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Nr. AA.
Mitteldeutsche SonntagsZeitung.
Seite 3.
* Ein freisinniger Wahlaufruf ist jetzt auch erschienen. Er liest fich ganz nett. Wer die aufgeführten Forderungen, soweit sie wirklich gute sind, verwirklichen helfen will, der muß sozialdemokratisch wählen, denn eine freisinnige Partei— gab's einmal in Hessen.
* Controllversammlungen finden am Wahltag, den 8. November, Vormittags 9 Uhr, für die Orte Allendorf a. d. Lda., Alten⸗ buseck, Bersrod, Beuern, Climbach, Da u— bringen mit Heibertshausen, Großen⸗ Buseck, Lollar, Mainzlar, Rödgen, Ruttershausen m. Kirchberg Staufen⸗ berg mit Friedelhausen, Treis a. d. Lumda“ Trohe und Wiefeck, in Lollar auf dem Bahnhof statt. Wir machen schon heute darauf aufmerksam, daß selbstverständlich jeder Wahlberechtigte, der an jener Controll⸗ versammlung teilnehmen muß, den u och wählen kann. Erfahrungsgemäß wird der Tag der Kontrollversammlung meist ein un⸗ freiwilliger Feiertag. Merkt's Euch also alle, die ihr nach Lollar zur Controllversamm⸗ lung müßt: Erst nach Lollar, dann heim zur Wahl!
* Im Kreis Büdingen wird Land⸗— gerichtsrat Seeger in Gießen gegen den Anti⸗ semiten Bähr kandidieren.
* Antisemitisch-nationalliberaler Kuddelmuddel. Regierungsrat() Noack hat nunmehr die Kandidatur im Landtags-
wahlbezirk Darmstadt⸗Land angenommen,
nachdem der ursprünglich von den National- liberalen aufgestellte Stadtverordnete Wittmann verzichtet hat. Der Herr Regierungsrat kandidiert für Nationalliberale und Anti⸗ semiten. Die letzteren empfehlen immer mit Recht, keine abhängigen Beamten zu wählen. Aber die Worte stimmen bei den Antisemiten nie mit den Thaten überein. Wie's trefft! abt machen die Sozialdemokraten in
armstadt⸗Land durch die Kuddelmuddelei einen dicken Strich.
Steuern zahlen!
Von vielen Seiten ist bei uns angefragt worden, welche Steuern jeder Wahlberech— tigte bezahlt haben müßte, um wählen zu können. Darauf diene folgende Antwort:
1. Wer seine Staatssteuern bezahlt hat kann mit den Gemeindesteuern im Rück⸗ stand sein.
2. Wer aber gar keine Staatssteuern zu zahlen braucht, der muß bis zum Wahltag, seine Gemeindesteuern bezahlt haben.
Wer kurz vor oder gar erst am 8. No⸗
vember seine Steuern zahlt, muß den Steuer⸗ zettel mit in's Wahllokal nehmen.
1———— mn Kleine Mitteilungen.
7 Heßlische Landes⸗Lotterie. Zum Direktor der demnächst in's Leben tretenden hessischen Landeslotterie ist der Direktor der kgl. sächsischen Lotterie in Leipzig, Finanz⸗ rat Dr. Götz, ernannt worden.
a. Stadttheater in Gießen. Ein sehr erfolgreiches Gastspiel absolvierte der bekannte Schauspieler Carl Schönfeld hierselbst Er trat in drei seiner besten Rollen auf: als Duval(Madame Bonivard), Reif⸗Reiflingen (Krieg im Frieden) und Bolz(Jouralisten). — Die Direktion beweist durch das Heran⸗ be tüchtiger Gäste, daß sie eifrig bemüht ist,
ortgesetzt Gutes zu bieten. In der Vorstellung es Theatervereins am Freitag soll Matkowsky, der vor mehreren Jahren hier rauschende Triumphe feierte, gastieren.
* Vandalismus. In der Siegesallee in Berlin sind an mehreren der vom Kaiser der Stadt Berlin gestifteten Denkmäler an⸗ scheinend durch Stockhiebe Verstümmelungen vorgenommen worden. Das ist für das Agrarier⸗ blatt ein willkommener Anlaß, gegen die— Sozialdemokratie zu hetzen. Wir können nichts dringender wünschen, als daß die Thäter bald
entdeckt werden. Zweifellos gehören dieselben jenen Kreisen an, aus denen sich die Korps— studenten und die„Harmlosen“ rekrutieren.
Partei⸗ Nachrichten.
Versammlungs⸗Kalender. Samstag, 28. Oktober: Gießener Wahlverein Abends 9 Uhr. Dienstag, den 31. Oktober:
Kreis⸗Wahl⸗Verein. Vorstandssitzung Abends halb 9 Uhr bei Orbig.
Samstag, 4. November:
Wahlverein Lauterbach. Abends ½9 Uhr bei Gastwirt Wöllfinger.
Vereinigte Gewerkschaften. Die für Sonntag, den 29. Oktober anberaumte Versammlung findet vor⸗ laufig nicht statt.
Bitte! Wir ersuchen die Vertrauensleute, uns
b bis spätestens Mittwoch, den 1. November mitzuteilen, wie in den einzelnen Orten die Wahlstunden für die Wahlmännerwahl am 8. November festgesetzt sind. In Wieseck und Rödgen, wo sich die Bürgermeister nur dazu verstehen wollen, bis 6 Uhr wählen zu lassen, mögen unsere Genossen noch einmal vorstellig werden. Jedenfalls ist das Opfer einer Stunde, das die Herren Bürgermeister zu er⸗ bringen hätten, weit geringfügiger, als das Opfer, das Hunderte Arbeiter an Zeit und Geld bringen müssen, wenn sie nur bis 6 Uhr wählen können, also mindestens eine oder zwei Stunden früher Feierabend machen müssen.
Aus Marburg wird uns berichtet, daß in Aschaffenbung im 90. Lebensjahre unser Genosse Michael Müller gestorben ist. Müller hat fast sein ganzes Leben in Marburg, seiner Heimatstadt, zu⸗ gebracht. Erst vor wenigen Jahren ist er zu verhei⸗ rateten Kindern nach Aschaffenburg übergesiedelt. Der Verstorbene dürfte der älteste Sozialdemokrat gewesen sein. Von Jugend auf ein begeisterter Freiheitsfreund, war er in den 30er und 40er Jahren bereits Mitglied“ der„Lichtfreunde“ in Marburg. Unserer Partei gehörte er seit deren Begründung an. Allezeit opferwillig, be⸗ dauerte es der gute Alte seit Jahren, daß seine Beine streikten und daß es ihm deshalb versagt sei, sich aktiv irgendwie im Parteidienst zu bethätigen. Bis vor wenigen Jahren arbeitete der Alte an der Drehbank, mit der er schier verwachsen schien. Möge nach seinem langen und arbeitsreichen Leben Michael Müller nun in Frieden ruhen. Ein dauerndes Andenken ist ihm ge⸗ sichert.
Zur Landtagswahl
Gießener Landkreis.
Die Wahlmännerwahl findet statt am Mittwoch, den S. November. Parteigenossen! Arbeiter!
Macht schon jetzt die in Gießen arbeitenden Wahlberechtigten darauf aufmerksam, daß sie unter allen Umständen am Mittwoch, den S8. November eine oder mehrere Stun⸗
den feiern müssen,
um in, ihrem Heimatsdorf an der Wahl der Wahlmänner teilnehmen zu können.
Die Gegner werden alles aufbieten, um uns den Sieg noch einmal zu entreißen. Das darf und wird
ihnen nicht gelingen, wenn die Arbeiter ihre Pflicht erfüllen und zur Wahlurne gehen.
Parteigenossen! Jr werdet den antisemitischen Konfustonsräten, die ehrliche Ar— beiter Schlammbeißer nennen, die fortgesetzten Beschimpfungen heimzahlen. Wie die Oden— wälder Bauern 1898, so werdet ihr am 8. November 1899 dem Sachsenhäuser Schimpf— spezialisten Hirschel den Laufpaß geben, daß ihm das Wiederkommen ein für allemal ver— leidet wird.
Eingesandt. Kinzenbach, 25. Oktober 1899.
Laut Bekanntmachung soll am 4. November Nach⸗ mittags 4 Uhr, die Gemeinderatswahl hier statt⸗ finden. Zur Neuwahl stehen 2 Mandate für die 3. Klasse. Alle Arbeiter mögen daher ihre Pflicht thun. Zur Wahl ist jeder Einwohner berechtigt, der 1. ein Wohn⸗ haus besitzt, doer 2. von seinem Grund ver⸗ mögen samt Gebäudesteuer mindestens sechs Mark jährlich zu bezahlen hat, oder 3. wer Einkommensteuerpflichtig ist. Kommt zur Wahl und wählet Männer, die für das Wohl der geringen Leute eintreten, die auch ein Wort zu sprechen wagen und nicht nur mit dem Kopf nicken.
Einer für Viele.
Briefkasten der Redaktion.
Romrod. Karte an Gen. Fourier weitergegeben.
Lauterbach. Ich werde Ihnen die betreffende Nummer per Kreuzband senden.
H. und andere. Vor Beendigung der Land⸗ tagswahl in Gießen⸗Land kann ich nicht nach auswärts kommen. Sch.
Büdingen. Wir glauben Ihre Schilderung der Darmstädter Kasernenhofs⸗Scene Wort für Wort. Aber wenn Sie nicht mindestens noch ein halbes Dutzend Zeugen haben, dann wollen wir lieber die Finger davon lassen, alldieweil wir augenblicklich gerade zur Genüge 14 Prozessen versehen sind. Noch mehr wäre von Uebel.
Letzte Nachrichten.
Magdeburg, 25. Oktober.
Genosse Müller, der unschuldig verurteilte, ist be⸗ reits aus dem Gefängnis entlassen worden; das Wiederaufnahmeverfahren wird nunmehr glatt von statten gehen. Genosse Albert Schmidt hat die Aufforderung erhalten, seine vierjährige Strafe am 30. Oktober in Gommern anzutreten.
Marktbericht.
Gießen, 21. Oktober.(Marktbericht). Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter p. Pfd. 1.— bis 1.10 Mk., Hühnereier p. St. 7—8, 2 St. 14—15 Pfg., Enteneier 1 St. 0—0 Pfg., Gänseeier p. St. 00 bis 00 Pfg., Käse 2 St. 5—8 Pfg., Käsematte per St. 3 Pfg., Erbsen p. Ltr. 18 Pfg., Linsen p. Ltr. 29 Pfg., Tauben per Paar Mk. 0.70— 0.80, Hühner per Stück Mk. 1.00— 1.20, Hahnen per Stück Mk. 0.60— 1.00, Enten per Stück Mk. 1.80— 2.00, Gänse per Pfund Mk. 0.48 0.58, Ochsenfleisch per Pfund 68— 74 Pfg., Kuh⸗ und Rindfleisch per Pfd. 62—64 Pfg., Schweine⸗ fleisch per Pfd. 66—74 Pfg., Schweinefleisch, ge⸗ salzen, per Pfd. 78 Pfg., Kalbfleisch per Pfd. 64 bis 66 Pfg., Hammelfleisch per Pfd. 50—70 Pfg., Kartoffeln per 100 Kilo Mk. 4.00— 6.00, Weißkraut per St. 00— 00, Zwiebeln per Ctr. Mk. 5.00— 6.00, Milch p. Liter 16 Pfg., Zwetschen per Ctr. 7.00— 9.00 M.
Grünberg, 27. Okt. Am Markttage, 21. Oktbr. wurden auf dem hiesigen Frucht markte folgende Frucht⸗ arten ꝛc. zu den beigesetzten Durchnittspreisen verkauft: 13 Doppel⸗Zentner(àa 100 kg) Weizen zu 15,66 M., 0 D.⸗Z. Korn zu 00,00 Mark, 0 D.⸗Z Gerste zu 00,00 Mark, 7 D.⸗Z. Hafer zu 13,22 Mark, 2 D.⸗Z. Erbsen zu 16,00 Mark, 2 D.⸗Z. Linsen zu 28,00 Mark, 00 D.⸗ Samen zu—.— Mark, 0 D.⸗Z. Kartoffeln zu 0.00 Mark.
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4e8 85 Stadttheatef.
Sonntag, den 29. Oktober 1899, Nachm. 4 Uhr: Kindervorstellung;
Die Prinzessin von Marzipan. Abends 8 Uhr: Im weißen Rößl. Dienstag, den 31. Oktober 1899:
Als ich wiederkam. Mittwoch, den 1. Novemher 1899:
Der Hüttenbesitzer Freitag, den 3. November 1890: Ein Sommernachtstraum.


