügung gestellt um die Italiener einzu⸗ quartieren!! Die angekommenen 50 Italiener wurden zum Teil bei Bauten im Schlacht- und Viehhofe, zum Teil bei Bauten in der Fabrik am Senkelbach beschäftigt. Das Vorgehen der Unternehmer wie das Verhalten der Polizei hat nach und nach in der ganzen Bevölkerung Augsburgs eine immer steigendere Erregung hervorgerufen, und es sammelten sich schon am Montag in der Nähe letzterer Fabrik 400 bis 500 Personen an, die ihrer Entrüstung in lauten Worten Ausdruck gaben. Am Dienstag Abend wiederholten sich die Ansammlungen und durch das ungeschickte Verhalten der Polizei, die mit einer Feuerspritz in die Menge spritzen ließ und mit blankem Säbel einhieb, wurden die Ansammlungen und der Radau immer größer. Natürlich gab es auch auf beiden Seiten Verwundete. Es wurde dann Militär ge⸗ holt, das den Platz säuberte. Nach den übereinstimmen⸗ den Berichten unverdächtiger Zeugen haben die streikenden Arbeiter gar nichts mit den Ausschreitungen zu thun gehabt, wenn auch die Scharfmacher die Augsburger Vorkommnisse gern zu Gunsten der Zuchthausvorlage aus⸗ schlachten möchten..
Aus einem sehr eingehenden Bericht der „Frkf. Ztg.“ seien über die Ausschreitungen folgende Sätze mitgeteilt:
„Ein Hauptfehler, der hier gemacht wurde, war der, daß Stadtverwaltung und Polizei die Unternehmer bei der Herbeiziehung der Italiener unterstützten.


