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Nr. 22.
Mitteldeutsche Sountags⸗Zeitung.
Seite 3.
zuschließen, sondern auch alle sonst sich meldenden Arbeiter der genannten Werft abzuweisen.
Hochachtungsvoll Verband der Eisenindustrie Hamburgs. gez. J. A.: Thielkow, Sekretär.
Diese schwarze Liste weist die Namen von 55 Arbeitern der Flensburger Schiffswerft auf.
Hier werden nicht nur Streikende, sondern die thätigen Arbeiter einer ganzen Werf ins— geheim und hinterlistig in Verruf erklärt, ohne daß sie eine Ahnung davon haben, wer sie an freiwilliger Arbeit hindert. Ein verrückter Majestätsbeleidiger.
Wegen Majestätsbeleidigung und Gehorsams— verweigerung war der Knecht Keune vor einiger Zeit vom Kriegsgericht zu drei Jahren und einem Monat Gesängnis verurteilt und aus dem Heere ausgestoßen worden. Im Arrest— haus zu Elberfeld beging er wiederum eine Majestätsbeleidigung und wurde deswegen am 28. November zu einer Zusatzstrafe von einem Jahr und fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Kaum wieder im Arresthause, beging er zum dritten Male eine ganz grobe Majestätsbe— leidigung. Wegen dieser stand er am 1. Februar in Elberfeld vor der Strafkammer. Diese fing nun aber an, an der Zurechnungsfähig— keit des Angeklagten zu zweifeln und ordnete seine Unterbringung in eine Irrenanstalt an, wo er zunächst einige Monate beobachtet werden sollte. Die Beobachtung hat nun ergeben, daß Keune zeitweilig an heftigen Wutausbrüchen leidet und daß er dann für sein Thun nicht verantwortlich gemacht werden kaun. Die Strafkammer in Elberfeld erkaunte unter diesen
Umständen vor einigen Tagen auf Frei— sprechung. Dresch⸗Gräfliches.
Gegen die Freisprechung des Dresch-Grafen Pückler hat die Staatsanwaltschaft Revision angemeldet. Das freisprechend Urteil hat wegen seiner Ungewöhnlichkeit, wegen seiner erstaunlichen Liberalität in den verschiedensten Lagern Auf— sehen erregt. So schreibt die katholische„Köln. Volksztg.“:
„Wir möchten denn doch niemanden raten, es dem Herrn Grafen Pückler nachzumachen. Insbesondere möchten wir keinem Sozial⸗ demokraten raten, in ähnlicher Weise, wie der Graf gegen die Juden, gegen die Bour— geois und Unternehmer zu wüten. Es würde ihm sehrübel bekommen, und kein Gerichts— hof würde nach seinen„idealen Zielen“ und „guten Willen“ fragen und die Entschuldigung gelten lassen, daß er sich„leicht von seinen Gefühlen hinreißen“ lasse und deshalb„in seinen Ausdrücken nicht gerade wählerisch“ sei. Der Herr Graf war vor dem Glogauer Ge— richte persönlich erschienen und verteidigte sich da in der ihm eigentümlichen Art. Es steht zu vermuten, daß der Gerichtshof infolge seines Auftretens die Ueberzeugung gewonnen, daß der Angeklagte„nicht das Bewußt⸗ sein 1 habe, es könnte der öffent— liche Friede gestört werden. Man kann das aus noch etwas anders ausdrücken.“
Was wir über das Urteil gegen den Grafen Pückler und über zahlreiche Urteile gegen Sozialdemokraten denken, wollen wir für uns behalten.
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Aus dem Reichstag.
Arbeiterfreunde.
Unsere Genossen haben bei jedem einschneidenden Paragraphen des neuen Invaliditäts- und Alters⸗ Versicherungs⸗Gesetzes Verbesserungsauträge im Interesse der Arbeiter gestellt und dieselben jedesmal mit wahrer Engelsgeduld eingehend begründet. Nieder⸗ stimmen! aber hieß die Parole bei den bürgerlichen Parteien und so stimmten sie gegen jeden Verbesserungs⸗ vorschlag der Sozialdemokraten. Was bedeutet für sie auch dieses Gesetz. Es ist Ihnen unangenehm genug, daß sie Beiträge für Ihre Arbeiter mitbezahlen müssen. Wozu nun noch Einrichtungen treffen, die den Arbeitern zu Gute kommen würden? Was wissen sie auch, wie es einem invallden Arbeiter zu Mute ist, der sich sein Leben lang im Dienste des Kapitalismus abgerackert hat und im Alter hilflos dasteht? Für sie selbst er⸗ zeugen„ihre“ Arbeiter den erforderlichen Mehrwert, der
es ihnen gestattet, ein sorgenloses Dasein bis an's Ende zu führen. Und für ihre Verwandten, ihre Söhne, Brüder und Vettern, die Offiziere und Beamten, ist durch auskömmliche Pensionen, die das arbeitende Volk durch indirekte Steuern aufbringen muß, gleichfalls hin— länglich gesorgt. Gerade die Verhandlungen über das neue Invaliditäts- und Alters-Versicherungs-Gesetz werden Tausende Arbeiter zu der Ueberzeugung bringen, daß es ein Wahnsinn ist, wenn Arbeiter einem anderen Vertreter ihre Stimme geben, als einem Sozialdemokraten. Mehr Sozialdemokraten in den Reichstag— das ist die Lehre, die aus dem Verhalten aller sozialisten— gegnerischen Parteien in Reichstag zu ziehen ist.
Bis zum 6. Juni ist der Reichstag in Ferien gegangen.
Kongreß zur Bekämpfung der Tuberkulose.
V. Ein„Tuberkulose-Kongreß“, wie er kurz⸗ weg genannt wird, hat am Mittwoch im Reichs— tagsgebäude zu Berlin seine Verhandlungen be— gonnen. Trotzdem der Byzantinismus recht wenig angenehm berührt, der sich auch an diese, rein humanitären Zwecken dienende Veran— staltung knüpft, begrüßt die Arbeiterschaft Deutsch— lands dies Ereignis mit Freuden, und sie wünscht den Kongreßteilnehmern guten Erfolg für ihre Bestrebungen.
Ist doch die Krankheit, deren Bekämpfung sich der Kongreß zur Aufgabe gemacht hat,— die Tuberkulose, oder mit ihrem deutschen Namen: die Schwindsucht— eine„Volks“ krankheit in jeder Bedeutung dieses Wortes, eine„Volks“ krankheit namentlich auch in dem Sinne, daß die Seuche mit ganz besonderer Schärse unter dem Proletariat wütet.
Weil die Schwindsucht, die Proletarierkrank— heit“ ist, weil für ihre Eutstehung und Aus⸗ breitung wirtschaftliche Verhältnisse— Unter⸗ ernährung, Ueberarbeit, Wohnungsnot, Mangel an guter Luft u. s. w.— von hervorragender Bedeutung sind, deshalb ist ja leider ein voller Erfolg der Bestrebungen, welchen der Kongreß dient, solange nicht zu erwarten, als nicht die Ursache dieser wirtschaftlichen Verhältnisse, die kapitalistische Gesellschaftsordnung, bdeseitigt ist. Aber das ehrliche Streben, die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen, wird doch immerhin einigen Erfolg erzielen, und dieser Erfolg wird, wiederum weil es sich um„die Proletarier— krankheit“ handelt, zumeist dem Proletariat zu gute kommen. Und daß ehrliches Streben in diesem Sinne den Kongreß und insbesondere die Kongreßleitung beseelt, dafür bürgt uns allein schon der Umstand, daß man bereitwilliger, als dies sonst zu geschehen pflegt, auch die Mit⸗ wirkung der Arbeiterschaft selbst und ihrer Verkreter auf dem Kongreß zugelassen hat.
Die Arbeiterschaft hat die ihr dargebotene Hand de pan sie hat zahlreiche Vertreter — Mitglieder von Krankenkassen und Invalidi⸗ tätsanstalten— zum Kongreß entseudet, welche sich dort mit den versammelten Männern der Wissenschaft und Verwaltungsbeamten vereinigen werden zu gemeinsamer Arbeit für die Aermsten der Armen: die erkrankten Proletarier. Die Gießener Ortskrankenkasse ist durch den Kon— trolleur Beckmann vertreten.
Wie diese Vertreter der Arbeiterschaft ihre ganze Kraft für das Gelingen des Werkes ein⸗ setzen, so hegen auch wir den aufrichtigen Wunsch, daß die Thätigkeit des Kongresses von Erfolg gekrönt sein möge.
Bei dem großen Interesse, das der Tuber- kulofe-Kongreß überall findet, werden unseren Lesern einige Angaben über die Verbreitung der Schwindsucht in Deutschland willkommen sein. Wir entnehmen diese Nachweise einer graphischen Darstellung, die eigens für den, Tuberkulose⸗ Kongreß angefertigt und im„Vorwärts“ reprodu⸗ ziert wurde. Die geringste Anzahl von Schwindsuchtsfällen kommt auf Mecklenburg sowie einige Thüringische Staaten und Hohen⸗ zollern, und zwar sind es 25 Schwindsuchtsfälle auf je 1000 Krankheitsfälle Demnächst kommen Ostpreußen, Posen, Pommern, einige Thüringische Staaten und Württemberg mit 25—30 Schwind⸗ suchtsfällen, sodann Westpreußen, Schlesien, Brandenburg, Provinz Sachsen, Schleswig⸗Hol⸗
stein und einige kleinere Thüringische Staaten
mit 30—35 Schwindsuchtsfällen, alsdann ist Hannover, Anhalt, Bayern und Baden, sowie die Pfalz mit 35—30 Schwindsuchtsfällen auf je 1000 Krankheitsfällen zu verzeichnen. Hier⸗ auf folgt mit 40 bis 50 Schwindsuchts⸗ fällen auf je 1000 Erkrankungen Braunschweig, Westfalen, die Rheinprovinz, das Großherzog— tum Hessen und Elsaß-Lothringen. Ueber 50 Schwindsuchtsfälle auf 1000 Krank⸗ heitsfälle kommen in Berlin, dem Königreich Sachsen, in der Provinz Hessen-Nassau, Lippe, Oldenburg und Hamburg.
Inwieweit bei diesem Auftreten der Lungen⸗ schwindsucht klimatische Ernährungs- und Ar⸗ beitsverhältnisse mitsprechen, ist nicht ohne weiteres zu sagen, auffallend jedoch ist die Thatsache, daß in den dichtbevölkerten Industrie— bezirken im Westen und Südwesten, sowie in den Großstädten Berlin und Hamburg die Lungenschwindsucht ihre verhältnismäßig stärkste Verbreitung zeigt. Es ist zu hoffen, daß die jetzt stattfindenden Verhandlungen des inter— nationalen Tuberkulose-Kongresses einen weiteren Schritt auf dem Wege der Bekämpfung der gefährlichen Volkskrankheit bedeuten.
Von Nah und Lern.
Mitteilungen aus unserem Leserkreise sind jederzeit willkommen. Die Ehre unserer Sache gebietet natürlich streagste Gewissen haftigkeit bei Uebermittelung von Nachrichten. Wir bitten alle zum Druck bestimmten Einsendungen nur auf einer Seite zu beschreiben. Vorträge im Wahlverein.
* Wir machen auch an dieser Stelle noch ein⸗ mal auf die am heutigen Samstag im Wahl- verein stattfindenden Vorträge aufmerksam. Zahlreicher Besuch ist erwünscht und anugesichts der wichtigen Themata auch geboten.
Die Wirte wehren sich.
* Zur hessischen Licenzsteuervorlage, die, wie wir schon gemeldet, von der Regierung als Ersatz für die Weinsteuer in Aussicht genommen ist, hat der Rhein-Main-Gastwirthe-Verband (18 Vereine mit ca. 2000 Mitglieder) vorsorg— lich Stellung genommen und eine Denkschrift
an die Großherzogliche Regierung und Zweite
Kammer gerichtet, in welcher— unter Dar— legung der Gründe— gegen eine so einseitige Steuer, die weder dem Sinne noch dem Wesen einer Reform entspricht, aufgetreten wird. Der Verband erblickt in einer Licenzsteuer lediglich eine Doppel- und Sonderbesteuerung eines ein— zelnen Gewerbes, was um so ungerechter er— scheint, als zugleich für alle anderen hessischen Gewerbe, darunter weit einträglichere, die Ge— werbesteuer aufgehoben werden soll. Außerdem müßten die Gastwirte genau so wie alle übrigen Gewerbetreibenden zu den für die ausfallenden Steuern geplanten Ersatzmittel, der Vermögens- steuer, Einkommen- u. Stempelsteuererhöhung ꝛc. ihren redlichen Teil beitragen; und dazu noch die Licenzsteuer, das sel eine große Ungerechtig— keit. Sobald die Vorlage offiziell angekündigt wird, soll der Verbandsvorstand einen außer— ordentlichen Verbandstag der Gastwirte des Großherzogtums nach Darmstadt einberufen, um die weitere Agitation einzuleiten.— Wie gegen die Weinsteuervorlage, so werden auch gegen die in Aussicht stehende Licenzsteuer die Sozialdemokraten die zuverlässigsten Kämpfer sein. Das wird natürlich die tapferen Gastwirte nicht hindern, auch in Zukunft den Sozialdemokraten die Säle zu verweigern und die sozialdemokratischen Zeitungen zu boykottiren, weil das—„oben“ so gewünscht wird. Der Schnaps.
Von 414 Branntweinbrennereien, mit denen Hessen gesegnet ist, waren im Jahre 1897/8 248 in Thätigkeit und lieferten an reinem Alkohol 18097 Hektoliter, womit die Produktion gegen die des Vorjahres um 744 Hektoliter zurückgeblieben ist. Die Ausfuhr ins Ausland war eine unerhebliche. Die Gesamteinnahme an Branntweinsteuer betrug nach Abzug der Vergütungen 1155 616 Mark.
Das hessische Schulpanama, das von unseren Genossen in den beiden letzten Sitzungen des Landtags zur Sprache gebracht wurde und zu einer gründlichen Niederlage des obersten Leiters des hessischen Schulwesens, des
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