Ausgabe 
27.8.1899
 
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der ein Hanptmann und ein Soldat schwere

Nr. 35.

Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.

Seite 3.

Verwundungen davontrugen. Der erste erhielt n. d. einen Lanzenstich; der Soldat ist minder ugerichtet. Ferner ging eine Reaimentsfahne 5 Fetzen. Weiter wurde ein 27er Artillerist durch ein Holzgeschoß derart am Kopfe verletzt, daß er noch abends im Militärlazarett ver⸗ star b. Kenner versichern, daß im Ernstfalle bei dieser Attacke kein Husar lebend bis zur Infanteriekolonne gekommen wäre.

Zur Dienstboten behandlung.

Ein geradezu empörender Vorfall wird von derStaatsb.⸗Ztg. aus Berlin berichtet: Da⸗ nach war dem in der Genthinerstraße 15 woh⸗ nenden Kaufmann Frank, der sich mit seiner Familie im Bade befindet, die verleumderische Nachricht hinterbracht worden, daß sein Dienst⸗ mädchen in den Kleidern ihrerMadame aus⸗ gehe. Frank reiste auf diese Mitteilung hin nach Berlin zurück, stellte sein Dienstmädchen, die 21 jährige Johanna T., zur Rede und ver⸗ langte von ihr, sie solle ihr Hemd zeigen. Als das Mädchen durch das auf dem Einsatz befindliche Monogramm bewies, daß das Hemd ihr gehöre, verlangte Frank ihre vollsiändige Entkleidung, und thatsächlich setzte er es durch, das nach wenigen Minuten die T. trotz ihrer Weigerung wirklich bis aufs Hemd entkleidet vor Frank stand. Aber auch diese letzte Hülle mußte fallen. Frank riß sie dem Mädchen trotz engerischen Widerstandes vom Leibe, so daß dieses nun völlig unbekleidet vor ihm stand. Jetzt mußte die Unglückliche dem Frank ins Nebenzimmer folgen. Hier lag ein Rohrstock bereit, und mitten im Zimmer stand ein Holz⸗ schemel. Ueber diesen sollte sich die T. legen. Als sie dies nicht thun wollte, ergriff sie Frank, riß sie über seine Kniee und züchtigte sie mit dem Stock, bis sie fast das Bewußtsein verlor. Dann erst hatte derRächer seiner Hausehre seinerEntrüstung Genüge gethan. Einige Stunden später aber fügte er seinem bisherigen Verhalten noch hinzu, daß er sich durch Augen⸗ schein von der Wirkung seiner Züchtigung über⸗ zeugte. Aus Scham unterließ es die T., sofort Anzeige zu erstatten. Erst am folgenden Tage begab sie sich zu dem in der Winterfeldstraße 33 wohnhaften Sanitätsrath Dr. Stolzenberg, der sie untersuchte. Er fand, dem von ihm aus⸗ gestellten Zeugniß zufolge, das Gesäß teilweise mit blauroten Striemen bedeckt, teilweise gänz⸗ lich blauverfärbt und blutunterlaufen. Durch die Mißhandlung war die T., die sich unter den Schutz des Fröbelhauses begeben hat, für kurze Zeit dienstunfähig. Jetzt hat sie gegen Frank, der sich mit dem empörenden Einwand entschuldigt, daß er sich nur eineväterliche Züchtigung gestattet habe, auf zivilrecht⸗ lichem Wege ihre materiellen Ansprüche geltend

emacht, doch dürfe die Sache auch strafrecht⸗ ich noch ein Nachspiel haben.

Kleine Mitteilungen.

* In Wieseck kam am Sonntag ein aus Westfalen zu Besuch anwesender Mann mit einem Gießener Wirt in Streit. Im Verlauf desselben zog ersterer das Messer und versetzte dem Wirt 7 Stiche. Glücklicherweise sind die Wunden durchweg ungefährlicher Natur, sodaß der Verletzte keinen dauernden Schaden davon⸗ tragen wird. Der Messerheld wurde sofort ver⸗ haftet. In Wieseck herrschte ob des Vorfalls große Erbitterung, weil gedankenlose Leute nur zu leicht geneigt sind, für die Rüpeleien eines einzelnen gleich das ganze Dorf verantwortlich zu machen. Der Streit spielte sich nicht etwa auf der Kirchweih ab, die in gewohnter Weise auf das schönste verlies.

In Wieseck verunglückte am Donners⸗ tag ein junger Mann von 18 Jahren an der Dreschmaschine. Dem Bedauernswerten wurde ein Fuß zermalmt. 5

In Portugal ist die Beulen pest einge⸗ schleppt. Es sind in den europäischen Ländern Vorsichtsmaßregeln getroffen worden, um eine we tere Verschleppung zu verhüten.

Partei⸗Nachrichten.

Versammlungs⸗Kalender.

Sonntag, den 3. September, pünktlich 1 uhr Mittags: im großen Weinrich'schen Saale in

Lollar Kreis- Konferenz

für den Wahlkreis

Giesen Grünberg ⸗Nidda.

Sonntag, den 10. September:

Landes-⸗Konfereuz in Mainz. RestaurationZur Wanz.

Tagesordnung siehe Nr. 33 der M. S.⸗Ztg. Die Delegirten werden freundl. gebeten, dem Unter⸗ zeichneten nach ihrer Wahl umgehend Mittheilung zu⸗ gehen zu lassen, gleichzeitig mit dem Bemerken, ob ge⸗ meinschaftlicher Mittagstisch erwünscht ist oder nicht. Ferner sind alle auf die Konferenz bezügl. Briefe ꝛc an den Unterzeichneten zu richten. Der Vorstand der sozialdemokratischen Partei Mainz. J. A.: Val. Liebmann, Boppstr. 14.

Zur Landeskonferenz. Die Kreis⸗Vertrauens⸗ männer bezw. die Vorstände der Organisationen wollen sich behufs Erlangung der Mandatsformulare an Gen. C. Orbig, Gießen, Rittergasse 17, wenden.

Zur Landeskonferenz. Auf Veranlassung der Gießener Genossen wurde in die Tagesordnung der am 10. September in Mainz stattfindenden Landeskonferenz als Punkt 5 eingeschaltet:

Die die Partei beschäftigenden taktischen Streit⸗ fro gen. Das Referat hat Gen. Dr. David übernommen.

Gießen⸗Grünberg⸗Nidda. Der Kreis⸗ vertrauensmann Bock quittiert über M. 243.33 Einnahme und weist M. 156.20 Ausgaben nach, sodaß der Kassenbestand M. 87.13 beträgt. Er bittet die noch rüdständigen Orte um sofortige Begleichung ihrer Beiträge. Für die Landtagswahl Mk. 2. von Steinhauer. Der Vertrauensmann.

Für die ausgesperrten dänischen Arbeiter M. 8. von Wieseck. Das Kartell.

Schlitz. In der konstituierenden Versammlung (siehe Bericht in heutiger Nummer) wurde der Vorstand des sozialdemokratischen Vereins wie folgt zusammen⸗ gesetzt: Vorsitzender: Wilh. Paul, Kassirer: Chr. Lang, Schriftführer: Adam Lang. Jetzt muß eifrig ge⸗ arbeitet werden, dämit der Verein sich kräftigt entwickelt.

In Han au starb am Samstag unser alter Partei⸗ genosse Mathias Daßbach, der erst am 13. August seinen 70. Geburtstag unter reger Anteilnahme der dortigen Genossen gefeiert hat. Schon als Jüngling von 18 Jahren hat der Verstorbene als Turner für des Volkes Freiheit gekämpft. Er mußte deswegen ins Ausland flüchten. Seit der Zeit, da Lassalle die Fahne der modernen Arbeiterbewegung entfaltete, kämpfte er in den Reihen des Proletariats für dessen Befreiung und stellte seine Kraft der Partei bis zu seinem letzen Atem⸗ zuge zur Verfügung. Ehre seinem Andenken! An der Beerdigung Daßbach nahm Gen. Orbig⸗Gießen für die Sozialdemokraten in Oberh essen Teil. Er legte am Grabe einen Lorbeerkranz mit roter Schleise nieder.

Eingesandt.

Dachdecker in Gießen und Wetzlar schließt Euch dem Verband an. In einzelnen Ortsvereinen organisiert, könnt Ihr nicht viel leisten. Vereinte Kräfte führen zum Ziel. Geht Mann für Mann in den Ver⸗ band der deutschen Dachdecker! Vorfitzender desselben ist: Georg Diehl, Frankfurt a. M., Brücken str. 31.

Wetzlar, 22. August 1899.

Ein Kollege.

Briefkasten der Redaktion.

D. ⸗Alsf. Bericht war schon von anderer Seite eingegangen und auch bereits gesetzt, als Ihr ausführ⸗ licherer Bericht kam. Besten Dank! Mbg. Wo bleibt denn der verspr. Bericht. Treu verbummelt?

Briefkasten der Expedition.

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Unterhaltungs⸗Ceil.

Gesang der Geister über den Wassern. Von Wolfgang Goethe.

Des Menschen Seele Gleicht dem Wasser: Vom Himmel kommt es, Zum Himmel steigt es, Und wieder nieder Sur Erde muß es Ewig wechselnd.

Strömt von der hohen,

Steilen Felswand

Der reine Strahl,

Dann stäubt er lieblich In Wolkenwellen

Sum glatten Fels,

And leicht empfangen, Wallt er verschleiernd Leisrauschend

Sur Tiefe nieder.

Ragen Klippen Dem Sturz entgegen, Schäumt er unmutig Stufenweise Sum Abgrund.

Im flachen Bette Schleicht er das Wiesenthal hin, Und in dem glatten See Weiden ihr Antlitz Alle Gestirne.

Wind ist der Welle Cieblicher Buhler; Wind mischt vom Grund aus Schäumende Wogen.

Seele des Menschen, Wie gleichst du den Wassern! Schicksal des Menschen, Wie gleichst du dem Wind!

Goethe. Zur 150. Wiederkehr seines Geburtstages. Von Eleutherophilos.

(Fortsetzung).

Wir wollen im Folgenden unseren Lesern zunächst eine knappe Darstellung seines Lebens vorführen und sodann eine kurze Würdigung derjenigen seiner Werke anfügen, die von dem höherstrebenden und feiner empfindenden Manne aus dem Volke auch schon unter den heutigen Verhältnissen übermäßigen, abstumpfen⸗ den Arbeitsdruckes und unverschuldeter, mangel⸗ hafter Vorbildung einigermaßen mit Verständnis und Genuß gelesen werden können.

** *

Johann Wolfgang Goethe wurde am 28. August 1749 zu Frankfurt a. M. geboren. Was er seinen Eltern sein Vater war kaiser⸗ licher Rat und die viel jüngere Mutter Tochter des Stadtschultheißen verdankt, lehren uns seine schönen Verse:

Vom Vater hab' ich die Statur, Des Lebens ernstes Führen, Vom Mütterchen die Frohnatur, Die Lust zu fabulieren.

Während einer überaus heiteren Kindheit nahm der ungemein talentvolle Knabe An⸗ regungen und Wissen in reichster Fülle in sich auf. Vom 16. Jahre ab studierte der schöne, geistsprühende Jüngling in Leipzig und Straß⸗ burg, nach dem Wunsche seines Vaters Rechts⸗ wissenschaft, seinem eigenen Geschmack ent⸗ sprechend aber mehr Litteratur und Kunst. Ein darauffolgender kurzer Aufenthalt am damaligen Reichskammergericht in Wetzlar führte ihn 1772 gelegentlich auch nach Gießen, wo er den bekannten Rechtslehrer Professor Höpfner im späteren Ricker'schen Hause(Ecke Neue Bäue und Sonnenstraße) besuchte. Seine Jugend⸗ werkeGötz von Berlichingen und, Die Leiden des jungen Werther machten ihn kurz darauf

Raummangels wegen Quittungen in nächster Nummer.

mit einem Schlage in ganz Deutschland be⸗