9
1
1
ler nicht icht alz ke seien „ weder 5 d einen scheinen, tig den 1 an hir lte. C5. will la Per dort g.
2
wieder bon der geblichen gen den, Arbeits Streik⸗ g einen ben und n Thät⸗
D
N
nzigen Fallen. Wohn
ersuchen Polizei en. Daß liberale . All Brudel 3 Helle. Wala Manbad.
0
fg 0 g
Nr. 39.
Mitteldeutsche Sonntags⸗Zeitung.
Seite 3.
112 bei einem Parteigenossen ein um ihm die übliche Bescherung in Gestalt eines Soldaten anzuzeigen. Das alte Mütterchen, das unserm verwitweten Parteigenossen die Wirt⸗ schaft besorgt, sagte zu dem Quartiermacher: „Aber, hören Sie, Herr Gefreiter, mein Sohn ist nämlich Sozialdemokrat.“ Dieser humor volle Einspruch der alten Mutter gegen die Einquartierung beantwortete der quatier- machende Gefreite mit der Bemerkung:„Dann gehören dem Schweinhund zwei Mann!“ Unser Parteigenosse ließ, nachdem er die Sache erfahren hatte, keine lange Zeit vergehen, bis er den Beleidiger bei seinem Vorgesetzten zur Anzeige brachte. Der Gefreite erhielt sofort 3 Tage Arrest, um darüber nachzudenken, wie man Durlacher Sozialdemokraten heim Quar⸗ tiermachen behandelt. Für unsern Parteigenossen hatte die Sache die angenehme Wirkung daß er keine Einquatierung erhielt.
Eisenbahn⸗Arbeiter⸗ Bezahlung.
Eine Petition einzureichen beschlossen am Sonntag über 100 Bremser und Hilfs⸗ bremser der Station Frintrop. Der Grund ist kaum zu glauben! Infolge des starken Güterverkehrs im Kohlenrevier treffen die Güter⸗ züge oft mit stundeulanger Verspätung auf den Stationen ein. Die Eisenbahn-Verwaltung hat nun für diese leberstunden folgenden Vergütungsmodus eingeführt: Die Bremser und Hilfsbremser erhalten fur die erste Stunde — nichts, sür die zweite— dasselbe, für die dritte— wieder nichts, für bier volle Ueberstunden aber ganze 24 Reichspfennige, für jede weitere Stunde sechs Pfennige! Durch die Petition wollen die Bremser versuchen, Aenderung zu
erzielen. Ja, die Staatsbetriebe sind Muster⸗ betriebe! Das werden wir in der nächsten
Nummer an einem Beispielaus Gießen wieder auf's Neue beweisen.
Affaire Dreyfus.
Es wird immer augenscheinlicher, daß die französische Regierung in ihrer Verlegenheit auf das gefährlichste Auskunftsmittel verfällt, den Dreysus nicht durch die Gerechtigkeit; son⸗ dern durch die Gnade des Präsidenten aus der Welt zu schaffen. Die Familie des Verur⸗ teilten scheint hierfür gewonnen zu sein aus Rücksicht auf den leidenden Zustand des Ge⸗ marterten; aber wenn der darniederliegende Dreyfus auch seine Einwilligung geben sollte, die Anhäuger des Rechts werden sich dadurch nicht beruhigen lassen und die moralische Rei⸗ nigung Frankreichs mit verdoppelter Kraft for⸗ dern. Denn der Fall Dreyfus ist über Dreyfus und seine Familie längst hinausgewachsen; er ist eine Sache des französischen Volkes und in seinem militaristisch⸗rechtlichen Teil eine Sache der Kulturnationen geworden.
Dreyfus begnadigt.
Am Mittwoch ist Dreyfus auf freien Fuß gesetzt worden. Das ist der beste Beweis dafür, daß auch das Ministerium denselben für un⸗ schuldig und vom Kriegsgericht vergewaltigt hält. Wohin sich Dreysus wendet, ist unbe⸗ kaunt.
Senator Scheurer-Kestner ist ge⸗ storben. Ein seltsamer Zufall ist es, daß an dem Tage der Begnadigung des Hauptmanns Dreyfus derjenige Mann aus dem Leben geht, der als der erste und eifrigste Befürworter der Revision zu bezeichnen ist.
Der antisemitische Hanswurst Guérin, der sich wochenlang in der Rue Chabrol in einem Hause verschanzt hatte, hat am Mittwoch kapituliert. Er wurde in Haft genommen und wird sich mit anderen Antisemiten und„Patrioten“, das sind Leute, die der Re⸗ publik den Hals umdrehen und wieder eine Monarchie gründen möchten, wegen Staats⸗ verbrechen zu verantworten haben.
Ueberall dieselben. Labori, der tapfere Verteidiger Zolas und Dreyfus hat gegen die antisemitische„Libre Parole“ eine Verleum⸗ dungsklage angestrengt und das Schandblatt vor das Zuchtpolizeigericht laden lassen. Unter
gen der antisemitischen Kloake über das gegen den kühnen Verteidiger verübte Attentat in ihren Nummern vom 23. und 24. August, in denen das Verbrechen in gemeinster Weise als eine Erfindung der Dreyfusards dargestellt wurde.
— Es ist Labori wohl nur um die Feststellung der Wahrheit zu thun. Wir können nicht annehmen, daß ein Mann, der etwas auf sich hält, sich durch antisemitische Hanswürste be— leidigt fühlen kann.
Der Aeppelwein⸗Architekt Hir
in Schwulitäten.
n. Wir schrieben in unserer Nr. 36 über die bevorstehende Landtagswahl im Kreis Gießen⸗ Land, erörterten dabei unsere Wahlaussich und hielten galant, wie wir nun einmal sind— unsern antisemitischen Gegnern einen Spiegel vor. Daß sich in dem Spiegel leib⸗ haftige Hanswürste zeigten, die nach Hirschel⸗ schem Rezept geschächtete Juden verspeisten und dabei furchtbare Grimassen schnitten, war nicht unsere Schuld.
Wir verstehen es aber, daß die Antisemiten, als sie sich im Spiegel sahen, furchtbar in Wut gerieten. Der mit dem größten Maul und dem kleinsten Hirn unter ihnen fuchtelte wie übergeschnappt mit den Armen in der Luft herum und schrie unausgesetzt:
Rache! Blutwurst!
Er setzte sich an sein Schreibzeug— anstelle des Tintenfasses bedient er sich einer Jauche⸗ grube, sein Federhalter ist ein Mistgabelstiel und legte los. Er leistet auf seinem iet. meisterliches. Da wir u wiederholt Proben seines Te verzichten wir heute auf neuen Blütenlese. Der ga einzige Arizona⸗Kickerliche Hirschelei
Derselbe Hirschel, der sich nicht für sein Schriftfül im
1 gesche ents gegeben h Wie
dle
kel ist
hessisch
führeramt
Bauernbund jährlich 2400 Mark— pro Woche rund 50 Mark!— den Bauern abzu nehmen, der den für einen Antisemiten schwer⸗
wiegenden Vorwur er ehemaligen
Parteigenossen auf sich t, an jüdische Journalisten Nach ft zu haben,
hat die Frechhei tergroschen zu reden, die für E Gehälter in der S werden.
Dem ehemaligen Architekten aus der Aeppel⸗ weinstadt Sachsenhausen fehlt wohl die nötige Grütze, um einzusehen, wie unsagbar erbärmlich seine ganze Kampfesweise ist. Wir klagen seine Partei und ihn mit der Arbeiterfeindlichkeit an, erwähnen, daß Hirschel und seine Freunde für den Kanitzschen Brodwucherantrag eingetreten sind, haben festgestellt, daß im Hirschelschen Blatt gegen die Arbeiterfahrkarten gewütet ist, daß die Stellungnahme der Antisemiteu zur Zuchthausvorlage eine sehr verdächtige ist, kämpfen also gegen die Politik und gegen das Verhalten seiner Partei und darauf antwortet dann der ehemalige Architekt und jetzige Arizona⸗Kickermann mit seinen wüsten Fischweib⸗Schimpfereien.
Wer allerdings so tief im Schmutz steckt, wie die Antisemiten, hat es leicht, mit Unrat zu werfen. Aber wir Sozialdemokraten stehen der antisemitischen Mistgrube so fern, daß uns selbst die mit Aufgebot der ganzen äppelwein⸗ architektonischen Manneskraft geschleuderten Dreckwürfe nicht erreichen können.
Lassen wir die traurige Sippschaft kläffen. Am Tag der Landtagswahl im Kreis Gießen⸗ Land wird die arbeitende Bevölkerung wissen, was sie zu thun hat.
Wie im vorigen Jahr die Odenwälder, so werden heuer die Oberhessen den Ar⸗ beiterfeind Hirschel zum Teufel jagen. Sie werden eintreten für ihren Kandidaten, für ihren Stammes⸗ und Klassen⸗Genossen Philipp Scheidemann, der deshalb von den Antisemitenhäuptlingen so tötlich gehaßt wird, weil er ihnen so oft heimgeleuchtet und den kleinen Bauern klar gemacht hat, welcher
Oiäüten und
verausgabt
ings zialdemokratie
Anklage gestellt sind die schändlichen Auslassun⸗
traurigen Schmarotzer-Sippschaft sie in gutem
f seither Vertrauen entgegengebracht haben. Wir acceptieren auch den uns zugesprochenen Titel: Der rote Philipp. Diese Bezeichnung wird für die Arbeiter am Wahltage jedes Miß⸗ verständnis ausschließen. Es wird von nun ab im Wahlkreis heißen:
Dort der arbeiterfeindliche Aeppel— wein⸗Architekt Hirschel!
Hier unser roter Philipp!
Und nun mit verdoppelten Kräften an die
Arbeit, ihr Kleinbauern und Arbeiter!
Von Nah und Fe
Mitteilungen aus unserem Leserkreise sind jederzeit Die Ehre unserer Sache gebietet natürlich stre, haftigkeit bei Uebermittelung von Nachrichte zum Druck bestimmten Einsendungen nur auf
beschreiben.
Im Gießener Wahlverein erstattete am Samstag zunächst Genosse Dahmer kurz Bericht über die Kreiskonferenz in Lollar. Alsdann referierte Gen. Scheidemann über die Landeskonferenz in Mainz. Am ausführ- lichsten behandelte er die Diskussion um Bernstein. Die Gießener Delegierten— Bock und Scheide— mann— haben in Mainz gegen die Davidsche Resolution gestimmt, Gen. Orbig, der als Mit⸗ glied des Landeskomitees im Bürkau saß, hat sich der Abstimmung enthalten. Die Katzensteinsche Resolution habe die Anschauungen der Gießener Delegierten klar zum Ausdruck gebracht: Wir wollen Bernstein in jeder Beziehung Gerechtigkeit widerfahren lassen, aber daß das von ihm beigebrachte Material genüge, die seitherigen theoretischen und taktischen Grundanschauungen der Partei in Frage zu stellen, müssen wir bestreiten. An das Referat Scheidemanns knüpfte sich eine stundenlange, sehr interessante Diskussion, an der sich Dahmer, Fourier, Krumm, Petersen, Diehl, Beckmann, Bock, Volz und Orbig beteiligten. Gen. Fourier brachte eine, Resolution ein, in der ausgesprochen wurde, daß sich die Gießener Wahlvereinsmitglieder mit den Beschlüssen der Mainzer Landeskonferenz ein ver⸗ standen erklären, es aber gleichzeitig bedauern, daß
die Gießener Delegierten gegen die Resolution David gestimmt haben. Daß die Verf
mit den Beschlüssen der Landeskonferenz standen war, ergab sich au. der ganzen Diskussion. Für die Resolution Fourier wurden jedoch nur drei Stimmen abgegeben.
Lügner und Verleumder.
* In dem Schmutzartikel, den der ehemalt Architekt Hirschel in seinem Blatt publizi sagt er unter anderm auch:
„Und das liberale Manchestertum links und
im Centrum wurde in der Redeschlacht(um
den Antrag Kanitz. Red. der M. S.⸗Ztg.)
noch überschrieen von der marxistischen Sozial⸗ demokratie, die in dem Freihandel das revo⸗ lutionäre Prinzip bewundert und mit allen
Kräften danach strebt, durch Unterstützung des
Judentums, das ihr auch wacker dafür klin⸗
genden Lohn auszahlt, den kleinen Hand⸗
werker und Bauer zu vernichten— denn um so näher ist ja der Zukunftsstaat!“
Kein vernünftiger Mensch wird von uns verlangen, daß wir uns mit dem Nichtswisser Hirschel auf ernsthafte Auseinandersetzungen darüber einlassen, wer die Handwerker und Bauern„vernichtet“. Das würde Herr Hirschel nicht kapiren können. Aber eins weiß er, nämlich daß er bewußtermaßen lügt, wenn er sagt, der Sozialdemokratie werde vom „Judentum klingender Lohn ausgezahlt“. Wir erklären hiermit den ehemaligen Architekten Hirschel für einen Lügner und Verleumder, wenn er nicht den Beweis der Wahrheit für seine ehrabschneiderische Behauptung erbringt.
Schreckliche Leiden schiffbrüchig er
Seelente.
WZ. Die norwegische Barke„Drott“ wurde am 11. August auf der Fahrt nach Buenos Aires in der Straße von Florida Wrack. Neun Mitglieder der Mannschaft wurven über Bord gewaschen und die Boote gingen bald ver⸗ loren. Acht der übrigen Seeleute machten ein Floß, das sich aber bald in zwei Teile teilte,
Ge U 1
1 7
so daß zwei Personen auf dem einen Teil blieben


